Sechs Stunden später blinzelte ich gegen das grelle Licht der Terrariumlampe. Ungeahnte Glückseligkeit schoss durch meine Venen, als ich feststellte, dass mein Kopf noch immer auf Sams Brust ruhte, unsere Finger ineinander verschlungen, und er friedlich schlief. Zu meiner Erleichterung schien auch meine Blase noch in tiefem Schlummer zu liegen. Ich hauchte ihm einen Kuss auf den Hals und kuschelte mich an seine Schulter. Sein regelmäßiger Atem wirkte wie ein Schlafmittel auf mich und innerhalb weniger Minuten dämmerte ich erneut hinweg.
Entsprechend groß war die Enttäuschung, als mich mein unberechenbarer Radiowecker kurz vor zehn aus dem Schlaf riss und der Platz neben mir leer war.
„Na, toll“, knurrte ich und schlurfte zur Toilette.
Als ich in Spiegel sah, wunderte mich jedoch nicht mehr, dass Sam Reißaus genommen hatte. Alex hatte mir noch einbläut, mich vor dem Schlafengehen abzuschminken. Jetzt waren die Farben miteinander vermischt wie auf der Palette eines Hobbymalers. Mit Peeling rückte ich meinem Gesicht zuleibe und war kurz versucht, nach einer Spachtel zu greifen.
„Na? Herzblatt? Ganz schön verwelkt, was? “ Ich streckte meinem Spiegelbild die Zunge heraus, schälte mich aus meinen Klamotten und stellte die Dusche an.
Egal, in welcher Gemütsverfassung ich mich befinde, ich muss immer singen. Einmal beim Weihnachtsgottesdienst – ich war gerade fünf– freute ich mich so sehr auf die bevorstehende Bescherung, dass ich mitten in der Andacht lautstark Jingle Bells anstimmte. Der Pfarrer freute sich weniger und fuhr meine Mutter derart entrüstet an, dass ich an diesem Abend beschlossen hatte, nie wieder einen Fuß in eine Kirche zu setzen.
„You gotta be bad, you gotta be bold, you gotta be wiser. You gotta be hard, you gotta be tough, you gotta be stronger. You gotta be cool, you gotta be calm, you gotta stay together. All I know, all I know, love will save the day“, trällerte ich, während ich die Kur in meine Haare massierte. „Don't ask no questions, it goes on without you. Leaving you behind, if you can't stand the pace...“
Nach einer halben Stunde duschen hatte ich den winzigen Raum in ein Dampfbad verwandelt. Ich wickelte mir nur ein Handtuch um den Kopf und schlurfte ins Zimmer zurück.
„Frühstück?“
Vor Schreck bekam ich wieder Schluckauf. Sam saß auf dem Bett und hatte ein Tablett mit allem, was das Herz einer Schwangeren begehrte, neben sich gestellt.
„Hick!“
Er warf mir einen mitfühlenden Blick zu, dann wanderten seine Augen über meinen Körper. „Du solltest Socken anziehen. Es ist kalt, Lulu.“
„Hick!“ Ich griff nach dem nächstbesten Stück, das zu oberst des gewaltigen Kleiderstapels auf dem Sessel lag. Einen quietschrosa Hello Kitty! Pyjama.
„Nett.“
„Hey“, blaffte ich ihn augenzwinkernd an und zwängte mich in mein pinkfarbenes Kostüm. Mist! Jetzt wusste ich auch, warum es auf dem Stapel lag. Ich passte überhaupt nicht mehr rein? „Konnte ich wissen, dass du auf meinem Bett hockst, wenn ich aus der Dusche komme?“
„Schon“, erwiderte Sam. „Ich dachte, du wolltest mir Bella und Edward zeigen?“
„Ja, nee. Iss klar. Verdammt!“ Ich bekam das Oberteil einfach nicht über meinen Bauch.
Sam stellte das Tablett auf dem Nachttisch ab, nahm die Decke vom Bett und breitete sie vor mir aus. Nachdem ich wieder aus dem Pyjama geschlüpft war, wickelte er mich in die Decke ein, hob mich hoch und setzte mich auf der Matratze wieder ab.
Mein Körper vibrierte und ich spürte, wie mein Atem schneller und fester ging, der Pulsschlag erhöhte sich. Ich packte ihn am T-Shirt und zog in zu mir aufs Bett. Dabei rutschte die Decke von meinen Schultern.
Sams Blick war fest auf mein Gesicht gerichtet, als er sich über mich beugte. Seine Augen wurden glasig, seine Lippen heiß. „Lulu?“, atmete er rau und seine Hand strich über meinen Bauch.
„Solange er nicht schon den Kopf rausstreckt“, antwortete ich schwach keuchend, „ist es ihm schnurzpiepegal.“
Mit einer Bewegung hatte er sich das T-Shirt über den Kopf gezogen, während ich an seinem Gürtel nestelte. Mir war es inzwischen nämlich auch schnurzpiepegal, ob wir uns noch Zeit lassen sollten oder mussten oder eben nicht.
Als die Hose von seinen Hüften glitt, konnte auch er es sichtlich kaum erwarten.
Wir küssten uns in Ekstase, waren ineinander verschlungen, bis ich ihm atemlos „Setz’ dich!“ ins Ohr keuchte. Ich spürte seine muskulösen Beine unter meinen Schenkeln und hockte mich auf seinen Schoß.
Besorgnis legte sich auf sein Gesicht, als ich mich langsam erhob. Ich strich beruhigend über sein Haar. „Alles gut“, flüsterte ich ihm ins Ohr und glitt langsam hinab. Ein Stöhnen drang knurrend aus seiner Kehle und er warf den Kopf in den Nacken.
Auch in mir explodierte eine Flut an Gefühlen. Nie hatte ich den Akt so intensiv empfunden. Und Sam war mit Abstand der ultimativ beste Liebhaber. Kleine Schweißperlen bildeten sich auf meiner Stirn, ein feuchter Film breitete sich über meinem Körper aus, und mit jedem Atemzug, den Sam tat, überfuhr mich eine Gänsehaut.
Seine Zunge strich über meinen Hals bis zu meinem Ohr und ich hörte ihn flüstern: „Ich liebe dich.“ Dann kam er so gewaltig, dass mich der heiße Strom ganz und gar durchflutete. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits vier Orgasmen, in dem Moment den fünften.
Erschöpft hielten wir uns eng umschlungen, doch Sam wurde nicht müde, mich zu streicheln.
Da flog die Tür auf.
Ich hielt die Luft an, als ich meine Mutter im Türrahmen stehen sah. „Mama?“
Sam zuckte kurz, straffte dann die Schultern und drehte den Kopf zur Seite. „Guten Morgen, Lisbeth.“
„Sam! Schön, dich mal wieder zu sehen. Wie geht es dir?“
Hallo? Wir waren quasi fast noch im Geschlechtsakt? Bestimmt fragte sie gleich: Was machst du in meiner Tochter?
Aber so weit kam es nicht, weil Björn und Alex ins Zimmer stürmten. „’tschuldigung“, schnaufte mein Ex-Ehemann. „Sie ist uns durchgegangen.“
„Wie ein Gaul?“
Alex wieherte.
„Entschuldigung, aber...“
Meine Mutter fiel mir ins Wort. „Sag’ mal, Sam? Ist das eine Tätowierung?“ Sie trat ans Bett und bewunderte sein Heck.
Besitzergreifend spreizte ich meine Finger auf seinem Rücken. Meiner! „Nein, Mama. Das sind Abziehbildchen, die wir gesammelt und nacheinander aufgeklebt haben.“
„Der Schwanz geht ja bis... huch!“ Ihr Schamgefühl hielt sie nicht davon ab, einen Blick auf seine Hüfte zu werfen. Das verlängerte Rückgrat des Drachen wand sich von dort ab weiter bis hinunter zur Leistengegend.
„Mama!“, kreischte ich und presste meine Beine fester um seine Hüfte.
Sam unterdrückte nur schwer ein Stöhnen. „Wir würden jetzt gerne weitermachen“, stieß er heiser hervor.
Alex zupfte meine Mutter am Ärmel. „Alleine, meint er. Sam ist nur zu höflich, das zu sagen.“ Als er sie aus dem Zimmer schob, atmete ich dankbar auf.
Beim Hinausgehen steckte Björn noch einmal den Kopf durch die Tür. „Sam? Pumpe nicht zu sehr, sie ist doch schon dick genug.“
1 leselustige Meinungen:
NEE ODER? Diese Mutter ist eine Strafe Gottes. Was um alles in der Welt hat Lulu verbrochen um SO gestraft zu sein?
Aber wenigstens haben es die zwei zusammen geschafft und dann aber gleich so richtig. Multiple Orgasmen mit nem Medizinball vorne - wo gibt'sn sowas in unserer Welt ;-))
LG Una
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