<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839</id><updated>2012-01-01T12:49:07.333+01:00</updated><category term='Sound zur Story'/><category term='Lexikon'/><category term='Herzblatt'/><category term='Dornreschen'/><category term='Glücksklee'/><category term='Mama Mia'/><category term='Soundtrack'/><category term='Volle Lotte'/><category term='Zimtzicke'/><category term='Funkenmarie'/><title type='text'>Die Pummelfee</title><subtitle type='html'></subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><link rel='next' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default?start-index=101&amp;max-results=100'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>553</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-8152184540401205176</id><published>2011-07-04T05:37:00.000+02:00</published><updated>2011-07-04T05:37:00.563+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 65</title><content type='html'>&lt;p&gt;„Hmmm“, schnurrte ich gegen Mittag. „Meinetwegen könntest du mir jeden Tag das Frühstück ans Bett bringen.“ &lt;p&gt;Mit gekräuselten Lippen tunkte Sam ein Buttercroissant in Senf und steckte es mir in den hungrig geöffneten Mund. „Gerne. Ich könnte ja einfach nebenan einziehen.“ &lt;p&gt;„Ha!“, machte ich und lächelte triumphierend. „Die Hütte gehört mir!“ &lt;p&gt;Er hob eine Augenbraue und sah mich fragend an. &lt;p&gt;„Glaubst du nicht?“  &lt;p&gt;„Doch“, antwortete er gedehnt. &lt;p&gt;Tock! Tock! Jemand klopfte an die Innenseite meiner Schädeldecke. Wollte er mit mir zusammen ziehen? Immer noch sah er mich gespannt an. &lt;p&gt;„Ha!“, machte ich erneut und tippte auf seine Nasenspitze. „Du hast keinen Bock drauf, bei Mama zu wohnen!“ &lt;p&gt;„Doch.“ &lt;p&gt;Ich legte den Kopf schief. Emma war schließlich eine wunderbare Frau. &lt;p&gt;„Ich möchte gerne bei Mama wohnen“, sagte Sam und küsste zärtlich meinen Hals. „Der meines Kindes“, fügte er hinzu. &lt;p&gt;Little Sam drehte sich und stieß dabei gegen eines meiner Organe, sodass mir kurz die Luft weg blieb. „Uff!“ &lt;p&gt;„Und?“ Jetzt knabberte er an meinem Ohrläppchen und sofort begann meine Haut zu prickeln. &lt;p&gt;„D-d-dann musst du dich aber an der Miete beteiligen“, stotterte ich völlig überrumpelt. &lt;p&gt;Sam schob das Tablett zur Seite und zog mich auf seinen Schoß. „Kann ich die erste Rate sofort bezahlen?“ &lt;p&gt;Bevor wir die Treppen hinab ins Wohnzimmer gingen, flüsterte ich Sam ins Ohr: „Die nächsten vier Monate bist du mietfrei.“ &lt;p&gt;Er grinste. Allerdings nicht lange. &lt;p&gt;„Ah!“, rief es vom Herd, als wir an der Küche vorbeigingen. „Seid ihr jetzt fertig?“ &lt;p&gt;Mutter! &lt;p&gt;Seelenruhig rührte sie in der Bolognaise. Dann drehte sie sich um und betrachtete uns eingehend. Ihre Stirn legte sich in viele kleine Fältchen. Sie trat näher, legte den Kopf in den Nacken und sah zu Sam auf. „Ward ihr auch vorsichtig?“ &lt;p&gt;Ich schnaubte. „Nee, Mama. Ich bin nämlich schon schwanger.“ &lt;p&gt;„Deswegen!“ Sie hob drohend den Kochlöffel und klugscheißerte: „Das, was ihr da oben gemacht habt, kann nämlich Wehen auslösen.“ &lt;p&gt;„Das kann eiskalter Apfelsaft auch.“ Björn kam in die Küche und nahm ihr das Holzteil aus der Hand. „Und Mütter, die zu viel meckern und beim Sex ungefragt ins Zimmer platzen.“ &lt;p&gt;Holla, die Waldfee! &lt;i&gt;Das&lt;/i&gt; hatte er sich ja noch nie getraut. Meiner Mutter gegenüber verhielt Björn sich normalerweise immer sehr devot. Widerlich. &lt;p&gt;„Außerdem stimmt das überhaupt nicht.“ Alex baute sich neben ihm auf. „Sex ist in Ordnung, solange die Frau sich dabei wohl fühlt. Es gibt Gynäkologen, die empfehlen sogar Sex, wenn das Baby überfällig ist. So richtig harten, wilden.“ &lt;p&gt;Meiner Mutter fielen fast die Augäpfel aus dem Kopf. Entrüstet sog sie die Luft ein. &lt;p&gt;Ich hielt sie an. Und auch Sam sah nicht wirklich entspannt aus. &lt;p&gt;„Spaghetti schon fertig?“ &lt;p&gt;„Sam?“ Wie eine Katze zusammengerollt schmiegte ich mich an seine Brust. &lt;p&gt;Sam streichelte meinen Arm und hatte ein Bein zwischen meine Schenkel gelegt, damit ich mit dem Bauch bequemer lag. „Hm?“ &lt;p&gt;„Du wirst aber nicht wieder plötzlich verschwinden und mich alleine lassen, ohne dass ich weiß, warum?“ &lt;p&gt;Er hob den Kopf und küsste mein Ohr. „Niemals wieder. Lulu, es tut mir...“ &lt;p&gt;„Pscht!“ Ich legte den Zeigefinger auf seinen Mund. „Schon gut. Ich will nur keine Geheimnisse mehr.“ &lt;p&gt;Sam räusperte sich. „Keine Geheimnisse mehr. Okay.“  &lt;p&gt;Die Pause, die er einlegte, ließ mich aufhorchen. &lt;p&gt;„Was die Miete angeht... Ich werde sie nicht zahlen.“ &lt;p&gt;„Was?“ &lt;p&gt;Ein freches Grinsen umspielte seine Lippen. „Nur Materialien.“ Seine Hüfte presste sich fester an mich und wie ferngesteuert schob ihm meinen Unterleib entgegen. &lt;p&gt;„Moment“, bremste er mich mitten in meiner aufsteigenden Erregung. „Keine Geheimnisse.“ &lt;p&gt;„Du hast doch keine Geschlechtskrankheit?“, fiepte ich. &lt;p&gt;Sam schnalzte entrüstete mit der Zunge. „Hey, bitte!“ &lt;p&gt;„Du bist bereits Vater?“, riet ich weiter. &lt;p&gt;„Bald.“ Behutsam streichelte er meinen Bauch. &lt;p&gt;Ich wurde ungeduldig. „Jetzt sag’ schon.“ &lt;p&gt;Er räusperte sich: „Stichwort: La Familia.“ &lt;p&gt;„Hä?“ Das heißt &lt;i&gt;Wie bitte?&lt;/i&gt;, würde Björn mich jetzt verbessern. &lt;p&gt;Mein Kopf ruckte nach oben und stieß dabei gegen Sams Nase. Ich ignorierte seinen Klagelaut. Björn, Alex... Alex, La Familia? &lt;p&gt;„Ja“, näselte Sam, als hätte er meine Gedankensprünge beobachtet und presste seine Hand aufs Gesicht. „Ich bin der private Kreditgeber.“ &lt;p&gt;„Du? Aber wie...? Woher...?“ Mir blieben die Vokale aus. &lt;p&gt;Sam lehnte sich zurück und veranstaltete so etwas wie Gesichtsgymnastik. Dann holte er tief Luft. „Zunächst einmal: Kurt, der &lt;i&gt;Sperling&lt;/i&gt;, ist der Lebensgefährte meiner Mutter. Er zieht zu ihr.“ Noch einmal atmete er tief ein und fuhr langsam fort: „Als mein Vater vor knapp zwei Jahren gestorben ist, hat er mir zu unser aller Überraschung sein ganzes Vermögen vererbt. Es war genug, um den Sender kaufen zu können, der zu dieser Zeit vor dem Bankrott stand. Und es ist genug, um eine Familie ernähren zu können.“ &lt;p&gt;„Und zwei Häuser kaufen zu können“, stieß ich verblüfft aus.  &lt;p&gt;Er rückte wieder näher an mich heran und vergrub sein Gesicht in meinem Nacken. „Sagen wir mal so: Wir und unser Sohn können sorgenfrei leben, bis die Engel singen.“ &lt;p&gt;Ich war noch nicht soweit, diese Informationen in ihrer Gänze an mein Vernunftzentrum weiter zu geben und schob meine Hand zwischen seine Beine. „Lass’ die Engel jetzt bitte einfach schon mal einen Soundcheck machen, ja?“ &lt;p&gt;Ich zog meinen Job im Sender durch bis zum letzten Tag. Besser gesagt, noch länger. Fünf Tage war ich bereits überfällig. Es war Mitte Februar. Sam tigerte seit vier Wochen um das bereits gepackte Krankenhausköfferchen herum und behielt die Wettervorhersagen genauestens im Auge.  &lt;p&gt;„Geht es dir gut, Lulu?“ Einen Arm hatte er um meine Hüfte geschlungen, mit der rechten Hand streichelte er mir übers Gesicht. &lt;p&gt;Ich drehte mich zu ihm und küsste ihn. &lt;p&gt;„Bitte“, stöhnte Marc. „Habt ihr kein Zuhause?“ &lt;p&gt;Doch. Hatten wir. Und zwar das schönste, das die Welt jemals gesehen hatte. Jedes Möbel war ein Einzelstück, mühvoll zusammengetragen und liebevoll restauriert. Wir nannten es deshalb zärtlich unser &lt;i&gt;Cottage&lt;/i&gt;. Die Wiege stammte übrigens von Sam. &lt;p&gt;„Lulu?“ Oliver schlenderte lächelnd an uns vorbei ins Aufnahmestudio. „Fünfzehn Minuten.“ &lt;p&gt;Ich warf einen Blick auf die Uhr und stutze. Fünfzehn? Fünf, meinte er wohl? „Die Sendung geht gleich weiter.“ &lt;p&gt;Doch Sam schien mich nicht loslassen zu wollen. „Ich weiß“, sagte er und sah mich ganz merkwürdig an. „Warte mal kurz ab.“ &lt;p&gt;„Hä?“ &lt;p&gt;„Das heißt &lt;i&gt;Wie bitte?&lt;/i&gt;“ &lt;p&gt;„Wieso?“ &lt;p&gt;„&lt;i&gt;Hä?&lt;/i&gt; ist umgangssprachlich für &lt;i&gt;Wie bitte? Ich habe Sie nicht richtig verstanden. Könnten Sie das noch einmal wiederholen?&lt;/i&gt;“ &lt;p&gt;„Was?“ Ich war vollends verwirrt. Also nicht, dass ich die Aussage nicht verstand, ich kapierte nur den Sinn dieser Diskussion nicht. &lt;p&gt;Oliver spielte den ersten Song ein. Mist! Die Sendung hatte bereits angefangen! &lt;p&gt;&lt;i&gt;It’s a beautiful night, we’re looking for something dumb to do.&lt;/i&gt; &lt;p&gt;&lt;i&gt;&lt;/i&gt; &lt;p&gt;Das war Bruno Mars. Mein Lieblingssänger. Und das Lied war... &lt;p&gt;&lt;i&gt;&lt;/i&gt; &lt;p&gt;&lt;i&gt;Hey, Baby! I think I wanna marry you.&lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;Is it the look in your eyes or is it this dancing juice?&lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;Who cares baby, I think I wanna marry you…&lt;/i&gt; &lt;p&gt;Perplex starrte ich Sam an.  &lt;p&gt;Er nahm mein Gesicht in seine Hände und strich mir mit den Daumen über die Wangen. „Lulu? Du weißt, ich bin kein Mann der großen Worte. Und besonders romantisch ist das jetzt auch nicht.“ &lt;p&gt;Ich brachte keinen Ton heraus, also nickte ich nur schwach und starrte ihn weiter an. &lt;p&gt;„Also“, Sam griff nach meinen Händen, ging in die Knie und sah zu mir auf, „hier bin ich und bitt’ dich, nimm’ mich!“ &lt;p&gt;Es fühlte sich an wie ein &lt;i&gt;Plopp!&lt;/i&gt; und ich keuchte kurz auf. &lt;p&gt;Er neigte den Kopf zur Seite und zog die Augenbrauen zusammen. „War das jetzt ein &lt;i&gt;Ja&lt;/i&gt;?“ &lt;p&gt;„Das war wohl eher meine Fruchtblase.“ &lt;p&gt;„Und das heißt?“ &lt;p&gt;Ich spürte ein Stechen in meinem Rücken und die erste Wehe rollte heran. „Könnten wir“, ich hielt die Luft an, „das vielleicht um ein, zwei Tage verschieben? Ich musst jetzt erst noch schnell unser Kind Welt bringen.“ &lt;p&gt;Sam sprang sofort auf die Füße zurück.  &lt;p&gt;In die plötzlich entstandene Hektik hinein rief Arife: „Ich hab’ den Notarzt angerufen. Sie sind in der Nähe und in drei Minuten hier. Es wäre besser, Lulu würde jetzt liegend transportiert werden.“ &lt;p&gt;„Marc? Hol’ die Tasche aus meinem Wagen.“ Sam warf ihm den Autoschlüssel zu. „Liegt im Kofferraum. Arife? Ruf... einfach alle an. Und... danke.“  &lt;p&gt;Sie nickte. &lt;p&gt;„Oliver?“  &lt;p&gt;Oliver streckte seinen Kopf aus der Tür des Aufnahmestudios. &lt;p&gt;„Ich werde Vater.“ &lt;p&gt;Er kratzte sich am Kopf und grinste breit. „Mach’ Dinger. Darauf wäre ich jetzt nicht gekommen.“ &lt;p&gt;Sam hielt mich an den Oberarmen fest. „Lulu? Wie geht es dir jetzt?“ &lt;p&gt;Ich sah an mir hinab. „Meine Hose ist nass. Aber der Kopf guckt noch nicht raus. Wir könnten also noch mal...“ &lt;p&gt;„Bloß keine Scherze jetzt, Liebling!“ Mit seiner Fassung schien es jetzt offenbar vorbei. &lt;p&gt;„Warum denn? Hat doch Spaß gemacht?“ &lt;p&gt;Der werdende Vater rieb sich hilflos über den Kopf. &lt;p&gt;Nur wenige Minuten später – beinahe in Mopsgeschwindigkeit – trafen wir in der Klinik ein.  &lt;p&gt;„Alle zweidreiviertel Minuten“, fiel Sam der Hebamme atemlos ins Wort, noch bevor sie sich vorstellen konnte.  &lt;p&gt;Sie schaute ihn über den Rand ihrer kleinen Brille an und fragte mich: „Ist das der Vater?“ &lt;p&gt;„Jepp!“, antwortete ich und hechelte mich durch die nächste Wehe. &lt;p&gt;Mit ihren knappen einsfünfzig unterzog sie ihn einer schnellen Musterung. Dafür musste sie ihren Kopf weit in den Nacken legen. „Na, dann strengen Sie sich mal an, Mädchen. Da kriegen Sie jetzt ordentlich was zu tun.“ &lt;p&gt;Sam schlang seine Finger in meine und streichelte mir die Stirn. Dabei zitterte seine Hand so stark, dass es sich anfühlte, als verpasste er mir eine Kopfmassage. &lt;p&gt;„Der Muttermund ist vollständig offen. Wie geht es Ihnen, Frau Herz?“ Die Hebamme hatte ihren Kopf zwischen meine Beine gesteckt und sah nur kurz auf. &lt;p&gt;„Ich werde keinen Doppelnamen annehmen!“ &lt;p&gt;„Was?“, fragten Sam und die Hebamme unisono. &lt;p&gt;„Keinen! Doppel! Namen!“, presste ich heraus. „Lulu Herz-Loos. Das hört sich scheiße an!“ Die letzten Worte hätte ich am liebsten gebrüllt. Doch all’ meine Kraft verlagerte sich plötzlich nach unten, sehr viel weiter unten – und wenig später klang der Schrei des neuen Lebens wie Musik in unseren Ohren. &lt;p&gt;ENDE&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-8152184540401205176?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/8152184540401205176/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=8152184540401205176&amp;isPopup=true' title='5 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/8152184540401205176'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/8152184540401205176'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/07/herzblatt-kapitel-65.html' title='Herzblatt – Kapitel 65'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>5</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-6493484362542083551</id><published>2011-07-03T05:33:00.000+02:00</published><updated>2011-07-03T05:33:00.143+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 64</title><content type='html'>&lt;p&gt;Sechs Stunden später blinzelte ich gegen das grelle Licht der Terrariumlampe. Ungeahnte Glückseligkeit schoss durch meine Venen, als ich feststellte, dass mein Kopf noch immer auf Sams Brust ruhte, unsere Finger ineinander verschlungen, und er friedlich schlief. Zu meiner Erleichterung schien auch meine Blase noch in tiefem Schlummer zu liegen. Ich hauchte ihm einen Kuss auf den Hals und kuschelte mich an seine Schulter. Sein regelmäßiger Atem wirkte wie ein Schlafmittel auf mich und innerhalb weniger Minuten dämmerte ich erneut hinweg. &lt;p&gt;Entsprechend groß war die Enttäuschung, als mich mein unberechenbarer Radiowecker kurz vor zehn aus dem Schlaf riss und der Platz neben mir leer war. &lt;p&gt;„Na, toll“, knurrte ich und schlurfte zur Toilette.  &lt;p&gt;Als ich in Spiegel sah, wunderte mich jedoch nicht mehr, dass Sam Reißaus genommen hatte. Alex hatte mir noch einbläut, mich vor dem Schlafengehen abzuschminken. Jetzt waren die Farben miteinander vermischt wie auf der Palette eines Hobbymalers. Mit Peeling rückte ich meinem Gesicht zuleibe und war kurz versucht, nach einer Spachtel zu greifen.  &lt;p&gt;„Na? Herzblatt? Ganz schön verwelkt, was? “ Ich streckte meinem Spiegelbild die Zunge heraus, schälte mich aus meinen Klamotten und stellte die Dusche an. &lt;p&gt;Egal, in welcher Gemütsverfassung ich mich befinde, ich muss immer singen. Einmal beim Weihnachtsgottesdienst – ich war gerade fünf– freute ich mich so sehr auf die bevorstehende Bescherung, dass ich mitten in der Andacht lautstark &lt;i&gt;Jingle Bells&lt;/i&gt; anstimmte. Der Pfarrer freute sich weniger und fuhr meine Mutter derart entrüstet an, dass ich an diesem Abend beschlossen hatte, nie wieder einen Fuß in eine Kirche zu setzen.  &lt;p&gt;„You gotta be bad, you gotta be bold, you gotta be wiser. You gotta be hard, you gotta be tough, you gotta be stronger. You gotta be cool, you gotta be calm, you gotta stay together. All I know, all I know, love will save the day“, trällerte ich, während ich die Kur in meine Haare massierte. „Don't ask no questions, it goes on without you. Leaving you behind, if you can't stand the pace...“  &lt;p&gt;Nach einer halben Stunde duschen hatte ich den winzigen Raum in ein Dampfbad verwandelt. Ich wickelte mir nur ein Handtuch um den Kopf und schlurfte ins Zimmer zurück. &lt;p&gt;„Frühstück?“ &lt;p&gt;Vor Schreck bekam ich wieder Schluckauf. Sam saß auf dem Bett und hatte ein Tablett mit allem, was das Herz einer Schwangeren begehrte, neben sich gestellt. &lt;p&gt;„Hick!“ &lt;p&gt;Er warf mir einen mitfühlenden Blick zu, dann wanderten seine Augen über meinen Körper. „Du solltest Socken anziehen. Es ist kalt, Lulu.“ &lt;p&gt;„Hick!“ Ich griff nach dem nächstbesten Stück, das zu oberst des gewaltigen Kleiderstapels auf dem Sessel lag. Einen quietschrosa &lt;i&gt;Hello Kitty!&lt;/i&gt; Pyjama.  &lt;p&gt;„Nett.“ &lt;p&gt;„Hey“, blaffte ich ihn augenzwinkernd an und zwängte mich in mein pinkfarbenes Kostüm. Mist! Jetzt wusste ich auch, warum es auf dem Stapel lag. Ich passte überhaupt nicht mehr rein? „Konnte ich wissen, dass du auf meinem Bett hockst, wenn ich aus der Dusche komme?“ &lt;p&gt;„Schon“, erwiderte Sam. „Ich dachte, du wolltest mir Bella und Edward zeigen?“ &lt;p&gt;„Ja, nee. Iss klar. Verdammt!“ Ich bekam das Oberteil einfach nicht über meinen Bauch. &lt;p&gt;Sam stellte das Tablett auf dem Nachttisch ab, nahm die Decke vom Bett und breitete sie vor mir aus. Nachdem ich wieder aus dem Pyjama geschlüpft war, wickelte er mich in die Decke ein, hob mich hoch und setzte mich auf der Matratze wieder ab. &lt;p&gt;Mein Körper vibrierte und ich spürte, wie mein Atem schneller und fester ging, der Pulsschlag erhöhte sich. Ich packte ihn am T-Shirt und zog in zu mir aufs Bett. Dabei rutschte die Decke von meinen Schultern. &lt;p&gt;Sams Blick war fest auf mein Gesicht gerichtet, als er sich über mich beugte. Seine Augen wurden glasig, seine Lippen heiß. „Lulu?“, atmete er rau und seine Hand strich über meinen Bauch. &lt;p&gt;„Solange er nicht schon den Kopf rausstreckt“, antwortete ich schwach keuchend, „ist es ihm schnurzpiepegal.“ &lt;p&gt;Mit einer Bewegung hatte er sich das T-Shirt über den Kopf gezogen, während ich an seinem Gürtel nestelte. Mir war es inzwischen nämlich auch schnurzpiepegal, ob wir uns noch Zeit lassen sollten oder mussten oder eben nicht. &lt;p&gt;Als die Hose von seinen Hüften glitt, konnte auch er es sichtlich kaum erwarten. &lt;p&gt;Wir küssten uns in Ekstase, waren ineinander verschlungen, bis ich ihm atemlos „Setz’ dich!“ ins Ohr keuchte. Ich spürte seine muskulösen Beine unter meinen Schenkeln und hockte mich auf seinen Schoß.  &lt;p&gt;Besorgnis legte sich auf sein Gesicht, als ich mich langsam erhob. Ich strich beruhigend über sein Haar. „Alles gut“, flüsterte ich ihm ins Ohr und glitt langsam hinab. Ein Stöhnen drang knurrend aus seiner Kehle und er warf den Kopf in den Nacken. &lt;p&gt;Auch in mir explodierte eine Flut an Gefühlen. Nie hatte ich den Akt so intensiv empfunden. Und Sam war mit Abstand der ultimativ beste Liebhaber. Kleine Schweißperlen bildeten sich auf meiner Stirn, ein feuchter Film breitete sich über meinem Körper aus, und mit jedem Atemzug, den Sam tat, überfuhr mich eine Gänsehaut.  &lt;p&gt;Seine Zunge strich über meinen Hals bis zu meinem Ohr und ich hörte ihn flüstern: „Ich liebe dich.“ Dann kam er so gewaltig, dass mich der heiße Strom ganz und gar durchflutete. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits vier Orgasmen, in dem Moment den fünften. &lt;p&gt;Erschöpft hielten wir uns eng umschlungen, doch Sam wurde nicht müde, mich zu streicheln. &lt;p&gt;Da flog die Tür auf. &lt;p&gt;Ich hielt die Luft an, als ich meine Mutter im Türrahmen stehen sah. „Mama?“ &lt;p&gt;Sam zuckte kurz, straffte dann die Schultern und drehte den Kopf zur Seite. „Guten Morgen, Lisbeth.“ &lt;p&gt;„Sam! Schön, dich mal wieder zu sehen. Wie geht es dir?“ &lt;p&gt;Hallo? Wir waren quasi fast noch im Geschlechtsakt? Bestimmt fragte sie gleich: &lt;i&gt;Was machst du in meiner Tochter?&lt;/i&gt; &lt;p&gt;Aber so weit kam es nicht, weil Björn und Alex ins Zimmer stürmten. „’tschuldigung“, schnaufte mein Ex-Ehemann. „Sie ist uns durchgegangen.“ &lt;p&gt;„Wie ein Gaul?“ &lt;p&gt;Alex wieherte. &lt;p&gt;„Entschuldigung, aber...“ &lt;p&gt;Meine Mutter fiel mir ins Wort. „Sag’ mal, Sam? Ist das eine Tätowierung?“ Sie trat ans Bett und bewunderte sein Heck. &lt;p&gt;Besitzergreifend spreizte ich meine Finger auf seinem Rücken. Meiner! „Nein, Mama. Das sind Abziehbildchen, die wir gesammelt und nacheinander aufgeklebt haben.“ &lt;p&gt;„Der Schwanz geht ja bis... huch!“ Ihr Schamgefühl hielt sie nicht davon ab, einen Blick auf seine Hüfte zu werfen. Das verlängerte Rückgrat des Drachen wand sich von dort ab weiter bis hinunter zur Leistengegend. &lt;p&gt;„Mama!“, kreischte ich und presste meine Beine fester um seine Hüfte. &lt;p&gt;Sam unterdrückte nur schwer ein Stöhnen. „Wir würden jetzt gerne weitermachen“, stieß er heiser hervor. &lt;p&gt;Alex zupfte meine Mutter am Ärmel. „Alleine, meint er. Sam ist nur zu höflich, das zu sagen.“ Als er sie aus dem Zimmer schob, atmete ich dankbar auf. &lt;p&gt;Beim Hinausgehen steckte Björn noch einmal den Kopf durch die Tür. „Sam? Pumpe nicht zu sehr, sie ist doch schon dick genug.“&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-6493484362542083551?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/6493484362542083551/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=6493484362542083551&amp;isPopup=true' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/6493484362542083551'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/6493484362542083551'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/07/herzblatt-kapitel-64.html' title='Herzblatt – Kapitel 64'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-8807645757305953831</id><published>2011-07-02T05:33:00.000+02:00</published><updated>2011-07-02T05:33:00.296+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 63</title><content type='html'>&lt;p&gt;Zwei Stunden später saß ich auf dem Sofa und rieb mir die nackten Füße. Es erforderte höchste Anstrengung und ein gewisses Maß an Konzentration. „Du machst dich ganz schön breit, Little Sam“, sagte ich zu meinem Bauch.  &lt;p&gt;„Na, komm’ schon.“ Sam war unbemerkt neben mir aufs Sofa geglitten, zog mit einer schwungvollen Bewegung meine Beine auf seinen Schoß und massierte meine Füße. „Deine Tanzkarte ist ziemlich voll, was?“  &lt;p&gt;Ich war kurz überrascht, antwortete jedoch: „Och, ein Plätzchen wäre noch frei.“  &lt;p&gt;Er hob skeptisch eine Augenbraue. „Ich bin kein guter Tänzer.“  &lt;p&gt;„Und ich bin hart im Nehmen, weißt du doch.“  &lt;p&gt;„Ja“, brummte er und mein Körper bebte, „das bist du.“  &lt;p&gt;Ich schloss die Augen und genoss eine Weile seine Berührung. Dann klatschte ich in die Hände. „Also los. Der nächste Tanz gehört dir.“  &lt;p&gt;Sam half mir vom Sofa auf. Ich ließ meine Schuhe achtlos liegen, griff nach seiner Hand und zog in auf die Tanzfläche.  &lt;p&gt;&lt;i&gt;'Cause baby tonight, the DJ got us falling in love again&lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;Yeah, baby tonight, the DJ got us falling in love again&lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;So dance, dance, like it's the last, last night of your life, life&lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;Gonna get you right&lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;'Cause baby tonight, the DJ got us falling in love again…&lt;/i&gt;  &lt;p&gt;Von wegen &lt;i&gt;kein guter Tänzer&lt;/i&gt;. Seine Bewegungen waren rhythmisch und trotz seiner enormen Größe eindrucksvoll geschmeidig. Wir hatten Spaß, scherzten und lachten, amüsierten uns und waren entspannt, als wären die letzten Tage nie geschehen. Es war wie in den Anfängen, als ich Sam gerade kennen gelernt hatte und er mich täglich besuchte.  &lt;p&gt;„Mads Langer“, erkannte ich den Interpreten des Songs, der nun angespielt wurde. „Das Lied mag ich.“  &lt;p&gt;„Hmhm.“ Sam legte seine rechte Hand in meinen Nacken und zog sanft meinen Kopf auf seine Brust. Seine linke schmiegte sich an meinen nackten Rücken. „You’re not alone.“  &lt;p&gt;Ich schlang meine Arme um ihn und lauschte seinem Herzschlag, der stetig schneller zu werden schien.  &lt;p&gt;„Darf ich mal wieder auf einen Kaffee vorbeikommen?“, fragte er leise und neigte seinen Kopf.  &lt;p&gt;Ich hob mein Gesicht und stellte mich auf die Zehenspitzen, um ihm näher zu kommen. „Gerne“, hauchte ich. Als meine Füße wieder zu Boden glitten, streiften meine Lippen seinen Mund.  &lt;p&gt;So viel zu meiner Selbstbeherrschung und dem festen Vorsatz, zeitlichen und emotionalen Abstand zwischen mir und Sam zu halten, damit wir unser beider Leben ordnen konnten.  &lt;p&gt;Er presste seine Stirn auf meine und strich mit dem Daumen über meine Wange.  &lt;p&gt;Plötzlich schrak ich auf. „Oh!“ Baby war aufgewacht und feierte seine ganz eigene Party. Er strampelte und verpasste mir mit seinen Füßchen ein paar kräftige Stöße gegen die Blase.  &lt;p&gt;„Lulu? Was ist?“ Sofort hatte sich Sams Körper angespannt und er stützte mich.  &lt;p&gt;Ich schüttelte rasch den Kopf. „Alles okay, muss nur aufs Klo.“  &lt;p&gt;Er bahnte mir einen Weg durch die Menge und hielt atemlos vor den Toiletten an. „Kann ich etwas tun?“ Sorgenfurchen bildeten sich auf seiner Stirn.  &lt;p&gt;Ich schmunzelte. „Mich pinkeln lassen?“  &lt;p&gt;Sein Gesichtsausdruck entspannte sich, als ich nur fünf Minuten später wieder aus der Toilette kam und sagte: „Alles gut. Im Stehen geht’s tatsächlich schneller.“  &lt;p&gt;Gegen ein Uhr konnte ich einen Gähnen nicht mehr unterdrücken. Und meine Füße fühlten sich auch ohne Mafiosi an, als seien sie in Beton gegossen.  &lt;p&gt;„Soll ich dich nach Hause bringen?“, fragte Sam und strich mit dem Handrücken über meinen Arm.  &lt;p&gt;Ich schüttelte schwach den Kopf. „Ich kann Björn anrufen, damit er mich wieder abholt.“  &lt;p&gt;„So ein Schwachsinn“, brummte er und sammelte meine Schuhe ein. „Ich fahr’ dich.“ Der Ton in seiner Stimme duldete keinen Widerspruch.  &lt;p&gt;Erstaunt zog ich eine Augenbraue nach oben. Er hatte &lt;i&gt;doch&lt;/i&gt; Eier in der Hose.  &lt;p&gt;Wir verabschiedeten uns ausgiebig von den noch verbliebenen Gästen, und ich nahm erfreut zur Kenntnis, dass Gretchen entspannt ihren Arm um Allegras Taille gelegt hatte.  &lt;p&gt;Als Sam kurz darauf den Wagen vor dem Haus parkte, schien er unschlüssig. Seine Hand zuckte hin zum Zündschloss, doch er ließ den Motor laufen.  &lt;p&gt;Nach kurzer innerer Debatte fragte ich zaghaft: „Magst du noch einen Kaffee?“  &lt;p&gt;Er warf mir einen Blick zu und schaltete den Motor aus. „Gerne.“  &lt;p&gt;Mir war klar, dass Alex und Björn noch wach waren. Schließlich hatten wir vereinbart, dass sie mich nach der Party wieder vom Prinzenhof abholen würden. Aber just als wir aus dem Wagen stiegen, erlosch der sanfte Schein unserer Wohnzimmerlampe im Fenster und auch das Flackern des Fernsehers war abrupt verschwunden.  &lt;p&gt;Sam folgte mir in die Küche, sobald er den vor Freude zappelnden Tyson in die Hände bekommen und auf den Arm genommen hatte.  &lt;p&gt;Ich wärmte die Padmaschine an und entschuldigte mich kurz. „Ich ziehe mir nur etwas bequemeres an, ja?“  &lt;p&gt;Er nickte lächelnd, lehnte sich im Stuhl zurück und kraulte Tyson hinter den Ohren.  &lt;p&gt;Als ich in Jogginghose, Bigshirt und dicken selbstgestrickten Socken wieder in die Küche kam, hatte er diese Haltung um keinen Millimeter verändert und schien völlig in Gedanken. Erst das Brummen der Maschine ließ ihn aufblicken.  &lt;p&gt;„Deine Mutter ist wirklich eine tolle Frau“, sagte ich und stellte die Tasse vor ihm ab. „Ich bin richtig verliebt in sie.“  &lt;p&gt;Überrascht sah er mich an. „Du kennst meine Mutter?“  &lt;p&gt;„Emma ist doch deine Mutter, oder? Emma Jackson?“, half ich nach.  &lt;p&gt;Er nickte, dann tippte er sich kurz mit der Hand gegen die Stirn. „Ja, klar. Sie besucht Björns Praxis. Hätte mir denken können, dass ihr euch irgendwann über den Weg laufen würdet. In den letzten Wochen war ich einfach viel zu sehr mit mir selbst beschäftigt...“ Sein Gesichtsausdruck veränderte sich.  &lt;p&gt;„Sie ist unglaublich stolz auf dich“, sagte ich, um die Traurigkeit aus seinen Augen zu nehmen.  &lt;p&gt;Die trüben Gedanken, die ihm gerade durch den Kopf gingen, wischte er mit einer Handbewegung weg. „Ich versuche mein Bestes. Klappt eben nicht immer.“  &lt;p&gt;Stille entstand. Aber es war keine unangenehme Stille, war es noch nie gewesen. Wie wir so gemeinsam am Küchentisch saßen, Sam mit Tyson auf dem Arm und ich unablässig irgendetwas zu Essen im Mund, war es wie zu Beginn unserer Geschichte.  &lt;p&gt;„Samuel?“, kam es mir urplötzlich in den Sinn. „Samuel Loos?“  &lt;p&gt;Er zuckte verlegen mit den Schultern. „Und Jackson. Aber den Namen meines Vaters gebe ich hier nirgendwo an, wenn’s nicht unbedingt sein muss.“  &lt;p&gt;„Dann“, ich presste die Lippen aufeinander und unterdrückte nur schwer ein Kichern, „heißt du Samuel L. Jackson?“  &lt;p&gt;„Sozusagen.“ Er zwinkerte verständnisvoll und ich prustete.  &lt;p&gt;„Wie geht es Bella und Edward?“, fragte Sam. Er ließ sich noch einen Kaffee durchlaufen und hielt mit einer Hand Tyson fest, der über seiner rechten Schulter hing und leise zu schnarchen begonnen hatte.  &lt;p&gt;„Haben sich gerade gehäutet und eine wundervolle Farbe. Magst du mal sehen?“ Noch während ich fragte, kam mir in den Sinn, dass die Beleuchtung im Terrarium bereits seit ein paar Stunden zur Nacht abgeschaltet war und die beiden längst schliefen.  &lt;p&gt;Doch Sam nickt auffordernd Richtung Treppe. „Natürlich.“  &lt;p&gt;Ebenfalls natürlich war es dunkel in meiner Einzimmerwohnung.  &lt;p&gt;„Das Licht geht erst morgen früh wieder an“, entschuldigte ich mich kleinlaut.  &lt;p&gt;Sam drehte langsam seinen Kopf in meine Richtung und sagte: „Dann muss ich wohl so lange warten?“ Gespannt fing er meinen Blick ein und hielt ihn fest.  &lt;p&gt;Meine Nerven begannen zu flattern, der Pulsschlag erhöhte sich. „Sam“, brachte ich nur krächzend heraus, „ich denke, du bist im Moment ziemlich durch den Wind wegen dem, was in den letzten Tagen alles passiert ist, was du erfahren hast. Du musst mit dieser Wahrheit erst einmal umzugehen lernen und bis emotional noch zu sehr verwickelt und verflochten mit...“  &lt;p&gt;Seine rechte Augenbraue schnellte in die Höhe und ließ mich verstummen. War sowieso gequirlte Scheiße, die ich da erzählte.  &lt;p&gt;„Lulu, ich bin nirgendwo &lt;i&gt;emotional&lt;/i&gt; &lt;i&gt;verflochten&lt;/i&gt;.“ Mit den Zeigefingern setzte er die Worte in Gänsefüßchen. „Kannst du dir nicht vorstellen, dass es einfach Zweifel waren, die mein Verhalten gelenkt haben? Jetzt, wo ich Klarheit habe, habe ich auch abgeschlossen.“  &lt;p&gt;Er setzte sich auf die Bettkante und zog mich neben sich. Ich spürte die Wärme seiner Hand, die auf meiner Wange lag und mich zärtlich streichelte.  &lt;p&gt;Meine Vernunft bäumte sich ein letztes Mal auf. „Sam, die Party, der nette Abend... wir sind im Moment, denke ich...“  &lt;p&gt;„Du denkst definitiv zu viel“, unterbrach er mein Gestammel und schob mich sanft zum Kopfende des Bettes.  &lt;p&gt;Das Herz schlug mir nun bis zum Hals. „Weißt du wirklich, was du willst?“  &lt;p&gt;Sam nickte. „Ich würde gerne bei dir übernachten, damit meine Mutter sturmfreie Bude hat. Wenn ich darf?“ Er legte sich zu mir aufs Bett, zog meinen Kopf auf seine Brust und streichelte mein Haar.  &lt;p&gt;Seine Haut schickte selbst durch das Shirt eine warme Flut des Wohlbehagens und der Sicherheit durch meinen Körper. Ich griff nach seiner Hand und ließ meine Finger durch seine gleiten.  &lt;p&gt;„Einfach nur übernachten“, hauchte er mir ins Ohr. „Mit dir einschlafen und aufwachen.“&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-8807645757305953831?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/8807645757305953831/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=8807645757305953831&amp;isPopup=true' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/8807645757305953831'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/8807645757305953831'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/07/herzblatt-kapitel-63.html' title='Herzblatt – Kapitel 63'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-3827186232296031410</id><published>2011-07-01T05:31:00.000+02:00</published><updated>2011-07-01T05:31:00.342+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 62</title><content type='html'>&lt;p&gt;„Boah, Süße!“ Gretchen kam auf mich zugelaufen als sei sie auf der Flucht. „Du siehst einfach hammermäßig aus.“ &lt;p&gt;Ich wurde rot. So viele Komplimente auf einmal war mein von Natur aus schwächelndes Ego nicht gewohnt. „Danke, nur die Füße tun mir jetzt schon weh.“ Ich hob mein Kleid ein Stück und ließ die Riemchenpumps hervorblitzen. „Du siehst aber auch toll aus.“ &lt;p&gt;Gretchen nahm es nur nickend zur Kenntnis und sah sich dann unbehaglich um.  &lt;p&gt;„Wie steht es denn eigentlich zwischen dir und ihr, deren Name nicht genannt werden darf?“, fragte ich deshalb geradeaus. &lt;p&gt;Meine beste Freundin beugte sich zu mir vor und flüsterte: „Wir sind zusammen.“ Dabei blickte sie beschämt zu Boden. „Also... irgendwie... glaube ich.“ &lt;p&gt;„Irgendwie?“ &lt;p&gt;Bevor Gretchen mir dieses &lt;i&gt;Irgendwie&lt;/i&gt; näher erklären konnte, stand Allegra neben ihr. Ich sah, dass sie nach ihrer Hand greifen wollte, die Gretchen jedoch sofort in ihrer Handtasche verschwinden ließ. &lt;p&gt;Allegra begrüßte mich mit Wangenkuss, räusperte sich dann und fragte: „Was soll ich uns denn zu trinken holen?“ &lt;p&gt;Ich bemerkte, dass Gretchen sie nicht ansah. „Wasser wäre lieb, Allegra. Und du? Gretchen?“ &lt;p&gt;„Hmhm.“ &lt;p&gt;„Hmhm?“ &lt;p&gt;„Cola. Bringst du mir bitte eine Cola mit?“ &lt;p&gt;Allegra nickte und sah dabei etwas traurig aus.  &lt;p&gt;Ich griff nach ihrem Arm. „Am besten mit Schuss, damit die Bügelstation hier ein bisschen lockerer wird.“ &lt;p&gt;„Was sollte diese Bemerkung?“, schnauzte Gretchen mich an, als Allegra außer Hörweite war. „Ich bin doch keine Bügelstation!“ &lt;p&gt;„Aber locker bist du auch nicht.“ Ich legte meinen Arm um ihre Schulter. „Was ist los? Seid ihr nun ein Paar oder nicht? &lt;i&gt;Irgendwie&lt;/i&gt; iss nicht. Oder hast du die Hosen voll?“ &lt;p&gt;Gretchen versteifte sich unter meinem Arm. Ich nahm ihn weg. „Was heißt &lt;i&gt;Hosen voll&lt;/i&gt;? Ich... ich bin...“ &lt;p&gt;„Verliebt?“ &lt;p&gt;Sie nickte zögerlich. „Und wir haben...“ &lt;p&gt;„Miteinander geschlafen?“ &lt;p&gt;Wieder nickte sie und das Blut schoss ihr ins Gesicht. &lt;p&gt;„War’s gut?“ &lt;p&gt;„Hmmm.“ Ihre Ohren waren jetzt so rot, dass ich dachte, sie würden gleich noch anfangen zu hupen.„Sie ist so einfühlsam, Lulu“, kam Gretchen nun ins Schwärmen. „Ganz anders als man sie sonst kennt. Nicht die Businessfrau, sondern total romantisch und witzig. Sie trägt mich auf Händen.“ &lt;p&gt;„Und weshalb ziehst du deine dann weg?“ &lt;p&gt;Sie schnappte nach Luft. „Die Leute...“ &lt;p&gt;Ich stöhnte. „Ist nicht wahr, oder? Du machst dir Gedanken über das, was die Leute sagen oder denken könnten? Und du verschwendest keinen Gedanken daran, wie sehr du Allegra damit verletzt? Hast du dir mal überlegt, dass es ihr sicher nicht weniger schwer fallen könnte als dir, sich öffentlich zu einer Frau zu bekennen?“ &lt;p&gt;„Ja. Doch“, erwiderte sie zerknirscht. „Aber sie ist so schön.“ &lt;p&gt;„Und du bist das auch. Das hat Allegra mir gesagt. Und dass du klug und mutig bist. Das weiß ich zwar alles, aber es hat doch einen ganz anderen Stellenwert, wenn &lt;i&gt;sie&lt;/i&gt; dich so sieht. Außerdem, was hat das Aussehen damit zu tun?“ &lt;p&gt;Darauf wusste sie auch keine Antwort. Jedenfalls keine plausible. „Das ist jetzt alles irgendwie...“, stotterte sie daher. &lt;p&gt;Irgendwie verstand ich Gretchen ja. In Gedanken verglich ich mich mit Jaqueline, die selbst mit diesem hasserfüllten Ausdruck im Gesicht noch bildschön ausgesehen hatte, und fragte mich, wie und was Sam überhaupt in mir gesehen hatte? &lt;p&gt;Ich schüttelte den Kopf, seufzte und strich Gretchen zart über die Wange. „Schätzelein, was habe ich dir schon mal gesagt? Vom klugen Khalil Gibran? Hm? &lt;i&gt;Und glaube nicht, du kannst den Lauf der Liebe lenken, denn die Liebe, wenn sie dich für würdig hält, lenkt deinen Lauf&lt;/i&gt;. Weder Ort noch Zeit noch Stand spielen eine Rolle, wenn man sich liebt. Hast du das verstanden?“ &lt;p&gt;Sie sah über meine Schulter hinweg und nickte. &lt;p&gt;Allegra kam mit unseren Getränken, reichte mir das Wasser, Gretchen ein hochprozentig riechendes Cola und nickte ebenfalls über meine Schulter hinweg. „Hi, Sam.“ &lt;p&gt;Überrascht drehte ich mich um. Normalerweise konnte ich seine Anwesenheit spüren, darauf war ich mächtig stolz. Allerdings stand er gut fünf Meter von mir entfernt und schien verzückt über den Anblick meines Hecks. Jedenfalls lächelte er und zwinkerte mir verschmitzt zu. &lt;p&gt;„Gut drauf heute Abend?“, neckte ich ihn und errötete, als mir die Zweideutigkeit der Frage bewusst wurde.&lt;u&gt;&lt;/u&gt; &lt;p&gt;Es schien ihm ebenfalls aufgefallen zu sein und er lachte kurz. „Wenn ich mich auf deiner Tanzkarte eintragen darf?“ &lt;p&gt;„Dann stell’ dich gefälligst hinten an. Sie gehört jetzt erst einmal mir.“ Günni war wie aus dem Nichts aufgetaucht, schob seinen Arm unter meinen und zog mich in die Mitte des Raums, die als Tanzfläche diente. &lt;p&gt;Während wir tanzten, versuchte ich Sam im Auge zu behalten. Er trug Jeans, die tief auf den Hüften saßen und wahrscheinlich von seinem unglaublich knackigen Hintern gerutscht wären, hielt nicht ein rustikaler Gürtel sie an ihrem Platz. Ein dunkelgraues Jackett, das eindeutig maßgeschneidert war und darunter ein weißes T-Shirt aus reiner Maulbeerseide. Es lang eng an seiner Brust und zeichneten deutlich das Spiel seiner Muskeln ab.  &lt;p&gt;„Lulu-Schatz? Du sabberst gleich.“ Günni war Taktgefühl offenbar völlig fremd. &lt;p&gt;„Tu ich gar nicht.“ &lt;p&gt;„Tust du wohl. Und ich kann’s verstehen“, säuselte er. „Ich war auch noch mal kalt duschen. Aber ich gönne dir Sam ja von Herzen.“ &lt;p&gt;Mitten im Tanz hielt ich inne. „Wir sind nur gute Freunde, Günni. Mehr nicht.“ &lt;p&gt;„Aber natürlich, Liebchen. Wie Oliver und Marie auch.“ &lt;p&gt;Ich spähte zu Sam hinüber. Er legte den Kopf schief und sah mich fragend an. &lt;p&gt;„Günni“, hoffte ich auf sein Verständnis. „Du weißt – das setze ich jetzt einfach mal voraus – was für eine Scheiße gerade gelaufen ist. Es wäre völlig unvernünftig, sich jetzt... Also, alles braucht eben seine Zeit und...“ &lt;p&gt;„Glaube nicht, du kannst den Lauf der Liebe lenken, denn die Liebe, wenn sie...“ &lt;p&gt;„Ich kenn’ den Spruch“, fiel ich ihm unwirsch ins Wort. &lt;p&gt;„Na, siehste.“ &lt;p&gt;„Darf ich mal?“ Marc drängte sich an Günni vorbei und streckte mir seine Hand entgegen. Günnis Protest ignorierte er. &lt;p&gt;Ich war ganz froh über die Unterbrechung, denn mein Hirn brauchte eine Auszeit. Es war viel zu sehr damit beschäftigt, meine Sehnsucht nach Sam zu in Schach zu halten. Denn die war alles andere als rein freundschaftlich.  &lt;p&gt;Doch so laut konnte meine Vernunft gar nicht schreien, dass ich mein Herz nicht mehr hörte.  &lt;p&gt;Ich griff nach Marcs Hand. Leider lief gerade ein Song aus den Achtzigern an. Foreigner. &lt;p&gt;&lt;i&gt;I’ve been waiting for a girl like you to com into my life.&lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;I’ve been waiting for a girl like you, your loving will survive.&lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;I’ve been waiting for someone to make me feel alive…&lt;/i&gt; &lt;p&gt;Ein bisschen verkrampft lagen meine Hände auf Marcs Schultern, während er sich behutsam an mich schmiegte. Seine Wange ruhte an meinem Kopf.  &lt;p&gt;Sams Miene verfinsterte sich zusehends. Und wohl deswegen trat plötzlich Oliver auf den Plan.  &lt;p&gt;„Darf ich?“ Ohne eine Antwort abzuwarten, löste er mich aus Marcs Griff. „Ich habe Hausrecht.“ &lt;p&gt;Ich kam mir inzwischen vor wie ein Joint, der die Runde macht. &lt;p&gt;„Vorsichtshalber sollte ich dich darauf aufmerksam machen, dass ich nicht tanzen kann“, grinste er und schaute zu Boden. „Und ich sehe meine Füße nicht.“ &lt;p&gt;„Das ist nicht meine Schuld.“ &lt;p&gt;„Na?“, machte er und legte skeptisch seine Stirn in Falten. „Du warst schließlich dabei.“ &lt;p&gt;„Könnten wir bitte mal dieses Thema lassen?“, bat ich ihn inständig. „Die Hormone machen mich schon triebig genug.“&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-3827186232296031410?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/3827186232296031410/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=3827186232296031410&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/3827186232296031410'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/3827186232296031410'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/07/herzblatt-kapitel-62.html' title='Herzblatt – Kapitel 62'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-7476890743592795566</id><published>2011-06-30T05:29:00.000+02:00</published><updated>2011-06-30T05:29:00.554+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 61</title><content type='html'>&lt;p&gt;Mit offenem Mund und weit aufgerissenen Augen stand Björn Samstagabend an der Treppe und starrte zu mir hinauf. „Du hast noch nie so schön ausgesehen.“ &lt;p&gt;„Ich war auch noch nie so schwanger“, gab ich grantig zurück.  &lt;p&gt;Allerdings musste auch &lt;i&gt;ich&lt;/i&gt; mir eingestehen, dass ich mich noch so schön gefühlt hatte. Über drei Stunden wurde ich von Alex frisiert und rasiert. Ja, rasiert! Er legte höchsten Wert darauf, dass sich unterhalb meines Kinns kein einziges Härchen mehr an meinem Körper befand. Sogar mein nicht vorhandenes Oberlippenbärtchen hatte er mir gewachst, weil ein unvorhergesehener Lichteinfall unvorteilhafte Schatten auf mein Gesicht werfen könnten. So ein Blödsinn! Er verpasste mir Pediküre und Maniküre, zupfte meine Augenbrauen wie es ein türkischer Barbier nie hätte besser machen können, ölte meinen Bauch ein, und schminkte mich so natürlich, dass ich diesen Zustand am liebsten in alle Ewigkeit eingefroren hätte. Kurz, es war die perfekte Rundumerneuerung. &lt;p&gt;„Au! Wofür war das denn?“ Björn rieb sich die Stelle auf seiner Brust, der ich einen kräftigen Schlag verpasst hatte. &lt;p&gt;„Dafür, dass du mich hässlich genannt hast“, keifte ich. &lt;p&gt;„Hab’ ich doch gar nicht. Ich sagte...“ &lt;p&gt;„Dass Lulu noch nie so schön ausgesehen hat.“ Alex legte mir eine Hand auf den fast nackten Rücken. Der Ausschnitt meines Kleides zog sich bis fast zum Po. Die beiden V-förmigen Träger wurden nur von einer Kette zusammen gehalten, die jedoch geschickt den Verschluss meines BHs überdeckte. &lt;p&gt;Ich stemmte die Fäuste in die Hüften. „Also fandest du mich vorher hässlich.“ &lt;p&gt;„Fand ich gar nicht“, schmollte mein Ex-Mann. „Nur heute bist du besonders schön.“ &lt;p&gt;Ich drängte mich gespielt beleidigt an ihm vorbei und begutachtete zum x-ten Mal mein Spiegelbild. Der Ausschnitt vorne war nicht weniger gewaltig als der am Rücken. Er ging bis direkt zwischen meine Brüste und endete in der großen Strassbrosche. Darunter raffte sich das Kleid und der Seidenstoff ergoss sich über die Rundung meines Bauchs wie flüssiges Gold. Nur in Schwarz eben. Schwarz war auch die Spitze, die kaum merklich darunter hervor lugte. So war es gedacht. Sagte zumindest Alex. Meine Mutter hätte sicher so lange gezupft und notfalls mit doppelseitigem Klebeband gearbeitet, bis von der Unterwäsche nichts mehr zu sehen gewesen wäre. Aber auf meine vorübergehende Oberweite war ich echt stolz. Schade nur, dass nach der Entbindung nicht mehr viel davon übrig bleiben würde.  &lt;p&gt;Über die Schulter hinweg bemerkte ich, wie Björn und Alex sich anschubsten und grinsten. Sie machten sich wohl gerade über mich lustig? Ich drehte mich abrupt zu ihnen um. &lt;p&gt;„Du siehst umwerfend aus“, bestätigte Alex noch einmal. Sein Mundwinkel zuckte. &lt;p&gt;„Ich werde mir den Arsch abfrieren“, knurrte ich. Wehe, er lachte. &lt;p&gt;„Mit dieser Unterwäsche schon“, merkte Björn amüsiert an und zuckte mit den Schultern. „Bringst du sie trotzdem wieder mit nach Hause?“ &lt;p&gt;Ich schloss die Augen, seufzte und rieb mir die Stirn. &lt;p&gt;„Pass auf dein Make up auf.“ &lt;p&gt;„Ist das nicht knutschfest?“ &lt;p&gt;„Doch“, versicherte Alex Björn und erblödete sich, hinzuzufügen: „Ich habe die Theaterschminke genommen, damit Sam nicht alles an Hemd und Hose hat.“ &lt;p&gt;Wut stieg in mir hoch. Ich musste mich zusammenreißen, um nicht augenblicklich zu entmenschen. „Ihr seid solche Arschgeigen“, giftete ich sie an. „Und ich bin so froh, hier bald draußen zu sein! Ich hab’s euch tausend Mal erklärt: Sam und ich sind nur Freunde, nichts weiter. Jeder von uns muss jetzt erst einmal...“ &lt;p&gt;„Sein Leben auf die Reihe bekommen und Ordnung schaffen. Ja, Lulu. Wir haben dir sehr wohl zugehört. Und verstanden. Aber ein bisschen Träumen darfst du uns doch lassen, oder?“ &lt;p&gt;Ich verschränkte die Arme vor der Brust. „Dann träumt gefälligst leiser.“ &lt;p&gt;Synchron küssten sie mir die Wangen. „Du wirst Ballkönigin und...“ Den Rest des Satzes ließen sie in der Luft hängen. Ihr Glück. &lt;p&gt;Der Prinzenhof lag Außerhalb, war aber dennoch leicht zu finden. Die ehemaligen Stallungen waren zu Wohnungen umgebaut worden, in denen Günni, Oliver und Marie mit ihrer Tochter, Maries Sohn aus erster Ehe und dessen Freundin, und Olivers Schwester nebst Lebensgefährten wohnten. Full House, sozusagen. Als Kind hatte ich mir immer gewünscht, auf einem Bauernhof aufzuwachsen. Aber meine Eltern wollten mich ja nicht zu Adoption freigeben. &lt;p&gt;„Darf ich Sie hineinbegleiten, schöne Frau?“ Ohne eine Antwort abzuwarten, hakte sich Marc bei mir ein und begleitete mich zum Eingang.  &lt;p&gt;Dort wurden wir schon von Günni erwartet. Wie ein durchgeknalltes Huhn hüpfte er im Türrahmen auf und ab. „Hach, wie schön, dass du endlich kommst, Lulu. Und du siehst einfach“, er legte eine Hand auf seine Brust und täuschte eine nahende Ohnmacht vor, „bezaubernd aus. Komm’ rein!“ &lt;p&gt;„Ich bin auch noch hier“, runzelte Marc ein bisschen verschnupft die Stirn. &lt;p&gt;Günni warf ihm einen flüchtigen Blick zu. „Jaja, und du siehst auch ganz nett aus.“ &lt;p&gt;Er führte mich durch den Flur in den Wohnbereich, der so perfekt dekoriert war, dass er tatsächlich das Ambiente einer Schulaula hatte. &lt;p&gt;„Lulu! Lulu!“ In einem limonengrünen Kleid, das ihre nougatfarbene Haut schimmern ließ als sei sie aus Bronze, schwebte mir Marie entgegen. Sie blieb vor mir stehen, bestrahlte meinen Bauch, nahm mich dann herzlich in die Arme und küsste mich auf beide Wangen. „Ist das schön, dich endlich mal wieder zu sehen. Wie geht es dir? Wie fühlst du dich?“ &lt;p&gt;„Alles bestens“, versicherte ich ihr. „Und du? Habt ihr euch gut erholt? Wie war es auf den Malediven?“ &lt;p&gt;„Herrlich“, schwärmte Marie. „Total entspannt und ruhig.“ &lt;p&gt;„Anders als hier, wie ich gehört habe?“ Olivers Stimme drang in mein Ohr, er hatte seine Hände in meine Hüfte gelegt. „Hallo, Herzblatt.“ &lt;p&gt;Ich drehte mich zu ihm um und drückte ihn fest. „Schön, dass du wieder da bist. Du hast mir echt gefehlt.“ &lt;p&gt;Oliver lächelte gütig. „Das hatte ich gehofft. Aber du hast es ja auch gut ohne mich gemeistert.“ &lt;p&gt;Sein Zwinkern verriet mir, dass er nicht von der Moderation sprach.  &lt;p&gt;„Ich hatte Hilfe.“ &lt;p&gt;Er rieb sich den Nacken. „Mit &lt;i&gt;dieser&lt;/i&gt; Hilfe hätte ich allerdings nicht gerechnet.“ Sein Blick flog durch den Raum und blieb bei Allegra hängen. &lt;p&gt;„Ich auch nicht.“ Ich sah mich um. Gretchen winkte mir zu. &lt;p&gt;„Sam kommt später“, sagte Oliver, überzeugt, dass ich nach ihm suchte. „Er bringt seine Mutter zum Flughafen.“ &lt;p&gt;Ich runzelte die Stirn. „Holt sie vom Flughafen.“ &lt;p&gt;„Nein, bringt.“ &lt;p&gt;„Sie war hier?“ &lt;p&gt;„Sie wohnt hier“, klärte er mich auf. „Seit ein paar Monaten. Sie hatte einen Schlaganfall und da hat Sam sie aus den Staaten hierher geholt. Das wollte er damals schon, nach ihrem Unfall. Aber die nette Dame hat sich schlichtweg geweigert.“ &lt;p&gt;„Emma?“, fragte ich in einer spontanen Eingebung. „Emma Jackson?“ &lt;p&gt;Oliver nickte. &lt;p&gt;Alles klar.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-7476890743592795566?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/7476890743592795566/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=7476890743592795566&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/7476890743592795566'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/7476890743592795566'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-61.html' title='Herzblatt – Kapitel 61'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-8852695639742480713</id><published>2011-06-29T05:28:00.000+02:00</published><updated>2011-06-29T05:28:00.201+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 60</title><content type='html'>&lt;p&gt;„Lulu, du hast den Jackpott geknackt!“ &lt;p&gt;Als ich am Donnerstagabend von meinem Gynäkologentermin bei Frau Doktor Schnecke und anschließendem Tratschnachmittag mit Gretchen zurückkam, empfing mich Tyson mit gewohntem Regentanz und meine beiden Hausmänner mit ausgestreckten Armen. &lt;p&gt;„Du hast dein Traumhaus. Und hier“, Alex wedelte mit einem einzigen Stück Papier in der Luft herum, „ist dein Kaufvertrag. Du musst nur noch unterschreiben.“ &lt;p&gt;„Hä?“ Die ganze Woche über musste ich meine Gesichtsmuskulatur angestrengt unter Kontrolle halten, um nicht zu sabbern, und war quasi den halben Tag krampfhaft bemüht, Sam nicht zu offensichtlich anzuschmachten. Meine Energie neigte sich dem Ende zu. Meine Hirntätigkeit ebenfalls. „Was iss los?“ &lt;p&gt;Zehn Minuten später saßen wir bei Frikadellen und Pellkartoffeln am Küchentisch und ich starrte ungläubig aus dem Fenster. &lt;p&gt;„Das ist jetzt deins.“ Alex streichelte meine Hand, während Björn ein wenig wehmütig dreinblickte. „Nächste Woche kannst du schon rein. Und stell’ dir vor, Emilia wird kommen und bei der Renovierung helfen. Hatte ich schon mal erwähnt, dass sie Innenausstatterin ist? Sie hat sich auf Vintage und Landhaus spezialisiert. Das ist doch, was dir so gut gefällt? Oder, Lulu? Luuu-luuu?“ &lt;p&gt;„Hä?“ &lt;p&gt;„Hast du mir nicht zugehört?“ &lt;p&gt;Ich schüttelte mich kurz, als ob ich mich selbst aufwecken könnte. „Ich... ich hab’ nur überlegt, ob du in deinem Satz auch irgendwo Komma und Punkt versteckt hattest?“ &lt;p&gt;Er schob mir eine halbe Kartoffel in den Mund. &lt;p&gt;„Wiefo gehg baff jech fo fnell?“ &lt;p&gt;„Wieso geht das jetzt so schnell“, wiederholte Björn. Ganz der Logopäde.  &lt;p&gt;Alex lehnte sich lässig im Stuhl zurück und grinste frech. „Herr Sperling zieht zu seiner Freundin.“ &lt;p&gt;„Der hat ‚ne Freundin?“ &lt;p&gt;„&lt;i&gt;Er&lt;/i&gt; hat &lt;i&gt;eine&lt;/i&gt; Freundin.“ So langsam begann Björn zu nerven. &lt;p&gt;„Und was ist mit Neuseeland?“ &lt;p&gt;Alex grinste süffisant. „Er sieht jetzt ganz neues Land.“ &lt;p&gt;„Wann kommt Emilia?“ Ich freute mich wahnsinnig auf Alex’ Zwillingsschwester. Vom ersten Augenblick war sie mir sympathisch gewesen. Damals, an seiner und Björns Verlobung. Damals, als Sam sich so schmerzlich von mir verabschiedetet hatte. Damals. Aber jetzt war heute.  &lt;p&gt;Er stand auf und holte die Karaffe mit energetischem Wasser aus irgendeinem Vulkangestein. „Sie kann leider erst kommenden Sonntag einfliegen, aber hat schon eine Liste mit Materialien gefaxt, die wir... die du dir bitte ansehen möchtest. Sie kann sie dann direkt in Italien ordern.“ &lt;p&gt;„Hallo?“, stoppte ich seine Euphorie. „Den unbegrenzten Kreditrahmen möchte ich keinesfalls unbegrenzt ausschöpfen.“ &lt;p&gt;„Schatz, lass’ nur. Wir haben das alles im Griff. Und Emilia bekommt Prozente, von denen andere nur träumen.“ &lt;p&gt;Nun gut, dann würde ich jetzt mal träumen. Von meinem Häuschen, meinem neuen Leben. Und von Sam... &lt;p&gt;„Hallöchen, ihr Süßen!“ &lt;p&gt;„Günni!“ Marc und ich hatten gerade unsere letzte gemeinsame Sendung beendet, und ich stellte rasch die Teetasse auf meinem Schreibtisch ab. „Was machst du denn schon hier?“  &lt;p&gt;Günni, der meine Sendung übernommen hatte, bekam ich nun leider kaum noch zu Gesicht, da das &lt;i&gt;Herzblatt&lt;/i&gt; erst um zweiundzwanzig Uhr startete. &lt;p&gt;Mit ausgebreiteten Armen tänzelte er auf mich zu. &lt;p&gt;„Lulu-Schatz!“ Er busselte mich ab, umfasste meine Hände und begutachtete meine dicken Bauch. „Himmel, das wird ja ein Prachtkerl.“ &lt;p&gt;In der Tat, dachte ich. Gestern konnte Frau Doktor Schnecke endlich das Geschlecht bestimmen. Das Baby hatte wohl ein enorm hohes Schamgefühl und sich bislang immer geschickt gedreht, wenn das Ultraschallgerät auf meinem Bauch zum Einsatz kam. Nur gestern schien es nicht schnell genug und die Gynäkologin konnte mir sagen, was ich ohnehin schon wusste. Little Sam wird ein Junge. &lt;p&gt;„Gut, dass ich euch drei hier zusammen antreffe.“ Er fuchtelte mit den Händen wie ein Pantomime und ich spürte, dass Sam hinter mir stand. „Bin nur auf der Durchreise, weil ich gleich Marie und Oliver vom Flughafen abhole. Und genau deshalb bin ich hier.“ &lt;p&gt;„Du brauchst mein Navi?“ &lt;p&gt;„Z-z-z.“ Er strich sich eine Augenbraue glatt und verdrehte die Augen. &lt;p&gt;Sam tat es mit einem Schulterzucken ab. &lt;p&gt;„Nein“, säuselte er. „Ich habe – zugegeben etwas kurzfristig – beschlossen, morgen eine Party für die beiden zu geben. Es ist schon alles vorbereitet“, fügte er hinzu, bevor ich meine Hilfe anbieten konnte. „Ihr wisst ja, dass Marie noch vor Schuljahresende mit diesem groben Klotz, verzeih’ mir bitte, Sam... ins Exil geschickt wurde. Und deshalb möchte ich die Party ganz nach dem Motto &lt;i&gt;Abschlussball&lt;/i&gt; gestalten. Zieht euch also bitte angemessen an.“ &lt;p&gt;Ich sah an mir hinab.  &lt;p&gt;„Ach, Liebchen“, tätschelte Günni behutsam meinen Bauch. „Für euch zwei wird sich doch auch noch was Schickes finden lassen, oder?“ &lt;p&gt;Ich dachte an das schwarze, lange Seidenkleid mit dem tiefen Ausschnitt und der üppigen Strassbrosche an der Raffung, welches ich vor einer Woche anprobiert und bewundert hatte. Ich hielt es für unnütz, da nicht davon auszugehen war, dass ich in den kommenden zwei Monaten den Wiener Opernball besuchen würde. Doch Mama war so angetan davon, dass sie es kurzerhand mit in die Tüte packte. Ich bemerkte es erst bei meiner After-Shopping-Revival-Party mit Alex und Björn. Was waren Mütter doch manchmal so weitsichtig. Selbst meine. &lt;p&gt;„Dann sehe ich euch morgen um acht auf dem Prinzenhof?“ &lt;p&gt;Wir nickten begeistert.  &lt;p&gt;Beim Hinausgehen rief er uns noch zu: „Gretchen und Allegra sind natürlich auch eingeladen. Sagt ihr den Dämchen bitte Bescheid?“ &lt;p&gt;Wieder nickten wir wie drei Synchronschwimmer. &lt;p&gt;„Sag’ mal“, fragte ich Sam, als von Günnis Schuhen kein Geklapper mehr zu hören war. „Was hast du mit Maries Ex zu tun?“ &lt;p&gt;Er zuckte mit dem Schultern. „Nichts.“ &lt;p&gt;Marc beugte sich zu mir hinab und erklärte: „Es ging um den Klotz. Als Zweig kann man Sam ja nun nicht bezeichnen.“ &lt;p&gt;Little Sam strampelte zustimmend und verursachte kleine, aber deutlich sichtbare Beulen auf meinem Bauch. &lt;p&gt;Ich war sicher, ein stummes „Wow!“ auf Sams Lippen gesehen zu haben.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-8852695639742480713?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/8852695639742480713/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=8852695639742480713&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/8852695639742480713'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/8852695639742480713'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-60.html' title='Herzblatt – Kapitel 60'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-7125003522903793857</id><published>2011-06-28T05:25:00.000+02:00</published><updated>2011-06-28T05:25:00.803+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 58 und 59</title><content type='html'>&lt;p&gt;„Du bist echt so peinlich, Mama“, polterte ich auf dem Nachhauseweg. &lt;p&gt;Sie lächelte überlegen. „Nun stell’ dich nicht so an, Kind. Selbst wenn er nicht der Erzeuger ist, ein guter Vater wäre er sicher. Und ganz bestimmt eine gute Partie.“ &lt;p&gt;„Eine gute Partie?“, wiederholte ich und rang um Fassung. „Mama, wenn ich eine gute Partie suche, dann stelle ich mich an die Tankstelle.“ &lt;p&gt;„Bitte?“ &lt;p&gt;„Tankt er voll und kauft sich noch eine Packung Kippen, &lt;i&gt;dann&lt;/i&gt; ist er eine gute Partie.“ &lt;p&gt;Mutter stellte die Tüten im Flur ab und ließ sich schwer seufzend auf den nächstbesten Küchenstuhl sinken. „Ich frage mich, was bei deiner Erziehung falsch gelaufen ist.“ &lt;p&gt;„Bekommst aber keine Antwort, was?“ &lt;p&gt;Glücklicherweise kam mein Vater einer beginnenden Diskussion zuvor, indem er vor dem Haus ungeduldig hupte. Die Bundesliga war in vollem Gange. &lt;p&gt;„Himmel, da könnt’ ich glatt hetero werden“, bemerkte Alex zungenschnalzend. Natürlich musste ich alle meine neuen Errungenschaften vorführen und war jetzt bei der Unterwäsche angelangt. &lt;p&gt;Björn warf ihm einen grimmig besorgten Blick zu. &lt;p&gt;„Übrigens habe ich tolle Neuigkeiten, Lulu. Also, toll für dich. Du weißt ja, wie gerne wir dich und das Baby bei uns haben möchten.“ &lt;p&gt;Ich schlüpfte in meinen &lt;i&gt;Betty Boop&lt;/i&gt; Pyjama zurück und ließ mich zu ihnen aufs Sofa plumpsen. „Na, was ist denn so toll? Außer euch natürlich.“ &lt;p&gt;Alex starrte an die Decke und runzelte die Stirn, als würde er angestrengt darüber nachdenken, wie er die Neuigkeiten in Worte packen könnte. „Über die Finanzierung deines Häuschens brauchst du dir jedenfalls keine Gedanken mehr zu machen“, erklärte er dann. „Der Kreditrahmen ist nach oben offen und die monatlichen Raten können deinen finanziellen Möglichkeiten jederzeit angepasst werden.“ &lt;p&gt;Ich zog skeptisch eine Augenbraue nach oben. „Und die Zinsen können dann noch meine Kindeskinder abbezahlen.“ &lt;p&gt;Er räusperte sich. „Es ist gewissermaßen zinsfrei.“ &lt;p&gt;„Gewissermaßen zinsfrei?“ Als ich keine Antwort erhielt, hakte ich nach. „Welche Bank soll das sein?“ &lt;p&gt;„Eine Privatbank.“ &lt;p&gt;„&lt;i&gt;Privat&lt;/i&gt;-Bank?“, wiederholte ich und schüttelte den Kopf. &lt;p&gt;„Ja.“ Alex lehnte sich selbstzufrieden zurück. „Der Kredit ist bereits beantragt und genehmigt, läuft alles über mich.“ &lt;p&gt;In mir wuchs Unbehagen. Ich verschränkte die Arme vor der Brust und mutmaßte: „Und wenn ich nicht zahlen kann, wohnt zukünftig einer von uns beiden &lt;i&gt;im&lt;/i&gt; Main. Mit Betonklötzen an den Füßen vielleicht?“ &lt;p&gt;„Nicht alle Italiener sind Mafiosi“, bemerkte er leicht angepisst. &lt;p&gt;Zum ersten Mal seit unserem Gespräch meldete sich Björn zu Wort. „Warum vertraust du Alex nicht einfach und freust dich, dass du deinem selbsternannten Glück ein Stück näher kommst?“ &lt;p&gt;„Weil“, merkte ich an, „wenn das alles über ihn läuft, Alex womöglich seinen Salon als Sicherheit geboten hat, der – wie ich anmerken möchte – nicht nur sein Lebensinhalt, sondern auch seine Existenzgrundlage ist und er diese im schlimmsten Fall verlieren könnte.“ &lt;p&gt;„Ach, was“, sagte Alex, schlang seine Arme um meine Schultern, „die Familie hält doch zusammen!“, und schickte einen Lacher hinterher. &lt;p&gt;Als Björn mir dann noch von seiner nachmittäglichen Begegnung mit dem Sperling und dessen Absichten, seine kleine Villa tatsächlich in absehbarer Zeit zu veräußern, berichtete, winkte ich ab und verabschiedete mich ins Bett. Das alles klang so wundervoll, fühlte sich so gut an, dass mir Angst wurde.  &lt;p&gt;Genau so hatte ich schon einmal empfunden. Und dann kam alles anders... &lt;h5 align="center"&gt;♥ ♥ ♥&lt;/h5&gt; &lt;p&gt;Der Sonntag begann und blieb harmonisch, vor allem, weil niemand das Thema Finanzierung ansprach. Doch mehr und mehr konnte ich mich mit dem Gedanken anfreunden, vielleicht doch auf dem Weg des Glücks und der Leichtigkeit angekommen zu sein. Jedes Mal, wenn ich darüber nachsann, gluckste Little Sam.  &lt;p&gt;Glücklich stellte ich fest, dass mein Bauch erneut an Umfang zugelegt hatte und schaltete das Laptop ein. Zum Ende diesen Monats würde mein Baby bereits fünfunddreißig Zentimeter groß sein, las ich mich ein und schmunzelte. Sollte es auch nur annähernd Sam ähneln, wäre dieses Schätzmaß weit untertrieben. Da es nun Geräusche immer deutlicher wahrnehmen konnte, obgleich mein Herzschlag und das Geräusch des Blutes, das durch meine Adern floss, das lauteste sein würde, schaltete ich das Radio ein. &lt;p&gt;Sofort rumpelte und tobte es unter meiner Bauchdecke, dass es eine Wonne war. &lt;p&gt;„...greift sich der Herbst meine Kolleginnen und Kollegen und bedenkt sie mit Schnodder und Bellen“, erkannte ich zu meiner Überraschung Sam. „Nach Jahren verbaler Abstinenz begrüßt euch DJ Sam mal wieder hinterm Mikro und hat Xavier Naidoo mitgebracht.“ Er spielte einen älteren Song ein. &lt;p&gt;&lt;i&gt;Ich kenne nichts, ich kenne nichts,&lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;das so schön ist wie du.&lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;Schöne Tage mit dir sind kostbar,&lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;so kostbar wie der Weg zum Morgenstern.&lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;Ich zelebriere sie wie einen Festtag,&lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;an dem ich immer wieder neues von dir lern’.&lt;/i&gt; &lt;p&gt;&lt;i&gt;Im Moment ist es das schönste dich zu kennen.&lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;Dich zu kennen ist wohl das Beste das ich hab’.&lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;Verzeih mir, aber dieses sag ich noch mal:&lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;Deinen Namen zu nennen, ist wohl das Schönste, was ich sag’...&lt;/i&gt; &lt;p&gt;Am Montagmorgen hielt ich sofort nach Sam Ausschau und ertappte mich bei dem Gedanken, Marc könne sich während des wochenendlichen Biest-Umzugs vielleicht etwas gezerrt haben und weiterhin krank geschrieben sein. Diese kleine, gemeine Hoffnung wurde jedoch sogleich zunichte gemacht. &lt;p&gt;„Moin, Herzblatt. Und? Hast du deine neue Wäsche an?“ &lt;p&gt;Seufzend drehte ich mich zu Marc um, der mir einen Kuss auf die Wange gab. „Guten Morgen, du Charmebolzen.“ &lt;p&gt;Während wir die Playlist für den heutigen Tag zusammenstellten, fragte ich beiläufig: „Hast du Sam Sonntagabend in der Moderation gehört?“ &lt;p&gt;Marc sah mich an und zog eine Grimasse. „Nein“, schnaufte er. „Da habe ich, glaube ich, die letzte von zwölf Kisten voller Schuhe in einen LKW gehoben.“ &lt;p&gt;„Ist die Bude jetzt leer?“ &lt;p&gt;„Jepp. Und steht bereits in der Zeitung – unter der Rubrik Immobilienkleinanzeigen.“ &lt;p&gt;Ich nippte an meinem Milchtee. „Im Ernst?“ &lt;p&gt;„Das fragst &lt;i&gt;du&lt;/i&gt; nicht im Ernst?“ Er schüttelte ungläubig den Kopf. „Sam betritt diese Wohnung ganz bestimmt nicht mehr. Allegra hat mir erzählt, was Freitag hier los war. Das wusste ich alles gar nicht. Ist echt harter Tobak.“ Er drückte seine Erschütterung aus, indem er tief Luft holte und hörbar durch zusammengekniffene Lippen wieder auspustete. &lt;p&gt;„Kannst du laut sagen.“ &lt;p&gt;„War Freitag wohl schon laut genug.“ &lt;p&gt;Eine Weile hing jeder von uns wortlos seinen Gedanken nach. Dann winkte uns die Nachtschicht ins Sendestudio.  &lt;p&gt;„Ihr seid dran“, gähnte Sven, ewiger Student und Springer bei &lt;i&gt;Radio Sonnenschein&lt;/i&gt;. „Ich bin dann im Bett. Gute Nacht.“ &lt;p&gt;„Süße Träume“, rief ich ihm nach und er winkte zum Abschied. &lt;p&gt;Kurz nach halb zehn befanden sich Marc und ich in einer hitzige Diskussion über die Fähigkeit des männlichen Geschlechts zu Multitasking. Diese Art Moderation kam bei den Hörern besonders gut an, das konnte ich bereits während der Anfänge mit Oliver feststellen. &lt;p&gt;„Ihr glaubt es nicht, aber neulich fuhr Marcs Kumpel mit einem brandneuen Porsche vor.“  &lt;p&gt;Es war nicht ungewöhnlich, dass wir uns Sprüche und Witze, die wir irgendwo irgendwann einmal aufgeschnappt hatten, ausborgten und in den Sendungen verwendeten. Bislang hatte uns das noch nie jemand übel genommen. Schon gar nicht, weil wir uns dabei gerne mal gegenseitig auf die Schippe nahmen. &lt;p&gt;„Unser Macho Man hier“, ich zwinkerte Marc zu, „war natürlich brennend daran interessiert, wie er zu so einem Wagen gekommen sei. Sein Kumpel erklärte, dass er vergangenen Abend als Anhalter unterwegs und von einer Frau mit diesem Porsche aufgegabelt worden war. Am nächsten Rastplatz hielt sie an, zog ihr Höschen aus und sagte: ‚Du kannst jetzt alles von mir haben, was du willst’. Und der Kumpel nahm den Porsche.“ &lt;p&gt;Unser Nachrichtenmoderator lachte.  &lt;p&gt;„Es kommt noch besser. Marc nickte zustimmend und sagte, feinsinnig wie er ist: ‚Hast Recht gehabt. Wer weiß, ob dir das Höschen überhaupt gepasst hätte’.“ &lt;p&gt;„Biest!“, knurrte Marc leise und konnte sich doch ein amüsiertes Lächeln nicht verkneifen. &lt;p&gt;Gut gelaunt machten wir uns während der Nachrichten auf den Weg in die Küche.  &lt;p&gt;„Guten Morgen.“ &lt;p&gt;Ich erkannte die Stimme sofort. Wie jedes Mal vibrierte sie in meinem Körper. Ich drehte mich um und mein Blick blieb an Sam kleben. &lt;p&gt;Er sah verändert aus. Umwerfend wie immer, aber frischer. Seinen Bart hatte er auf maximal Zwei-Tage-Optik gestutzt. Auch der Seitenscheitel war verschwunden, die Haare waren kürzer und wild gestylt. Es machte ihn jünger. Das dunkelgraue Feinrippshirt schmiegte sich an seine gestählte Brust und spannte an den muskulösen Oberarmen, sodass ich nur schwer dem Drang widerstand, es ihm auf der Stelle vom Leib zu reißen.  &lt;p&gt;„Morgen“, stammelte ich mit vor Verzückung geöffnetem Mund. &lt;p&gt;Er stellte seine Tasse unter den Vollautomaten und zog einen Kaffee. „Lulu?“  &lt;p&gt;Gott, wie er meinen Namen aussprach! Es brachte Tiefkühlbutter zum Schmelzen.  &lt;p&gt;„Wie war dein Wochenende?“ &lt;p&gt;„Einkaufen“, presste ich heraus. &lt;p&gt;„Schön.“ &lt;p&gt;„Mit meiner Mutter.“ &lt;p&gt;„Oh.“ &lt;p&gt;Marc sah abwechselnd von mir zu Sam, und ich wusste, wie gerne er ihm von meiner neuen Unterwäsche erzählt hätte. Doch die beiden nickten sich nur kurz zu und ich beobachtete, wie sich Erleichterung auf Sams Gesicht ausbreitete.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-7125003522903793857?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/7125003522903793857/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=7125003522903793857&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/7125003522903793857'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/7125003522903793857'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-58-und-59.html' title='Herzblatt – Kapitel 58 und 59'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-2921409397888743853</id><published>2011-06-27T05:25:00.000+02:00</published><updated>2011-06-27T05:25:00.085+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 57</title><content type='html'>&lt;p&gt;Gretchen und ich sprachen noch bis tief in die Nacht. Über Sam, Jaqueline, meinen Traum vom Eigenheim. Nur das Thema Allegra durfte ich nicht anschneiden. Dabei war mir sehr wohl aufgefallen, wie Bewunderung in Gretchens Augen aufflackerte, als ich von deren Courage am gestrigen Tag berichtete. &lt;p&gt;„Guten Morgen, Sonnenschein“, trällerte Björn am nächsten Tag und schob seinen Hintern auf mein Bett. „Frühstück für dich.“ &lt;p&gt;„Oh“, stöhnte ich schläfrig. „Womit habe ich das denn verdient?“ &lt;p&gt;Björn versuchte vergeblich, Tysons Füße vom Tablett zu schieben. „Zum einen möchte ich dir ein Argument liefern, vielleicht doch nicht so schnell hier ausziehen zu wollen. Zum anderen hat sich deine Mutter für heute angekündigt.“ &lt;p&gt;„Warum?“ Ich streckte theatralisch die Hände in die Luft. „Warum nur tust du mir das an? Peinigst mich so sehr, oh, du großer Odin? Wozu strafst du mich so schmerzlich?“ &lt;p&gt;Björn griente schadenfroh. „Da musst du durch, Lulu. Aber keine Sorge, ich habe jetzt noch einen Patienten, und dann kann ich dir treu zur Seite stehen. Wie immer eben.“ &lt;p&gt;„Haha.“ Ich bewarf ihn mit Brotkrumen. &lt;p&gt;Meine Mutter kam in Turnschuhen und brachte Gemüseauflauf mit. „So, Schatz. Du stärkst dich erst einmal und dann gehen wir einkaufen.“ &lt;p&gt;Einkaufen? In ihrem Outfit sah sie eher aus, als wollte sie beim &lt;i&gt;J. P. Morgan&lt;/i&gt; mitlaufen. &lt;p&gt;„Was denn einkaufen?“, fragte ich und Angst strich mir über den Nacken. Gerade erst wurden die Kartons mit Babywiegen, Bettchen und Wickelkommoden von Alex und Björn wieder abgeholt. Und im Grunde hielt ich auch nichts von Nullachtfuffzehnmöbeln. Ich träumte mich weg, in einen Schuppen, in dem ich das Mobiliar fürs Kinderzimmer selbst zusammen schreinerte. Oder alte Stücke aufarbeitete.  &lt;p&gt;Mama tat mir eine ordentliche Portion Auflauf auf. „Na, wie lange willst deine Hosen denn noch mit Einmachgummis zusammenhalten?“ &lt;p&gt;„Ein Einmalgummi hätte schon gereicht, damit du gar nicht erst so dick wirst“, lästerte Björn und rückte ein Stück von mir ab. &lt;p&gt;„Blödmann.“ &lt;p&gt;Mama räusperte sich. Dann strich sie mir zärtlich über die Wange. „Ach, mein Kind.“ &lt;p&gt;Ohweh! Jetzt kramte sie sicher alte Erinnerungen aus meiner Kindheit heraus und wurde dabei wieder so furchtbar sentimental. &lt;p&gt;„Weißt du“, begann sie mit seidiger Stimme. „Als deine Mutter sollte ich schon wissen, wer der Vater meines Enkelkindes ist. Findest du nicht?“ &lt;p&gt;„Spätestens, wenn das Baby schlüpft, wirst du es wissen“, mischte Björn sich erneut ein. &lt;p&gt;Ich schüttelte den Kopf. „Sag’ mal, hast du heute einen Clown gefrühstückt?“ &lt;p&gt;Mama schoss von ihrem Stuhl hoch. „Ist er ein Farbiger?“ &lt;p&gt;„Nein, ist er nicht. Aber was wäre so schlimm daran?“  &lt;p&gt;„Schlimm daran ist“, knatschte sie wie ein Gör, „dass ich nicht weiß, wer der Vater ist.“ &lt;p&gt;Björn tätschelte seinem Ex-Schwiegertiger tröstend die Schulter. „Wichtig ist doch nur, dass Lulu weiß, wer der Vater ist, oder?“ &lt;p&gt;Nach drei Stunden Einkaufsmarathon steuerte meine Mutter endlich ein kleines Café an. Auf halben Weg bremste sie so scharf ab, dass Rauch von ihren Sohlen aufstieg. „Hach, schau’ mal da!“ &lt;p&gt;„Maaa-maaa!“ Ich fühlte mich inzwischen sowohl körperlich als auch emotional außerstande, auch nur noch einen einzigen Fuß in ein weiteres Geschäft zu setzen. Die Verkäuferinnen taten mir echt leid. Mit meiner Mutter als Kundin würde ich diesen Job definitiv hinschmeißen. &lt;p&gt;„Ach, nun komm’ schon“, drängelte sie und hakte sich bei mir ein. „Das muss jetzt noch sein. Vielleicht kommt dann der Vater auch wieder zurück?“ &lt;p&gt;Ich schnappte nach Luft. „Er hat mich nicht verlassen!“ &lt;p&gt;„Ach? Und wo ist der denn dann?“ &lt;p&gt;Einundzwanzig. Zweiundzwanzig. Dreiundzwanzig.  &lt;p&gt;„Hm?“ Mama hatte die Augenbrauen bis fast zum Scheitel hochgezogen und durchbohrte mich mit ihrem Blick.  &lt;p&gt;Ich dachte gerade über eine passende Antwort nach, als sich ein Arm um meine Taille legte und mir ein Kuss auf die Wange gedrückt wurde.  &lt;p&gt;„Marc?“ &lt;p&gt;„Freu’ mich auch, dich zu sehen, Herzblatt.“ Er hatte sein Sunnyboyface aufgesetzt und reichte meiner Mutter die Hand. „Marc Hinze“, stellte er sich ganz charmant vor. „Und Sie sind sicherlich Lulus Schwester?“ &lt;p&gt;Ich stöhnte laut und überdeutlich. Aber dass meine Mutter auf diese bekloppte Masche hereinfallen würde, war mir sofort klar. Sie kicherte verzückt. &lt;p&gt;„Na, da geht mir doch das Herz auf“, flötete er. „Darf ich euch zwei Hübschen vielleicht auf einen Kaffee einladen? Für dich natürlich Tee, Herzblatt.“ &lt;p&gt;Ich zerrte am Ärmel seines Shirts. „Boah, Marc. Lass’ das Gesäusel. Meine Mutter ist fast sechzig, glücklich verheiratet und deinem Charme nicht erlegen.“ &lt;p&gt;„Da“, erwiderte er und nickte mit dem Kopf in ihre Richtung, „wäre ich mir nicht so sicher.“ &lt;p&gt;Tatsächlich begutachtete meine Mutter ihr Spiegelbild im Schaufenster und zupfte sowohl Haare als auch Kleidung zurecht.  &lt;p&gt;„Naja“, seufzte ich. „Wenigstens komme ich dann endlich mal zum Sitzen.“ &lt;p&gt;Aber daraus wurde nichts. Es kam noch schlimmer. „Ach, herzlich gerne, Marc. Aber Sie würden Sie mir eine riesige Freude machen, wenn Sie uns zuvor in diese exquisite Boutique begleiten könnten?“ &lt;p&gt;Die &lt;i&gt;exquisite Boutique&lt;/i&gt; war ein scheißteurer Dessousladen, der in seiner Auslage unter anderem mit hauchfeinen Spitzenteilen für Schwangere warb. Gute Güte, auch das noch! Marc grinste breit. &lt;p&gt;Es war zwar nicht so, als hätte ich mich für meinen Körper schämen müssen. Beine, Achseln und Bikinizone waren frisch rasiert. Mein Bauch kugelte sich vorbildlich und meine Brüste waren prall wie nie. Marc geiferte weder, noch sabberte er. Im Gegenteil. Er benahm sich vorbildlich, fast schon ein wenig schüchtern. Doch diesen sehnsuchtsvollen, bewundernden Glanz hätte ich gerne in Sams Augen gesehen. &lt;p&gt;Meine Ausbeute bestand letztlich aus drei unglaublich sexy Outfits, und meine Mutter legte an der Kasse ein Vermögen dafür hin. Den &lt;i&gt;Hello Kitty!&lt;/i&gt; Slip musste ich allerdings selbst zahlen. &lt;p&gt;„Jetzt bekommt Papa wieder vier Wochen nur Doseneintopf auf den Tisch“, murmelte ich beschämt und hätte die Dinger am liebsten wieder zurück gegeben. &lt;p&gt;Doch Mama winkte ab. „Papperlapapp! Ihnen gefallen Sie doch auch? Nicht wahr, Marc?“ &lt;p&gt;Er beugte sich zu meinem Ohr. „Ich könnte dich direkt anspringen.“ &lt;p&gt;Ich schleuderte meinen Handrücken gegen seine breite Brust. „Wüstling!“ &lt;p&gt;Aber endlich, endlich kam ich zu meinem Milchtee und mein Hintern zur Ruhe. Marc und Mutter unterhielten sich prächtig. Sie führte sich auf wie ein junges Mädchen, zeitweise dachte ich sogar, ein paar ihrer Fältchen seien verschwunden. &lt;p&gt;„Es tut mir furchtbar leid“, erklärte Marc nach etwa einer Stunde. „Aber ich muss mich leider schon verabschieden.“ &lt;p&gt;„Schon?“ Ich glaube, er war der einzige am Tisch, der die Ironie in meiner Stimme hörte.  &lt;p&gt;Marc warf mir einen schrägen Blick zu. „Ich habe noch einen Termin.“ &lt;p&gt;„Lässt der sich nicht verschieben?“ Meine Mutter musterte ihn ungeniert, als er sich erhob. &lt;p&gt;Er schüttelte den Kopf. „Besser nicht.“ Wieder sah er mich von der Seite an. „Wenn der Termin nicht eingehalten wird, gibt’s vielleicht Tote.“ &lt;p&gt;„Ach, so schlimm wird es schon nicht sein?“ &lt;p&gt;Da war ich anderer Meinung, denn ich war sicher, dass es sich bei diesem Termin um Jaquelines Auszug handelte. Wo Sam wohl gestern übernachtete hatte? &lt;p&gt;Ich nickte verständig. „Wir sehen uns Montag, Marc.“ &lt;p&gt;Er hauchte mir einen Kuss auf die Wange und verabschiedete sich charmant von meiner Mutter.  &lt;p&gt;Diese sah ihm nachdenklich nach, dann rief sie: „Ach, Marc? Sind Sie der Vater von Lulus Baby?“&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-2921409397888743853?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/2921409397888743853/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=2921409397888743853&amp;isPopup=true' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/2921409397888743853'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/2921409397888743853'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-57.html' title='Herzblatt – Kapitel 57'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-1933181726254840843</id><published>2011-06-26T05:23:00.000+02:00</published><updated>2011-06-26T05:23:00.832+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 56</title><content type='html'>&lt;p&gt;„Ist das nicht süß?“ Seit einer Stunde hing ich auf dem Sofa, hatte Mützchen, die Schuhe, Schal und die Babyjacke auf meinem Bauch angeordnet und freute mir einen Keks an die Backe.  &lt;p&gt;Björn stellte zwei Tassen heiße Schokolade mit Sahne auf dem Couchtisch und ließ sich langsam neben mir in die Polster gleiten. „Sie war ganz aufgeregt“, lächelte er und schob seine Hand unter das Jäckchen. „Und du willst uns wirklich verlassen?“ &lt;p&gt;Ich legte eine Hand auf meine Stirn. „Björn, bitte versteh’ mich doch.“ &lt;p&gt;„Aber ihr wärt ganz alleine?“ &lt;p&gt;„Wieso? Wir haben doch uns?“ Ich sortierte die Babyausstattung von meinem Bauch und legte sie sorgfältig auf den Tisch. „Little Sam und ich werden euch auch ganz oft besuchen. So oft, dass ihr irgendwann unbekannt verzogen sein werdet.“ Ich lachte. &lt;p&gt;Björn nicht. „Was ist eigentlich mit Big Sam?“ &lt;p&gt;„Oh, da habe ich dir was zu erzählen“, stöhnte ich und begann mit dem gestrigen Nachmittag. &lt;p&gt;„Ah!“, kommentierte Björn meine Ausführungen und starrte mich an. &lt;p&gt;Ich gab ihm einen kleinen Klaps unters Kinn, damit er seinen Mund wieder schloss. „Da sitzen schon Fliegen drin.“ &lt;p&gt;„Hey, Lulu“, sagte Björn atemlos und schüttelte unentwegt den Kopf. „Bloß keine Scherze jetzt.“ &lt;p&gt;Ich zuckte mit den Schultern. „Fand das alles auch nicht wirklich witzig.“ &lt;p&gt;„Wir müssen zum Arzt“, fuhr er plötzlich hoch und fügte auf meinen verwunderten Blick hinzu: „Das Baby! Die ganze Aufregung...“ &lt;p&gt;„Hat jetzt ein Ende“, entgegnete ich im Brustton der Überzeugung. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Biest jemals wieder auch nur irgendwas unternehmen wird. Nicht nach Sams Ansage. Du hättest ihn sehen sollen, Björn.“ &lt;p&gt;„Lieber nicht.“ &lt;p&gt;Meine Erzählung war äußerst detailliert gewesen und Björn saß währenddessen mit eingezogenem Genick neben mir. &lt;p&gt;„Und jetzt?“ &lt;p&gt;Ich nippte an meinem Kakao. Tyson schleckte mir die Sahne von der Nasenspitze. Beim Gedanken an Sam stellte ich mir vor, wie ich ihm Sahne von der Nase und noch ganz anderen Körperteilen lecken würde.  &lt;p&gt;„Boah, du hast ja voll die versauten Gedanken!“ &lt;p&gt;„Wie bitte?“  &lt;p&gt;Björn grinste dreist. „So wie du eben geschaut hast, denkst du an Sam. Und deinem Seufzen nach zu urteilen, denkst du auch daran, was du jetzt gerne alles mit ihm anstellen würdest.“ &lt;p&gt;„Gar nichts werde ich mit Sam anstellen“, versicherte ich ihm. „Sam muss jetzt erst einmal damit klar kommen, dass die letzten fünf Jahre eine einzige Lüge waren. Sein Leben regeln und wieder ordnen.“ &lt;p&gt;„Aber vorstellen tust du’s dir.“ &lt;p&gt;Meine Antwort war ein Klaps auf seinen Hinterkopf. &lt;p&gt;„Ich geh’ noch mal eine Runde mit Tyson.“  &lt;p&gt;Wie auf Kommando sprang mein Minihund auf, hechtete zur Tür und vollführte dort etwas, das große Ähnlichkeit mit einem Regentanz hatte. &lt;p&gt;Wir spazierten die Straße entlang und Tyson bepinkelte jeden kahlen Baum, an dem wir vorbei kamen. Und das waren viele.  &lt;p&gt;Als wir eine Stunde später wieder an unserem Zuhause ankamen, stutzte ich. „Gretchen? Süße?“ &lt;p&gt;Sie saß vor der Haustür auf der Treppe und sah mitleiderregend zu mir auf.  &lt;p&gt;„Hey, wie geht es dir?“ Ich kniete mich zu ihr nieder. „Warum sitzt du hier?“ &lt;p&gt;„Hab’ auf dich gewartet“, erklärte sie in jämmerlichem Ton. „Ausgeschlafen, frisch geduscht und Zähne geputzt hab’ ich auch. Guck’!“ Sie hauchte mich an.  &lt;p&gt;„Spinnerin“, lächelte ich. „Komm’ mit rein. Aber vorher...“ &lt;p&gt;„Ja?“ &lt;p&gt;„Hilf mir bitte erst mal wieder hoch.“ &lt;p&gt;Björn hatte Verständnis dafür, dass wir uns gleich nach oben zurück zogen. „Mädchen“, meinte er nur und seufzte. &lt;p&gt;Gretchen ließ sich aufs Bett fallen. „Bevor wir anfangen... Ich habe vorhin mit Sam telefoniert.“ &lt;p&gt;Warum überraschte mich das jetzt eigentlich noch? &lt;p&gt;„Wie fühlst du dich, Lulu?“  &lt;p&gt;Ich legte mich neben sie, starrte an die Decke und dachte nach. Aber mir fiel nichts ein. „Ehrlich gesagt, ich weiß es noch nicht. Vielleicht kann ich es dir sagen, wenn ich drüber geschlafen habe.“ &lt;p&gt;„Das mit dem Koks wusste ich auch nicht.“ &lt;p&gt;„Hm.“ &lt;p&gt;Sie nahm meine Hand. „Ist es sehr schlimm für dich?“ &lt;p&gt;Ich setzte mich unter Stöhnen auf. Dann schüttelte ich den Kopf. „Weißt du, wir haben doch alle schon mal Scheiße gebaut, als wir jung waren, oder?“ &lt;p&gt;„Ja“, lachte Gretchen. „Du hast dich mal ins Hotelzimmer von Götz George eingeschlichen und behauptet, du seiest sein Zimmermädchen.“ &lt;p&gt;„Damals war ich fünfzehn“, stellte ich zu meiner Verteidigung fest. „Sam war vor fünf Jahren...“ Ich stutzte. „Wie alt ist er eigentlich?“ &lt;p&gt;„Fünfunddreißig“, sagte Gretchen beifällig. „Aber man muss bedenken, dass Männer allgemein in ihrer Entwicklung weiter zurück sind als Frauen.“ &lt;p&gt;Ich zog die Augenbrauen nach oben. „Zwanzig Jahre?“ &lt;p&gt;Eine ganze Weile sagten wir gar nichts. Dann überlegte ich: „Meinst du, der Kleine könnte einen Dachschaden haben, weil sein Papa mal gekokst hat?“ &lt;p&gt;Gretchen tippte sich gegen die Stirn. „Du hast echt ‚nen Vogel! So ein Quatsch. Aber ums Pressen beneide ich dich ja nicht.“ &lt;p&gt;„Haha. Blöde Kuh!“ &lt;p&gt;„Ich liebe dich auch.“ &lt;p&gt;„Apropos Liebe...“ &lt;p&gt;Gretchen sprang auf. „Nein, nein. Lass’ mal. Bitte. Ich bin...“ &lt;p&gt;„Verliebt?“ &lt;p&gt;Wie ein Tiger im Käfig lief sie in meiner kleinen Bude auf und ab. &lt;p&gt;„Hör’ auf damit“, bat ich sie. „Du läufst mir ja Furchen ins Parkett!“ &lt;p&gt;Gretchen ging auf die Knie und legte ihren Kopf auf meinen Bauch. „Lulu? Bist du mir böse, wenn ich jetzt nicht darüber sprechen möchte? Ich habe gestern...“ &lt;p&gt;„Schon ausführlich mit Sam darüber gesprochen?“ &lt;p&gt;Ich spürte, dass sie nickte.  &lt;p&gt;„Na, gut. Aber weißt du, was ich mich frage?“ &lt;p&gt;„Hm?“ &lt;p&gt;Und tatsächlich ging mir diese Frage schon seit dem Spaziergang nicht mehr aus dem Kopf. „Jedes Mal, wenn ich oder auch Oliver nur im Entferntesten angedeutet haben, dass das Biest ihn bescheißt und belügt, ist er hochgegangen wie eine Furie. Vor dem Flaschenwurf hat er noch über eine Stunde mit ihr in seinem Büro geredet. Und dann nimmt er alles einfach so hin?“ &lt;p&gt;Im Nachhinein kam mir Sams Reaktion nun doch sehr seltsam vor. Als ob er die Wahrheit schon vorher gekannt hatte und sie sich einfach nur noch einmal bestätigen ließ? &lt;p&gt;Gretchen setzte sich auf ihre Füße und sah zu mir hinauf. „Ähm, wir sind, nachdem du abgerauscht warst, ins &lt;i&gt;La Exquisite&lt;/i&gt; gegangen.“ &lt;p&gt;„Diesen Nobelfresstempel?“ Ich war fast ein bisschen neidisch. &lt;p&gt;Sie nickte. „Da es keine Zufälle gibt, nenne ich es einfach Schicksal, dass ich dort Schaggelines Gynäkologin auf dem Klo getroffen habe. Klo kann man das ja nicht nennen, das ist...“ &lt;p&gt;„Bleibst du bitte beim Thema, Süße? Daran wäre ich nämlich brennend interessiert.“ &lt;p&gt;„Jou. Also, ich wusste, dass es &lt;i&gt;ihre&lt;/i&gt; Gynäkologin ist, weil Sam sie gegrüßt hat.“ &lt;p&gt;„Weil er sie &lt;i&gt;gegrüßt&lt;/i&gt; hat?“ &lt;p&gt;„Hallo?“, echauffierte sie sich. „Hat er mit jeder Tussi zu sprechen?“ &lt;p&gt;Ich schüttelte den Kopf. Das war eben mein Gretchen.  &lt;p&gt;„Ich bin ihr eben aufs Klo gefolgt und habe mich als Schaggelines Schwester ausgegeben. Und weil ich als Schwester so sehr mitleide, habe ich der netten Frau Doktor für ihre Unterstützung gedankt, die sie dem Biest nach der furchtbar traumatischen Fehlgeburt hat zuteil werden lassen. Ich habe sogar ein bisschen geweint. Ehrlich.“ &lt;p&gt;Was für ein ausgekochtes Luder! &lt;p&gt;„Die gute Frau war zuerst ein bisschen verwirrt, hat mir dann jedoch glaubhaft versichert, dass bei der Biestermann nie eine Schwangerschaft bestanden hat. Das letzte Mal, als sie bei ihr war, hat sie sich ein neues Pillenrezept geholt.“ &lt;p&gt;Beeindruckt lauschte ich ihren Schilderungen. &lt;p&gt;„Sam hat ja schon im &lt;i&gt;Exquisite&lt;/i&gt; angefangen zu trinken und nach dem fünften Chardonnay hab’ ich dann ganz beiläufig den Namen ihres angeblichen Psychologen erfahren.“ Sie hob den Zeigefinger und drehte damit kleine Kreise in der Luft. „Und wie es das Schicksal so will, arbeitet meine alte Schulkameradin Katja dort. Die ist mir noch einen Gefallen schuldig gewesen und war daher sehr auskunftsbereit. Das Biest war einmal zur Vorstellung dort und ist dann nie wieder aufgetaucht.“ &lt;p&gt;„Ja, klar“, bemerkte ich. „War ja shoppen.“ &lt;p&gt;Sie nickte und fuhr etwas betreten fort: „Sam fragte mich dann allerdings, was zwischen mir und Allegra los sei? Und weil das ein etwas brisantes Thema ist, sind wir zu ihm nach Hause gegangen. Die Schnaggeline war glücklicherweise nicht da. Also, zu ihrem Glück. Aber, ich sag’ dir: Der hat vielleicht ‚ne Bude! Ich weiß ja nicht, wie er das alleine mit Radio bezahlt?“ &lt;p&gt;„Und?“, drängte ich. &lt;p&gt;Gretchen knibbelte an ihrem Daumennagel. „Naja, er hat auch eine nette Hausbar. Die haben wir dann eben geplündert. Und Alkohol lockert ja bekanntlich die Zunge. Wir haben also über... dieses Thema gesprochen. Und dann bin damit rausgeplatzt, was ich von der Gyni und von Katja erfahren habe.“ &lt;p&gt;„Und?“ Das Herz pochte mir bis zum Hals. &lt;p&gt;Sie legte ihre Stirn in Falten. „Erst war er ein bisschen grantig. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass er ohnehin schon ganz schön gezweifelt hat. Oliver hatte ja auch schon mal mit ihm geredet. Und du hast es ja versucht. Ich glaube, er wollte einfach nicht wahrhaben, wie sie ihn tatsächlich beschissen und er dich deswegen so mies behandelt hat. Ist eben auch nur ein Kerl“, fügte sie hinzu. „Wenn ich allerdings zugeben muss, ein verdammt heißer.“ &lt;p&gt;„Bitte?“ &lt;p&gt;„Mein Gott“, verdrehte sie die Augen. „Er hat sich halt umgezogen. Aber... egal jetzt!“ &lt;p&gt;Wäre Gretchen nicht meine allerallerbeste Freundin, hätte ich ihr jetzt womöglich die Augen ausgekratzt. &lt;p&gt;„Ich glaube, als ich ihm vorschlug, noch auf der Stelle die Frauenärztin und den Psychologen aufzusuchen, um sich meine Angaben bestätigen zu lassen, ist er mit seiner Einstellung völlig ins Wanken gekommen. Obwohl, das kann auch am Absinth gelegen haben? Jedenfalls hat es ihm ganz schön zu denken gegeben.“&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-1933181726254840843?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/1933181726254840843/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=1933181726254840843&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/1933181726254840843'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/1933181726254840843'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-56.html' title='Herzblatt – Kapitel 56'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-448601934135330665</id><published>2011-06-25T05:22:00.000+02:00</published><updated>2011-06-25T05:22:00.517+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 55</title><content type='html'>&lt;p&gt;Während ich noch den Atem anhielt, war Jaqueline wortlos aufgestanden und hatte den Raum verlassen. Sie versuchte, Sams Blick einzufangen, doch der starrte stur auf die Tischplatte.  &lt;p&gt;Na, wenigstens meinen Schluckauf war ich jetzt los. &lt;p&gt;Als sich die Anspannung im Raum allmählich zu lösen begann, stand ich auf. Diese Sache war wohl gelaufen, meine Sendung noch nicht. &lt;p&gt;Sam erhob sich ebenfalls. „Lulu… ich…“ Ein einfaches &lt;i&gt;Es tut mir leid&lt;/i&gt; waren nicht die Worte, die er für ausreichend und angemessen hielt. Und er wusste, dass ich das wusste. Also schüttelte er nur schwach den Kopf und griff nach meiner Hand. &lt;p&gt;Auch ich konnte nicht in Worte fassen, was ich empfand. Ich hätte ihn gerne in die Arme genommen und getröstet. Ich sehnte mich so unglaublich nach ihm, seiner Nähe, seiner Wärme und seiner Kraft. Ja, ich gebe zu, sein Auftreten hatte mich mehr als beeindruckt. &lt;p&gt;„Wir…“, setzte er erneut an und hielt wieder inne. &lt;p&gt;„Jeder von euch hat Wahrheiten erfahren, die erst einmal verdaut werden müssen“, warf Allegra ein. &lt;p&gt;Ich war ihr dankbar dafür, denn nun konnte ich mich zusammenreißen und nicht ausschließlich von Gefühlen leiten lassen. „Sam, ich bringe gerade Ordnung in mein Leben. Das alles hier macht es nicht gerade leichter. Du hast nun auch einiges aufzuarbeiten und wirst erst einmal Ordnung schaffen müssen. In &lt;i&gt;deinem&lt;/i&gt; Leben. Das wird Zeit brauchen.“ &lt;p&gt;Er kniff kurz die Lippen zusammen und nickte bestätigend. „Das klingt vernünftig.“ &lt;p&gt;„Sind wir doch alle“, seufzte Allegra leise. „Jetzt. Mehr oder weniger.“ &lt;p&gt;Bevor Sam meine Hand losließ, strich er mit dem Daumen sanft kleine Kreise über meinen Handrücken. Er sah müde aus, älter, abgekämpft, desolat. Als sei sein gesamtes Weltbild vor ihm in Trümmern gefallen. Was wohl auch so war. Und der mörderische Kater, den er noch dazu hatte, war sein geringstes Problem. &lt;p&gt;Natürlich waren alle Blicke auf uns geheftet, als sich die Küchentür öffnete und jeder zurück an seinen Arbeitsplatz ging.  &lt;p&gt;Ich huschte so schnell es ging ins Aufnahmestudio und bremste dann überrascht vor meinem Pult ab. „Marc?“ &lt;p&gt;„Ich war nur hier, um zu sagen, dass ich Montag wieder komme. Da wurde stante pede eine Vertretung für dich benötigt“, erklärte er mit einem hinreißenden Lächeln, „und für dich tue ich bekanntermaßen ja alles.“ Er stand auf und gab mir zur Begrüßung einen Kuss auf die Wange. &lt;p&gt;„Äh… danke.“  &lt;p&gt;Für einen Augenblick fühlte ich mich befangen. Doch dann kam Sam kurz herein, klopfte Marc einmal kräftig auf die Schulter und sagte: „Danke fürs Einspringen.“ &lt;p&gt;„Klar doch!“  &lt;p&gt;Das Verhältnis zwischen den beiden war so entspannt wie zwischen großem und kleinem Bruder, von dem der eine dem anderen mal einen Finger in der Tür eingeklemmt hatte. Nichts weiter. Und ich fragte mich, worüber ich mir Gedanken machte? &lt;p&gt;Marc spielte die Werbung ein und schaute besorgt zur mir. „Bist du okay? Wie geht es dir?“ &lt;p&gt;Ich seufzte. „Wenn ich gewusst hätte, was in diesem Leben alles auf mich zukommt, ich schwöre, ich hätte den rechten Hoden meines Vaters niemals verlassen.“ &lt;p&gt;„Oh!“ &lt;p&gt;„Marc“, setzte ich nun an, weil es mir wichtig erschien. „In den letzten beiden Tag meinte die Welt wohl, es ziemlich genau mit der Wahrheit und Wahrheiten an sich nehmen zu müssen, und ich hab’ meinen Teil auch abgekriegt und ebenfalls nicht vergessen, dass du damals auch ganz ehrlich mit mir warst, wofür ich dir dankbar bin und was ich dir sehr hoch anrechne, und deshalb möchte ich auch ganz offen zu dir sein und dir sagen, dass ich weiß, dass Sam es war... Du sollst wissen, dass ich es weiß und dass es okay ist, und das wollte ich dir nur sagen.“ &lt;p&gt;Marcs starrte mich mit offenem Mund an. &lt;p&gt;„Ich bin fertig.“ &lt;p&gt;Er blinzelte kurz. „Du hast das alles gesagt, ohne auch nur ein einziges Mal Luft zu holen.“ &lt;p&gt;„Ja.“ &lt;p&gt;„Danke.“ &lt;p&gt;Ich nahm in kurz in die Arme und hatte dabei das gute Gefühl, dass nun alles geklärt war. &lt;p&gt;Auf die Nacharbeit wollte ich heute verzichten, das war ohnehin kein Problem. Marc war noch leicht verschnupft und verabschiedete sich direkt nach der Sendung bis kommenden Montag. Ich hielt nach Allegra Ausschau. &lt;p&gt;„Allegra dreht gerade eine Runde mit Lotte, müsste gleich wieder hier sein.“ &lt;p&gt;„Ist gut, dann warte ich.“ &lt;p&gt;„Tee?“ Sam legte den Kopf schief und sah mich an wie ein kleiner Junge, der Gänseblümchen verteilt. &lt;p&gt;Ich runzelte die Stirn. „Ich glaube, einen Kaffee kann ich jetzt schon mal vertragen.“ &lt;p&gt;„Und er?“ Sam kam näher. Kaum berührte seine Hand wie zufällig meinen Bauch, als das Getobe auch schon wieder losging. „Willst du das echt riskieren?“ &lt;p&gt;„Hm“, machte ich und ließ die Schultern hängen. „Vielleicht sollte ich es mal mit stillem Wasser probieren?“ &lt;p&gt;Sein kurzes Lachen tat gut, war beruhigend, und gab mir das gute Gefühl, dass er sein Leben wieder in den Griff bekommen würde.  &lt;p&gt;Das Mittagsprogramm lief an und der Moderator spielte einen Song von &lt;i&gt;Pink&lt;/i&gt; ein. Ich sah zu Sam auf und er erwiderte mein Lächeln. &lt;p&gt;&lt;i&gt;Pretty, pretty please, don’t you ever, ever feel &lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;like your less than fuckin’ perfect? &lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;Pretty, pretty please, if you ever, ever feel&lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;like your nothing: &lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;You’re fuckin’ perfect to me…&lt;/i&gt; &lt;p&gt;Nachdem Sam sich bei seinen Mitarbeitern für das Debakel entschuldigt und ihnen für Verständnis und Einsatz gedankt hatte, und nachdem ich Allegra versichert habe, wie unglaublich couragiert sie war und ihr meine Bewunderung ausdrückte, war für mich Feierabend. Endlich Wochenende! Und damit verbunden hoffentlich ein wenig Ruhe und Erholung. &lt;p&gt;„Ach, wie gut, dass ich Sie noch antreffe, Lulu“, empfing mich Emma, als ich vollbeladen zur Haustür hineinstolperte. Auf dem Rückweg hatte ich unseren Wochenendeinkauf erledigt. &lt;p&gt;„Lassen Sie mich Ihnen mal etwas abnehmen, das ist doch viel zu schwer für dich!“ &lt;p&gt;„Ähhhphhh…“ Völlig überrumpelt hielt ich ihr zwei Tüten entgegen. „Danke, Misses Jackson.“ &lt;p&gt;„Emma. Bitte sag’ doch Emma zu mir, ja?“ &lt;p&gt;„Gerne“, antwortete ich glücklich. Ihre ruhige, warme Präsenz löste augenblicklich Wohlbehagen in mir aus. Und ich liebte ihren leichten amerikanischen Akzent. Und die Tatsache, dass sie sich offenbar nicht entscheiden konnte, &lt;i&gt;Sie&lt;/i&gt; oder &lt;i&gt;Du&lt;/i&gt; zu mir zu sagen.  &lt;p&gt;„Misses Jackson“, tadelte Björn und nahm wiederum ihr die Tüten aus der Hand. „Ihr Kaffee. Und du“, Wangenkuss und ebenfalls tadelnder Blick, „sollst gefälligst auch nicht so schwer heben.“ &lt;p&gt;„Hey, ich trage seit Wochen diese Kugel mit mir herum. Wie viel schwerer könnte ich noch tragen?“ &lt;p&gt;„Abwarten“, grinste Emma und kramte in ihrer riesigen Tasche. „Mein Sohn wog bei seiner Geburt über zehn Pfund. Da hatte ich ordentlich zu pressen, sage ich euch.“ Sie winkte mich zu sich. &lt;p&gt;Mit Tyson auf dem Arm versuchte ich mich aus meiner Jacke zu befreien, hängte sie an die Garderobe und folgte Björn in die Küche.  &lt;p&gt;Auf dem Tisch hatte Emma ein paar Babyschühchen, eine Babyjacke, einen winzigen Schal und ein Mützchen ausgebreitet. In beige und hellblau und…  &lt;p&gt;„Mein Gott, ist das alles selbst gehäkelt?“ Ich berührte die Kleidungsstücke ehrfürchtig. „Das ist ja wunderschön.“ &lt;p&gt;„Ja?“, rückversicherte Emma sich. „Gefällt es dir?“ Sie nahm das Jäckchen und legte es mir auf den Bauch, dann nickte sie zufrieden. &lt;p&gt;„Für mich?“ &lt;p&gt;„Nein“, schüttelte sie den Kopf. „Ich glaube, du passt da nicht mehr rein. Aber für den Kleinen da drin dürfte es reichen.“ Sie zwinkerte frech. &lt;p&gt;Ich musste bei ihrem Anblick prusten. „Sie sind ja ‚ne richtige Tischrakete, Emma.“ &lt;p&gt;„Du. Ich bin du, ja?“ Lachend schlang sie ihre Arme um meinen Hals. „Ich mag dich, Lulu.“ &lt;p&gt;„Ich mag dich auch, Emma.“  &lt;p&gt;Wir kicherten und Björn rollte mit den Augen. „Mädchen!“&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-448601934135330665?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/448601934135330665/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=448601934135330665&amp;isPopup=true' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/448601934135330665'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/448601934135330665'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-55.html' title='Herzblatt – Kapitel 55'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-520031451428422549</id><published>2011-06-24T05:21:00.000+02:00</published><updated>2011-06-24T05:21:00.134+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 54</title><content type='html'>&lt;p&gt;„Es ist sechs Uhr am hoffentlich auch für euch letzten Arbeitstag der Woche“, begann ich meine Moderation, „und am Mikrofon Lulu Herz. Guten Morgen da draußen.“ &lt;p&gt;Ich wollte gerade den ersten Titel des Morgens einspielen, als von extern auf meinen PC zugegriffen wurde. Diese Option gab es, falls mal ein Moderator länger auf dem Klo brauchte und zur Liveschaltung das Mikro nicht besetzt war. Allerdings war es nur von Sams PC aus möglich. &lt;p&gt;&lt;i&gt;This is how you remind me of what I really am.&lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;It's not like you to say sorry. &lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;I was waiting on a different story. &lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;This time I'm mistaken, for handing you a heart worth breakin'…&lt;/i&gt; &lt;p&gt;&lt;i&gt;&lt;/i&gt; &lt;p&gt;Ein Hit von Nickelback, einer meiner Lieblingsbands. Ich rollte mit dem Stuhl zurück, um einen Blick hinüber ins Glashäuschen zu werfen. Sam sah mir offen in die Augen und ein Kribbeln durchflutete meinen ganzen Körper. Seufzend manövrierte ich mich zurück ans Pult, studierte die News des Tages und überlegte, wie ich sie am besten anmoderieren könnte.  &lt;p&gt;Kurz vor der Werbepause mit den anschließenden Achtuhrnachrichten griff ich nach meiner Tasse und machte mich auf den Weg in die Küche. Während ich darauf wartete, dass mein Wasser endlich kochte, betrat Sam den Raum. &lt;p&gt;„Ich habe Gretchen nach Hause geschickt.“ &lt;p&gt;„Gut“, erwiderte ich knapp. &lt;p&gt;„Ich hoffe, das ist okay für dich?“ Er beugte sich zu mir hinab. Ich roch sein umwerfendes Aftershave. Und Sam. Einfach nur Sam. Er hatte einen so einzigartigen, unvergleichlichen Duft, wie Pherhormone, sodass ich ihn am liebsten abgeleckt hätte.  &lt;p&gt;Beschämt biss ich mir auf die Unterlippe. „Natürlich.“ &lt;p&gt;„Soll ich vielleicht co-moderieren?“ Es klang beinahe wie eine Bitte. &lt;p&gt;„Nein, danke. Ich glaube, das bekomme ich schon noch alleine hin.“ Ich griff nach dem Kocher und goss schwungvoll Wasser in meine Tasse. Dabei trafen mich ein paar Spritzer an der Hand. „Scheiße!“ &lt;p&gt;„Lulu!“ Sofort hatte er meine Hand gepackt und drückte sie gegen seine Wange. &lt;p&gt;Völlig überrumpelt starrte ich ihn an. &lt;p&gt;„Besser?“, fragte er nach einer Weile. Seine babyblauen Augen funkelten als wären Sternspritzer darin eingefangen. &lt;p&gt;Ich jedenfalls war darin gefangen, löste meine Hand aus seinem Griff und legte sie ihm auf die andere Wange. Und in meinem Hirn legte sich ein Schalter um, ich dachte, fühlte und sah nichts mehr – außer Sam.  &lt;p&gt;Er trat einen Schritt näher und als er meinen Bauch berührte, begann sein Kind in mir zu strampeln. So heftig, dass ein Ruck durch mich ging. Ich erwartete jeden Augenblick, es würde &lt;i&gt;Juhuuu, Papaaa!&lt;/i&gt; schreien. &lt;p&gt;„Ich werd’ hier echt noch bekloppt!“, donnerte es und wir sprangen ansatzlos auseinander. „Mann!“ Knurrend stapfte Arife in die Küche. „Und? Was’ hier schon wieder los?“, fuhr sie uns an.  &lt;p&gt;„Bitte?“ Sam sah konsterniert auf sie herab. &lt;p&gt;Arife ließ sich trotz ihren knapp Einsdreiundfünfzig nicht beeindrucken. Sie legte den Kopf in den Nacken und verschränkte demonstrativ die Arme. „Weißt du, Chef? Ich finde es ja wirklich toll, dass wir hier eine kleine Familie sind. Aber du“, jetzt tippte sie ihm doch tatsächlich noch auf die Brust, „solltest deine Familienverhältnisse mal besser klären, bevor ich mich selbst zur Adoption freigebe.“ &lt;p&gt;„Bitte was?“ &lt;p&gt;„Deine &lt;i&gt;Was-auch-immer-sie-aktuell-ist&lt;/i&gt; sitzt schon wieder hier rum und hat Kaffee geordert. Bin ich das verdammte Mädchen für alles?“, echauffierte sie sich. &lt;p&gt;„Jaqueline?“ &lt;p&gt;Arife rollte mit den Augen. „Ja, weiß ich, wie viele du am laufen hast? Natürlich Schnackeline!“ &lt;p&gt;„Danke“, schnaubte Sam.  &lt;p&gt;„Bitte“, schnaubte sie zurück und ich war ehrlich beeindruckt von ihrer Courage. &lt;p&gt;Als sie mir einen finsteren Blick zuwarf, schnappte ich meine Tasse und eilte mit den Worten „Bin schon weg“ aus der Küche zurück ins Sendestudio. Dabei versuchte ich unauffälligen in Sams Büro zu spähen, aber… das Ding hatte Jalousien? &lt;p&gt;„Dr. Eckart von Hirschhausen ist vor neun Jahren von der Klinik zur Komik gewechselt, weil ihm große, wichtige Fragen in der Medizin nie beantwortet wurden“, moderierte ich so locker wie es mir eben möglich war. „Fragen wie: Wenn Schwimmen schlank macht, was machen Blauwale falsch? Wieso heißt es, wenn ich mit Gott spreche, Gebet, aber wenn Gott mit mir spricht, Psychose? Und wenn man sagt, Liebe geht durch den Magen, was wird aus der Liebe, wenn sie durch den Magen durch ist?“ Eine derzeit echt existenzielle Frage. &lt;p&gt;Jaqueline war bereits über eine Stunde in Sams Büro. &lt;p&gt;In mir wuchs Verzweiflung. Ich sehnte mich so sehr nach Sam. Doch genauso so sehnte ich mich endlich nach Ordnung in meinem Leben. Und die würde er mit seiner jetzigen (und vielleicht sogar auch noch zukünftigen?) Lebenssituation nicht hineinbringen können. Überhaupt: was wollte ich mit einem Mann, der nicht wusste, was er wollte? Der nicht die Eier hatte, einfach mal auf den Tisch zu hauen? Sollte wieder &lt;i&gt;ich&lt;/i&gt; diejenige sein, die in der Beziehung die Hosen anhatte? Nein, das war nicht, was ich mir für mich und die Zukunft meines Babys vorstellte, nicht, was ich wollte.  &lt;p&gt;„Liebe Hörer, mein ganz persönlicher Favorit von Doc Deer ist allerdings dies hier: &lt;i&gt;Das Gehirn des Mannes wiegt 150 Gramm mehr als das der Frau und ist damit bereits ein zweites Körperteil, bei dem es offensichtlich nicht allein auf die Größe ankommt&lt;/i&gt;. Habt ihr auch ein paar nette Zitate für mich? Dann ruft an. Ich freu’ mich auf eure Weisheiten.“ &lt;p&gt;Das Telefon klingelte daraufhin beinahe ununterbrochen. Es machte solchen Spaß, mit den Hörern zu kommunizieren, und ich war für eine ganze Weile abgelenkt. Während der Zwölfuhrnachrichten flitzte ich in die Küche, um mir schnell einen Snack aus zu holen.  &lt;p&gt;„Hey, Allegra“, grüßte ich fröhlich und übersah beinahe ihren bedrückten Gesichtsausdruck. &lt;p&gt;Das Biest stand in entspannter Grundhaltung an der Getränketheke und musterte mich abschätzend. &lt;p&gt;Um Gelassenheit bemüht und ohne Jaqueline zu beachten, ging ich zur Kühltheke und suchte mir ein Sandwich aus. Unklar, wie Allegra bei einer Konfrontation nun reagieren würde, wollte ich keinen Streit provozieren. Wobei ich dennoch die leise Hoffnung hatte, sie könnte sich auf meine Seite schlagen. &lt;p&gt;„Heute ohne Anhang?“, fragte das Biest und nippte an ihrer Getränkeflasche. &lt;p&gt;Ich sah keinerlei Veranlassung, darauf zu antworten. &lt;p&gt;„Die schawenzelt doch sonst ständig um dich herum?“ &lt;p&gt;„Im Gegensatz zu dir arbeitet sie hier und hat deshalb auch allen Grund dazu“, erklärte ich bemüht höflich. &lt;p&gt;„Da hat sie recht“, meldete sich Allegra zu Wort und stand auf.  &lt;p&gt;Ich wandte mich schon zum Gehen, doch Jaquelines Blick war so voller Verachtung und Hass, dass es mir eiskalt den Rücken hinunter lief. &lt;p&gt;„Ich“, sagte sie betont sublim, „werde hier noch in aller Ruhe austrinken und dann erst dieses Gebäude verlassen.“ &lt;p&gt;Die hatte echt einen an der Murmel! Ich warf einen Blick auf das edle Fläschchen in ihrer Hand und konnte es mir einfach nicht verkneifen: „Multivitaminsaft? Warum trinkst du kein Zyanid? Dann dauert’s nicht so lange.“ &lt;p&gt;Ich war bereits an der Tür, als mich ihre Drohung einholte. „Du kleines, verdammtes Miststück. Ich bring’ dich um!“  &lt;p&gt;Die Glasflasche flog nur Zentimeter an meinem linken Ohr vorbei und zerbarst an der Wand. Vor Schreck bekam ich Schluckauf. &lt;p&gt;„Bist du verrückt geworden?“, schrie Allegra und verpasste dem Biest eine schallende Ohrfeige. „Es ist vorbei! Kapier’ das endlich!“ &lt;p&gt;Jaqueline bedachte ihre beste Freundin mit einem Blick, der einem Tiger die Streifen aus dem Fell gebeizt hätte. „Nichts ist hier vorbei. Gar nichts!“, zischte sie. „Jetzt geht’s erst richtig los.“ &lt;p&gt;Ich sah, wie Allegras Beine wackelten. Dann straffte sie die Schultern. „Da magst du wohl recht haben, Jacky. Jetzt geht es los und ich bringe es zu Ende.“ &lt;p&gt;Ich stand an der Tür und hickste fassungslos vor mich hin. &lt;p&gt;Sam war herbeigestürmt, erfasste blitzschnell die Situation und baute sich schützend vor mir auf. „Was ist hier los, verdammt noch mal?“, brüllte er.  &lt;p&gt;Seine Hand zuckte kurz, als wolle er sich an den Kopf fassen. Ich wusste, dass er sich diese Blöße nicht geben würde.  &lt;p&gt;Hinter ihm hatte sich eine Traube gebildet. „Geht wieder an eure Arbeit. Sofort! Und jemand springt vorübergehend für Lulu ein, verstanden?“ Er drehte sich rasch zu mir um. „Ist alles okay mit dir?“ &lt;p&gt;„Hick!“ &lt;p&gt;„Allegra“, donnerte er und ließ Jaqueline keine Sekunde aus den Augen. „Was ist hier passiert?“ &lt;p&gt;Sie kniff die Lippen zusammen. Ihr Blick flackerte. &lt;p&gt;„Hick!“, setzte ich zu einer Erklärung an, doch Allegra kam mir zuvor. &lt;p&gt;Die Hände jetzt zu Fäusten geballt und mit gerecktem Kinn trat sie einen Schritt nach vorn. Ihre Augen waren nun fest auf Sam gerichtet. „Mach’ die Tür zu und setz’ dich. Wir haben zu reden.“ &lt;p&gt;Erstaunt über ihren Befehlston, tat Sam wie geheißen.  &lt;p&gt;„Du“, sie zeigte mit dem Finger auf Jaqueline, „setzt dich jetzt auch.“  &lt;p&gt;Als Allegra ihren Blick zu mir wandern ließ, zog ich das Genick ein. „Hick!“ &lt;p&gt;Sie streckte mir ihre Hand entgegen und ich ergriff sie. Sanft zog sie mich an ihre Seite. „Lulu? Bleibst du bitte bei mir?“ &lt;p&gt;Nickend nahm ich neben ihr Platz. &lt;p&gt;„Und was soll dieses ganze Theater, Allegra?“ Jaqueline fühlte sich sichtlich unwohl, das konnte selbst ihr arrogantes Gehabe nicht verbergen. Unauffällig rückte sie ein Stück von uns ab. &lt;p&gt;„Das ist &lt;i&gt;dein&lt;/i&gt; Auftritt, Jaqueline Biestermann. Das Stück heißt &lt;i&gt;Die ganze Wahrheit&lt;/i&gt;. Du kennst es sicher nicht, denn Wahrheit ist dir ja fremd. Aber keine Sorge“, fügte Allegra mit dem Charme einer Schwarzen Witwe hinzu und tätschelte Jaquelines Arm. „Ich werde dich unterstützen. Fangen wir mal von ganz vorne an.“ &lt;p&gt;„Du kannst mich mal!“ Jaqueline spuckte auf den Tisch und machte Anstalten, aufzustehen. &lt;p&gt;„Sitzen bleiben!“ Sams Stimme ließ das Glas der Vitrine vibrieren. &lt;p&gt;„Sam“, flehte sie nun. „Allegra ist schon immer scharf auf dich gewesen. Sie will mich doch nur schlecht machen bei dir. Deshalb will sie dir Lügen über mich erzählen.“ &lt;p&gt;„So?“, fragte Sam und zog eine Augenbraue nach oben. „Welche Lügen sollte sie denn erzählen?“ &lt;p&gt;Das Unbehagen, das sich in Jaqueline breit machte, war beinahe greifbar. Ich hickste nervös. &lt;p&gt;„Was weiß ich denn?“, erwiderte sie mit zittriger Stimme. „Auf jeden Fall will sie sich für dich interessant machen und mich verunglimpfen.“ &lt;p&gt;Verunglimpfen? Welcher Mensch benutzte heute noch so ein Wort? &lt;p&gt;Sam lehnte sich zurück. „Allegra hat keinerlei Anlass mehr, sich für mich interessant machen zu wollen.“ Er warf ihr einen kurzen Blick zu. „Sie und ich haben uns gestern lange unterhalten.“ &lt;p&gt;Mit &lt;i&gt;Sie&lt;/i&gt; war Gretchen gemeint. Allegra verstand und errötete leicht. &lt;p&gt;Eine unangenehme Stille entstand. Naja, immer wieder unterbrochen von einem leisen &lt;i&gt;Hick!&lt;/i&gt;. &lt;p&gt;„Jaqueline“, sagte Sam in einem so zarten, gefühlvollen Ton, dass es mir im Herzen weh tat. „Wir kennen uns jetzt schon fünf Jahre. Du weißt, ich werde nie vergessen, dass du mir damals das Leben gerettet hast. Und ich werde dir ewig dankbar sein.“ &lt;p&gt;Jaqueline hatte eine Kleinmädchenmiene aufgesetzt und sah ihn anbetungswürdig an. &lt;p&gt;Diese falsche Schlange! &lt;p&gt;„Fünf Jahre sind wir miteinander eingeschlafen“, fuhr Sam sanft fort, „und aufgewacht. Wir haben viel Zeit miteinander verbracht und einiges zusammen durchgestanden. So ist es doch, Jaqueline? Oder?“ &lt;p&gt;Sie nickte unschuldig. &lt;p&gt;„Ich habe dir immer vertraut, geglaubt. An dich geglaubt.“ &lt;p&gt;Glückselig griff sie nach Sams Hand, die er jedoch unmerklich zurück zog. &lt;p&gt;„Was, Jaqueline, ist die Wahrheit?“ &lt;p&gt;Himmel, das war ja ein richtiger Redeschwall, der da aus Sam heraus brach?  &lt;p&gt;„Hick!“ Ich presste meine Hand auf den Mund. Verdammt! &lt;p&gt;Das Biest neigte den Kopf zur Seite. „Ich liebe dich, Sam! Und alles war gut, bis &lt;i&gt;die&lt;/i&gt; kam.“ Ihr Finger schoss so schnell nach vorne, dass ich fürchtete, sie würde mir ein Auge ausstechen. &lt;p&gt;„War es das?“, fragte Sam leise. &lt;p&gt;Sie schmollte.  &lt;p&gt;Allegra atmete tief ein und wieder aus. „Du wolltest die coole Tussi markieren und mit Koks auf der Party auftauchen. Es war nichts als Glück, dass du Sam gefunden hast. Glück für dich, Pech für ihn. Im weiteren Sinne“, fügte sie mit einem Kopfwackeln hinzu. „Du hast dich als seine Retterin aufgespielt und dabei nichts anderes im Sinn gehabt als deine Rache an mir. Weil du wusstest, dass ich ihn verliebt bin.“ &lt;p&gt;Jaqueline tat diese Aussage mit einem Schulterzucken ab. „Pah!“ &lt;p&gt;Das brachte Allegra nun noch mehr in Rage. „Du hast mir erzählt, dass du Sam mit Lulu beobachtet hast, bist ihnen an diesem einen Tag gefolgt, als sie gemeinsam joggen waren, und hast versucht, sie mit Enricos Auto über den Haufen zu fahren.“ &lt;p&gt;Jaqueline schnappte nach Luft. Sie wollte widersprechen, schüttelte den Kopf, doch Sam deutete ihr mit einer Bewegung seiner Augenbraue an, dass er sie damals im Wagen erkannt haben musste. &lt;p&gt;Für einen Moment blieb mir der Schluckauf weg. &lt;p&gt;„Sam wollte sich damals von dir trennen. Mit etwas Charakter hättest du das akzeptiert. Aber nein. Die tolle Jacky macht ihm weiß, dass sie schwanger ist.“ Allegra rümpfte die Nase.  &lt;p&gt;Sam presste die Faust auf seine Lippen. Seine Knöchel knacken. &lt;p&gt;„Und zu allem Überfluss ziehst du noch den ganzen Psychoscheiß mit der Fehlgeburt durch, das ist so erbärmlich.“ &lt;p&gt;„Du lügst!“, herrschte Jaqueline Allegra an. „Halte jetzt gefälligst deine verdammte Klappe!“ &lt;p&gt;„Jacky? Willst du weiter erzählen?“ Die Adern an Sams Hals pochten.  &lt;p&gt;„Sie lügt, Sam! Merkst du das nicht?“ &lt;p&gt;„Ich habe einiges nicht gemerkt. Vielleicht willst du mir dabei helfen? Jacky?“ &lt;p&gt;Der Ton in Sams Stimme hatte sie nun vollends verwirrt. Er klang so scharf wie eine japanische Damastklinge. Sie konnte nur noch stottern. „Das war... ich hab’... aber... ich...“ &lt;p&gt;Mutig beugte sich Allegra ein wenig nach vorn. „Du hast Enrico an dem Abend, als wir im &lt;i&gt;Keller&lt;/i&gt; waren, fünfhundert Euro versprochen, damit er Lulu vergewaltigt!“ &lt;p&gt;„Jaqueline?“  &lt;p&gt;Bei der Erinnerung daran schossen mir Tränen in die Augen. Blöde Hormone! &lt;p&gt;Sam musste mir nur einen Blick zuwerfen, um lauter zu werden: „Jaqueline?“ &lt;p&gt;Sie wand sich. Sah uns der Reihe nach an und suchte nach Worten, nach Ausreden, nach Lügen. &lt;p&gt;„Jaqueline“, wiederholte Sam noch einmal grollend. &lt;p&gt;„Die hat es doch verdient“, jammerte sie kläglich. &lt;p&gt;Im selben Moment donnerte Sams Faust auf den Tisch. Er schloss kurz die Augen. Als er sie wieder öffnete – ich schwöre! – loderten Flammen dahinter. Es war richtig gruselig, wie er langsam auf sie einsprach: „Mach’, dass du hier weg kommst, Jaqueline. Geh’ hier raus, ohne ein weiteres Wort. Sonst vergesse ich mich und werde zum ersten Mal in meinem Leben eine Frau schlagen. Wenn ich nach Hause komme, wird mich nichts, aber auch gar nichts mehr an dich erinnern, verstanden? Mir ist scheißegal, wie du das anstellst. Schaffst du es nicht, dann gnade dir Gott.“&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-520031451428422549?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/520031451428422549/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=520031451428422549&amp;isPopup=true' title='5 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/520031451428422549'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/520031451428422549'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-54.html' title='Herzblatt – Kapitel 54'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>5</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-1400304065298065187</id><published>2011-06-23T05:20:00.000+02:00</published><updated>2011-06-23T05:20:00.131+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 53</title><content type='html'>&lt;p&gt;„Was ist denn hier los?“  &lt;p&gt;Es war fast acht Uhr, als ich nach Hause kam, und ich wollte einfach nur noch ins Bett. Dazu musste ich jedoch über zahlreiche Kisten steigen, die in Flur, Wohnzimmer und auf der Treppe zu meinem Zimmer verstreut standen. &lt;p&gt;„Lulu? Wo kommst du denn jetzt her? Wir haben uns schon Sorgen gemacht“, riefen Björn und Alex. &lt;p&gt;Ich winkte ab. Jedes Mal dasselbe! Dumpfes Gekläffe und ein sich bewegender Karton erweckte meine Aufmerksamkeit. „Tyson?“ Ich befreite meinen völlig hysterischen Hund und nahm ihn tröstend auf die Arme. „Was soll das hier alles?“ &lt;p&gt;„Wir haben Babymöbel gekauft.“ Björn plusterte stolz die Brust auf. &lt;p&gt;Alex legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Nicht gekauft. Zur Auswahl besorgt. Du alleine darfst entscheiden.“ &lt;p&gt;Ich schloss die Augen. Und entschied. „Ich werde ausziehen.“ &lt;p&gt;„Was?“ Blankes Entsetzen stand auf ihren Gesichtern. &lt;p&gt;„Bitte versteht mich. Ich möchte Ordnung, ein ganz normales Leben, ein &lt;i&gt;eigenes&lt;/i&gt; Leben. Für den Zwerg. Und hier wäre es auf Dauer doch sowieso zu eng für uns alle. Oder wollen wir zukünftig in der Badewanne schlafen?“ &lt;p&gt;Björn und Alex sahen warfen sich unsichere Blicke zu. &lt;p&gt;„Darüber habt ihr überhaupt nicht nachgedacht, oder?“, schlussfolgerte ich. &lt;p&gt;„Naja... wir dachten... wir könnten...“, stammelte Björn. &lt;p&gt;„Du gehst ja schließlich arbeiten und...“ &lt;p&gt;Ich tippte mir mit dem Finger gegen die Stirn. „Ihr nicht?“ Kopfschüttelnd fuhr ich fort: „Ihr seid beide selbständig. Jeder Arbeitsausfall ist auch Verdienstausfall. Abgesehen davon wünsche ich mir selbst ausreichend Zeit mit meinem Kind. Es ist alles, was ich noch habe.“ &lt;p&gt;„Ach, Lulu!“ Schluchzend schlangen sie ihre Arme um mich und Tyson keuchte auf meiner Schulter. &lt;p&gt;Eine Stunde später lümmelten wir gemeinsam auf dem Sofa und löffelten Sahnepudding aus einer großen Schüssel. Die Kartons hatten Björn und Alex weitestgehend verstaut und versprochen, allesamt morgen wieder abholen zu lassen. &lt;p&gt;„Wir hatten ja schon mit dieser Reaktion gerechnet“, gab Alex zu und Björn fuhr fort: „Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Wir dachten, solange das Baby noch so klein ist, reicht der Platz völlig aus. Und bis es ein eigenes Zimmer braucht, ist uns schon etwas eingefallen. Ausbau oder so.“ &lt;p&gt;„Wohin denn ausbauen? In den Garten? Unsere Schaukel steht schon zur Hälfte auf dem Nachbargrundstück.“ Ich schüttelte den Kopf. Denken ist manchmal eben Glücksache. &lt;p&gt;„Apropos Nachbar...“ Alex richtete sich auf und starrte hochkonzentriert auf seine Knie. „Herr Sperling war vor zwei, nein, drei Wochen im Salon und hat etwas von Auswanderungsplänen erzählt. Australien? Neuseeland?“ Er schnipste mit den Fingern. „Ja, genau. Neuseeland war es.“ &lt;p&gt;„Echt?“ Auch ich richtete mich auf. Neugierig geworden.  &lt;p&gt;Dem alten Sperling gehörte das Anwesen direkt neben uns. Eine kleine alte Villa, leicht zurück gesetzt gebaut, mit einem schnuckeligen Erker und großzügigem Garten. Wie oft schon hatte ich auf meinem Balkon gestanden und sehnsüchtige Blicke hinüber geworfen. Es war einfach perfekt. &lt;p&gt;Und genau das war mein Problem. „Das wäre einfach zu schön, um...“ &lt;p&gt;„Ich kümmere mich mal drum“, fiel Alex mir ins Wort. „Fragen kostet ja nichts.“ &lt;p&gt;Und selbst wenn – ich könnte mir dieses Haus niemals leisten. &lt;p&gt;Erstaunlich ausgeruht und fast schon gut gelaunt traf ich am nächsten Morgen im Sender ein. Ich stellte gerade die Songlist für die erste Stunde zusammen, als Gretchen die Treppe hinaufgestolpert kam. Sie trug Sonnenbrille und machte insgesamt einen ziemlich zerknitterten Eindruck. Sam, der ihr annähernd auf dem Fuße folgte, sah nicht weniger ungebügelt aus. Man musste kein Anatom sein, um zu folgern, dass die beiden gestern gemeinsam einen ziemlichen Absturz hatten. &lt;p&gt;„Morgen“, krächzte Gretchen und nahm die Brille ab. Himmel, sah sie scheiße aus. &lt;p&gt;Sam verschwand sofort in der Küche. &lt;p&gt;Ich zog die Nase kraus. &lt;p&gt;„Was?“, knurrte sie mich an. &lt;p&gt;Ich wedelte mit der Hand vor meiner Nase. „Du stinkst. Vielleicht solltest du erst Mal deinen Rausch ausschlafen, dann duschen und Zähne putzen. Im Erdgeschoss ist ein kleines Zimmer für solche Fälle.“ &lt;p&gt;„Daran bist nur du schuld!“ &lt;p&gt;„Ich? Ich kann mich nicht daran erinnern, dir intravenös Hochprozentiges verabreicht zu haben.“ &lt;p&gt;Gretchen massierte ihre Schläfe. „Nicht so laut.“ &lt;p&gt;Seufzend kramte ich in meiner Tasche, fand zwei Kopfschmerztabletten und ging in die Küche. &lt;p&gt;Sam zog gerade den zweiten Espresso, und das Geräusch der Maschine schien ihm offensichtlich große Schmerzen zu bereiten. &lt;p&gt;Ich füllte zwei Gläser mit Leitungswasser, warf jeweils eine Tablette hinein und reichte ihm ein Glas. „Ist vielleicht besser.“ Das andere brachte ich Gretchen, die auf ihrem Stuhl regelrecht zusammengebrochen war. &lt;p&gt;„Danke“, murmelte sie. „Tut mir leid.“ &lt;p&gt;„Was?“ Als sie nicht antwortete, streichelte ich behutsam ihre Wange. „Geh’ nach Hause, Gretchen. Ich mach’ das hier schon. Und wenn du ausgeschlafen bist und es dir wieder gut geht, reden wir. Ja?“ &lt;p&gt;Als sie den Kopf schütteln wollte, stöhnte sie wehleidig auf. „Au!“ &lt;p&gt;In &lt;i&gt;meinem&lt;/i&gt; Kopf läuteten Alarmglocken. „Gretchen? Was habt ihr euch gestern reingezogen?“ &lt;p&gt;„Hm“, machte sie, als würde jeder Gedanke sie anstrengen. Was wohl auch der Fall war. „Reste von Jim Beam, Jack Daniels, Hennessy, Abellio, Finsbury, Hendrick’s und zwei Flaschen Absinth.“ &lt;p&gt;„Und sonst noch?“ &lt;p&gt;Verwundert sah sie zu mir auf. „Reicht das nicht?“ &lt;p&gt;„Gretchen“, wurde ich nachdrücklicher. „Habt ihr sonst noch irgendetwas genommen?“ &lt;p&gt;„Hä?“ &lt;p&gt;„Verdammt! Habt ihr euch Koks durch die Nase gezogen?“, zischte ich sie an, rüttelte an ihrer Schulter und ignorierte völlig den schmerzverzerrten Gesichtsausdruck. &lt;p&gt;„Nein, haben wir nicht!“ Sams Stimme grollte über mich hinweg wie ein Donner in den Schweizer Alpen. Er schloss kurz die Augen. Dann beugte er sich zu mir hinab und flüstere mir ins Ohr: „Da dich Allegra ja so gut aufgeklärt zu haben scheint, solltest du wissen, dass ich...“ &lt;p&gt;„Seit fünf Jahren kein Koks mehr angerührt habe. Ich weiß. Ich weiß auch, was zwischen dir und Marc vorgefallen ist. Und dass dir Jaqueline das Leben gerettet hat. Und dann versaut“, fügte ich spitz hinzu. „Und bevor du dich darüber jetzt aufregst, möchte ich hinzufügen, dass ich das alles gerne aus deinem Mund erfahren hätte. Das wäre immerhin ein kleiner Vertrauensbeweis gewesen. Offensichtlich bin ich dir aber so viel nie wert gewesen.“ &lt;p&gt;Meine Standpauke zeigte zwar Wirkung, aber ich hatte Allegra gerade ziemlich in die Scheiße geritten. Gab es denn keinen Filter zwischen meinem Hirn und meiner großen Klappe?  &lt;p&gt;„Ich will noch hinzufügen“, sagte ich rasch, „dass ich diese Details aus deiner Vergangenheit unter Androhung von Gewalt aus Allegra herausgepresst habe.“ &lt;p&gt;Er zog mühsam eine Augenbraue nach oben. &lt;p&gt;„Und im Gegensatz zu dir erkenne ich die Wahrheit und kann mit ihr umgehen, beziehungsweise Konsequenzen daraus ziehen.“ &lt;p&gt;„Du hast ja keine Ahnung“, kam es heiser von Gretchen. „Keine Ahnung.“ &lt;p&gt;„Dann klärt mich doch auf“, forderte ich schroff. &lt;p&gt;Sam warf demonstrativ einen Blick auf die große Wanduhr. Ich verstand.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-1400304065298065187?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/1400304065298065187/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=1400304065298065187&amp;isPopup=true' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/1400304065298065187'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/1400304065298065187'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-53.html' title='Herzblatt – Kapitel 53'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-1184265854943981710</id><published>2011-06-22T05:19:00.000+02:00</published><updated>2011-06-22T05:19:00.188+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 52</title><content type='html'>&lt;p&gt;„Richtig kombiniert“, beobachtete Allegra scharf. „Es war Marc.“ &lt;p&gt;Der Kellner servierte und ich hätte mir am liebsten den Eislöffel in den Hals gerammt, um in die Eisschale zu erbrechen. &lt;p&gt;Allegra gönnte mir nur eine kurze Verschnaufpause. „Jaqueline war es, die ihn gefunden und den Notarzt verständigt hat. Er wäre in dieser Gasse sonst elendig verreckt.“ &lt;p&gt;Ich fand ihre Wortwahl nicht sonderlich sensibel, konnte jedoch den scharfen Unterton, mit dem sie den Namen ihrer Freundin aussprach, nicht überhören. &lt;p&gt;„Ich war damals schon über ein Jahr in Sam verknallt“, fuhr sie heiser fort. „Er war eng mit meinem Bruder befreundet. Der übrigens hat sich kurz nach dem Überfall das Hirn weggekokst.“ &lt;p&gt;Mir lief ein Schauer über den Rücken. Wie gebannt starrte ich sie an. &lt;p&gt;Wieder griff Allegra nach meiner Hand. „Geht’s noch? Oder soll ich lieber den Mund halten?“ &lt;p&gt;Ich legte die andere auf ihre und fragte, ehrlich besorgt: „Allegra? Die Frage ist: Kannst du noch?“ &lt;p&gt;Sie schluckte und ihr Kinn bebte leicht. „Es tut gut, dass du mir zuhörst. Dass ich das alles mal loswerden kann.“ &lt;p&gt;„Dann rede bitte weiter.“ &lt;p&gt;Und das tat sie. Jaqueline wollte sich aufspielen, ein paar Drogen beschaffen und dann bei der Party der großen, coolen Jungs einlaufen und Eindruck schinden. Nur deshalb konnte sie Sam finden und den Notruf aktivieren. Zwar waren sie und Allegra bereits seit Kindertagen befreundet, jedoch nie besonders eng. Beide waren unbestreitbar bildhübsch und jeder Mann mit Augen im Kopf drehte sich nach ihnen um. Mit Jahren jedoch wuchs nicht nur die Körbchengröße, sondern auch das Gefühl der Konkurrenz. Sam war die perfekte Beute – von Allegra gejagt und von Jaqueline erlegt.  &lt;p&gt;„Sam lag drei Monate im Koma. Als er aufwachte, war sie sofort zur Stelle. Die große Retterin.“ Allegra spuckte die Worte förmlich aus.  &lt;p&gt;„Und du...?“ &lt;p&gt;„Ich spielte die beste Freundin, nur um in seiner Nähe bleiben zu können.“ Die Verachtung sich selbst und diesem Verhalten gegenüber war deutlich in ihren Augen zu erkennen. Scheiße. &lt;p&gt;Ich sog etwa zwanzig Liter Luft durch die Nase.  &lt;p&gt;„Sag’s schon.“ &lt;p&gt;„Was?“ &lt;p&gt;„Dass ich ein verlogenes Miststück bin, dem man nicht trauen kann.“ &lt;p&gt;„Ich denke vielmehr, du warst verdammt verzweifelt. Und verdammt jung. Dein Bruder hat sich das Hirn weggekokst, das würde mich auch erst Mal aus der Bahn werfen.“ &lt;p&gt;„Fünf Jahre lang?“ &lt;p&gt;Darauf wusste ich keine Antwort. Ich drückte ihre Hand, meine andere hatte sie die ganze Zeit über festgehalten. &lt;p&gt;„Ich will das nicht mehr, Lulu. Ich ertrage es einfach nicht mehr“, vertraute sie mir atemlos an. „Als Jaqueline dann diese Schwangerschaft vorgetäuscht hat, kam ich mir so elend und dreckig vor. Ich war inzwischen so in der Rolle der besten Freundin, dass ich Sam genauso belog und betrog wie sie, indem ich geschwiegen habe. Und als Jacky dann...“ Allegra brach in Tränen aus. &lt;p&gt;Ich reichte ihr eine Serviette. „Dass Enrico dich vergewaltigen sollte, habe ich erst viel später erfahren. Spätestens da hätte ich etwas unternehmen müssen.“ &lt;p&gt;„Und was? Glaubst du wirklich, diese Frau könntest du unter Kontrolle bringen?“ &lt;p&gt;Resigniert schüttelte sie den Kopf. „Das nicht. Aber ich hätte klare Verhältnisse schaffen können, Sam die ganze Wahrheit erzählen.“ &lt;p&gt;„Und hätte er dir geglaubt?“ &lt;p&gt;Schulterzucken. &lt;p&gt;„Oliver und ich haben es versucht. Mit dem Ergebnis, dass Sam reagierte als hätte er Tollwut. Nur ohne Schaum vorm Mund.“ &lt;p&gt;Kollektives Seufzen. &lt;p&gt;„Das ist bestimmt so ein Dingsbumssyndrom. Lebensrettungsdingens oder so.“ Ich hörte mich ja an wie eine unterbelichtete Gestörte? Bei der Flut an schockierenden Informationen, die ich innerhalb einer Stunde erhalten hatte, fühlte ich mich allerdings auch so. &lt;p&gt;„Ich hatte Angst, ihn zu verlieren“, gestand Allegra kleinlaut ein. &lt;p&gt;Wie zwei Trauerweiden saßen wir uns nun gegenüber und Lotte ließ ein leises Winseln unter dem Tisch verlauten. Passt. &lt;p&gt;Allegra stocherte abwesend in ihrer Diätbrühe. Strohhalme wären jetzt nicht schlecht.  &lt;p&gt;Sam hatte gekokst? Der ganze Kerl strotzte nur so vor Gesundheit. Er war quasi das personifizierte Körperbewusstsein. Und dann hatte er sich Drogen reingezogen? Das konnte ich einfach nicht glauben. Ich wollte es nicht, also schob ich den Gedanken von mir weg. An dessen Stelle trat Marc. Die Tatsache, dass er einen Menschen halbtotgeprügelt hatte, hatte mich damals betroffen gemacht. Die Gewissheit, dass Sam es war, den er beinahe umgebracht hätte, schockierte mich zutiefst. &lt;p&gt;Ich versuchte nachzuvollziehen, ob es diese Nahtoderfahrung war, die Sam dazu bewogen hat, Marc während und nach seiner Haftzeit zu fördern? War es vielleicht der Auslöser dafür, ein besserer Mensch zu werden, sein Leben völlig umzukrempeln? Und welche Stellung nahm Jaqueline ein? Fühlte er sich aus Dank ihr gegenüber verpflichtet? Wurde aus dieser Dankbarkeit Liebe?  &lt;p&gt;„Sie ist so mutig und stark und gnadenlos ehrlich“, unterbrach Allegra meinen Gedankenfluss, während ich mir Gummibärchen mit Ketchup in den Mund schob.  &lt;p&gt;„Gretchen?“, fragte ich. Von Jaqueline konnte sie doch wohl nicht sprechen? &lt;p&gt;„Alles, was ich nicht bin.“ &lt;p&gt;„Hmhm.“ &lt;p&gt;„Ich bin auch nicht lesbisch, wenn du das meinst.“ &lt;p&gt;„Hmhm.“ &lt;p&gt;„Aber...“ Sie ließ dieses Wort in der Luft hängen und starrte auf meine Gummibärchen. Ordentlich in kleinen Grüppchen der Farbe nach sortiert und dann in Zweierreihen aufgestellt. &lt;p&gt;„Greif’ zu.“ &lt;p&gt;„Was? &lt;p&gt;Ein Lächeln huschte über mein Gesicht. „Beides.“ &lt;p&gt;„Gummibärchen und Ketchup?“ Ihr bildhübsches Gesicht verzog sich zu einer Fratze. &lt;p&gt;„Gummibärchen und Gretchen.“ &lt;p&gt;Allegra seufzte schwer. &lt;p&gt;„Du hast mein Gretchen ja ganz schön durcheinander gebracht. Die Gute war nach eurem Geknutsche völlig von der Rolle.“ &lt;p&gt;„Ich auch.“ &lt;p&gt;„Was empfindest du für sie?“ &lt;p&gt;Allegra tunkte gedankenverloren ein grünes Gummibärchen in den Ketchup, steckte es sich in den Mund und verzog kurz darauf angewidert das Gesicht. „Bäh!“ &lt;p&gt;„So?“ &lt;p&gt;„Nein, nein!“, rief sie hastig und fuchtelte mit den Händen. „Nein. Es war, als ich sie das erste Mal gesehen habe, damals im Gericht. Da war so ein Kribbeln in meinem Bauch, das ich mir nicht erklären konnte. Und auch nicht wollte“, ergänzte sie zerknirscht. „Aber jetzt wurde es mit jedem Tag stärker, an dem ich sie gesehen habe. Seit dem Vorfall, als Jaqueline im Sender war und sie dich so mutig verteidigt hat, weiß ich, dass ich mich in Gretchen verliebt habe. Ich weiß nur nicht, ob sie genauso für mich empfindet?“ Ein hoffnungsvoller Schimmer lag in ihrem Blick, als sie mich ansah. &lt;p&gt;„Das kann ich dir auch nicht sagen, Allegra. Aber wenn du es ehrlich meinst und deine Gefühle tief sind, dann kämpfe und schere dich nicht darum, was andere denken könnten. Nur was Gretchen denkt und empfindet ist wichtig. Versuche, ihr Herz zu gewinnen.“ Ich wurde den Verdacht nicht los, dass Letzteres keine große Schwierigkeit sein würde. Ich hatte den Glanz in Gretchens Augen gesehen. &lt;p&gt;„Du meinst...? Das wäre okay?“ &lt;p&gt;„Meinen Segen hast du“, erklärte ich trocken und schob ein paar weiße Bärchen nach. „Aber wenn du ihr wehtust, bringe ich dich um und lasse es wie einen Unfall aussehen.“ &lt;p&gt;„Geht klar“, antwortete sie lässig und drückte wieder meine Hand. „Und wir? Ich meine, zwischen uns? Ist jetzt alles geklärt und du hasst mich nicht mehr?“ &lt;p&gt;„Hey, ich teile meine Gummibärchen mit dir. Braucht es noch mehr?“&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-1184265854943981710?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/1184265854943981710/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=1184265854943981710&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/1184265854943981710'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/1184265854943981710'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-52.html' title='Herzblatt – Kapitel 52'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-8414238516225871721</id><published>2011-06-21T05:18:00.000+02:00</published><updated>2011-06-21T05:18:00.252+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 51</title><content type='html'>&lt;p&gt;Draußen angekommen, wehte mir ein sanfter Herbstwind um die Nase. Ich atmete tief ein und hoffte, sowohl Sam als auch Gretchen würden mir nicht nach draußen folgen. &lt;i&gt;Bleibt wo ihr seid! Bleibt wo ihr seid!&lt;/i&gt;, flüsterte ich wie ein Mantra.  &lt;p&gt;Es wirkte. Naja, teilweise und nur für einen Moment. Zuerst spürte ich Lottes Nase, die mich anstupste und energisch Streicheleinheiten einforderte. Dann hörte ich Schritte auf dem Kies. &lt;p&gt;„Lulu?“ &lt;p&gt;„Was?“ &lt;p&gt;„Wie geht es dir?“ Allegra kam langsam auf mich zu. &lt;p&gt;„Den Umständen entsprechend.“ Haha, wie doppelsinnig. Ich könnte kotzen.  &lt;p&gt;Gedankenverloren kraulte ich Lotte hinter den Ohren. Ich wollte, dass sie wegging. Allegra, nicht Lotte. Letztere hätte ich am liebsten mit nach Hause genommen, um wenigstens einen Teil von Sam bei mir zu haben. Obwohl, das hatte ich ja schon. Wahrscheinlich den wertvollsten... &lt;p&gt;„Kann ich dir helfen?“, fragte Allegra sanft. &lt;p&gt;Ich warf ihr einen verächtlichen Blick zu. „Na, ganz bestimmt nicht.“ &lt;p&gt;Allegra blieb unbeeindruckt. „Da wäre ich mir an deiner Stelle nicht so sicher.“ &lt;p&gt;Was sollte dieser Mist? Wollte sie mich beeindrucken? Oder unter Druck setzen? Was wollte sie &lt;i&gt;überhaupt&lt;/i&gt; von mir? Allegra konnte echt froh sein, dass ich sie nicht auf der Stelle in der Luft zeriss. Schwangeren ist schließlich alles zuzutrauen. &lt;p&gt;„Lulu, ich könnte…“ &lt;p&gt;Ich hob abwehrend beide Hände. „Mich einfach in Ruhe lassen, verstanden?“ &lt;p&gt;Auf ihren ehrlich enttäuschten Blick fühlte ich mich nun doch mies. „Tut mir leid, Allegra. Aber ich möchte wirklich nicht reden.“ &lt;p&gt;„Dann“, schlug sie mutig vor, „lass’ uns doch einfach ein bisschen spazieren gehen und zusammen schweigen. Und unterwegs futtern wir alle Eisdielen leer, die noch offen haben?“ &lt;p&gt;Eis! Damit hatte sie mich. Definitiv! Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. „Bist ganz schön hartnäckig, was?“ &lt;p&gt;Allegra schüttelte den Kopf. „Nein, eher geduldig.“ &lt;p&gt;„Hm.“  &lt;p&gt;Schweigend setzten wir uns in Gang. Lotte folgte uns. &lt;p&gt;Zu dritt schlenderten wir durch den Stadtpark Richtung Zentrum. Ich sog die Luft tief ein. Das mit dem Luftholen wurde echt zur Angewohnheit? Aber der Herbst hat seine eigene Poesie. Der Herbst ist die Zeit der Früchte, der Ernte und des bunten Laubes. Bei den Astern machte ich kurz Halt und strich mit den Fingern über die Stauden. Der Wind trug meine Gedanken zu Sam. &lt;p&gt;Wie konnte sich alles nur so entwickeln? Ganz leise hatte er sich in mein Herz geschlichen. Zaghaft, unbeholfen wie zwei Teenager haben wir zueinander gefunden – nur um gleich darauf wieder auseinander gerissen zu werden. Zueinander, auseinander. Auf, ab. Wie ein Jojo. Täglich grüßt das Murmeltier. Warum war ich nur so lange dem Irrglauben verfallen, mit dieser Situation dauerhaft umgehen zu können?  &lt;p&gt;Nach etwa zwanzig Minuten stieß Allegra mich mit dem Ellenbogen an. Ich brauchte ein paar Sekunden, um mich außerhalb meiner Gedankenwelt wieder zurecht zu finden und war beinahe überrascht, sie zu sehen. Und ihren aubergine belackten Zeigefinger, der mit einer schwachen Linksneigung geradeaus deutete. &lt;p&gt;„Hm?“ &lt;p&gt;Sie stupste mich erneut an und deutete mit Nachdruck auf eine kleine Eisdiele, vor der drei Bistrotische und Stühle standen. Sie war also noch offen. &lt;p&gt;„Hast ja schon einen an der Waffel, was?“ &lt;p&gt;Allegra zuckte mit der Schulter und zog frech die Nase kraus, den Zeigefinger nun auf den Mund gelegt. &lt;p&gt;„Definitiv hast du einen an der Waffel“, stellte ich kopfschüttelnd fest. &lt;p&gt;Lotte war das egal. Sie hob schnüffelnd ihre platte Nase und trabte zielstrebig voran.  &lt;p&gt;Der Außenbereich der Eisdiele war übersichtlich bis stark eingeschränkt. Ich manövrierte mich und meinen inzwischen beachtlichen Sechsmonatsbauch zwischen den eng beieinander stehenden Tischen und Stühlen hindurch, als ein Witterungsweichei im Kaschmirmantel aus dem Innenbereich stürmte. Entweder hatte er gerade seinen Chef am Ohr oder seine Schwiegermutter. Oder beide, denn er war extrem angespannt und verpasste mir einen nicht weniger extremen Rempler.  &lt;p&gt;Durch mein einseitiges Übergewicht wankte ich nach vorn. &lt;p&gt;„Vorsicht!“ Blitzschnell hatte Allegra ihre Hand zwischen meinen Bauch und eine fiese Tischkante geschoben.  &lt;p&gt;„Danke“, krächzte ich erstaunt und setzte mich. „Astreine Reaktion.“ &lt;p&gt;Wieder zuckte sie nur mit den Schultern. &lt;p&gt;„Hey“, meinte ich, während ich die Eiskarte studierte, „wenn du mir versprichst, endlich mit den Entspannungsübungen aufzuhören, darfst du auch wieder reden.“ &lt;p&gt;Allegra lächelte verlegen. Nach einer Weile fragte sie: „Hast du denn schon einen Namen?“ &lt;p&gt;„Ludowika Luise. Steht sogar in meinem Personalausweis.“ &lt;p&gt;Ihre makellose Stirn legte sich in Falten. „Weißt du, das mag ich an dir. Deine spontane, offene, witzige und natürliche Art. Und Sam auch.“ &lt;p&gt;Ich sah von der Karte auf. Auch meine Stirn legte sich in Falten. In wesentlich mehr Falten als ihre. „Was ist das eigentlich für ein Spielchen, das du hier treibst?“ &lt;p&gt;Betroffen ließ sie sich im Klappstuhl zurückfallen. „Ich spiele hier keine Spielchen. Aber... ich kann sehr wohl nachvollziehen, dass du mir nicht traust.“ &lt;p&gt;„Du hast mir bislang auch noch nicht so viel Anlass dazu gegeben.“ &lt;p&gt;Allegra senkte den Kopf. „Das stimmt. Und eigentlich würde ich mir auch nicht trauen.“ Etwas schien sie zu beschäftigen. Und offensichtlich auch zu belasten. &lt;p&gt;Wir bestellten einen Diät- und einen Maxieisbecher und eine Tüte Gummibärchen. &lt;p&gt;„Haben Sie auch Ketchup?“  &lt;p&gt;Etwas befremdet nickte der Kellner. &lt;p&gt;„Na, bitte.“ &lt;p&gt;Allegra räusperte sich. &lt;p&gt;Ich schnaubte. „Oh, bitte tu’ das nicht. Davon habe ich heute echt die Schnauze voll. Apropos“, rief ich den Kellner noch einmal zurück. „Bitte noch eine Kinderportion in einer flachen Schale, ja?“ &lt;p&gt;Lotte schloss die Bestellung mit einem tiefen „Mumpf!“ ab. &lt;p&gt;„Sie ist sein Liebling. Lotte. Sie ist Sams Liebling.“ &lt;p&gt;Allegra wusste, dass ich das wusste. Irgendetwas wollte sie loswerden und nutzte das für den Einstieg. Also nahm ich eine offene Haltung an, sah ihr fest in die Augen und schwieg. &lt;p&gt;Sie setzte zu einem Räuspern an, besann sich aber rasch und erklärte: „Sie war ein Geschenk. &lt;i&gt;Ich&lt;/i&gt; habe sie ihm geschenkt.“ &lt;p&gt;Überrascht hob ich die Augenbrauen.  &lt;p&gt;„Sie war so klein, dass sie genau in seine Hand passte“, lächelte Allegra versonnen. „Okay, Sam hat große Hände, aber sie war so winzig. Total zerknautscht sah sie aus, hat ihn vor Aufregung sogar vollgepinkelt. Und er hat sie vom ersten Augenblick an geliebt.“ &lt;p&gt;Ich lächelte bei der Vorstellung und kraulte Lotte hinter dem rechten Ohr. &lt;p&gt;Da platzte Allegra heraus: „Und Sam war &lt;i&gt;meine&lt;/i&gt; große Liebe.“ &lt;p&gt;Das Lächeln gefror mir im Gesicht. Allegras große Liebe? War ich jetzt im falschen Film? &lt;p&gt;„Er ist es immer noch... irgendwie. Aber jetzt...“ Sie stockte. &lt;p&gt;Und mir stockte der Atem, als sie fortfuhr. „Ich weiß nicht, ob du die Geschichte kennst? Von seinem Unfall?“ &lt;p&gt;Langsam schüttelte ich den Kopf. &lt;p&gt;„Vor fünf Jahren ist Sam... nun ja, er hat sich ab und zu mal was reingezogen.“ &lt;p&gt;„Reingezogen?“, wiederholte ich träge. &lt;p&gt;Allegra wollte mit den Schultern zucken, hielt jedoch in der Bewegung inne. „Bisschen Koks, manchmal.“ &lt;p&gt;„Bisschen Koks? Manchmal?“ Ich wäre spontan vom Glauben abgefallen, hätte ich jemals einen gehabt. „Nee, ne?“ &lt;p&gt;„Hey, von dem Zeug ist er weg“, versicherte sie mir und griff nach meiner Hand, die schlaff auf dem Tisch lag. „Er hat auch nie viel genommen. Nur ab und zu auf Partys.“ &lt;p&gt;Das müssen ja wilde Partys gewesen sein? Ich war erschüttert. &lt;p&gt;Allegra rieb sich die Stirn. „Seit dem Unfall hat er auch nie wieder irgendwas genommen. Sowieso hat er sich seitdem verändert. Als er wieder zu sich gekommen ist, hat er sein ganzes Leben umgekrempelt. Sofort mit Muskeltraining angefangen, Ernährung umgestellt und so’n Kram.“ &lt;p&gt;„Ist er völlig zugekokst gegen einen Baum gefahren, oder was?“ &lt;p&gt;Sie schüttelte den Kopf und seufzte schwer. „Er wollte was besorgen, weil eine riesige Fete bei einem seiner sogenannten Kumpels stattfinden sollte. Mit diesen Typen hat er allerdings auch nichts mehr zu tun“, beteuerte sie, was mich jetzt nur geringfügig beruhigte. „Koks wird ja nun nicht im Supermarkt nebenan verkauft.“ &lt;p&gt;Ach, was? &lt;p&gt;„Er war also mit seinem Dealer in einer ziemlich zwielichtigen Gegend verabredet und hatte gerade sein Koks bekommen, als...“ Ihre Stimme brach. „...als man ihn hinterrücks mit einem Messer angriff. Sieben Mal wurde auf ihn eingestochen, anschließend mit einem Baseballschläger fast totgeprügelt.“ &lt;p&gt;Entsetzt schlug ich mir mit der Hand auf den Mund. In Highspeed rief ich mir das Bild von Sams nacktem Körper ab. Und untersuchte es gedanklich auf Narben.  &lt;p&gt;„Lulu? Was denkst du, weshalb er diesen riesigen Drachen über den gesamten Rücken und seine Schulter hat tätowieren lassen?“ &lt;p&gt;Da begannen sich die Rädchen in meinem Kopf zu drehen und die Erkenntnis rastete mit einem leisen &lt;i&gt;Klick!&lt;/i&gt; ein. &lt;p&gt;Marc? Zwei Jahre saß er in Jugendhaft, weil er einen Mann niedergestochen, fast totgeschlagen und ausgeraubt hatte. Hinterrücks angegriffen und mit einem Baseballschläger lebensgefährlich verletzt. Seine Worte klangen mir noch in den Ohren.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-8414238516225871721?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/8414238516225871721/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=8414238516225871721&amp;isPopup=true' title='4 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/8414238516225871721'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/8414238516225871721'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-51.html' title='Herzblatt – Kapitel 51'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>4</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-7174909092664242113</id><published>2011-06-20T05:47:00.000+02:00</published><updated>2011-06-20T05:47:00.064+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 50</title><content type='html'>&lt;p&gt;Gretchen, sonst so besonnen und in sich ruhend, war inzwischen völlig out of order.  &lt;p&gt;Ich zitierte Khalil Gibran: „Und glaube nicht, du kannst den Lauf der Liebe lenken, denn die Liebe, wenn sie dich für würdig hält, lenkt deinen Lauf.“  &lt;p&gt;„Na, du machst mir Spaß“, maulte sie.  &lt;p&gt;„Dann lach’ doch mal.“  &lt;p&gt;Gretchen verschränkte die Arme vor der Brust und schmollte: „Von dir als meine beste Freundin hätte ich ein bisschen mehr Verständnis erwartet.“  &lt;p&gt;„Schätzelein, ich habe Verständnis. Verständnis dafür, dass du durcheinander und aufgebracht bist. Und gerade deshalb versuche ich, dich zu beruhigen. Es ist schließlich nichts Verwerfliches dran, sich zu verlieben.“  &lt;p&gt;„Ich bin doch nicht verliebt!“  &lt;p&gt;„Bist du nicht?“  &lt;p&gt;Sie schwieg.  &lt;p&gt;Ich griff nach ihrem Arm und streichelte ihn. „Siehst du. Du solltest es einfach zulassen. Wem, außer dir selbst, bist du denn Rechenschaft schuldig, wen du liebst? Ob es sich nun um einen Mann oder eine Frau handelt, um Allegra oder sonst wen. Ich glaube nämlich, ganz so verkehrt ist sie gar nicht. Der Himmel weiß, was sie dazu getrieben hat, einem verlogenen Miststück wie Schaggeliene die Treue zu halten?“  &lt;p&gt;„Sie ist schon ein bisschen cool“, gab Gretchen nach einer Weile zu. „Aber… sieh sie dir doch an!“  &lt;p&gt;Das war allerdings ein Argument. Gegensätzlicher konnten zwei Frauen nicht sein.  &lt;p&gt;Allegra war eines dieser Beautygirls, stets perfekt geschminkt, Haare wie aus der &lt;i&gt;Pantene&lt;/i&gt;-Werbung, BMI-Vorzeigemodell in Pumps und Kostümchen.  &lt;p&gt;Gretchen hingegen hatte was von Ronja Räubertochter. Kurzes, strubbeliges Haar in der Farbe eines Mischlingshundes, aus Prinzip oder Tierschützerinstinkt grundsätzlich ungeschminkt, und immer in einem Outfit, als hätte sie den Kleiderschrank ihres großen Bruders geplündert.  &lt;p&gt;„Gegensätze ziehen sich erst an, dann aus“, platzierte ich einen seichten Witz.  &lt;p&gt;„Deshalb ist Sam ja auch so groß und du so klein.“  &lt;p&gt;„Ich bin nicht klein“, protestierte ich.  &lt;p&gt;„Aber ich bin groß“, räusperte sich Sam und wir fuhren erschrocken herum. „Wenn ihr dann mit eurer, ähm, Nachbesprechung fertig seid, könntet ihr kurz zwecks Dienstplanbesprechung zu mir kommen? Bitte?“  &lt;p&gt;Wir nickten gehorsam.  &lt;p&gt;„Dienstplanbesprechung?“, fragte ich verwundert, als er außer Hörweite war. „Seit wann gibt’s denn hier so was?“  &lt;p&gt;Gretchen zuckte mit den Schultern, aber hatte es plötzlich sehr eilig, zu dieser Dienstplanbesprechung zu kommen, als sie Allegra aus der Küche kommen sah.  &lt;p&gt;Ich grinste breit.  &lt;p&gt;„Marc wird kommende Woche wieder hier sein“, begann Sam ohne Umschweife und tippte mit seinem Bleistift auf den Plan vor sich. „Gretchen, ich denke, er wird es sich ungern nehmen lassen, das Feld für dich zu räumen. Dafür“, er schielte beinahe unbemerkt zu mir hinüber, „arbeitet er einfach zu gerne mit Lulu zusammen. Und in zwei Wochen ist Oliver auch schon wieder da“, fügte er hinzu.  &lt;p&gt;„Hast du’s gut“, murmelte Gretchen. „Du bist hier von lauter Männern umgeben.“  &lt;p&gt;„Bin ich zu Hause auch. Und? Was bringt’s?“  &lt;p&gt;„Hm“, schmollte sie  &lt;p&gt;„Habe ich dann wieder eure Aufmerksamkeit?“ Sam konnte echt den Chef raushängen lassen. „Gretchen, irgendwo müssen wir dich ja unterbringen.“  &lt;p&gt;&lt;i&gt;In der Werbung vielleicht?&lt;/i&gt;, schoss es mir durch den Kopf. Ich starrte Löcher in die Luft und presste die Lippen zusammen, um nicht laut los zu lachen.  &lt;p&gt;„Wäre die Nachmittagsmittagssendung von fünfzehn bis neunzehn Uhr eine Option für dich?“  &lt;p&gt;Option! Er hatte das böse Wort gesagt. Schlagartig fiel mein Humor in sich zusammen.  &lt;p&gt;„Lulu? Hast du irgendwelche Einwände?“  &lt;p&gt;„Ich? Nee. Ich hab’ keine Option.“  &lt;p&gt;Sam zog eine Augenbraue nach oben und bedachte mich mit einem Blick, der wirklich alles bedeuten konnte. Aber sicher nicht das, was ich mir wünschte.  &lt;p&gt;„Lulu, schaffst du es denn noch mit der frühen Schicht?“  &lt;p&gt;„Hä? Weil ich einmal zu spät gekommen bin?“  &lt;p&gt;„Nein, natürlich nicht deswegen“, entschuldigte er sich sofort. „Ich meine nur, weil du… ähm…“  &lt;p&gt;Jetzt schob sich &lt;i&gt;meine&lt;/i&gt; Augenbraue nach oben. „Sam, ich bin schwanger, nicht krank. Und ich halte mehr aus als man denkt. &lt;i&gt;Du&lt;/i&gt; müsstest das doch am Besten wissen.“  &lt;p&gt;Unsere Blicke trafen sich und blieben ineinander haften.  &lt;p&gt;Nach einer gefühlten Ewigkeit wandte er seinen Blick ab und räusperte sich. „Gerade deshalb bin ich der Meinung, du solltest dich etwas schonen. Es ist kein Problem, wenn du erst gegen acht oder neun in die Sendung einsteigst.“  &lt;p&gt;Ich holte Luft. Die Hormone. Die blöden Hormone. „Keine Sorge, Sam. Du wirst mich noch früh genug los“, erwiderte ich schroff, stand auf und rauschte aus seinem Büro.  &lt;p&gt;„Lulu!“ Gretchen war mir nachgelaufen und sah mich vorwurfsvoll an. „Du kannst Sam doch nicht einfach so sitzen lassen.“  &lt;p&gt;„Warum nicht?“, fuhr ich herum. Ich spürte, wie es unter meinen Haarwurzeln zu pochen begann. „Er hat mich doch auch einfach so sitzen lassen? Und das nicht nur einmal.“  &lt;p&gt;„Das mag ja sein. Aber das sollte vielleicht nicht gerade hier…“  &lt;p&gt;Die vollständige Belegschaft schaute neugierig zu uns herüber, und auch Sam stand mit angehaltenem Atem in der Tür.  &lt;p&gt;„Gsch!“, zischte ich scharf und die Kollegen wandten sich wieder ihrer Arbeit zu.  &lt;p&gt;„Kommst du bitte noch mal rein, Lulu?“, sagte Sam in ruhigem, warmen Ton.  &lt;p&gt;Ich verschränkte die Arme vor der Brust. „Nein!“  &lt;p&gt;„Wie bitte?“  &lt;p&gt;„Ich sagte: Nein!“  &lt;p&gt;Kurz rang er um Fassung, und selbst Gretchen stöhnte auf.  &lt;p&gt;„Wir haben den Dienstplan besprochen. Ich sehe mich absolut in der Lage, weiterhin die Frühstückssendung in ihrem vollen Umfang zu moderieren. Und aus die Maus.“  &lt;p&gt;Er räusperte sich schon wieder. Gretchen tat es ihm gleich.  &lt;p&gt;„Sagt mal, habt ihr ‚nen Frosch im Hals? Mir wird das zu blöd hier. Feierabend!“ Ich schnappte meine Tasche und verließ mit trotzig zusammengekniffenen Lippen und gerecktem Kinn den Sender.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-7174909092664242113?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/7174909092664242113/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=7174909092664242113&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/7174909092664242113'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/7174909092664242113'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-50.html' title='Herzblatt – Kapitel 50'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-3829633655882611927</id><published>2011-06-19T05:47:00.000+02:00</published><updated>2011-06-19T05:47:00.128+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 49</title><content type='html'>&lt;p&gt;„Was für ein Tag! Das glaubt ihr nicht!“, sprudelte es aus Gretchen heraus, als wir gegen sieben mit Björn und Alex beim Abendessen saßen und sie die letzten dreizehn Stunden en detail und geradezu plastisch wiedergab. &lt;p&gt;„Seit ich Lulu kenne, glaube ich alles“, murmelte Alex. &lt;p&gt;Ich schaufelte Hackbraten in mich hinein und komplettierte zwischen einzelnen Bissen Gretchens Erzählungen. &lt;p&gt;„Er hat wirklich &lt;i&gt;Option&lt;/i&gt; gesagt?“ Björn schien mindestens genauso fassungslos wie ich es war. &lt;p&gt;Alex legte die Hand auf seinen Unterarm. „Moment mal. Ich glaube nämlich, die Biestermann hat gar nicht mal so unrecht.“ &lt;p&gt;„Wie bitte?“ Entsetzen zeichnete sich auf Björns, Gretchens und meinem Gesicht ab. &lt;p&gt;Er wedelte beschwichtigend mit den Händen. „Sie hat gesagt, du passt überhaupt nicht in Sams Beuteschema.“ &lt;p&gt;„Blöde Kuh“, knurrte Gretchen. &lt;p&gt;„Gretchen, Beuteschema. Beute“, betonte Alex, „das ist die breite Masse. Da ist eine Frau wie die andere. Du passt da nicht rein.“ &lt;p&gt;„Weil er mich nicht liebt.“ &lt;p&gt;Er rollte mit den Augen und schnaubte. „Weil du etwas &lt;i&gt;Besonderes&lt;/i&gt; bist.“ &lt;p&gt;„Ja, nee. Iss klar.“ &lt;p&gt;„Du bist echt so was von komplexbehaftet.“ &lt;p&gt;„Äh“, ich beugte mich zu ihm vor. „Du hast mir meinen Mann ausgespannt. Wundert dich das?“ &lt;p&gt;Betroffen inspizierte er die Maserung der Tischplatte. &lt;p&gt;„Hört mit dem Blödsinn auf“, mischte Gretchen sich ein. „Sam ist nicht mit der... argh!... ins Krankenhaus gefahren. Ich bin mir sicher, die sind gar nicht mehr zusammen. Aber das lässt sich herausfinden.“ &lt;p&gt;„Willst du hingehen und ihn fragen?“ Björn kratzte sich am Kopf. &lt;p&gt;„Wir fragen Allegra.“ &lt;p&gt;„Sicher, die wird uns auch liebend gern Auskunft geben“, spöttelte ich. &lt;p&gt;„Hey, sie ist auch nicht mitgefahren“, erinnerte Gretchen. „Und sie war schon beinahe nett zu uns. Naja, jedenfalls nicht grantig und zickig wie sonst.“ Ihre Augen verengten sich zu Schlitzen. „Sie ist schwach. Jede Wette: Wenn wir Allegra nur genug bearbeiten, dann knickt die ein wie Reiner Calmund beim Fasten.“ &lt;p&gt;„Iff will mifft“, jammerte ich mit mindestens zweihundertfünfzig Gramm Hackfleisch im Mund. „Ich will nur meine Ruhe.“ &lt;p&gt;„Ruhe“, wiederholte Gretchen abschätzig. &lt;p&gt;„Ruhe ist nett.“ &lt;p&gt;„Und Nett ist die kleine Schwester von Scheiße.“ &lt;p&gt;Björn schaltete sich ein. Er war aufgestanden und legte sachte seine Hände auf meine Schultern. „Ruhe ist genau das, was Lulu und der Krümel jetzt brauchen. Alles andere wird sich zeigen.“ &lt;p&gt;„Tut mir leid“, sagte Gretchen betroffen. „Ist natürlich klar. Ich bin echt bescheuert. Sorry. Aber das heute war eben total viel und“, sie wedelte mit den Händen in der Luft herum. „Ich krieg’ das immer noch nicht alles auf die Kette.“ &lt;p&gt;„Das verstehe ich, Süße. Aber Sam hat recht“, sagte ich nun zur Allgemeinheit. „Auch wenn Schaggeline es meiner Meinung nach verdient hat, kann ich ihr nicht die Nase brechen. Das ist Scheiße. So weit hätte ich mich wirklich unter Kontrolle haben müssen, gerade wegen dem Krümel. Eine prügelnde Mutter! Welches Kind braucht so was?“ &lt;p&gt;Die folgenden Tage verliefen zu meiner Erleichterung tatsächlich ruhig. Gretchen und Allegra zickten sich an, sobald sie sich sahen, wobei es inzwischen schon fast aussah, als würden sie sich necken.  &lt;p&gt;Sam verhielt sich mir gegenüber sehr distanziert, beinahe schon unterkühlt, und ich hatte das Gefühl als wären wir gerade mindestens so weit voneinander entfernt wie ich von 90-60-90. Jedes Mal, wenn ich ihn sah, krampfte mein Herz. Es war kaum verwunderlich, dass auch ich immer ruhiger wurde – und blieb nicht unbemerkt. &lt;p&gt;„Was ist los, Süße? Du gefällst mir gar nicht.“ Arife war mir in die Küche gefolgt. „Dir geht es nicht gut, stimmt’s?“ &lt;p&gt;„Doch, doch. Mir geht’s prima“, log ich und starrte dabei in meine Teetasse.  &lt;p&gt;„Mit dem Baby ist doch alles in Ordnung, oder?“ &lt;p&gt;Ich musste lächeln. Wie auf Kommando begann Little Sam sich zu regen. Schon seit einer Weile konnte ich ihn spüren. Doch jetzt gab er sich alle Mühe, kleine Beulen auf meinen Bauch zu zeichnen. &lt;p&gt;„Ich werd’ verrückt!“, quiekte Arife verzückt. „Da ist ein Fuß! Oder eine Hand? Was ist das? Schau’ dir das an!“ &lt;p&gt;Ich bemerkte erst, dass sie gar nicht mich meinte, als mich warmer Schatten umgab. Sam. &lt;p&gt;„Das ist ja Wahnsinn. Lulu, darf ich mal?“, hob Arife die Hand. Als ich nickte, legte sie sie auf meinen Bauch. Und Little Sam hielt still. „Schade“, jammerte sie. „Mach’ du mal.“ &lt;p&gt;Ich konnte sehen, wie Sam sich versteifte. „Ich würde nur gerne mein Wasser holen.“ &lt;p&gt;„Nun sei nicht so ein grober Klotz“, schimpfte Arife und zeigte auf meinen Bauch. „Mach’ mal!“ &lt;p&gt;&lt;i&gt;Hast du schon&lt;/i&gt;, ging es mir durch den Kopf. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen reckte ich die Schultern und drückte das Kreuz durch. „Trau dich doch“, sagte ich leise. &lt;p&gt;Sam räusperte sich, sah von mir zu Arife, dann auf meine Kugel und legte mit einem betont entnervten Seufzen die Hand auf. Schon tobte es in meinem Bauch und es fühlte sich an als würde Little Sam unter Zuhilfenahme aller vier Gliedmaßen Freudensprünge in seiner Fruchtblase aufführen. Es sah aus wie bei einer Alienattacke. &lt;p&gt;Sam zog die Augenbrauen nach oben und ein Lächeln umspielte seine Lippen.  &lt;p&gt;„Na?“, fragte Arife. „Was sagst du?“ &lt;p&gt;Er räusperte sich erneut. „Wie viele teilen sich da drin ein Zimmer?“ &lt;p&gt;„Nur eins“, antwortete ich. „Aber wenn es nach dem Vater kommt, wird’s schon ganz schön eng.“ &lt;p&gt;„So?“, machte er und zog die Hand zurück. „Kann ich jetzt bitte mein Wasser haben?“ &lt;p&gt;Ich biss auf meine Unterlippe, um die Tränen zurück zu halten, zog Gretchen noch einen Kaffee und ging zurück ins Aufnahmestudio. &lt;p&gt;„Liebchen, ich verstehe ja, dass du deine Ruhe haben willst, aber...“ Sie hielt inne als sie sah, wie sehr ich mit meiner Fassung rang. Zudem lief gerade unsere Moderation wieder an. „Das war Robbie Williams mit seinem Top-Hit &lt;i&gt;Feel&lt;/i&gt;, und das ist ja mal wirklich ‚ne Hausnummer.“ Bevor ich meinen Einsatz starten konnte, fuhr sie fort: „Aber wusstet Ihr eigentlich, dass euer &lt;i&gt;Herzblatt&lt;/i&gt; und inzwischen Lieblingsfrühstücksmoderatorin Lulu wohl einer der größten Fans von Bruno Mars und zudem noch &lt;i&gt;meine&lt;/i&gt; beste Freundin ist? Deshalb spielen wir doch gleich noch einen Titel aus seinem aktuellen Album, bevor die Werbung kommt.“ &lt;p&gt;&lt;i&gt;You can count on me like one, two, three, I'll be there. &lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;And I know when I need it, I can count on you &lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;like four, three, two and you'll be there. &lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;Cause that's what friends are supposed to do, oh yeah…&lt;/i&gt; &lt;p&gt;„Dann schieb’ gleich S&lt;i&gt;mile&lt;/i&gt; von Uncle Kracker nach, Süße“, lächelte ich und gab ihr einen Kuss auf die Wange.  &lt;p&gt;Gretchen legte ihre Hand auf die Stelle und räusperte sich. „Ähm... ich... müsste reden.“ &lt;p&gt;„Klar. Was los?“ &lt;p&gt;Sie druckste eine ganze Weile herum, was mich total nervös machte. Mit einem Mal hatte ich das Gefühl, mein ganzes Leben – oder wenigstens die letzten Monate – waren ein einziges Herumgedruckse. &lt;p&gt;Als die Werbung einsetze, haute sie raus: „Allegra hat mich geküsst. Und... und ich sie.“ &lt;p&gt;„Aha“, machte ich und legte meine Stirn in Falten. „Geküsst?“ &lt;p&gt;„Ja.“ &lt;p&gt;„Also, &lt;i&gt;geküsst&lt;/i&gt;?“ &lt;p&gt;„Ja-haaa.“ &lt;p&gt;„Wie?“ &lt;p&gt;Gretchen beugte sich zu mir hinüber und flüsterte: „So richtig. Mit Zunge.“ Ihr Gesicht lief knallrot an. &lt;p&gt;„Mit Zunge? Ihr beide? Miteinander? Wann?“ &lt;p&gt;„Vorhin“, antwortete sie atemlos und ratterte dann herunter: „Als du die Nachrichten verlesen hast, war ich doch auf Toilette. Da kam Allegra rein und hat sich furchtbar mit dem Biest gestritten. Am Handy. Übrigens“, schob sie rasch ein, „müssen Sam und das Biest getrennt sein. Allerdings wohnt sie wohl noch bei ihm. Teilweise. Sie scheint öfter mal woanders zu übernachten, macht sich aber immer noch Hoffnungen, dass zwischen ihnen wieder was laufen könnte. Also, als Allegra mich gesehen hat, blaffte sie mich an, ob ich gelauscht hätte? Und ich sagte, es würde mich einen Scheiß interessieren. Und sie kuckt so. Und ich fragte, ob sie ein Problem hat? Und sie kuckt wieder so. Und ich kucke zurück. Und sie sagt auf einmal, es täte ihr alles so leid. Und ich kucke immer noch. Ein bisschen blöd, zugegeben, weil sie auf einmal anfängt zu weinen. Und ich frage noch mal, was eigentlich ihr Problem ist? Und sie sagt, &lt;i&gt;ich&lt;/i&gt; bin es. Und ich mache &lt;i&gt;Hä?&lt;/i&gt; Und sie macht &lt;i&gt;Ja!&lt;/i&gt; Und dann hat sie mich geküsst und ich habe zurückgeküsst. So. Und jetzt kommst du!“ &lt;p&gt;„Äh...“, war alles, was mir spontan einfiel. &lt;p&gt;Gretchen warf einen raschen Blick auf die Uhr. „Sag’ was!“ &lt;p&gt;„Muss ich jetzt auch nett zu ihr sein?“ &lt;p&gt;„Hä?“ &lt;p&gt;Ich schüttelte den Kopf, um das eben Gehörte an der dem Verständnis zuträglichen Stelle in meinem Gehirn zu sortieren. „Ich denke, damit ist die weiße Flagge gehisst?“ &lt;p&gt;„Wir haben uns geküsst.“ &lt;p&gt;„Ja, deswegen.“ &lt;p&gt;„Aber, Lulu!“ Gretchen warf ihre Arme in die Luft. „Das ist Allegra.“ &lt;p&gt;„Ja, mein Gott. Sie ist halt doch nicht so zickig und hohl wie wir dachten und vielleicht echt eine ganze Nette.“ &lt;p&gt;„Sie ist eine Frau!“ &lt;p&gt;„Ach“, winkte ich ab. „Denkst du, gleichgeschlechtliche Beziehungen wären etwas Neues für mich?“ &lt;p&gt;„Für dich vielleicht nicht, aber...“ &lt;p&gt;Das &lt;i&gt;Pling!&lt;/i&gt; aus der Nachrichtenredaktion unterbrach sie. &lt;p&gt;„Es ist fünf vor zwölf und hier sind die Nachrichten des Tages...“, begann ich meine Moderation.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-3829633655882611927?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/3829633655882611927/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=3829633655882611927&amp;isPopup=true' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/3829633655882611927'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/3829633655882611927'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-49.html' title='Herzblatt – Kapitel 49'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-3497128233824582362</id><published>2011-06-18T05:46:00.000+02:00</published><updated>2011-06-18T05:46:00.484+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 48</title><content type='html'>&lt;p&gt;„Es ist gleich fünf vor zwölf. In der nächsten Stunde erwartet euch Sebastian Schlick und er hat großartige Hits im Gepäck.“ Ich spielte Ausschnitte einiger Songs ein, die Sebastian für seine Mittagssendung vorbereitet hat. „Gleich für euch die Nachrichten. Am Mikrofon verabschieden sich Lulu Herz...“ &lt;p&gt;„... und Gretchen Frage.“ &lt;p&gt;„Nicht lachen, sie heißt wirklich so. Habt einen schönen Tag. Und wenn ihr wollt, holen wir euch morgen wieder gemeinsam aus dem Schlaf.“ &lt;p&gt;Sebastian nahm fröhlich das Mikro entgegen und ich schlenderte mit Gretchen in die Küche. &lt;p&gt;„Hungaaa“, jammerte ich theatralisch. &lt;p&gt;Arife hatte sich vor zwei Stunden verabschiedet, aber noch zwei Pizzen reserviert, die nun im Froster auf uns warteten.  &lt;p&gt;Zu unser beider Unmut saß an dem großen Esstisch in der Mitte des Raums Allegra und knabberte an einer Möhre. Neben ihr stand ein gemischter Salat, hinter dem – was mir schlagartig den Appetit verdarb – Jaqueline saß.  &lt;p&gt;„Oh, nee“, stöhnte ich über Gretchens Schulter. „Was will die denn noch hier?“ Während der letzten Stunden war ich ihr bei meinen regelmäßigen Toilettengängen glücklicherweise nicht über den Weg gelaufen. &lt;p&gt;Das Biest musste ein unglaubliches Gehör haben, denn umgehend fauchte sie mich an: „Ich habe jedes Recht hier zu sein, kapiert?“ &lt;p&gt;Allein ihre Stimme ließ meine Haut prickeln. Ihre Art, überheblich den Kopf in den Nacken zu werfen und die Nase bei meinem Anblick zu rümpfen, brachte mich fast zum Explodieren. Ich zwang mich zur Ruhe. &lt;p&gt;„Das einzige, das du hier zu suchen hast, ist der Ausgang, Biestermann.“ Ich wendete mich dem Backofen zu und schob die Pizzen hinein, die Gretchen bereits aus dem Froster geholt und ausgepackt hatte.  &lt;p&gt;„Na?“, setzte Jaqueline gehässig nach. „Hast du denn endlich einen Vater für dein Kind?“ &lt;p&gt;Gretchen legte ihre Hand auf meinen Arm. „Lass’ dich nicht provozieren“, bat sie flüsternd. &lt;p&gt;So weit wollte ich es gar nicht kommen lassen. „Sogar zwei“, antwortete ich und grinste maliziös. „Und du? Hast du denn endlich ein Kind für den Vater?“ &lt;p&gt;Ich sah Jaqueline sämtliche Gesichtszüge entgleisen. Allegra rieb sich sichtlich unbehaglich die Stirn. &lt;p&gt;Eine lange Pause entstand. Das Biest schien sehr genau zu überlegen, was sie sagen sollte. Offensichtlich wusste sie, dass Wut nicht selten zu unbedachten Handlungen und Aussagen führte. „Lass’ einfach die Finger von Sam, verstanden? Ist sowieso zwecklos, du passt überhaupt nicht in sein Beuteschema. Klein und fett und alt. Da steht er nicht drauf.“ &lt;p&gt;Ich holte tief Luft. Einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig. „Hör’ zu, mag ja sein, dass Sam auf Grätenpolka steht. Na, und? Ich bin dick, du bist blöd. Ich kann abnehmen. Was machst du? Und ganz nebenbei bemerkt: Im Gegensatz zu dir bin ich schwanger.“ &lt;p&gt;„Pah!“, winkte sie ab. „Du bist alt. Und daran kannst du &lt;i&gt;nichts&lt;/i&gt; ändern.“ &lt;p&gt;Scheiße! Jetzt fiel mir kein passendes Gegenargument ein.  &lt;p&gt;„Johannes Heesters ist alt“, hörte ich Gretchen sagen. „Lulu ist reif und hat es nicht nötig, Lügen aufzutischen, um einen Kerl zu halten. Da steht sie nämlich drüber. Weil sie Charakter hat“, fügte sie noch hinzu. &lt;p&gt;Jaqueline funkelte erst Gretchen, dann Allegra böse an. Offenbar erwartete sie in unserer verbalen Schlacht von ihrer Freundin mindestens genauso viel Einsatz. &lt;p&gt;„Dafür haben wir äußere &lt;i&gt;und&lt;/i&gt; innere Werte“, haute Allegra darauf hin zittrig heraus. &lt;p&gt;Gretchen lachte. „Klar. Die inneren habt ihr dann zu Hause gelassen, oder wie? Ihr seid so armselig.“ &lt;p&gt;Jaqueline schoss von ihrem Stuhl hoch. Sie war verdammt groß, und wie sie so die Schultern reckte und den Brustkorb aufblies, wirklich beeindruckend.  &lt;p&gt;„Jacky, lass’ gut sein“, flehte Allegra und zupfte sie am Ärmel ihres Designerblazers.  &lt;p&gt;Das Biest in &lt;i&gt;mir&lt;/i&gt; war nun aus seinem Dämmerschlaf erwacht und hechelte gierig. „Was ist dein Problem, Schaggeline?“, fragte ich schnippig. &lt;p&gt;„Du!“ Sie trat um Tisch herum direkt auf mich zu. Nur ein läppischer Meter trennte uns. „Du bist mein Problem.“ &lt;p&gt;„Oh“, tat ich übertrieben geschmeichelt. „Ich nehme einen so großen Stellenwert in deinem Leben ein? Ich fühle mich richtig geehrt. Oder? Nein, doch nicht.“ &lt;p&gt;„Weißt du, was?“ Ihr Zeigefinger näherte sich meiner Schulter, stoppte aber kurz vorher, als könne sie sich an mir beschmutzen. „Du bist nichts anderes als ein Notnagel. Wer will denn eine wie dich noch? Sogar dein Mann ist schwul geworden.“ &lt;p&gt;Das Biest in mir knurrte bedrohlich. „Du solltest wirklich einen Therapeuten mit Fachgebiet Sexualität aufsuchen“, hielt ich es mühsam unter Kontrolle. „Kriegst du’s selbst nicht richtig hin, oder warum bist du so unterleibsfixiert?“ &lt;p&gt;Sie ignorierte meinen Einwand völlig und hetzte weiter: „Ich wette, deinen blöden Laberjob hast du dir auch ervögelt, bei dem lieben, guten, tollen Oliver?“ &lt;p&gt;„Schon mal einen Liter Blut durch die Nase gespendet, Schaggeline?“ &lt;p&gt;Sie beugte sich zu mir hinunter und spuckte Niedertracht aus: „Und ich wette, du hast gewinselt und darum gebettelt, dass mein Bruder dich mal ordentlich durchf...“ &lt;p&gt;„Es reicht!“ Sams Stimme donnerte durch den Raum. &lt;p&gt;Doch da hatte sich das Biest in mir bereits von der Kette gerissen und meine rechte Faust schnellte nach oben. Ein &lt;i&gt;Krchk&lt;/i&gt; war zu hören, die Frage nach der Blutspende beantwortete sich von selbst. &lt;p&gt;„Das kann doch echt nicht wahr sein“, grollte Sam mehr zu sich selbst. &lt;p&gt;Ich verschränkte die Arme vor der Brust und presste die Lippen aufeinander. Eine Entschuldigung würde er nicht hören. &lt;p&gt;„Ich erwarte keine Entschuldigung von dir“, flüsterte er im Vorbeigehen. „Aber ich hätte erwartet, dass du dich mehr unter Kontrolle hast. Gerade jetzt.“ Mit dem Handrücken streifte er meinen Bauch. &lt;p&gt;„Komm, Lulu. Du brauchst was in den Magen.“ Gretchen hatte sich bei mir eingehakt und manövrierte mich zurück in die Küche. &lt;p&gt;Jaqueline saß schon im Notarztwagen, den Sam sofort verständigt hatte, und wurde erstversorgt. Die Nase war definitiv gebrochen. &lt;p&gt;„Hat bei Sylvia genauso geknackt“, stellte Gretchen schadenfroh fest. &lt;p&gt;Unsere Pizzen waren inzwischen Briketts, aber sie fand noch zwei Dosen Ravioli im Schrank. „Du musst etwas essen, Lulu.“ &lt;p&gt;„Pah!“, stöhnte ich und ließ den Kopf in meine Arme sinken. „So viel kann ich gar nicht essen, wie ich kotzen möchte.“ &lt;p&gt;„Immerhin ist Sam &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; mit ihr ins Krankenhaus gefahren“, rezitierte sie. „Das gibt mir jedenfalls zu denken.“ &lt;p&gt;„Dann denke. Ist mir egal.“ &lt;p&gt;„Ist es dir nicht.“ &lt;p&gt;„Wohl.“ &lt;p&gt;„Nein.“ &lt;p&gt;„Doch.“ &lt;p&gt;„Immer zweimal mehr wie duuu!“ &lt;p&gt;„So ein bisschen bescheuert seid ihr ja schon, oder?“ Allegra stand unvermittelt in der Küche. &lt;p&gt;„Wieso sitzt du nicht im Krankenwagen und hältst deiner ach so tollen Freundin das Händchen?“, schnauzte Gretchen sie an. &lt;p&gt;„Wieso hat deine ach so tolle Freundin sie überhaupt krankenhausreif geschlagen?“, konterte Allegra. &lt;p&gt;„Sag’ mal, Schnickse?“ Gretchens Stimme zitterte, was mir sagte, dass sie locker auf Hundertachtzig war, aber bemüht, Contenance zu waren. „Ich glaube, du musst dringend dein Wahrnehmungsvermögen prüfen. Du hast ja die Aufmerksamkeitsspanne einer Fruchtfliege. Oder wo warst, als dieses verdammte Miststück...“ &lt;p&gt;„Dabei! Ist ja gut“, fiel sie ihr ins Wort und sah ganz unglücklich dabei aus. „Aber Jaqueline ist nun mal ein sehr aufbrausender Typ.“ &lt;p&gt;„Psychopatisch, verlogen, missgünstig, niederträchtig und hohl trifft es wohl eher.“ &lt;p&gt;„Sexuell frustriert hast du vergessen.“ Arme und Kopf hatte ich inzwischen auf dem Tisch ausgebreitet. „Und die Ravioli.“ &lt;p&gt;„Oh, verdammt!“ Gretchen sprang auf und betrachtete missmutig den inzwischen rot gesprenkelten Kochplatz. „Habt ihr eine Reinemachefrau?“ &lt;p&gt;„Ich helfe dir“, bot Allegra spontan an. &lt;p&gt;Ich hob den Kopf. War ich jetzt im falschen Film? Oder war sie einfach nur eine verdammt gute Schauspielerin?  &lt;p&gt;Gretchen schien das gleiche zu denken. „Sag’ mal, willst du uns verarschen? Was für eine beste Freundin bist du denn?“ Als sie keine Antwort erhielt, fuhr sie fort: „Eine beste Freundin hasst aus Solidarität, und das mit Inbrunst. Sie würde nie mit dem Feind sympathisieren. Schon gar nicht hinter deren Rücken. Verstanden? Was man Lulu antut, tut man auch mir an. So ist das.“ &lt;p&gt;„Ah, so ist das.“ Allegra lehnte sich im Stuhl zurück und sah mit jeder Faser ihres Körpers aus wie eine zickige Diva. „Und das von einer Frau, die behauptet, reif zu sein.“ &lt;p&gt;„Halt“, hob sie den Zeigefinger. „Ich sagte, dass Lulu reif ist. Von mir war nie die Rede.“ &lt;p&gt;„Das ist Kinderkacke.“ &lt;p&gt;„Na, und?“ &lt;p&gt;Allegra schnaubte. „Das widerspricht doch allem, was ihr gesagt habt.“ &lt;p&gt;„Tut es nicht.“ &lt;p&gt;„Tut es wohl.“ &lt;p&gt;„Lulu, jetzt sag’ doch auch mal was.“ &lt;p&gt;„Geht nicht“, stöhnte ich. „Bin inzwischen verhungert.“&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-3497128233824582362?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/3497128233824582362/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=3497128233824582362&amp;isPopup=true' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/3497128233824582362'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/3497128233824582362'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-48.html' title='Herzblatt – Kapitel 48'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-1549557712711719682</id><published>2011-06-17T05:45:00.000+02:00</published><updated>2011-06-17T05:45:00.548+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 47</title><content type='html'>&lt;p&gt;„Ich glaub’ einfach nicht, dass ich das wirklich tue?“ Auf Gretchens Gesicht hatten sich bereits kleine Panikpusteln gebildet. &lt;p&gt;„Prima!“ Sams Wagen stand nicht auf dem Gelände, dennoch wollte ich mich telefonisch versichern, dass er noch nicht im Studio war. „Danke, Arife!“ Die Ärmste schob inzwischen auch mehrere Schichten am Hörertelefon, um krankheits- und urlaubsbedingte Ausfälle auszugleichen. Eine neue Mitarbeiterin käme gerade mehr als recht. &lt;p&gt;„Das können wir nicht bringen.“ Vor dem Eingang zum Sender begann sie beinahe unkontrolliert zu zittern. &lt;p&gt;„Ach, was!“, sagte ich und kommandierte sie die Treppen hinauf. „Du bist heute mein Studiogast. Nennen wir es einfach &lt;i&gt;Girls Day&lt;/i&gt; oder so.“ &lt;p&gt;Glücklicherweise wurde Gretchen mit strahlendem Hallo von Arife empfangen. Auf sie war doch immer Verlass. Gretchen atmete sichtbar erleichtert auf. &lt;p&gt;„Von fünf bis sechs bereiten wir die Sendung vor, wählen Musik aus, positionieren Jingles, checken die bereits vorhandenen Nachrichten und Verkehrsmeldungen. Neue werden immer aktuell eingespielt und sind dann am PC im Aufnahmestudio sichtbar“, erklärte ich ruhig. „Das ist nichts Aufwändiges. Es erleichtert uns nur die Sendung und dauert nicht mal zehn Minuten.“  &lt;p&gt;Arife lachte, als Gretchen mich verwirrt ansah. „Und wozu wird dann eine ganze Stunde veranschlagt?“ &lt;p&gt;„Für den Austausch, Kaffee trinken…“ &lt;p&gt;Arife fiel mir ins Wort: „Liebesbekundungen bekommen, den Chef zusammenfalten und solche Dinge.“ &lt;p&gt;„Ich hab’ Sam nicht zusammengefaltet!“ &lt;p&gt;Ihre Augen funkelten mich böse an. „Der war fix und fertig, nachdem du am Freitag einfach so abgerauscht bist. Ist in seine Bude und war für niemanden mehr zu sprechen. Die Neue ist ganz hochnäsig zu ihm reingetrabt“, dabei grinste sie jetzt. „Und so was von hochkant rausgeflogen.“ &lt;p&gt;„Schade, dass ich das verpasst habe“, murmelte Gretchen. Ihre freundschaftliche Solidarität war einfach liebenswert. &lt;p&gt;„Was, liebe Hörerinnen und Hörer, ein heißes Bad, ausreichend Schlaf und Ruhe bewirken, konntet Ihr übers Wochenende hoffentlich ebenfalls erfahren. Meinem Kollegen Marc Hinze hat es glatt die Sprache verschlagen, daher habe ich mir weibliche Verstärkung mitgebracht.“ &lt;p&gt;Gretchen blickte entsetzt von den vielen Knöpfen auf, deren Anblick sie offenbar völlig erschlug. &lt;p&gt;„Meine Freundin Gretchen wird mich heute durch die Sendung begleiten und hat bereits eine hervorragende Titelauswahl getroffen, um euch ganz sanft aus dem Schlaf zu holen. Am Mikrofon begrüßt euch Lulu Herz, kommt gut in den Tag.“  &lt;p&gt;Ich zeigte auf einen Knopf, den Gretchen umgehend drückte und keine Sekunde später mit &lt;i&gt;Fireflies&lt;/i&gt; den Raum erfüllte. &lt;p&gt;Die erste Stunde lief hervorragend. Ich war schon in der Schule keine schlechte Alleinunterhalterin. Gretchen wählte die Titel in harmonischer Reihenfolge aus, spielte Werbung ein und schließlich konnte ich sie sogar dazu überreden, die Verkehrsnachrichten zu verlesen. &lt;p&gt;„Kann ich dir noch einen Kaffee mitbringen? Ich geh’ schnell in die Küche.“ &lt;p&gt;„Nicht nötig“, trällerte Arife und kam mit einem Tablett ins Aufnahmestudio. Sie kredenzte uns mit breitem Lächeln Kaffee, Tee und frische Croissants. „Ihr macht das toll!“ &lt;p&gt;„Du bist ein Schatz“, küsste ich sie rasch auf die Wange. „Aber ich muss erst noch aufs Klo.“ &lt;p&gt;„Ähm, Lulu?“, hörte ich Arife noch sagen, da war ich auch schon durch die Tür. Meine Blase drohte zu zerplatzen und ich hatte das Gefühl, das Baby machte sich einen Spaß daraus, sie noch ordentlich mit den Füßen zu massieren. &lt;p&gt;Ich stürzte in den Sanitärbereich und wäre beinahe mit Sam zusammengestoßen. Er sah aus wie ein begossener Pudel. Wortwörtlich. &lt;p&gt;„Was ist dir denn passiert?“, fragte ich und legte den Kopf in den Nacken, um zu ihm aufzuschauen. &lt;p&gt;„Morgen“, antwortete er kühl. „Reifen geplatzt.“ &lt;p&gt;„Aha.“ Er war ja gesprächig wie immer. Ich reichte ihm ein Handtuch. Draußen goss es wie aus Eimern. Das Prasseln der Tropfen gegen die Scheiben erinnerte mich an mein Bedürfnis. „Ich muss…“ &lt;p&gt;Wenigstens körperlich erleichtert kam ich aus der Toilettenkabine. Sam stand vor den Waschbecken und zog sich in aller Seelenruhe um. Ich hielt die Luft an. Oberkörperfrei spielten seine Muskeln, während er ein frisches Shirt von links auf rechts drehte. Vereinzelte Regentropfen perlten noch auf seiner Brust und ich unterdrückte nur mühsam den Drang, ihn trocken zu lecken. Der Drache, dessen tätowierter Kopf auf seiner Schulter lag, zwinkerte mir zu. Ich schwöre es! &lt;p&gt;Eilig verließ ich den Raum. Doch kaum hatte ich die Tür passiert, rief Sam mir nach.  &lt;p&gt;„Lulu?“  &lt;p&gt;Noch immer oberkörperfrei war er mir nachgegangen. Ich konnte sehen, wie Arife der Sabber aus dem Wundwinkel lief – und verstand sie nur zu gut. Lust wallte in mir auf. Am liebsten hätte ich Sam zurück ins Bad gedrängt und auf der nächstbesten Toilette vernascht. &lt;p&gt;„Willst du mir nicht“, fragte er und zog sich das Shirt über den Kopf, „vielleicht irgendetwas sagen?“ &lt;p&gt;&lt;i&gt;Ich will dich! Ich liebe dich! Und alles andere ist mir egal&lt;/i&gt;, wäre eine Möglichkeit gewesen. Aber mein Verstand hatte mich gerade noch im Griff. „Ähm“, räusperte ich mich und fuhr kleinlaut fort: „Marc und Till sind krank, Oliver in Urlaub, und ich wollte die Sendung nicht alleine moderieren. Gretchen… nun ja, sie steht auf dem Arbeitsmarkt gerade zur Verfügung.“ &lt;p&gt;„Und da dachtest du, gibst du ihr einfach so mir nichts, dir nichts bei &lt;i&gt;Radio Sonnenschein&lt;/i&gt; einen Job.“  &lt;p&gt;Das war eine Feststellung, keine Frage. Deshalb antwortete ich: „Ehrlich gesagt, hatte ich mir das so oder so ähnlich vorgestellt.“ &lt;p&gt;„Und du denkst, du kannst einfach solche Personalentscheidungen treffen?“, fragte er ganz ruhig. &lt;p&gt;„Nein, denke ich nicht.“ &lt;p&gt;„Aber?“ &lt;p&gt;„Ich dachte, wenn Gretchen erst mal hier ist, dann könnte ich dich schon davon überzeugen, dass du sie einstellst.“ &lt;p&gt;„Und wie?“ Sam zog die rechte Augenbraue nach oben.  &lt;p&gt;„Sie macht einen hervorragenden Job, davon kannst du dich selbst überzeugen. Oder aber… ich schlafe einfach mit dir.“ &lt;p&gt;Ein leicht amüsiertes Lächeln umspielte seine Lippen – die im Übrigen zum Küssen einluden. „Und du denkst wirklich, das wäre eine Option für mich? Einmal abgesehen davon ist das ein sehr riskantes Unterfangen, Lulu. Du könntest schwanger von mir werden.“ &lt;p&gt;Jetzt war ich diejenige, die eine 1a Gesichtsgrätsche aufs Parkett legte. Option? Hatte er gerade &lt;i&gt;Option&lt;/i&gt; gesagt? Ich wusste nicht, ob ich entrüstet oder wütend oder beides sein sollte. Also entschied ich mich für verletzt und rannte zurück zur Toilette. &lt;p&gt;Ich wusste ebenfalls nicht, wie viel Zeit vergangen war, bis ich vom Klo zum Waschbecken ging und in den Spiegel starrte. Aber es reichte aus, dass ich jetzt erschreckende Ähnlichkeit mit Alice Cooper hatte. Die Sanitäranlagen im Sender waren jedoch ausgestattet wie ein heimisches Badezimmer. Ich fand Abschminktücher und reinigte mein Gesicht, als die Tür aufflog und Arife herein stürzte.  &lt;p&gt;„Ich werde heute noch lustig!“, fauchte sie und sah tatsächlich unglaublich wütend aus. „Ist das hier ein Irrenhaus?“ &lt;p&gt;„Liebchen“, krächzte ich. „Die ganze Welt ist ein Irrenhaus. Aber hier ist die Zentrale.“ &lt;p&gt;„Ja“, keifte Arife. „Ja, das glaube ich auch. Ihr alle seid Insassen und ich hab’ die Aufsicht! Weißt du eigentlich, wie spät es ist? Gretchen dreht schon fast am Rad, weil sie alleine moderieren muss. Der Chef ist halbnackt vor meiner Nase rumgetanzt, und das, wo ich doch schon seit Monaten keinen Sex mehr hatte“, jaulte sie. „Die Werbetussi hat meinen Diätjoghurt weggefressen, Lotte in den Flur geschissen, Sams bescheuerte Tussi taucht auf und dann ruft deine Mutter an und fragt, ob ich weiß, wer Osama Bin Laden ist? Ich fasse es nicht!“ &lt;p&gt;„Tut... tut mir echt total leid“, stotterte ich. Arifes Gesicht war hochrot und die Augäpfel traten ihr fast aus den Höhlen. „Kommt nicht wieder vor. Ich bin sofort weg.“ &lt;p&gt;Im Laufschritt hastete ich zurück in den Aufnahmeraum. Währenddessen überlegte ich, wie ich mich angemessen bei Gretchen dafür entschuldigen konnte, sie im Stich gelassen zu haben. Der Schreck fuhr mir durch die Glieder als ich sah, dass Sam bei ihr war. Er stand mit dem Rücken zu mir und Gretchen sah mit weit aufgerissenen Augen zu ihm auf. Ohje! &lt;p&gt;„Dann wäre das wohl geklärt?“ Sams Stimme klang gebieterisch, so richtig nach Chef. &lt;p&gt;Mir wurde ganz schlecht, als Gretchen nun auch noch zu stottern begann. „J-j-ja, ist in Ordnung. Ich hab’ verstanden. Nach der Sendung, in deinem Büro.“ &lt;p&gt;„Hey“, fühlte ich mich sofort genötigt, einzugreifen und meiner Freundin beizustehen. „Gretchen hat gar nichts getan...“ &lt;p&gt;„Hat sie sehr wohl“, fiel Sam mir unwirsch ins Wort. Dabei drehte er sich nicht einmal um. „Und dafür wird sie die Konsequenzen tragen.“ &lt;p&gt;„Sam, du kannst doch nicht...“ Ich packte ihn am Arm. Mit beiden Händen kam ich nicht mal zur Hälfte um seinen Bizeps. &lt;p&gt;Mühelos schüttelte er mich ab. „Lulu, es bedarf nun wirklich nicht deines körperlichen Einsatzes, mich zu überzeugen. Gretchens Charme, ihr Talent und ihr Mut sind völlig ausreichend.“ Auf meinen verdatterten Gesichtsausdruck hin fügte er gnädiger Weise hinzu: „Sie unterschreibt nachher einen Arbeitsvertrag.“ &lt;p&gt;Die Tatsache, dass er mir einmal mehr zu verstehen gab, auf Sex mit mir verzichten zu können, ignorierte ich völlig. Gretchens Miene hatte von total überrumpelt in grenzenlos glücklich gewechselt. Wir fielen uns in die Arme und äußerten unsere Begeisterung in wilden Schreien und etwas, das aussah wie ein Regentanz. &lt;p&gt;„Übrigens, Mädels“ Sams tiefer Bariton übertönte unser Gekreische nur schwach. „Ihr seid schon wieder auf Sendung.“&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-1549557712711719682?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/1549557712711719682/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=1549557712711719682&amp;isPopup=true' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/1549557712711719682'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/1549557712711719682'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-47.html' title='Herzblatt – Kapitel 47'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-8149095027331840431</id><published>2011-06-16T05:44:00.000+02:00</published><updated>2011-06-16T05:44:00.443+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 46</title><content type='html'>&lt;p&gt;Ganz so gelassen wie sie tat, nahm Gretchen ihren Jobverlust nun doch nicht. Das war ganz sicher auch der Grund, weshalb sie tatsächlich Montagfrüh mit mir in den Sender kam. &lt;p&gt;Das Wochenende war wider Erwarten ruhig und harmonisch verlaufen. Was wohl auch daran lag, dass ich mein Handy ausgeschaltet ließ. Erst am Sonntagabend schaltete ich es wieder ein. Da waren drei Anrufe von Sam, direkt nach meinem Abgang am Freitag. Zwei Anrufe von meiner Mutter, die Alex noch am Samstag via Festnetz geschickt abwimmeln konnte, und eine SMS von Marc, der komplett seine Stimme verloren hatte und für die kommende Woche ausfallen würde. Ja! Ich schrieb ihm zurück, dass das gar kein Problem sei und freute mich innerlich. Gretchen würde ich einfach in die Sendung schmuggeln und wenn Sam erst hörte, wie gut sie sich schlug, würde ihre Einstellung außer Frage stehen. &lt;p&gt;„Du hast mich am Freitag siebzehn Mal angerufen?“, fragte ich Björn. &lt;p&gt;„Das enttäuscht mich jetzt aber“, wandte Alex ein und bedachte ihn mit einer beleidigten Schnute. „Bei mir hast du’s nur zweimal versucht.“ &lt;p&gt;„Weil du ja auch beim zweiten Mal rangegangen bist, Liebling“, verteidigte sich mein Ex. „Und jetzt gib’ deinen Bauch wieder her, Lulu.“ &lt;p&gt;Ich stöhnte und lehnte mich auf dem Sofa zurück. Seit zehn Minuten benahmen sich die beiden Männer, mit denen ich unter einem Dach lebte, wie zwei Kindergartenkinder und bemalten meine Kugel mit bunten Blümchen. „Wenn ihr so weitermacht, kifft der Kleine noch bevor er geschlüpft ist.“ &lt;p&gt;„&lt;i&gt;Der&lt;/i&gt; Kleine?“, fragten sie synchron. &lt;p&gt;Ich zuckte die Schultern. „Weiß ich doch nicht.“ &lt;p&gt;„Ich hab’ doch schon ein rosa Mützchen gekauft“, klagte Alex.  &lt;p&gt;„Und ich ein süßes Kleidchen.“ &lt;p&gt;„Boah, das hält echt kein Mensch aus!“ Damit meinte ich allerdings nicht das hysterische Gebell, das Tyson nun anschlug, als es an der Wohnungstür klingelte. &lt;p&gt;Ich konnte Alex noch „Ähhh...“ sagen hören, als auch schon meine Mutter im Wohnzimmer stand.  &lt;p&gt;„Oh, mein Gott!“ Sie sah aus, als würde sie gleich in Ohnmacht fallen. Dann begann sie zu kreischen: „Kooonstaaantiiin! Ich hatte recht!“ &lt;p&gt;„Was?“ Björn war mal wieder völlig überfordert mit emotionalen Ausbrüchen meiner Mutter. &lt;p&gt;„Das!“ Mama deutete auf meinen Bauch, von dem Tyson inzwischen die Lebensmittelfarbe schleckte. Sie brach in Tränen aus. „Du trägst ihr Kind aus.“ &lt;p&gt;„Öh, Moment! Das ist &lt;i&gt;mein&lt;/i&gt; Kind. Fertig, aus.“ &lt;p&gt;Sie ignorierte mich und packte Alex am Schlafittchen. „Wer von euch beiden ist der Vater?“ &lt;p&gt;„Oder die Mutter“, flüsterte mein Papa, der nun hinter dem Sofa stand und seine Hände auf meine Schultern legte. &lt;p&gt;„Wie habt ihr das gemacht? Mit einer Spritze? Oder habt ihr vielleicht sogar zu dritt... Oh, mein Gott!“ &lt;p&gt;„Nun hör’ aber mal auf, Lisbeth! Das geht uns gar nichts an. Außerdem wissen wir ja nicht einmal, ob einer der beiden der Vater ist.“ &lt;p&gt;„Sie haben es nicht abgestritten“, beharrte meine Mutter. &lt;p&gt;„Du lässt uns ja auch nicht zu Wort kommen“, bemerkte Björn ziemlich kleinlaut und fügte unnötiger Weise hinzu: „Das Baby ist nämlich von... autsch!“ &lt;p&gt;Das Teelicht, das ihn fast mittig an der Stirn traf, war das erste, das ich zu greifen bekam. &lt;p&gt;„Ich bin schwanger von Osama Bin Laden. Und das muss streng geheim bleiben.“ &lt;p&gt;„Ein Ausländer?“ &lt;p&gt;Mein Vater stöhnte.  &lt;p&gt;„Ich frage mich wirklich, wie ich bei einer Mutter wie dir zu einem normalen Menschen heran wachsen konnte?“ Hatte ich das gerade laut gesagt? &lt;p&gt;Ich hatte. Sofort imitierte meine Mutter etwas zwischen Rumpelstilzchen, Daisy Duck und dem Hulk, bis Alex ihr vorsichtig auf die Schulter tippte. Dazu musste er ihr zuvor vier Runden durchs Wohnzimmer nachlaufen. „Ähm, Frau Pech... Lulu sollte sich aber nicht aufregen, in ihrem Zustand.“ &lt;p&gt;„Oh, mein Gott!“ Sofort hielt sie inne. &lt;p&gt;„Es ist immer ihrer. Ich hab’ keinen“, flüsterte Papa und drückte mir einen Kuss auf die Wange. &lt;p&gt;„Seid ihr wieder zusammen?“, fragte ich, ebenfalls flüsternd. &lt;p&gt;„Hab’ ich denn eine Wahl?“ &lt;p&gt;„Was gibt es da zu flüstern?“, fragte Mama. „Und wieso liegst du da mit... was ist das auf deinem Bauch?“ &lt;p&gt;Papa strich einmal mit dem Finger um meinen Nabel und steckte sich ihn dann in den Mund. Den Finger, nicht den Bauchnabel. Das hätte ich auch lieber Sam überlassen… &lt;p&gt;„Lebensmittelfarbe“, schlussfolgerte Papa. &lt;p&gt;„Wirklich?“ Tatsächlich ließ sie es sich nicht nehmen, ebenfalls zu probieren. &lt;p&gt;„Da hat Tyson schon drüber geschleckt.“ &lt;p&gt;„Bäh!“ &lt;p&gt;„Ludowika Luise“, begann mein Vater zwei Stunden später, als wir uns alleine vor dem Kamin lümmelten. Meine Mutter hatte gekocht, was sie im Kühlschrank fand, und jetzt waren Alex und Björn zum Abwasch verdonnert. „Es ist deine Sache. Als dein Vater möchte ich aber nur eines wissen: Ist das Kind aus der Vergewaltigung?“ &lt;p&gt;„Vergewaltigung?“ Mir fielen zwei grüne Gummibärchen in den Ketchup. &lt;p&gt;Er räusperte sich. „Björn hat es mir erzählt. Deine Mutter weiß nichts davon. Und das wird auch so bleiben“, fügte er beschwörend hinzu. &lt;p&gt;„Papa, es war keine Vergewaltigung. Ich habe ihm vorher...“ &lt;p&gt;„...die Eier rumgedreht? Wusste ich’s doch.“ Er war sichtlich erleichtert und schaute ein wenig stolz drein. „Das ist mein Mädchen. Björn hatte tatsächlich recht gehabt. Aber weißt du, ich habe mir eben Sorgen gemacht.“ &lt;p&gt;Ich legte meinen Kopf auf seine Schulter. „Nein, Papa. Das Kind ist... ist von einem Mann, den ich liebe.“ &lt;p&gt;„Aber?“ &lt;p&gt;Ich seufzte tief und schmiegte mich näher an ihn. „Es ist kompliziert. Und im Moment möchte ich es einfach nur einfach haben.“ &lt;p&gt;„Hmhm“, brummte er und erklärte damit unser Gespräch für beendet. &lt;p&gt;„Danke, Papa“, setzte ich dennoch hinzu. &lt;p&gt;„Wofür?“ &lt;p&gt;„Dafür, dass du Mama erklärst, dass ich den Vater meines Kindes nicht preisgeben möchte. Noch nicht. Ich darf mich in meinem Zustand ja auf keinen Fall aufregen, nicht wahr?“ &lt;p&gt;Er grinste breit. „Und ich hab’s an den Bandscheiben.“ &lt;p&gt;„Was hat das damit zu tun?“ &lt;p&gt;„Da wird man taub von“, lachte Papa und küsste liebevoll meine Stirn.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-8149095027331840431?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/8149095027331840431/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=8149095027331840431&amp;isPopup=true' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/8149095027331840431'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/8149095027331840431'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-46.html' title='Herzblatt – Kapitel 46'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-6942617000144600233</id><published>2011-06-15T05:43:00.000+02:00</published><updated>2011-06-15T05:43:00.198+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 45</title><content type='html'>&lt;p&gt;Ich wäre fast in der Badewanne eingeschlafen und schleppte mich mit feuchtem Haar und letzter Kraft ins Bett. Einhüllt in einen &lt;i&gt;Hello Kitty&lt;/i&gt; Pyjama aus warmem Frottee, Schal und dicken Socken kuschelte ich mich unter die Decke und fiel sofort in einen traumlosen Schlaf. &lt;p&gt;Als erwachte, fühlte sich mein Kopf nicht mehr so schwammig an. Nur die Nase pochte rhythmisch. Wie gut, dass ich hart im Nehmen bin. Schmerztabletten wollte man mir nicht verabreichen, dafür eine Salbe, die vorübergehend Linderung brachte. Das Pflaster auf der Nase war während des Bads regelrecht abgeperlt und die Farben in meinem Gesicht inzwischen von knallblau und lila zu pastellig gelb und grün gewechselt. &lt;p&gt;Ich blinzelte zum Radiowecker. Gleich zehn Uhr? Meine Güte, ich hatte fast achtzehn Stunden am Stück geschlafen. Tyson, der seinen Kopf in meiner Halsbeuge barg, schnaufte missmutig, als ich mich langsam aufsetzte. Bis auf den Presslufthammer in meiner Nase fühlte ich mich gut. Relativ gut. Ein bisschen schwach, aber ausgeruht. Mein erster Weg führte ins Bad, dann schlich ich mich die Treppen hinab in die Küche. &lt;p&gt;„Hey, Süße. Wie schön, du bist wach“, empfing mich zu meiner Überraschung Gretchen. Sie saß am Küchentisch bei einer Tasse Kaffee und las Zeitung. Jetzt kam sie auf mich zu und nahm mich sanft in die Arme „Wie fühlst du dich?“  &lt;p&gt;„Endlich mal wieder ausgeschlafen“, antwortete ich wahrheitsgemäß. „Aber was machst du hier? Wo sind Björn und…?“. &lt;p&gt;„Die haben sich wieder eingekriegt“, wischte sie meine Sorge mit einer Handbewegung weg. „Was denkst du, wie oft und lange wir in den letzten zwei Tagen miteinander telefoniert haben?“ &lt;p&gt;Tyson kam träge die Treppen hinunter, gähnte und streckte sich und wählte dann ein warmes Plätzchen vor dem Kamin im Wohnzimmer. &lt;p&gt;„Björn ist heute noch mal auf Fortbildung“, erklärte Gretchen und setzte Teewasser auf. „Alex ist im Salon. Ich habe hier die Stellung gehalten, damit auch wer mit Tyson rausgehen kann, wenn er muss. Dich hat es ganz schön gebeutelt. Und das auch noch hochschwanger.“ &lt;p&gt;„Na“, bellte ich und sah an mir herunter. „Hochschwanger ist anders. Wir sind erst seit heute im sechsten.“ &lt;p&gt;Gretchen bückte sich, schlang ihre Arme um meine nicht mehr vorhandene Taille und presste das rechte Ohr auf den Bauch. „Wie geht’s meinem Krümelchen denn?“ &lt;p&gt;„Das ist kein Krümelchen mehr, das ist schon ein XXL-Kuchen, so wie ich aussehe.“ &lt;p&gt;„Wohl wahr“, meinte sie grinsend und begutachtete jetzt meine Nase. „Himmel, der Kerl leistet ja ganze Arbeit“, murmelte sie. &lt;p&gt;Während sie mich so betrachtete, fielen mir ihre rot geränderten Augen auf. Die Lider waren geschwollen. „Süße? Was ist los?“ &lt;p&gt;„Erzähle du mir erst mal von gestern. Wollen wir nicht lieber ins Wohnzimmer gehen? Da ist es wärmer. Ich brühe nur noch schnell den Tee auf.“ &lt;p&gt;„Hm“, knurrte ich ungehalten. „Keinen Themenwechsel, Gretchen.“ &lt;p&gt;„Wird’s auch nicht“, beruhigte sie mich und streichelte mir über den Rücken. „Die Sitzung wird an angemessener Stelle und mit Tagesordnung fortgeführt.“ &lt;p&gt;Bevor ich ins Wohnzimmer schlenderte, wo der Ofen schon mollig warm bollerte, schnappte ich mir noch eine Dose Vanilleeis aus dem Tiefkühlfach und zwei Räucherwürstchen. &lt;p&gt;„Wuärgh!“ Gretchen schüttelte sich und kam mit einer Kanne Tee und zwei Tassen nach. &lt;p&gt;„Hast du nicht immer behauptet, dein Leben sei langweilig?“ Gretchens Ohren waren bereits rot. In einer Stunde hatte ich ihr die Geschehnisse der letzten drei Tage und die damit verbundenen Emotionen auseinander gesetzt. Sie schüttelte fassungslos den Kopf. „Sam knallt dir die Tür gegen den Kopf, versehentlich, versteht sich. Im Krankenhaus erfährt er, dass du schwanger bist. Er besäuft sich bei deinen Eltern, schläft seinen Rausch in deinem Bett aus, und taucht am nächsten Tag mit dieser Schnickse im Studio auf, während du die Nacht bei diesem Potenbolzen Marc verbringst, um dessen Katze zu begraben. Das sind schon mal die Fakten. Jetzt bitte ich dich aber, mir zu sagen, warum in drei Teufels Namen du ihm sagst, es sei nicht sein Kind?“ &lt;p&gt;„Habe ich ja gar nicht“, verteidigte ich mich und kraulte Tyson die Ohren. „Ich habe ihn lediglich gefragt, ob er glaubt, es sei sein Kind? Also“, korrigierte ich, „ich habe gefragt, ob er nur so nett ist, weil er glaubt, ich sei von ihm schwanger.“ &lt;p&gt;„Das kommt aufs selbe raus, Lulu.“ &lt;p&gt;Ich nippte an meinem Tee. Dann sah ich Gretchen an. Meine Tränendrüsen hatten schon wieder Überfüllung. „Ich will nicht, dass er aus reinem Verantwortungsgefühl… wegen diesem Scheiß ist er doch auch immer noch bei dieser verlogenen… ach.“ &lt;p&gt;Sie streichelte mir verständnisvoll die Wange und setzte dann zu folgender Überlegung an: „Bei Jaqueline ist er aus Pflichtgefühl geblieben, obwohl er dich liebt, Lulu. Deine Schwangerschaft kann ihn von diesem Pflichtgefühl entbinden, weil Verantwortung eindeutig mehr wiegt. Er muss kein schlechtes Gewissen haben und ihr könnt endlich glücklich miteinander werden.“ &lt;p&gt;„Und wenn sie nicht gestorben sind, dann lachen sie noch heute. Haha“, kommentierte ich zynisch. &lt;p&gt;„Ich find’s nicht komisch, Lulu“, sagte sie streng. &lt;p&gt;„Das ist hier auch keine Komödie. Sondern das Leben. Gretchen“, ich nahm ihre Hände in meine und sah sie eindringlich an, „ich war siebzehn Jahre lang mit einem Mann zusammen, der nicht für sich selbst denken kann, dessen Kopf &lt;i&gt;ich&lt;/i&gt; mir zerbrochen habe. Dem ich sagen musste, was gut und was schlecht, was richtig ist und was falsch, was er tun sollte und was nicht. Ich brauche das nicht mehr, ich will das nicht mehr, ich kann einfach nicht mehr...“, schluchzte ich leise. „Ich möchte einen Mann, der weiß, was er will und das auch tut.“ &lt;p&gt;Gretchen legte ihre Hand in meinen Nacken und zog meinen Kopf an ihre Schulter. „Ich verstehe, Süße. Du willst dich anlehnen können, ohne Angst haben zu müssen, zu fallen.“ &lt;p&gt;Sie hatte so recht. Ich wusste, wie es sich anfühlte. Niemals zuvor hatte ich mich so geborgen, so beschützt, so aufgehoben gefühlt. Doch auch niemals zuvor war ich so tief gefallen. Sam. &lt;p&gt;„Er... er soll...“, jappste ich. &lt;p&gt;„Dich an der Hand nehmen und dir den Weg zeigen.“ &lt;p&gt;Ich schnäuzte fest in mein Taschentuch. „Klingt das geschwollen.“ &lt;p&gt;„Stimmt.“ Sie biss sich auf die Unterlippe. &lt;p&gt;Nur Sekunden später brachen wir in lautes Gelächter aus. „Lass’ uns &lt;i&gt;Vom Winde verweht Teil 3 &lt;/i&gt;schreiben.“ &lt;p&gt;„Gute Idee.“ &lt;p&gt;„Punkt eins der Tagesordnung“, spreizte ich Daumen und Zeigefinger, „ist damit abgehakt, Frau Vorsitzende.“ &lt;p&gt;„Vertagt“, korrigierte mich Gretchen. &lt;p&gt;Ich ließ mich nicht ablenken. „Jetzt du, Süße. Was ist los?“ &lt;p&gt;„Hmpf“, machte meine beste Freundin und streichelte gedankenverloren meinen Bauch. „Nicht so wichtig.“ &lt;p&gt;„Hey! Alles ist wichtig, was dich betrifft“, plusterte ich mich auf. „Und erst recht, wenn du geweint hast. Also sag’ der dicken Lulu, was dich bedrückt.“ &lt;p&gt;Sie lächelte gequält. „Ich bin fristlos entlassen.“ &lt;p&gt;„Äh? Wie bitte?“ &lt;p&gt;Ein tiefes Seufzen entrann ihrer Kehle. „Ich hatte eine kleine Auseinandersetzung mit Sylvia.“ &lt;p&gt;„Wir hatten ständig kleine Auseinandersetzungen mit Sylvia. Deswegen kann sie dich doch nicht feuern?“ &lt;p&gt;„Ich weiß“, knatschte sie verlegen. „Aber ich habe bis dahin noch nie meine Faust in ihrem Gesicht versenkt.“ &lt;p&gt;„Richtig getroffen?“ &lt;p&gt;„Ich hab’s knacken hören.“ &lt;p&gt;„Ja!“, rief ich und riss die Arme in die Luft, um sie gleich wieder um Gretchen zu schlingen. „Ich meine natürlich: Scheiße! Du hast deinen Job verloren.“ &lt;p&gt;Sie zuckte mit dem Schultern. „War ohnehin nur noch eine Quälerei, dort hin zu gehen. Seit du weg bist, ist es echt die Hölle. Gewesen...“ &lt;p&gt;Gretchen berichtete mir von Schikanen und Mobbing, und während sie sprach, kreisten meine Gedanken bereits um die ultimative Lösung. &lt;p&gt;„Du gehst Montag mit in den Sender.“ &lt;p&gt;„Was?“ &lt;p&gt;„Till hat sich den Kiefer gebrochen und fällt längere Zeit aus, Oliver ist in Urlaub und Marc ganz sicher erst mal krank. Kerle, die halten ja nix aus.“ &lt;p&gt;Gretchen runzelte skeptisch die Stirn. &lt;p&gt;„Und jetzt, wo Sam diese supertolle Werbeschickse eingestellt hat, um ordentlich Geld zu scheffeln, wird mit Sicherheit auch noch genug für eine weitere Stelle übrig bleiben.“ &lt;p&gt;„Spinnst du? Du kannst doch nicht...“ &lt;p&gt;„Pah!“, machte ich und zog arrogant eine Augenbraue nach oben. „Notfalls opfere ich mich für dich und schlafe mit dem Chef.“ &lt;p&gt;„Hast du doch schon.“ &lt;p&gt;„Jaaa... und es war geil. Nicht wahr, Little Sam?“ Ich streichelte meinen Bauch und hätte ihn am liebsten geküsst, wenn ich ran gekommen wäre.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-6942617000144600233?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/6942617000144600233/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=6942617000144600233&amp;isPopup=true' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/6942617000144600233'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/6942617000144600233'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-45.html' title='Herzblatt – Kapitel 45'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-1736216596259047093</id><published>2011-06-14T05:42:00.000+02:00</published><updated>2011-06-14T05:42:00.171+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 44</title><content type='html'>&lt;p&gt;„Ich mach’ Feierabend. Und wenn dir das nicht passt, dann feuere mich doch!“, keifte ich Sam an, der noch immer wie erstarrt an meinem Schreibtisch lehnte und mich ansah als hätte ich ihn gefragt, ob er sich morgens oder lieber abends einen runterholt. Ich schnappte Tasche und Autoschlüssel und rauschte ohne ein weiteres Wort aus dem Sender.  &lt;p&gt;Am Ausgang konnte ich die Tränen nicht mehr zurückhalten. Schluchzend wühlte ich nach einem Taschentuch. Ich zitterte am ganzen Körper, die Tasche glitt mir aus den Fingern und einmal mehr ergoss sich der gesamte Inhalt auf den Boden. „Scheiße! Scheiße! Scheiße!“ Langsam sank ich auf die Knie. &lt;p&gt;„Warte, ich helf’ dir.“ &lt;p&gt;Lottes heiße Zunge leckte mir übers Gesicht und die Hände, die da zugriffen, gehörten Allegra. Sorgfältig sortierte sie Buch, Handy und Geldbeutel zurück an ihren Platz und reichte mir dann ein Taschentuch. „Kannst du fahren?“ &lt;p&gt;„Ich hab’ meinen Führerschein nicht bei einer Tupperparty gewonnen“, gab ich pampig zurück. &lt;p&gt;„Selbst gemalt?“ &lt;p&gt;Na, die ließ sich ja nicht über den Mund fahren? Ungern gestand ich ein, dass mir das imponierte. Ich hätte fast geschmunzelt. „Danke“, sagte ich deshalb und richtete mich ächzend auf. „Warst du nicht gerade beim Essen?“ &lt;p&gt;„Schon fertig“, antwortete Allegra und warf einen mitleidigen Blick auf meine schmutzigen Knie. &lt;p&gt;Ich wischte mir über die feuchte Wange. „Ja, nee. Iss klar. Nix ist auch schnell weg.“ &lt;p&gt;„Bei der Stimmung da drin ist mir ganz schnell der Appetit vergangen. So hatte ich mir das nicht vorgestellt.“ &lt;p&gt;„Wie denn dann?“ Eigentlich war es mir scheißegal. Aber als Frau bin ich nun mal Trägerin eines Neugier-Gens. &lt;p&gt;Allegra zuckte mit den Schultern. „Du solltest besser nach Hause und ins Bett. Siehst beschissen aus.“ &lt;p&gt;„Danke, das baut mich jetzt richtig auf.“ &lt;p&gt;Sie warf mir einen arroganten Blick zu. „Schönes Wochenende.“ &lt;p&gt;„Du mich auch.“ &lt;p&gt;Ich schnäuzte in drei Taschentücher und drapierte sie kunstvoll auf dem Beifahrersitz. Allegra hatte ja recht. Ich gehörte ins Bett. Und ich wollte es auch. Sofort, und dann bis Montagfrüh durchschlafen. &lt;p&gt;Dass sich dieses Vorhaben verzögern würde, war mir klar, als das Taxi vor mir direkt auf &lt;i&gt;meinem&lt;/i&gt; Parkplatz vorm Haus zum stehen kam. Ich drehte noch zwei Runden, auf der vergeblichen Suche nach einer freien Parkmöglichkeit und blockierte dann frustriert die Einfahrt unseres Nachbarn. Sollte Björn sich nachher darum kümmern. &lt;p&gt;Eine ältere Dame, in eine Eleganz gehüllt, die ihr offenbar noch recht neu war, quälte sie sich aus dem Wagen. Der Taxifahrer machte keinerlei Anstalten, seinem etwas gebrechlichen Fahrgast behilflich zu sein. Ich eilte also zur Tür, legte meinen Arm unter ihren und erleichterte ihr den Ausstieg.  &lt;p&gt;„Das ist nett von Ihnen, junge Frau.“ Ihre zartblauen Augen strahlten mich dankbar an. „Manchmal merkt man doch das Alter.“ Sie kramte in ihrer Handtasche nach dem Portemonnaie. &lt;p&gt;„Keine Ursache. Soll ich?“ &lt;p&gt;„Oh, bitte. Wären Sie so lieb?“ &lt;p&gt;Klar war ich das. Ich nahm die Geldbörse, ging zum Taxifahrer und zahlte exakt den Betrag, den das Taxameter anzeigte. „Stoffel erwarten sicher kein Trinkgeld“, knurrte ich und wies ihm mit dem Daumen, zu verschwinden. &lt;p&gt;Die Dame lächelte verschmitzt. „Das war gut.“  &lt;p&gt;Sie war eine außerordentlich hübsche Frau, mit viel weniger Falten als ich erwartet hätte. Der leicht nach unten gezogene, linke Mundwinkel ließ vermuten, dass sie vor gar nicht so langer Zeit einen Schlaganfall erlitten haben musste. Jetzt erst wurde mir bewusst, dass ihr das Sprechen etwas Mühe bereitete. &lt;p&gt;„Ich hab’ hier einen Termin.“ &lt;p&gt;„Das dachte ich mir“, sagte ich lächelnd und bot ihr erneut meinen Arm. „Ich nehme Sie mit.“ Auf ihren fragenden Blick fügte ich hinzu: „Ich wohne auch hier. Lulu Herz. Die Praxis gehört meinem Ex-Mann.“ &lt;p&gt;„Ah!“, machte sie und suchte Halt, indem sie fest meine Hand drückte. „Emma Jackson. So heiße ich.“ &lt;p&gt;„Nett, Sie kennen zu lernen.“ Das fand ich tatsächlich. An diesem trüben, regnerischen Tag war ihr Lächeln so warm wie ein Sonnenstrahl. &lt;p&gt;Ich kramte den Schlüssel aus meiner Tasche, doch noch bevor ich ihn ins Schloss stecken konnte, wurde die Tür von innen aufgerissen. &lt;p&gt;„Lulu! Wo warst du nur? Geht es euch gut? Ich war schon ganz krank! Warum ist dein Handy aus? Wieso hast du dich nicht gemeldet?“ Ohne einmal Luft zu holen, ließ Björn einen ganzen Redeschwall auf mich niederprasseln.  &lt;p&gt;Währenddessen drehte Tyson fast am Rad, als er mich sah. Er wäre mir am liebsten direkt ins Genick gesprungen – und hätte es auch beinahe geschafft. &lt;p&gt;„Das ist aber ein besorgter Ex-Mann“, flüsterte Emma Jackson.  &lt;p&gt;„Ich hatte sein Auto.“ &lt;p&gt;„Na, dann.“ Sie schenkte mir wieder dieses verschmitzte Lächeln. Es tat so gut. &lt;p&gt;Endlich hatte Björn aufgehört, mich mit Sorgenbekundungen und Vorwürfen zu überschütten, als er die nette Dame neben mir bemerkte. „Misses Jackson, es tut mir leid.“ Er reichte ihr die Hände und seufzte schwer. „Man hat nur Sorgen. Ich war schon ganz krank…“ &lt;p&gt;„Momentchen“, unterbrach ihn die Misses. „Sie haben wirklich Anlass zur Sorge, denn krank scheint die junge Dame tatsächlich zu sein.“ &lt;p&gt;„Ach, was. Nur schnupfig und müde“, wiegelte ich ab und versuchte vergeblich, Tysons Zunge auszuweichen, die ununterbrochen über mein Gesicht schleckte. &lt;p&gt;„In Ihrem Zustand.“ &lt;p&gt;„Sehen Sie“, fühlte sich Björn bestätigt. „Sag’ ich doch.“ &lt;p&gt;Ich verdrehte die Augen und holte tief Luft. „Es ist kalt hier draußen. Wie wäre es, wenn du uns erst mal reinlassen würdest?“ &lt;p&gt;Björn lief völlig neben der Spur. Ich hoffte inständig, dass er bei Alex inzwischen Abbitte geleistet und die beiden sich ausgesöhnt hatten, sonst würde das mit dem ruhigen Wochenende ganz sicher nichts werden. &lt;p&gt;„Björn? Sie lassen jetzt ihrer Ex-Frau ein heißes Bad ein“, sagte Misses Jackson in einem Ton, der mütterlich fürsorglich klang, aber keinen Widerspruch duldete. „Haben Sie Holunderblütentee im Haus? Und eine frische Zitrone? Wenn nicht, gehen Sie mal schön los und kaufen welche.“ &lt;p&gt;Björn japste. &lt;p&gt;„Nein, nein, nein, nein, nein“, bremste die Misses ihn aus. „Keine Widerrede. Ihre Ex-Frau ist krank und wird zuerst versorgt. So viel Zeit muss sein.“ &lt;p&gt;Ich biss mir auf die Unterlippe, um nicht laut loszulachen und bat sie in die Küche. „Wir haben Tee hier. Auch Holunder. Und eine Zitrone lässt sich noch finden. Danke, Sie sind wirklich unglaublich nett.“ &lt;p&gt;Sie nickte zufrieden und sah dann zur Tür. „Hopp! Hopp! Nun machen Sie schon, Björn.“ &lt;p&gt;„Setzen Sie sich doch. Darf ich Ihnen denn etwas anbieten?“, fragte ich, während mein Ex die Treppen noch oben flitzte, um Badewasser einzulassen. „Kaffee? Tee? Kakao?“ &lt;p&gt;Misses Jackson lehnte kopfschüttelnd ab und gesellte sich lieber zu mir an die Küchentheke. „Nach meinem Schlaganfall vor drei Wochen hat mein Sohn mich zu sich geholt“, erzählte Misses Jackson im Plauderton, auch wenn es ihr einiges an Mühe abverlangte, deutlich zu sprechen. „Es war ja gar nicht so schlimm. Aber er hat darauf bestanden. Stellen Sie sich vor, so ein lieber Junge.“ &lt;p&gt;„Das ist wahr“, pflichtete ich ihr bei. &lt;p&gt;Sie senkte die Stimme. „Er wollte, dass ich bei ihm wohne, der liebe Junge. Aber in der Rehagruppe habe ich jemanden kennen gelernt. Nun ja, da ist man doch gerne auch mal ungestört. Sie verstehen?“ &lt;p&gt;„Oh“, schmunzelte ich und nickte. &lt;p&gt;„Nicht gleich… Sie wissen schon.“ &lt;p&gt;„Nein, natürlich nicht.“ &lt;p&gt;„Die Folgen eines Schlaganfalls schränken auch ein bisschen ein.“ &lt;p&gt;„Schon.“ &lt;p&gt;„Aber es wird ja alles wieder.“ Ihre blauen Augen funkelten mädchenhaft frech. Dann richtete sie sich auf und reckte die Brust. „Er hat mir also ein kleines Häuschen gekauft. Mit Garten. Als Alleinerziehende war ich es gewohnt, zwei Leben zu stemmen. Und seit mein Sohn ausgezogen ist, bin ich alleine. Da nimmt man im Laufe der Zeit gewisse Eigenarten an, die sich mit einem Leben in der Gruppe nicht immer leicht vereinbaren lassen.“ &lt;p&gt;Während ich meinen Holunderblütentee aufgoss, schnitt Misses Jackson die Zitrone in zwei Teile und drückte sie über meiner Tasse aus. „Meinem Sohn hat manchmal schon der Vater gefehlt.“ Wehmütig sah sie auf meinen Bauch. „Das würde der liebe Junge aber niemals zugeben. Nicht vor mir.“ &lt;p&gt;Ich schnäuzte fest in mein Taschentuch. Was praktisch war, weil mir schon wieder Tränen in die Augen stiegen. Wie schockiert, wie niedergeschlagen Sam ausgesehen hatte. Wie konnte ich ihm nur so weh tun? &lt;p&gt;„Na, jetzt nehmen Sie erst einmal ein heißes Bad“, schlug die nette Misses vor, als Björn die Treppe heruntergesaust kam, „und schlafen sich dann mal ordentlich aus.“ &lt;p&gt;Ich nickte gehorsam und drückte ihr noch einmal fest die Hand zum Dank.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-1736216596259047093?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/1736216596259047093/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=1736216596259047093&amp;isPopup=true' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/1736216596259047093'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/1736216596259047093'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-44.html' title='Herzblatt – Kapitel 44'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-4835704280039296426</id><published>2011-06-13T05:41:00.000+02:00</published><updated>2011-06-13T05:41:00.780+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 43</title><content type='html'>&lt;p&gt;„Er hat… was?“ Mit meinen Ohren war alles in Ordnung, aber mein Gehirn hatte eindeutig Schwierigkeiten, diese Information aufzunehmen. &lt;p&gt;Marc sah aus wie der Überbringer schlechter Nachrichten, der im Anschluss geköpft wurde. „Sam ist dein Boss.“ &lt;p&gt;Ich warf die Arme der Länge nach auf den Tisch und meinen Kopf gleich hinterher. Ich kam mir so dumm vor. Dumm und naiv. Was wusste ich überhaupt von Sam? Wer war er? Ich trug sein Kind unter meinem Herzen, und mein Herz gehörte ihm. Und weiter?  &lt;p&gt;„Lulu? Die Sendung…“ &lt;p&gt;Schluss jetzt! Ich hatte eine Verantwortung meinem Baby gegenüber und würde mich keinen vagen Hoffnungen mehr hingeben. &lt;p&gt;„Luuu-luuu!“ Marc rüttelte an meiner Schulter und wandte sich dem Bildschirm zu. „Hier sind wir also wieder. Und während meine Kollegin Lulu ihren Kopf noch in eine Packung Taschentücher vergraben hat, möchten wir uns bei unseren Hörern, die so zahlreich ins Studio gemailt haben, für die vielen Genesungswünsche bedanken.“ &lt;p&gt;Ich schielte auf seinen Bildschirm und hob überrascht die Augenbrauen. Meine Güte, waren das viele Mails. Alle voll guter Besserung und manche gespickt mit virtuellen Taschentüchern oder Teebeuteln. Himmel, wie ich meinen Job liebte! &lt;p&gt;„Ich kann nur jedem raten, Katzen nicht unbedingt bei Regenwetter zu beerdigen.“ &lt;p&gt;Dass Marc ausgerechnet diese Information so mir nichts, dir nichts über den Äther schoss, wunderte mich doch sehr. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass seine Trauer gestern nur gespielt war. „Hast du heute ein Emotionsdrops geschluckt?“, fragte ich deshalb während der Werbepause. &lt;p&gt;„Ist mir rausgerutscht“, nieste er und angelte nach einem Taschentuch. „Machst mich ja auch ganz wuschig mit deinem engen Shirt.“ &lt;p&gt;„Hallo?“, protestierte ich. „Das ist &lt;i&gt;dein&lt;/i&gt; Shirt!“ &lt;p&gt;„Deswegen“, griente er breit und lehnte sich zurück. &lt;p&gt;„Wie schön“, seufzte ich wehmütig, „dass du wieder da bist.“ &lt;p&gt;Während der nächsten Stunden hatte ich zusehends Mühe, mich zu konzentrieren. Das lag zum einen daran, dass Sam es mir unmöglich machte, ihn aus meinen Gedanken zu wischen, weil er ständig aus irgendwelchen fadenscheinigen Gründe ins Sendestudio schlüpfte und mir ein Übermaß an aktiver Aufmerksamkeit schenkte. In der ganzen Zeit, die ich ihn kannte, hatte er noch nie so viel geredet.  &lt;p&gt;Zum anderen schien mein Schnupfen nun zu einer Erkältung heranzuwachsen. Und darunter hatte meine verbale Kreativität zu leiden. Marc schien es ähnlich zu gehen, er sah ständig zur Uhr. &lt;p&gt;„Was den Umgang mit schwierigen Kunden angeht“, begann ich, um die Zeit zwischen zweimal drei Hits am Stück zu überbrücken und Marc eine kurze Moderationsauszeit zu gönnen, „gebührt einer Angestellten der United Airlines in Denver eine Auszeichnung für den Umgang mit einem Passagier, den man besser als Gepäck hätte befördern sollen.“ Ich rief mir die Geschichte, die ich noch neulich irgendwo gelesen hatte, in Erinnerung: „Ein vollbesetzter Flug wurde annulliert. Und eine einzige Angestellte nahm die Umbuchung für eine lange Schlange von genervten Reisenden vor. Plötzlich drängelte sich ein ärgerlicher Passagier bis zu ihrem Schalter vor. Er knallte sein Flugticket auf die Ablage und sagte: ‚Ich &lt;i&gt;muss&lt;/i&gt; diesen Flug bekommen und es muss &lt;i&gt;erster Klasse&lt;/i&gt; sein!’. Die Angestellte erwiderte: ‚Tut mir leid, Sir. Ich werde Ihnen gerne behilflich sein, aber erst muss ich den anderen Leuten helfen. Ich bin sicher, wir werden etwas für Sie finden’. Der Fluggast blieb davon unbeeindruckt. Er fragte so laut, dass es die Passagiere hinter ihm alle hören konnten: ‚Wissen Sie denn überhaupt, wer ich bin?’. Lächelnd und ohne zu zögern nahm die Angestellte ihr Ansagemikrofon: ‚Darf ich um Ihre Aufmerksamkeit bitten?’, begann sie und ihre Stimme klang durch das Flughafenterminal. ‚Wir haben hier einen Fluggast, der &lt;i&gt;mich&lt;/i&gt; fragt, wer er ist. Falls ihm jemand behilflich sein kann, seine Identität heraus zu finden, kommen Sie bitte zum United Airlines Schalter’.“ &lt;p&gt;Ich bemerkte Sam, der leise neben mich getreten war und grinste, und fuhr fort: „Die Leute in der Schlange kreischten vor Lachen, der Mann starrte die Angestellte an, knirschte mit den Zähnen und fluchte: ‚Fuck you!’, woraufhin die Angestellte lächelte und sagte: ‚Tut mir leid, Sir. Aber auch dafür werden Sie sich anstellen müssen!’. Das nenne ich mal schlagfertig, oder?“ Die Frage ging an unsere Hörerinnen und Hörer, doch Sam und Marc nickten. &lt;p&gt;„Wir verabschieden uns ins Wochenende. Gleich wird euch unser Kollege Sönke Werkmann durchs Mittagsprogramm begleiten, bleibt bei uns und bleibt gesund. Am Mikrofon waren Lulu Herz und Marc Hinze.“ &lt;p&gt;„Endlich!“ Marc entfuhr ein Stoßseufzer. Er hatte ganz glasige Augen.  &lt;p&gt;„Schon etwas anderes, so eine ganze Sendung zu moderieren und nicht nur den Sportteil?“ &lt;i&gt;Und die vielen Pornoclips zwischendrin&lt;/i&gt;, hätte ich noch gerne hinzugefügt. &lt;p&gt;Er rieb sich die Stirn. „Ich will echt nur noch nach Hause und in mein Bett.“ &lt;p&gt;Ich fühlte mich genauso elend wie er aussah. „Das will ich auch.“ &lt;p&gt;„In &lt;i&gt;mein&lt;/i&gt; Bett?“ &lt;p&gt;Meine Hand traf mit einem Klaps auf seinen Hinterkopf. „Blödmann. Ich hole mir noch einen Tee und dann wird nachgearbeitet.“ &lt;p&gt;Marcs Stöhnen bedachte ich mit einem unnachgiebigen Grinsen. Das wiederum verging mir, als ich in der Küche auf Allegra traf. Sie kämpfte gerade mit der Mikrowelle. &lt;p&gt;„Hi“, sagte ich anstandshalber, wenn auch knapp, weil ich das so von meiner Mama gelernt hatte. &lt;p&gt;„Hi“, erwiderte sie nicht weniger knapp. Es sah so aus, als würde sie den Kampf verlieren. Gegen die Mikrowelle, versteht sich. Das Ding piepte in sämtlichen Tonlagen. Es hörte sich an wie eine Hammondorgel. &lt;p&gt;Eine Weile sah ich, zugegeben etwas schadenfroh, zu und griff dann beherzt ein. Ich schubste sie sacht zur Seite, öffnete zwecks Feststellung des zu erhitzenden Gerichts die Tür und drückte dann zwei Tasten. Schon zehn Sekunden später schlug mir der Duft eines dieser Null-Kalorien-Null-Geschmack-Gerichte entgegen. &lt;p&gt;„Danke.“ &lt;p&gt;„Bitte.“  &lt;p&gt;Während ich darauf wartete, dass mein Teewasser kochte, spürte ich Allegras Blicke auf mir. In Gedanken warnte ich sie. Sie wilderte hier in &lt;i&gt;meinem&lt;/i&gt; Revier. Und ihre innige Freundschaft zu Jaqueline machte sie zu meiner natürlich Feindin. Im Grunde hatte ich ja eigentlich nichts gegen Allegra – solange sie mich in Ruhe lassen würde. &lt;p&gt;„Ähm… du bist schwanger?“ &lt;p&gt;Genau das hatte ich gemeint. Und überhaupt: was sollte diese Frage? Das wusste sie doch. Ich übergoss meinen Teebeutel mit heißem Wasser und antwortete: „Nein. Ich habe vor dem Sport nichts gegessen und deswegen den Medizinball verschluckt.“ &lt;p&gt;„War nur eine Frage“, murrte sie eingeschnappt. &lt;p&gt;„War auch nur eine Antwort. &lt;p&gt;Ich wollte schleunigst aus der Küche verschwinden, da hörte ich Sam vor der Tür zetern.  &lt;p&gt;„&lt;i&gt;Du&lt;/i&gt; bist also dafür verantwortlich, dass Lulu krank ist?“ Er ließ sein Gegenüber nicht zu Wort kommen, aber ich ahnte, wen er in der Mangel hatte. „Ich begreif’ es einfach nicht. Sag’ mal, Junge: Überlegst du zur Abwechslung auch mal? Oder überlässt du das Denken immer noch ausschließlich deinem Ego und deinem Schwanz? Was offensichtlich dasselbe ist?“ &lt;p&gt;„Hey, das war nicht so geplant...“, erwiderte Marc kleinlaut.  &lt;p&gt;„Bei dir ist nie etwas geplant. Ich dachte, das hättest du inzwischen begriffen?“ &lt;p&gt;Meine Güte, Sam faltete ihn ja zusammen wie einen kleinen Jungen? &lt;p&gt;„Wirklich, Sam!“ Marcs Stimme hörte sich beinahe flehend an. „Ich war nur... völlig daneben, als ich...“ &lt;p&gt;Nun klang auch Sam wieder sanft. „Hey, Marc. Es tut mir echt leid wegen Mary Poppins. Aber wenn das noch einmal vorkommt, fliegst du.“ &lt;p&gt;„Sam! Was hat das denn mit meiner Arbeit zu tun?“ &lt;p&gt;Kurze Stille. „Mit deiner Arbeit nichts, aber... noch einmal, dann fliegst du. Verstanden?“ &lt;p&gt;„Verstanden.“ &lt;p&gt;Ich trat aus der Tür und sah die beiden befremdet an. Wenn mir jetzt jemand gesagt hätte, dass Marc Sams heimlicher Sohn ist, ich hätte es wohl geglaubt. &lt;p&gt;Marc räusperte sich. &lt;p&gt;„Ich dachte, du bist auf dem Klo?“ Sam war mein plötzliches Erscheinen sichtlich unangenehm. &lt;p&gt;„Wieso auf dem Klo? Weil Frauen im Allgemeinen und Schwangere im Besonderen dort gut ein Drittel ihres Lebens zubringen?“ &lt;p&gt;„Ich sagte doch, sie macht sich Tee“, flüstere Marc ihm zu. &lt;p&gt;„Ähm... kommst du bitte mal?“ &lt;p&gt;Ohne eine Antwort abzuwarten, griff Sam meinen Arm und zog mich von Marc weg.  &lt;p&gt;„Björn hat mich gestern Abend angerufen. Er hat dich auf dem Handy nicht erreicht und nach dir gesucht.“ &lt;p&gt;Ich schnaubte verächtlich. „Wohl eher seinen Wagen?“  &lt;p&gt;Sam rieb sich mit der Hand den Nacken. „Ich habe ihm gesagt, du bist bei Gretchen und wolltest vielleicht dort auch übernachten. Gretchen habe ich natürlich instruiert.“ &lt;p&gt;„Wieso?“  &lt;p&gt;Er ließ sich gegen den Schreibtisch sinken und umfasste erneut meinen Arm. „Lulu, Björn hat sich wirklich wahnsinnige Sorgen um dich gemacht. Ich habe deinen, also Björns Auto vor Marcs Wohnung stehen sehen. Hätte ich Björn sagen sollen, dass du bei diesem Kerl übernachtest?“ &lt;p&gt;„Na, den überrascht bestimmt nichts mehr.“ Noch während ich sprach, rastete die Erkenntnis in meinem Hirn ein. „Wieso hast du meinen Wagen dort stehen sehen?“ &lt;p&gt;„Bin zufällig dort vorbei gekommen.“ &lt;p&gt;„Zufällig? Aha.“ &lt;p&gt;„Mein Gott, Lulu“, brauste er plötzlich auf. „Ich habe mir verdammte Sorgen gemacht. Um dich. Und um...“ &lt;p&gt;Meine rechte Augenbraue schnellte in die Höhe. „Na?“ &lt;p&gt;„Dir hätte Gottweißwas passiert sein können, so wie du gestern hier abgerauscht bist. Und dann auch noch mit Marc.“ &lt;p&gt;„Geht es um ihn?“, fragte ich und ärgerte mich noch im selben Moment. Wie war das mit den vagen Hoffnungen, die ich mir &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; mehr machen wollte? &lt;p&gt;Sam seufzte, stand auf und legte nun beide Hände um meine Schultern. Seine babyblauen Augen funkelten, als seien Sterne darin eingelassen. „Ich will doch nur, dass es dir gut geht, Lulu. Dir und...“ &lt;p&gt;Ich machte mich los, indem ich einen Schritt zurück trat. „Ach? Bist du deswegen plötzlich so nett zu mir? In den ganzen letzten Wochen hast du mich ständig angepisst, und ich musste so tun, als ob es regnet. Du erfährst, dass ich schwanger bin und schon drehst du dich um hundertachtzig Grad. Du quatschst mir sogar einen Keks an die Backe. Warum?“ Seiner Antwort kam ich zuvor: „Weil du denkst, das Kind ist von &lt;i&gt;dir&lt;/i&gt;?“ &lt;p&gt;Das saß. In weniger als nullkommazwei Sekunden hatte Sam eine 1a Gesichtsgrätsche hingelegt. Hätte man ihn jetzt angezapft, es wäre kein einziger Tropfen Blut geflossen.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-4835704280039296426?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/4835704280039296426/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=4835704280039296426&amp;isPopup=true' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/4835704280039296426'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/4835704280039296426'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-43.html' title='Herzblatt – Kapitel 43'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-8172945027891688653</id><published>2011-06-12T05:40:00.000+02:00</published><updated>2011-06-12T05:40:00.302+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 42</title><content type='html'>&lt;p&gt;„Lulu? Luuu-luuu?“ &lt;p&gt;Wie ein Singsang drang mir mein Name ins Ohr. Eine Hand strich zärtlich über die Stirn und streichelte meine Wange. &lt;p&gt;Meine Lider flatterten, aber mein Körper war wie erschlagen und der Kopf fühlte sich irgendwie schwammig an. „Sam?“ &lt;p&gt;„Was?“ &lt;p&gt;Ich öffnete schlagartig die Augen. Das hörte sich nicht wie Sam an. Und das Gesicht, das jetzt mit überraschtem Ausdruck vor mir auftauchte, war auch nicht Sam. „Marc?“ &lt;p&gt;„Ja, immer noch“, sagte er leicht verschnupft. Wobei dieses &lt;i&gt;verschnupft&lt;/i&gt; sowohl psychischer als auch physischer Natur war.  &lt;p&gt;Wir hatten gestern noch lange an Mary Poppins’ Grab gestanden. Völlig durchnässt bot Marc mir danach eine heiße Dusche und trockene Kleidung an. Meinen Protest ließ er nicht gelten, ich war viel zu müde für weitergehende Diskussionen und dankbar für die Wärme, die mir der heiße Tee und die Sofadecke aus reiner Babymerino schenkte.  &lt;p&gt;Ich erfuhr, dass er ein Findelkind war, ausgesetzt vor einer Kirche. Sein Ziehvater, seines Zeichens Pfarrer, führte ein strenges Regiment. Unter seinen acht Stiefschwestern hatte er zu leiden, bis er mit fünfzehn von zu Hause weggelaufen und bei einer Gang untergekommen war. Zwei Jahre saß er in Jugendhaft, weil er einen Mann niedergeschlagen und ausgeraubt hatte. Hinterrücks hatte er ihn mit einem Messer angegriffen und anschließend mit einem Baseballschläger lebensgefährlich verletzt. Als er ihn im Krankenhaus aufsuchte, um sich zu entschuldigen, wurde er von der Polizei aufgegriffen. Ausgerechnet dieser Mann war es, der ihm eine Chance gegeben hatte, sein Leben zu ändern.  &lt;p&gt;„Geht es dir gut?“ &lt;p&gt;Ich massierte mir die Schläfen. Mein körperliches Befinden war weit entfernt von gut. Trotzdem nickte ich. „Ja, passt schon.“ &lt;p&gt;„Hoffe, es war nicht zu unbequem auf dem Sofa? Du bist während der Nachrichten einfach eingeschlafen. Ich wollte dich nicht wecken.“ &lt;p&gt;Ein wenig orientierungslos hob ich die Decke und lugte darunter.  &lt;p&gt;„Ich hab’ dich nicht angerührt!“ Marc war aufgesprungen und sah ziemlich gekränkt aus. „Es ist gleich fünf.“ &lt;p&gt;Mit einem Schlag war ich hellwach. „Gleich fünf? Verdammt! Die Sendung!“ &lt;p&gt;„Geht doch erst um sechs los?“ &lt;p&gt;„Und um fünf beginnt die Vorbereitung“, erinnerte ich ihn schniefend. „Schließlich haben wir gestern nicht nachgearbeitet und jetzt keine Zeit mehr, um vorzubereiten. Wir müssen improvisieren. Titel auf die Schnelle aussuchen. Ist ja kein Problem. Aber die Daily acts? Na, egal. Hast du mal ein Taschentuch für mich? Bitte? Und wo sind meine Klamotten?“ &lt;p&gt;Er schüttelte sich kurz. „Äh…“ Definitiv waren das zu viele Verben für ihn. Zumindest um diese Uhrzeit. „Die sind noch nass.“ Bevor ich meinem Entsetzen verbal Ausdruck verleihen konnte, fügte er hinzu: „Ich hab’ dir aber etwas rausgesucht. Hier.“ Er deutete auf den Sessel neben dem Sofa. Darauf befanden sich eine Cargohose und ein graues Langarmshirt in Feinripp. „Mit Gürtel müsste es gehen?“ &lt;p&gt;„Wohl eher mit einem Einmachgummi“, murmelte ich. Mein Bauch fühlte sich nicht nur an, als sei er über Nacht regelrecht explodiert, er sah auch so aus.  &lt;p&gt;Als ich mich wenig später im Badezimmerspiegel betrachtete, war mir klar, dass ich die Schwangerschaft nicht mehr würde verschweigen können. Mit fiel fast die Einwegzahnbürste aus dem Mund. Eine Konfrontation mit meiner Mutter war jetzt also unausweichlich. Ebenso wie die Konfrontation mit Allegra in weniger als… „Maaarc!“, schrie ich mit Blick auf die Uhr.  &lt;p&gt;Erschrocken fuhr ich zusammen, als er nur eine Millisekunde später im Badezimmer stand. „Geht’s schon los?“ &lt;p&gt;„Ja, was denkst du denn?“, fragte ich und starrte ihn befremdet an. Marc hatte den linken Arm um meine Hüfte geschlungen, der rechte lag stützend unter meinem Arm. „Wir kommen zu spät in den Sender.“ &lt;p&gt;Er lockerte seinen Griff. „Ach… ach, so.“ &lt;p&gt;Ich zog eine Augenbraue nach oben. Mir dämmerte, dass er es mindestens schon seit gestern wusste. „Hast du gedacht, ich bekomme mein Kind bei dir im Badezimmer?“ &lt;p&gt;Marc zögerte nur einen Augenblick. „Wäre das so schlimm?“ &lt;p&gt;„Im fünften Monat schon.“ Mehr fiel mir darauf spontan nicht ein. &lt;p&gt;Völlig außer Atem trafen wir um zehn vor sechs im Sender ein. Gut, nur ich war außer Atem, Marc schien etwas grün im Gesicht. Auf dem Weg hatte ich mindestens zwölf Verkehrsregeln verletzt, aber immerhin einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt. &lt;p&gt;„Kleine Blechbüchse auf LSD“, hatte er gekeucht und offenbar etwas Galle geschluckt. &lt;p&gt;„Guten Morgen.“ Sam lehnte mit vor der Brust verschränkten Armen an meinem Schreibtisch. Sein Gesicht war ausdruckslos, aber ich wusste, dass unter der Oberfläche gerade alles Mögliche vorging. „Lulu? Geht es dir gut?“ &lt;p&gt;„Was tust du, wenn ich &lt;i&gt;Nein&lt;/i&gt; sage?“ &lt;p&gt;Sam zuckte zusammen und straffte die Schultern. „Was ist los?“, fragte er besorgt mit Blick auf meinen Bauch. &lt;p&gt;„Wir sind zu spät“, antwortete ich knapp, kramte noch zwei Packungen Papiertaschentücher aus meiner Schreibtischschublade und eilte zu Marc ins Sendestudio. &lt;p&gt;Was die Improvisation anging, so schlugen Marc und ich uns zwar ein wenig verschnupft, aber wirklich tadellos. Für Auswahl und Reihenfolge der Songs hatte ich ein Händchen. Aktuelle Themen übernahmen wir aus der gestrigen Nachrichtensendung und der Tageszeitung. Und unsere witzigen Dialoge täuschten gekonnt über die fehlende Vorbereitung hinweg. Wir waren zufrieden. &lt;p&gt;„Ich gehe mir mal ein Tee machen“, sagte ich und schnäuzte fest in mein Taschentuch. „Soll ich dir einen Kaffee mitbringen, Marc?“ &lt;p&gt;„Lass’ nur, ich…“ &lt;p&gt;„Nicht nötig“, wurde er von Sam unterbrochen, der mir einen riesigen Pott heißen Thai-Tee und ein Vollkorncroissant vor die Nase hielt. &lt;p&gt;„… hole mir meinen Kaffee selbst.“ Marc warf ihm einen schrägen Blick zu und rauschte aus dem Sendestudio. &lt;p&gt;„Danke.“ &lt;p&gt;Sam stellte Tasse und Teller an meinem Platz ab und setzte sich auf Marcs Stuhl. „Geht es dir gut?“ &lt;p&gt;„Hatten wir das nicht vorhin schon mal?“ &lt;p&gt;Er seufzte. „Lulu, wir müssen reden.“ &lt;p&gt;„So? Müssen wir das?“ &lt;p&gt;„Ja!“ &lt;p&gt;„Warum? Weil Reden deine Stärke ist?“ &lt;p&gt;„Nein, weil…“ &lt;p&gt;„Weil du einen Anstandswauwau ins Haus geholt hast? Wie kommst du überhaupt dazu? Oliver hat mir nichts gesagt. Und das hätte er mit Sicherheit, wenn er…“ &lt;p&gt;„Wenn er es gewusst hätte, ich weiß. Und er wäre auch nicht begeistert gewesen. Genau deshalb habe ich nichts gesagt.“ &lt;p&gt;Das schlug doch dem Fass den Boden aus. „Bei dir piept’s wohl? Du kannst doch nicht einfach jemanden einstellen?“ &lt;p&gt;Sams Stirn legte sich in Falten. „Kann ich wohl. Und Vorsicht, der ist…“ &lt;p&gt;Ich nippte an meinem Tee und verbrannte mir höllisch die Zunge. „Scheiße!“ &lt;p&gt;„… heiß, wollte ich sagen.“ &lt;p&gt;Mit einem &lt;i&gt;Pling!&lt;/i&gt; erschienen die Verkehrsnachrichten auf meinem Bildschirm. „Ich hab’ zu tun.“ &lt;p&gt;Sam griff nach meiner Hand. „Lulu?“ &lt;p&gt;Ein Kribbeln durchströmte meinen Körper und ich entzog sie ihm. Lüsterne Anwandlungen waren das Letzte, das ich jetzt gebrauchen konnte, wenn auch leider unvermeidbar bei seinem Anblick. Ich schluckte fest und schnarrte mit einer Kopfbewegung zum Ausgang: „Da hat der Schreiner ein Loch gelassen. Danke fürs Frühstück.“ &lt;p&gt;Wortlos erhob er sich und ging. An der Tür wäre fast mit Marc zusammen geprallt. &lt;p&gt;„Gab es einen Anschiss wegen unserer Verspätung?“ &lt;p&gt;„Einen Anschiss?“, wiederholte ich spöttisch. „Wieso sollte ausgerechnet Sam uns seinen Anschiss verpassen? Der wird einen bekommen, wenn Oliver wieder zurück ist.“ &lt;p&gt;Jetzt war es Marc, der konsterniert drein schaute. „Wieso sollte Oliver ihm einen Anschiss verpassen?“ &lt;p&gt;Ich verlas rasch die Verkehrsnachrichten und spielte drei Hits am Stück ein, bevor ich antwortete: „Na, weil Sam einfach diese Schickse eingestellt hat. Wie kommt er denn dazu? Das geht doch nicht.“ &lt;p&gt;„Wieso geht das nicht?“ &lt;p&gt;&lt;i&gt;Weil ich ihr und ihrer besten Freundin die Pest an den Hals wünsche&lt;/i&gt;, wollte ich sagen, beschränkte mich jedoch auf: „Das sind Personalentscheidungen. Die hat der Chef zu treffen.“ &lt;p&gt;Marc schob verwirrt das Kinn nach vorne. „Hat er doch.“ &lt;p&gt;„Marc“, belehrte ich ihn eines besseren. „Er hat sie ohne Olivers Wissen eingestellt. Das hat Sam mir gerade eben gesagt.“ &lt;p&gt;„Ja. Und?“ &lt;p&gt;Langsam riss mir der Geduldsfaden. Seit der Schwangerschaft zählte Gelassenheit nicht mehr zu meinen hervortretendsten Stärken. „Sag’ mal, bist du schwer von Begriff?“ &lt;p&gt;Marc räusperte sich. „Mir scheint eher, &lt;i&gt;du&lt;/i&gt; bist schwer von Begriff. Oliver ist hier angestellt wie du und ich“, klärte er mich auf. „Sam war das auch.“ &lt;p&gt;„Wieso &lt;i&gt;war&lt;/i&gt;?“ &lt;p&gt;„Der Sender stand im letzten Jahr noch vor der Pleite.“ &lt;p&gt;„Und?“ &lt;p&gt;„Sam hat ihn gekauft.“&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-8172945027891688653?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/8172945027891688653/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=8172945027891688653&amp;isPopup=true' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/8172945027891688653'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/8172945027891688653'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-42.html' title='Herzblatt – Kapitel 42'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-1925720299348747515</id><published>2011-06-11T05:39:00.000+02:00</published><updated>2011-06-11T05:39:00.851+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 41</title><content type='html'>&lt;p&gt;Meine Gedanken kreisten unaufhörlich um Sam. Bestand auch nur der kleinste Funken Hoffnung, war der mit Allegras Erscheinen im Sender zunichte gemacht worden. Schließlich hatte er auch sich selbst die beste Freundin seiner Lebensgefährtin vor die Nase gesetzt. Was wiederum den Schluss zuließ, dass Sam keinerlei Ambitionen zur Wiederannäherung meinerseits hatte. Oder war er über die Schwangerschaft derart entsetzt, dass er zu solchen Abwehrmaßnahmen greifen musste? Und wieso saß Marc neben mir, wo doch sein eigener Wagen auf dem Studiogelände parkte? &lt;p&gt;„Verkehrstauglich bist du aber schon noch, oder?“ Marcs Finger hatten sich in die Armaturen vergraben. &lt;p&gt;„War kurz in Gedanken“, entschuldigte ich mich schwach, aber endlich wieder im Hier und Jetzt angekommen. „Lass’ jetzt bloß keinen blöden Frau-am-Steuer-Spruch los, verstanden?“ &lt;p&gt;„Hatte ich nicht vor.“ &lt;p&gt;Ich parkte den Wagen direkt vorm Eingang der Dönerbude im eingeschränkten Halteverbot. Marc warf mir einen argwöhnischen Blick zu.  &lt;p&gt;Ich zuckte ungerührt mit den Schultern. „Es sieht nach Regen aus. Außerdem gehört die Karre meinem Ex-Mann. Und mit dem habe ich sowieso noch ein Hühnchen zu rupfen.“ &lt;p&gt;„Na, dann.“ &lt;p&gt;Im Dönerladen steuerte ich an der Theke vorbei direkt auf meinen Lieblingstisch in der Ecke zu. „Merhaba, Tekin! Machst du Döner viel scharf ohn’ Swiebel?“ &lt;p&gt;Tekin winkte und nickte. „Merhaba, Ayse. Gibi, gibi. Schön, dich mal wieder zu sehen.“ &lt;p&gt;„Ayrıca“, lächelte ich meinem ehemaligen Klassenkameraden zu und hob Zeige- und Mittelfinger. &lt;p&gt;„Wie bitte?“ Marc hatte mir gegenüber Platz genommen und schaute mich verständnislos an. „Was war das?“ &lt;p&gt;Ich zuckte die Schultern und ließ meine Tasche auf den Tisch plumpsen, wo sich der gesamte Inhalt auf die Platte ergoss. „Scheiße! Ich habe zwei Döner für uns bestellt und dem Koch gesagt, dass ich mich auch freue, ihn mal wiederzusehen.“ Mit einer groben Handbewegung schob ich meine Utensilien zurück in die Tasche.  &lt;p&gt;„Was ist das?“ Marc griff nach einem Buch, das ich immer bei mir trug, um mir die Bahnfahrt in den Sender zu verkürzen, wenn Björns oder Alex’ Wagen mal nicht zur Verfügung standen.  &lt;p&gt;„Da sind Buchstaben drin, Marc“, entzog ich es seinen Händen und packte es zurück. „So etwas nennt man ‚Buch’. Das kann mal lesen.“ &lt;p&gt;„Ich bin ja nicht blöd“, konsternierte er. &lt;p&gt;„Hmhm.“ &lt;p&gt;„Was? Hmhm?“ Marc schien richtig beleidigt.  &lt;p&gt;Na, toll. Als ob der Tag nicht schon beschissen genug war? Auf seine Launen hatte ich echt keine Lust. Ich rieb mir die Stirn und griff nach dem türkischen Tee, den Tekin uns bereits auf den Tisch gestellt hatte. &lt;p&gt;„&lt;i&gt;Kein steinern Bollwerk kann der Liebe wehren&lt;/i&gt;“, zitierte Marc aus heiterem Himmel, „&lt;i&gt;und Liebe wagt, was irgend Liebe kann&lt;/i&gt;. Romeo und Julia.“ &lt;p&gt;Ich hustete meinen Tee zurück in die Tasse und starrte ihn an.  &lt;p&gt;Als ich nichts weiter sagte, fügte er hinzu: „William Shakespeare. Englischer Dichter und Dramatiker. Fünfzehnvierundsechzig bis Sechzehnhundertsechzehn.“ &lt;p&gt;Eine zeitlang sprach keiner von uns. Bis Tekin unsere Döner servierte.  &lt;p&gt;„Vorsicht, der Döner hier ist so scharf, dass dir der Schnodder aus der Nase rennt.“ &lt;p&gt;Meine Warnung kam ein wenig spät. Marc schnappte bereits nach Luft. Ich hielt ihm meinen Tee vor die Nase – die tatsächlich verdächtig feucht funkelte.  &lt;p&gt;„Hmke“, keuchte er und rang nach Luft. &lt;p&gt;Eine Weile beobachtete ich Marc. Ich wartete, bis er sich die Tränen von den Augen gewischt hatte und sein Atem wieder gleichmäßiger ging. Dann fragte ich: „Marc? Wieso bist du so? Du bist doch nicht dumm? Weshalb also dieser auf Sexismus getrimmte Chauvinismus? Diese unverschämte Dreistigkeit? Das hast du doch überhaupt nicht nötig?“ &lt;p&gt;Marcs Gesicht war immer noch knallrot. Er setzte zu einer Antwort an, besann sich dann aber wohl. „Wieso Ayse?“ &lt;p&gt;„Hä?“ &lt;p&gt;„Ayse. Warum Ayse?“ &lt;p&gt;„H-hä?“, drückte ich mein Unverständnis wiederholt debil aus. &lt;p&gt;Er wies mit dem Daumen Richtung Theke. „Der Typ da, er hat dich Ayse genannt?“ &lt;p&gt;Der spontane Themenwechsel war unmissverständlich. Ich räusperte mich. „Ach, so. Der &lt;i&gt;Typ&lt;/i&gt; heißt übrigens Tekin und ist ein alter Klassenkamerad von mir. Als er sechzehn war, wollten ihn seine Eltern mit seiner türkischen Cousine verkuppeln. Das hat ihm nicht so gefallen und er behauptete, bereits eine Freundin zu haben.“ &lt;p&gt;„Und die warst du?“ &lt;p&gt;Ich biss in meinen Döner. Die Soße rann mir übers Kinn, ein halbes Salatblatt blieb zwischen Oberlippe und Nase kleben. Marc grinste und reichte mir eine Serviette.  &lt;p&gt;„Nein“, antwortete ich mit halbvollem Mund. „Nicht wirklich. Aber er hat mich seinen Eltern als seine Freundin vorgestellt.“ Ich schluckte gierig. „Die waren natürlich gar nicht begeistert, haben rumgestottert: &lt;i&gt;Aber... aber... sie ist keine Türkin. Keine Ayse. Allah!&lt;/i&gt;“ Ich sah die Szene noch vor mir als sei es gestern gewesen und untermauerte das elterliche Entsetzen mit dramatischen Gesten. „Tekin legte seinen Arm um mich und sagte breit grinsend: &lt;i&gt;Doch. Das ist meine deutsche Ayse.&lt;/i&gt;“ &lt;p&gt;„Aha?“ Auf Marks Stirn breitete sich ein großes Fragezeichen aus. &lt;p&gt;„Deutsche Ayse?“, betonte ich langsam. „Deutsche Eiche?“ &lt;p&gt;„Mmmm...“, machte Marc und schlug sich gegen die Stirn. &lt;p&gt;Ich wischte mir mit der zerknäuelten Serviette über den Mund und versuchte, die Soße von meinen Fingern zu reiben. „Ich sage dir: beim ersten Date bloß niemals Döner essen.“ &lt;p&gt;Marc sah zu mir hinüber und ein Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus.  &lt;p&gt;„Hey“, hob ich rasch die Hand. „Denk’ nicht mal dran. Nie! Niemals. Ich geh’ mir mal die Hände waschen. Komme gleich wieder.“ &lt;p&gt;Sein Lächeln verwandelte sich in das altbekannte, süffisante Grinsen. „So?“ &lt;p&gt;Ich winkte ab. &lt;p&gt;Als ich von der Toilette zurück kam, standen bereits ein Bier und ein Kaffee auf unserem Tisch. &lt;p&gt;„Ist koffeinfrei“, murmelte Marc und schob die Tasse an meinem Platz. &lt;p&gt;„Hmhm“, machte ich und überlegte, ob ich dieser Bemerkung Bedeutung zumessen sollte? &lt;p&gt;Doch nur wenig später setzte sich eine junge Frau mit üppiger Oberweite unweit von uns an einen Tisch und Marc glotzte ihr ungeniert in den Ausschnitt. „Da wird die Qualität der Knopfnaht auf die Probe gestellt“, sagte er – und schon war er wieder ganz der Alte: chauvinistisch, sexistisch und unverschämt dreist. &lt;p&gt;Eine Stunde später hielt ich vor einem vierstöckigen Wohnhaus. Ich ließ bewusst den Motor laufen. Außerdem hatte es inzwischen angefangen, leicht zu regnen. &lt;p&gt;„Kommst du noch auf einen Kaffee mit hoch?“ &lt;p&gt;Ich tippte mir an die Stirn. „Bei dir piept’s wohl?“ &lt;p&gt;„Auf einen Tee“, erwiderte er verschnupft. „Nichts weiter. Ehrlich.“ &lt;p&gt;Ich fühlte mich hin und her gerissen. Auf keinen Fall würde ich Marc Anlass geben, zu glauben, er könne mich doch noch flachlegen, oder gar morgen im Sender behaupten, er &lt;i&gt;hätte&lt;/i&gt; es. Nach dem gestrigen Streit zwischen Björn und Alex war allerdings auch nicht davon auszugehen, dass mich zu Hause heimelige Harmonie empfangen würde. Und das brauchte ich jetzt so. Doch ich hatte immer noch eine Stinkwut auf Björn. &lt;p&gt;„Und?“, fragte Marc und machte keinerlei Anstalten auszusteigen. &lt;p&gt;„Ungern.“ &lt;p&gt;„Gut. Dann komm.“  &lt;p&gt;Seine Dreistigkeit war wirklich nicht zu übertreffen. Dennoch schaltete ich den Motor ab und folgte ihm widerwillig. &lt;p&gt;Die Einrichtung seines Lofts im vierten Stock war modern und kühl. Überall Chrome, Glas und Leder, schwarz, grau und weiß. Steril eben. Ich suchte nach Postern von Miss April oder Dezember, die ich statt einer Tapete erwartet hatte, genau wie stapelweise &lt;i&gt;Playboy&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Hustler&lt;/i&gt;, schmutzige Klamotten, leere Fast Food Kartons und Kondompackungen. Aber nichts. Seine Wohnung war so sauber und aufgeräumt, dass sich nicht mal ein Staubkorn hierher verirrte.  &lt;p&gt;„Poppi?“ &lt;p&gt;„Wie bitte?“  &lt;p&gt;Marc war stehen geblieben und sah sich suchend um. „Miezmiez. Poppi?“ &lt;p&gt;Eine Weile sah ich zu, wie er nach einem gemurmelten „’tschuldigung...“ von einem Zimmer ins andere huschte und dabei immer wieder „Mary? Mary Poppins?“ rief. &lt;p&gt;„Kann ich irgendwie helfen?“ Ganz offensichtlich suchte er seine tierische Mitbewohnerin. Mit der ganzen Kraft meines brillanten Intellekts tippte ich auf eine Katze.  &lt;p&gt;Ich legte meine Tasche auf dem gläsernen Couchtisch ab, wobei erneut das Buch heraus und auf den Boden rutschte. Als ich mich bückte, um es aufzuheben, stockte ich. „Oh, Gott! Marc?“ &lt;p&gt;Unter dem Sofa, zusammengerollt und auf den ersten Blick friedlich schlummernd, lag eine getigerte Katze. „Miezmiez?“, flüstere ich und tippte sie vorsichtig an. &lt;p&gt;Marc war inzwischen neben mir auf die Knie gegangen. Seine Augen glänzten. „Poppi...“ &lt;p&gt;Da er keinerlei Anstalten machte, die tote Katze unter dem Sofa hervorzuholen, tastete ich mich zaghaft vor. Sie war schon ganz kalt, als ich sie in seine Arme bettete – und so steif wie Marc selbst. Er hatte sich die Unterlippe blutig gebissen und kämpfte mit den Tränen. Ich streichelte Mary Poppins übers Fell und legte meine Hand auf seinen Arm. &lt;p&gt;Auf wohl gut gemeinte, aber den akuten Schmerz nicht lindernde Floskeln wie &lt;i&gt;Es tut mir leid&lt;/i&gt; oder &lt;i&gt;Jetzt geht es ihr bestimmt gut&lt;/i&gt; konnte ich getrost verzichten, und Marc sicher auch. Deshalb sagte ich gar nichts. Und dachte an Tyson. Vielleicht wollte Marc jetzt alleine sein? Mary Poppins schien ihm sehr viel zu bedeutet zu haben. Wahrscheinlich hatte er dieser Katze mehr ehrliches Gefühl und Sensibilität zuteil werden lassen als je einem seiner Mitmenschen? &lt;p&gt;Ich erhob mich vorsichtig, doch Marc griff nach meinem Handgelenk und zog mich sachte zurück auf den Boden.  &lt;p&gt;Gut eine Stunde verging, bis Marc den Blick von seiner Katze löste und mich ansah.  &lt;p&gt;Wie viele Gedanken mögen ihm durch den Kopf gegangen sein? Was hat er während der Zeit des Innehaltens alles verarbeitet? Mary Poppins sah bereits sehr alt aus. Sie musste ihn mindestens ein halbes Leben lang begleitet haben. &lt;p&gt;„Was mache ich denn jetzt?“, fragte er hilflos. &lt;p&gt;Mein Hintern war inzwischen eingeschlafen und Teile davon mit Sicherheit wegen Unterkühlung schwer beschädigt. „Ich denke, wir sollten sie beerdigen.“ &lt;p&gt;Ein leichtes Entsetzen huschte über sein Gesicht. &lt;p&gt;„Marc...“ Ich legte eine Hand auf seine, mit der anderen strich ich über Mary Poppins’ Fell. „Du wirst sie sicher zu keinem Arzt bringen wollen, der... Unsere Tiere sind Familienmitglieder. Sie haben es verdient, anständig verabschiedet zu werden, und du die Möglichkeit, ihren Platz immer dann zu besuchen, wenn dir danach ist.“ &lt;p&gt;Er sah etwas unschlüssig drein, nickte aber. &lt;p&gt;Unter Keuchen erhob ich mich. Mein Bauch spannte und ich hatte das Gefühl, er sei in der letzten Stunde um zwanzig Kilo schwerer geworden. Suchend schaute ich mich in der Wohnung um und fand schließlich ein Körbchen. Stylish und perfekt auf die gesamte Einrichtung abgestimmt. Nur die zartblaue Babydecke, verwaschen und an manchen Stellen sorgsam geflickt, passte irgendwie nicht ins Bild. In einer Ecke, unter einem Symbol – ich schätze mal, irgendetwas kirchliches – war &lt;i&gt;Marc-Dominic&lt;/i&gt; eingestickt. Mir wollten vor Rührung fast die Tränen kommen.  &lt;p&gt;„Danke“, sagte Marc erstickt und legte eine Hand auf meine Schulter. In der linken Armbeuge hielt er Mary Poppins fest an sich gepresst. „Ich habe ein kleines Stück Garten, dort kann sie...“ &lt;p&gt;Es dauerte beinahe eine weitere Stunde, bis Marc die Erde soweit ausgehoben hatte, dass genügend Platz für den Korb und seine tierische Gefährtin war. Tränen funkelten auf seiner Wange, als er sie hineinlegte und Erde über sie schaufelte.  &lt;p&gt;Inzwischen hatte war der Regen stärker geworden und tropfte uns von den Haaren, von der Kleidung, in die Schuhe. Mich fröstelte. Doch Marc war nicht von der Stelle zu bewegen. Immer wieder entfuhren im leise Schluchzer. Er machte einen so herzzerreißenden Eindruck, dass ich meinen Arm um ihn legte. Sofort tat er es mir gleich. Dabei gruben sich seine Finger so fest in meine Schulter, dass ich sicherlich blaue Flecken davontragen würde. &lt;p&gt;Und wieder vergingen die Minuten, in denen wir schwiegen, in denen Marc seinen Gedanken nachzuhängen schien und ich der Dinge harrte, die noch kommen würden. &lt;p&gt;Aus irgendeinem Grund fiel mir Israel Kamakawiwo'ole ein und ich summte leise, ganz leise, sein Lied. &lt;p&gt;&lt;i&gt;Someday I'll wish upon a star, &lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;wake up where the clouds are far behind me, &lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;where trouble melts like lemon drops, &lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;high above the chimney top, &lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;that's where you'll find me. &lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;Somewhere over the rainbow way up high…&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-1925720299348747515?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/1925720299348747515/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=1925720299348747515&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/1925720299348747515'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/1925720299348747515'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-41.html' title='Herzblatt – Kapitel 41'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-8385902262439181574</id><published>2011-06-10T05:38:00.000+02:00</published><updated>2011-06-10T05:38:00.969+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 40</title><content type='html'>&lt;p&gt;„Mit Bruno Mars verabschiede ich mich für die nächsten zwei Wochen auf die Malediven und übergebe das Frühstücksprogramm an meinem Lieblingskollegin Lulu Herz, die unterstützt wird von unserem Sportmoderator und Mister Charming Marc Hinze.“ &lt;p&gt;Besagte Unterstützung säuselte ein „Hallo“ ins Mikrofon. &lt;p&gt;Ich seufzte. &lt;p&gt;Oliver stand auf und hauchte mir einen Kuss auf die Wange. „Für dich.“ &lt;p&gt;&lt;i&gt;When I see your face, there's not a thing that I would change&lt;br&gt;Cause you're amazing, just the way you are&lt;br&gt;And when you smile, the whole world stops and stares for a while&lt;br&gt;Because girl you're amazing, just the way you are…&lt;/i&gt; &lt;p&gt;Noch während sich ein verzücktes Lächeln auf meinem Gesicht und der Song wie ein Balsam auf meine geschundene Seele legte, verabschiedete er sich. „Muss leider sofort los. Marie wartet. Unser Flieger geht in drei Stunden.“ &lt;p&gt;„Grüß’ mir Marie ganz lieb, habt eine schöne Zeit“, rief ich ihm nach, überließ Marc und Till das Studio für die Elfuhrnachrichten und machte mich auf den Weg zur Küche. Ich sah Oliver noch die Treppen hinab sausen, als mein Blick den Schreitisch streifte. Abrupt hielt ich inne.  &lt;p&gt;In einem blechernen Mülleimer drapiert, erblühten gut zwei Dutzend blutrote Baccararosen in ihrer vollen, leidenschaftlichen Pracht. An &lt;i&gt;meinem&lt;/i&gt; Platz. &lt;p&gt;Sofort erhöhte sich mein Pulsschlag. Sam! Mein Herz wollte spontan überlaufen vor Liebe.  &lt;p&gt;Ich strahlte ganz offensichtlich wie eine Zweihundertwattbirne, denn Arife warf mir einen äußerst skeptischen Blick zu. „Nett“, murmelte sie und fühlte sich sichtlich unwohl. Beinahe angewidert betrachtete sie den Strauß. „Hat er schon? Oder will er noch?“ &lt;p&gt;„Hä?“ Ich friemelte die kleine Karte vom Band, mit der sie an einer Rose befestigt war. &lt;p&gt;„Süße, entschuldige, dass ich so offen bin“, seufzte Arife. „Aber erstens hätte ich dich für klüger – &lt;i&gt;sehr&lt;/i&gt; viel klüger – gehalten, und zweitens hast du echt besseres verdient.“ &lt;p&gt;„Hä?“ &lt;p&gt;Sie rollte die Augen. „Hat der dir das Hirn aus dem Schädel gevögelt, oder was?“ &lt;p&gt;Ja. Das hatte Sam. Jedes Mal. Jedes verdammt gute Mal. Ich stöhnte leise wohlig auf.  &lt;p&gt;„Ihgitt!“ Arife schüttelte erst sich, dann mich. „Mensch, Lulu. Ich hab’ dich echt total gerne, deshalb… wie kannst du dir das nur antun? Marc ist so ein…“ &lt;p&gt;„Wer redet denn von Marc?“, unterbrach ich sie überrascht. &lt;p&gt;„Na, du?“ &lt;p&gt;„Ich?“ &lt;p&gt;„Ja.“ &lt;p&gt;„Nee“, beharrte ich. „Ich hab’ von niemandem geredet. Und wie kommst du auf Marc?“ &lt;p&gt;„Na…“ Sie wedelte unbeholfen mit der Hand vor dem Mülleimer. „Weil er dir Rosen schenkt?“ &lt;p&gt;Ich stutzte. „Die sind doch nicht…“ &lt;p&gt;Arife legte den Kopf schief und betrachtete mich mitleidig. &lt;p&gt;„Sind sie doch?“ &lt;p&gt;Sie nickte. „Ich hab’ ihm noch den Eimer gebracht.“ &lt;p&gt;Wie eine feuchte kalte Hand legte sich die Enttäuschung über meine Schultern. Ich öffnete die Karte: &lt;i&gt;Danke für gestern. Champagner habe ich kalt gestellt. Hasenpups.&lt;/i&gt; &lt;p&gt;„Morgen!“ Sams tiefer Bariton holte mich schlagartig aus meinen Vermutungen, ob Marc die gestrige Hilfsaktion vielleicht völlig missverstanden haben könnte? Ich bückte mich, um Lotte zu begrüßen, die wie eine katapultierte Wassermelone auf mich zuschoss. &lt;p&gt;„Ich möchte euch eine neue Kollegin vorstellen“, krächzte er in den Raum. Er hatte sich gestern tatsächlich ziemlich abgeschossen. „Wie ihr wisst, müssen wir verstärkt auf Werbung setzen, um den Sender dauerhaft stabil zu finanzieren.“ &lt;p&gt;Lotte hatte ihre Pfoten auf meine Oberschenkel gestützt und beschnupperte nun vorsichtig meine bepflasterte Nase. &lt;p&gt;„Das ist Frau Meier. Ausgebildete Werbekauffrau. Sie übernimmt die Korrespondenz mit unseren künftigen Werbepartnern.“ &lt;p&gt;Ich sah auf. Hinter Sam trat eine schlanke, brünette Schönheit hervor. Und mich hätte es beinahe ein weiteres Mal auf den Hintern gehauen.  &lt;p&gt;„Allegra, das ist Arife vom Hörertelefon, Lulu kennst du ja schon“, sagte Sam ohne mich anzusehen. &lt;p&gt;Allegra reichte Arife die Hand. „Hallo.“ &lt;p&gt;„Hallo, Allegra“, frohlockte Arife. „Herzlich willkommen im Hexenkessel.“ Als sie Allegras entsetzen Gesichtsausdruck sah, fügte sie hinzu: „War nur ein Scherz. Wir sind alle ganz lieb. Und Lulu ist die Beste.“ &lt;p&gt;Ich ließ spontan meinen Kopf nach unten fallen. Arife war sich der Zweideutigkeit ihrer Worte überhaupt nicht bewusst.  &lt;p&gt;„Da bin ich mir sicher“, erwiderte sie kühl. „Hallo, Lulu.“ &lt;p&gt;&lt;i&gt;Du mich auch&lt;/i&gt;, dachte ich und grinste breit. „Tach.“ &lt;p&gt;Heute war echt ein Tag zum Abgewöhnen. &lt;p&gt;Das Blut pochte wie wild gegen meine Schläfen. Wie konnte Sam mir das antun? Ich musste mich zusammenreißen, um nicht zu entmenschen. In meinem momentanen Gefühlschaos empfand ich es als persönliche Schmach, dass er mir diese Person direkt vor die Nase setzte. Allegra gehörte hier nicht her. Sie war die beste Freundin der Frau, die den Auftrag gegeben hatte, mich zu vergewaltigen. Die Frau, die den Mann belog, betrog, beeinflusste und kontrollierte, den ich… &lt;p&gt;„Äh-häm, Lulu?“  &lt;p&gt;„Was?“ Ich war herumgewirbelt und bedachte mein Gegenüber mit einem Blick, der einem Tiger die Streifen aus dem Fell gebeizt hätte. Es war Marc. &lt;p&gt;„Hey“, trat er mit abwehrend erhobenen Händen sofort einen Schritt zurück. „Ruhig, Brauner. Ein &lt;i&gt;Danke, lieber Marc, ich habe mich sehr über die Blumen gefreut, die waren sicher scheißteuer?&lt;/i&gt; hätte es auch getan. Wer hat dich denn angepisst?“ Als ich nicht antwortete, setzte er süffisant grinsend nach: „Oder fehlt dir Vitamin C?“ &lt;p&gt;Sam stand an der Studiotür, vor der Allegra bereits von einer Vielzahl Kollegen umringt wurde. Na, klar. Miss Beauty machte ganz schön Eindruck auf die männliche Riege des Senders. Sam sah über die Schulter zu mir herüber. Er runzelte die Stirn. &lt;p&gt;Ich rückte näher an Marc, neigte meinen Kopf und sah ihm tief in die Augen. „Weißt du, Hasenpups“, betonte ich und spürte meine Tränendrüsen gefährlich brennen. „Ich brauche keinen Sex. Mich fickt das Leben jeden Tag.“ &lt;p&gt;Er räusperte sich. &lt;p&gt;„Tut mir leid“, sagte ich dann. „Danke für die Rosen. Ich habe… habe mich echt riesig gefreut. Die waren doch sicher scheißteuer?“ &lt;p&gt;„Nee“, antwortete Marc verschnupft. „Die hab’ ich vom Friedhof.“ &lt;p&gt;„Na, vielen Dank auch.“ Ich schüttelte den Kopf und wandte mich zum Gehen. &lt;p&gt;Er hielt mich vorsichtig am Arm. „Meinem Onkel gehört die Friedhofsgärtnerei. Ich hab’ also kein Grab geplündert oder so“, erklärte er sich. &lt;p&gt;Ich musste beinahe grinsen. „Schade eigentlich. Wäre mal ein origineller Beweis deiner Zuneigung gewesen.“ &lt;p&gt;„Hm“, brummte er verschnupft. „Dann lade ich dich eben einfach noch zum Essen ein. Oder ins Kino?“ &lt;p&gt;Ich hörte auf meinen Bauch und antwortete spontan: „Das Schweigen der Lämmer.“ &lt;p&gt;Marc verzog ungläubig das Gesicht. „In diesen alten Schinken?“ &lt;p&gt;„Nein. In diese alte Dönerbude.“ Ich griff nach Autoschlüsseln und Tasche. „Ist nicht weit von hier und auch nicht teuer. Wo du dich doch finanziell schon so verausgabt hast.“ &lt;p&gt;„Ähm… willst du nicht…“ Sein Arm schwenkte zu meinem Schreibtisch. &lt;p&gt;Noch vor einer halben Stunde hatte Bruno Mars mich aufgemuntert, meine geschundene Seele gestreichelt und mein ramponiertes Selbstbewusstsein gesalbt. Jetzt rammte mich sein zweiter Titel in den Boden der Tatsachen:  &lt;p&gt;… g&lt;i&gt;ave you all I had and you tossed it in the trash, &lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;you tossed it in the trash, you did. &lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;To give me all your love is all I ever asked, &lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;'cause what you don't understand is,&lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;I'd catch a grenade for ya…&lt;/i&gt; &lt;p&gt;&lt;i&gt;&lt;/i&gt; &lt;p&gt;„Ich will einfach nur hier raus.“&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-8385902262439181574?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/8385902262439181574/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=8385902262439181574&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/8385902262439181574'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/8385902262439181574'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-40.html' title='Herzblatt – Kapitel 40'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-6547613617823262017</id><published>2011-06-09T05:37:00.000+02:00</published><updated>2011-06-09T05:37:00.623+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 39</title><content type='html'>&lt;p&gt;Bevor meine Hormone diese harmlose Situation verromantisieren und mich zu etwas verleiten konnten, das stark an einen &lt;i&gt;Take That!&lt;/i&gt;-Fan der Neunziger erinnern und furchtbar peinlich werden würde, platzierte ich rasch einen Witz: „Jaja. Ich liebe dich auch, mein Prinz.“ &lt;p&gt;„Was?“ Oliver war augenblicklich zusammen gezuckt, sodass er gegen meine Teetasse stieß und sich der halbe Inhalt über unsere Schuhe ergoss. Entsetzt sah mich an.  &lt;p&gt;„Das war nur ein Witz, kleiner Prinz.“ &lt;p&gt;„Was?“, wiederholte Oliver und rieb sich den Nacken. „Ein Witz?“ Er blickte auf die Pfütze zu unseren Füßen. Vorwurfsvoll? Erleichtert? Ich weiß es nicht. &lt;p&gt;„Sorry, aber dein Gesicht war es wert. Ich könnt’ mich beömmeln“, fügte ich hinzu. &lt;p&gt;„Biest“, knurrte Oliver und grinste. &lt;p&gt;„Du weißt doch, brave Mädchen…“ &lt;p&gt;„…kommen in den Himmel“, führte er den Satz fort. „Böse…“ &lt;p&gt;„…zum Radio!“, vollendete ich. &lt;p&gt;Er lachte, nahm mich in den Arm und gab mir einen Kuss auf den Scheitel. „Ich wische das hier schnell auf. Mach’ dir mal noch einen Tee.“ &lt;p&gt;„Brauchst du einen Schnaps?“, fragte ich besorgt und war ein bisschen beleidigt. Wäre es denn so schlimm für Oliver, wenn ich mich in ihn verliebt hätte? &lt;p&gt;„Hm“, machte er. &lt;p&gt;Meine Güte, Sam wollte sich nicht für mich entscheiden, mein Ex stand jetzt auf Männer und selbst dieser pickelige Enrico hatte nicht mal so getan, als wäre er von mir angetan gewesen. Nun schockierte sogar Oliver, ich könnte mehr für ihn empfinden. &lt;p&gt;Ich war definitiv ein Männerschreck, folgerte ich. &lt;i&gt;Ugly Betty&lt;/i&gt;. Nicht liebes- und nicht liebenswert. Das Warzenschwein unter den Antilopen. Ein Aschenbrödel. Allerdings würde selbst der gläserne Schuh kein Glück bringen, weil ich meine geschwollenen Füße gar nicht hinein bekäme. Scheiße.  &lt;p&gt;Ich war frustriert, deprimiert, müde und sauer wie eine Essiggurke. Die Anstrengung, der Ärger der letzten Tage, Unsicherheit, meine Verzweiflung. Wie ein Hefeteig stiegen negative Emotionen in mir hoch, den Gärungsprozess durch die Hormone begünstigt.  &lt;p&gt;Oliver verstand die Welt nicht mehr und tat sein Möglichstes, um meine Laune unseren Hörern zuliebe auf ein der Umwelt erträgliches Maß zu bringen. „Lulu“, seufzte er während eines Musiktitels und sah aus seinen blauen Augen eindringlich auf mich herab. „Geht’s noch?“ &lt;p&gt;„Klar“, jodelte ich fröhlich, um gute Laune zu demonstrieren.  &lt;p&gt;„Wirklich?“, blieb er skeptisch. &lt;p&gt;Ich nickte eifrig, wandte mich dem Mikro zu und verlas die Verkehrsinformationen. „Und immer dran denken: Stau ist nur hinten blöd, vorne geht’s“, schloss ich und lehnte mich zufrieden zurück. &lt;p&gt;„Hm“, machte Oliver. &lt;p&gt;„Was?“ &lt;p&gt;„Nichts.“ &lt;p&gt;„Wohl!“ &lt;p&gt;„Nö.“ &lt;p&gt;Boah, der konnte ja genau so stur sein wie Sam? Apropos Sam. Ob er noch schlief? Vielleicht hatte Björn ihm Frühstück gemacht? Und die beiden saßen turtelnd am Tisch, während Alex’ Herz in tausend Stücke zerbrach? Meins war ja schon kaputt. Ich schmollte. &lt;p&gt;„Lu-luuu“, seufzte Oliver erneut und ich glaubte, einen leicht genervten Unterton wahrgenommen zu haben? &lt;p&gt;„Hey“, jubelte ich deshalb fröhlich und log: „Ich bin gut drauf. Ehrlich.“ &lt;p&gt;Ab da führten wir unsere Moderation gewohnt locker und professionell fort. Bis Oliver sich einen Versprecher leistete und selbst so sehr darüber lachen musste, dass wir einen Musiktitel einschoben. &lt;p&gt;„Neulich“, japste er mit Lachtränen in den Augen, „habe ich mich mit einer Bekannten unterhalten, die erzählte, dass sie in der letzten Zeit vermehrt Sprachschwierigkeiten habe. Statt ‚Ich will Wein trinken’ sagt sie beispielsweise dauernd ‚Ich will Trein winken’.“ &lt;p&gt;„Da geht’s mir ähnlich“, flunkerte ich um des Flunkerns Willen. „Neulich wollte ich zu meinem Liebsten sagen: ‚Reichst du mir bitte mal den Kaffee?’ und heraus kam: ‚Du verdammtes Arschloch hast mein ganzes Leben versaut!’.“ &lt;p&gt;Oliver räusperte sich. „Die herzliche Offenheit meiner charmanten Kollegin Lulu ist wie immer erfrischend“, presste er ins Micro und bedachte mich mit einem strengen, besorgten Blick. „Also auch unsere besten Moderatorinnen und Moderatoren sind nicht vor Versprechern gefeit.“  &lt;p&gt;Ich wusste, dass ich zu weit gegangen war. Diese Art Humor ist keinesfalls Standard in unserem Sender. Und im Grunde auch gar nicht mein Niveau. Schuldbewusst senkte ich den Kopf. &lt;p&gt;Oliver schob vier Hits am Stück ein. „So kenne ich dich nicht, Lulu?“  &lt;p&gt;„So bin ich auch nicht“, murmelte ich reuig. „Es tut mir wirklich leid. Ich bin nur…“ &lt;p&gt;Er legte die Hand auf mein Gesicht und streichelte mit dem Daumen meine Wange. „Mir tut’s leid, Lulu. Ich hätte dich nicht so überrumpeln dürfen. Ich hab’ nicht nachgedacht.“ &lt;p&gt;Es kribbelte sanft in meinem Bauch und ich hielt trotzig dagegen. „Ey, Prinz Charming, überschätz’ dich mal nicht. Da brauch es schon ein bisschen mehr, um mich aus der Fassung zu bringen.“  &lt;p&gt;„So? Was denn?“, erfrechte er sich zu fragen. &lt;p&gt;Ich tat gespielt entrüstet, schmollte und schwieg. &lt;p&gt;„Ja, nee. Iss klar.“ &lt;p&gt;Sein breites Grinsen diente nur einem Zweck: Provokation. Und ich stieg voll drauf ein.  &lt;p&gt;„Jetzt sag’ ich dir mal was, Oliver: Als ich mit…“ Ich hielt inne und vermied es, Sams Namen hier im Studio zu erwähnen. „Als wir miteinander geschlafen hatten“, formuliere ich daher, „haben danach sogar die Nachbarn eine geraucht.“ &lt;p&gt;„Moin!“ Ein wenig zerknittert stand Marc im Studio.  &lt;p&gt;Verwirrt sah ich ihn an. „Was tust &lt;i&gt;du&lt;/i&gt; denn hier?“ &lt;p&gt;„Ich arbeite hier“, gab er zurück. &lt;p&gt;„Aber doch nicht um diese Zeit?“ &lt;p&gt;„Wohl“, lakonisierte Marc. &lt;p&gt;„Hä?“ &lt;p&gt;„Lulu, ich habe ganz vergessen…“ Oliver reichte mir einen Schokoriegel. Nervennahrung. Dabei machte er ein Gesicht, als hätte er eine Fliege verschluckt.  &lt;p&gt;„Till ist überfahren worden“, sagte Marc in einem Ton, als seien die Keksriegel im Automaten alle.  &lt;p&gt;„Was?“ Entsetzt schlug ich mir die Hand vor den Mund. &lt;p&gt;„Von seiner Tochter.“ &lt;p&gt;„Oh, Gott!“ &lt;p&gt;„Mit dem Dreirad.“ &lt;p&gt;„Hä?“ &lt;p&gt;Marc sah offenbar keine Veranlassung, ins Detail zu gehen. Ich schaute zu Oliver auf. &lt;p&gt;Der holte tief Luft. „Till ist tatsächlich von seiner Tochter mit dem Dreirad angefahren worden. An, nicht über“, grollte er zu Marc. „Er ist gestolpert und gestürzt.“ &lt;p&gt;„Und hat sich den Kiefer gebrochen?“ Ich setzte zu einem Grinsen an. Doch Olivers Gesicht blieb ernst. „Das sollte ein Scherz sein. Nicht? Nein?“ &lt;p&gt;Er zuckte mit den Schultern.  &lt;p&gt;„Den Kiefer?“ &lt;p&gt;Oliver nickte. &lt;p&gt;„Im Ernst jetzt?“ &lt;p&gt;Er nickte ein weiteres Mal. &lt;p&gt;Ich stöhnte. „Naja, ich gehe einfach mal davon aus, dass er sich nicht hat überfahren lassen, nur um sich in den nächsten zwei Wochen vor seinen Pflichten als mein Co-Moderator drücken?“ &lt;p&gt;Olivers Stirn legte sich in Falten. Er stand auf und wies Marc an, die kommenden Titel anzusagen. An mich gewandt sagte er: „Komm’ mit nach draußen. Ganz schnell.“ &lt;p&gt;Als ich nicht sofort reagierte, packte er mich bei der Hand und zog mich bis in den Aufenthaltsraum hinter sich her.  &lt;p&gt;„Was ist denn los?“, protestierte ich. &lt;p&gt;„Ich weiß jetzt, was mit &lt;i&gt;dir&lt;/i&gt; los ist, Lulu.“ &lt;p&gt;Ich sagte nichts. Ich finde es doof, wenn andere Menschen glauben, mich besser zu kennen als ich selbst. Deshalb mag ich weder Psychologen noch Versicherungsvertreter. &lt;p&gt;„Hey“, legte er die Hände auf meine Oberarme und sah mir ganz offen in die Augen. „Du bist eine wundervolle, liebenswerte, witzige und anziehende Frau. Ich schwöre dir, wenn Marie nicht die Liebe meines Lebens wäre…“  &lt;p&gt;„Netter Versuch“, knurrte ich. Wenn auch – zugegeben – ein wenig geschmeichelt. &lt;p&gt;„Sam liebt dich, Lulu. Leider kriegt er momentan sein Leben nicht auf die Reihe. Gib ihm Zeit.“ &lt;p&gt;„Hm.“ &lt;p&gt;„Und dein Ex-Mann ist ganz sicher nicht schwul, weil du &lt;i&gt;Ugly Betty&lt;/i&gt; bist, oder umgekehrt“, lachte er und gab mir einen Klaps auf den Po. „Und jetzt lass’ uns zurück gehen, bevor dein Co-Moderator auf dumme Gedanken kommt.“ &lt;p&gt;„Naja“, seufzte ich. „Ein Gutes hat es ja, dass ich Marc in den kommenden zwei Wochen ertragen muss. Der starrt so offensiv und vehement auf meine Titten, dass ich mich wenigstens ein bisschen sexuell belästigt fühlen kann.“&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-6547613617823262017?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/6547613617823262017/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=6547613617823262017&amp;isPopup=true' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/6547613617823262017'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/6547613617823262017'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-39.html' title='Herzblatt – Kapitel 39'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-1949524498285325068</id><published>2011-06-08T05:36:00.000+02:00</published><updated>2011-06-08T05:36:00.341+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 38</title><content type='html'>&lt;p&gt;Es war nicht ganz einfach, die Zusammenhänge des Tages wieder herzustellen, als mich mein Handy um halb vier aus den Träumen holte. Das Gesicht pochte und die Nase fühlte sich an wie ein Rekordgrößenkürbis. Doch das alles war nebensächlich – Sams Atem in meinem Nacken, seine Hand auf meinem Bauch, und diese unstillbare Sehnsucht, die wie ein Bienenschwarm durch meine Venen summte.  &lt;p&gt;&lt;i&gt;Nein, Lulu!&lt;/i&gt;, rief ich mich verzweifelt zur Vernunft und schälte meinen glühenden Körper aus dem Bett. Hastig zog ich ein paar Kleidungsstücke aus dem Schrank, schnappte meine Zahnbürste und eilte die Treppen hinab in Björn und Alex’ Bad. Auf die morgendliche Dusche verzichtete ich dennoch. Ich konnte, ich wollte Sams Geruch nicht von meiner Haut waschen. &lt;p&gt;Als ich in die Küche schlurfte, um nach einem Gummi zu suchen, der meine offen stehende Hose am Bauch halten sollte, wäre ich beinahe mit Björn zusammen gestoßen.  &lt;p&gt;„Morgen. Was tust du hier?“ Erst jetzt fiel mir auf, dass das Licht der Abzugshaube eingeschaltet war.  &lt;p&gt;„Frühstück“, antwortete er heiser. &lt;p&gt;Ich zog eine Augenbraue nach oben. Er hatte wohl nicht halb so gut geschlafen wie ich? &lt;p&gt;„Für dich.“ &lt;p&gt;„Mich?“ &lt;p&gt;Als Antwort schob er mir einen Stuhl unter den Hintern. „Hab’ mir extra den Wecker gestellt.“ &lt;p&gt;„Gestern hast du den Alarm wohl nicht gehört?“ &lt;p&gt;„Es tut mir leid“, jammerte er. „So unendlich leid. Kannst du mir verzeihen?“ &lt;p&gt;Ich tunkte eine saure Gurke in das Nutellaglas. „Die Frage ist nicht, ob &lt;i&gt;ich&lt;/i&gt; dir verzeihen kann. Du hast dir einen wirklich beschissenen Auftritt geleistet. Sieh’ mal zu, dass du das wieder gerade biegst.“ &lt;p&gt;„Ich weiß, dass ich mich unmöglich benommen habe. Aber da wusste ich noch nicht“, er bedachte meine Frühstücksvariation mit einem leicht angewiderten Blick, „dass du schwanger bist.“ &lt;p&gt;Er kapierte es wohl nicht? Mit den Worten: „Und dass du verlobt bist, wohl auch nicht?“ schob ich die Gurke in seinen offen stehenden Mund. &lt;p&gt;Ich hatte Björn ohne ein weiteres Wort sitzen lassen, mir seinen Autoschlüssel geschnappt und war ins Studio gefahren. Beinahe eine Stunde zu früh. Umso überraschter war ich, als ich Oliver im Aufenthaltsraum traf. &lt;p&gt;„Lulu? Bist du wahnsinnig?“ &lt;p&gt;„Worauf beziehst du das jetzt genau? Einen wunderschönen guten Morgen, Herr Kollege.“ &lt;p&gt;„Geht es wenigstens dem Baby gut?“ Er legte besorgt seine Hand auf meinen Rücken und ich lächelte über so viel Fürsorge.  &lt;p&gt;„Dem Knirps geht’s gut. Und mir auch, solange meine Nase mit keiner Tür in Berührung kommt. Björn dürfte es heute noch elend werden, weil es Alex ganz furchtbar elend geht. Und Sam hat wahrscheinlich neben einem Chihuahua auch einen fetten Kater.“ &lt;p&gt;„Du hast ihn also tatsächlich bei dir schlafen lassen?“ Er schaltete den Wasserkocher ein und hielt zwei Sorten Tee zur Auswahl nach oben.  &lt;p&gt;Ich machte eine nickende Kopfbewegung nach rechts. „Hast du denn mal versucht, hundertzwanzig Kilo Muskelmasse aus dem Bett zu hieven?“ &lt;p&gt;„Nein. War bis gestern ja auch noch nicht nötig.“ Nach einer kurzen Denkpause fügte er hinzu. „Er glaubt, wie hätten was miteinander.“ &lt;p&gt;„Haben wir das nicht?“ &lt;p&gt;Oliver riss seine wunderschönen, lapislazuliblauen Augen auf. &lt;p&gt;Ich musste grinsen. „Die beste Morgensendung seit Erfindung des Radios?“ &lt;p&gt;„Lulu, das ist nicht witzig.“ Seine Stimme hatte einen mahnenden Unterton. „Er ist gestern völlig ausgetickt. Er hat getobt, als ich ihn dann mal ganz sachlich auf seine Beziehung mit Jacqueline hingewiesen habe.“ &lt;p&gt;„Jacqueline. Ja.“ Die letzten zwei Stunden habe ich den Gedanken an sie erfolgreich verdrängt. &lt;p&gt;Oliver schüttelte den Kopf. „Sam kriegt sein Leben im Moment nicht mehr auf die Reihe. Er liebt dich. Abgöttisch. Aber sein völlig überzogenes Pflichtbewusstsein lässt ihn einfach nicht von Jacqueline loskommen.“ &lt;p&gt;„Bescheuert.“ &lt;p&gt;„Ist das.“ &lt;p&gt;Wir schwiegen eine Weile, während ich meinen Teebeutel ins Wasser tauchte.  &lt;p&gt;„Weißt du, Lulu. Sam ist ein grundehrlicher Mensch. Ein anständiger Kerl. Das alles bringt ihn völlig aus dem Konzept.“ Oliver sah mich auf Verständnis hoffend an. „Unsere angebliche Affäre, diese vorgetäuschte Schwangerschaft, Verlust seines Babys...“ &lt;p&gt;„Auftragsvergewaltigung.“ Ich sog die Luft ein, als könnte ich damit das Gesagte wieder hinunter schlucken. Doch zu spät. &lt;p&gt;„Auftragsvergewaltigung?“ Oliver ignorierte mein abwehrendes Kopfschütteln. „Was für eine Auftragsvergewaltigung? Lulu? Sprich’ mit mir!“ &lt;p&gt;Ich rieb meine Stirn, bis sie glühte. „Oliver, du bist mein bester Freund“, eierte ich herum. „Aber damit wollte ich dich nicht belasten. Nicht auch noch.“ &lt;p&gt;„Lulu“, bat er flehendlich. „Sag’ mir, was passiert ist. Bitte!“ &lt;p&gt;Ich nippte an meinem Tee und verbrannte mir sprichwörtlich die Zunge. „Jacqueline hat ihrem Bruder fünfhundert Euro versprochen, wenn er mich vergewaltigt.“ &lt;p&gt;„Wie bitte?“ Oliver war ansatzlos aufgesprungen. Die Adern an seinem Hals pochten. Deutlich sichtbar. „Wie? Wann?“ &lt;p&gt;Schuldbewusst starrte ich zu Boden. „Vor ein paar Wochen. Ich war mit Gretchen im &lt;i&gt;Keller&lt;/i&gt;. Jacqueline war auch dort. Mit Allegra.“ Vorsichtig spähte ich nach oben. „Sie muss gehört haben, wie ich Gretchen von der Schwangerschaft erzählt habe. Auf dem Nachhauseweg hat mich ihr Bruder dann in eine Seitenstraße gezerrt und wollte mich...“ &lt;p&gt;„Lulu!“ Oliver nahm meinen Kopf in seine Hände. Das Entsetzen war in Großbuchstaben auf sein Gesicht geschrieben.  &lt;p&gt;„Ich hab’ ihm die Eier rumgedreht“, bemerkte ich – nicht ohne ein Mü Stolz in der Stimme. &lt;p&gt;„Du hast &lt;i&gt;was&lt;/i&gt;?“ &lt;p&gt;Ich räusperte mich. „Er wollte, dass ich ihn da unten anfasse und... da hab’ ich sie ihm... na ja. Und als er dann auf die Knie sackte und heulte, waren auch schon zwei Polizeibeamte in Zivil da. Mir ist also gar nichts passiert!“ &lt;i&gt;Bis auf das Messer an meinem Hals und die Scheißangst&lt;/i&gt;, fügte ich gedanklich hinzu. &lt;p&gt;„Ich fasse es einfach nicht“, stammelte Oliver und rieb sich den Nacken wund. Immer wieder sah er mich an, als erwarte er jeden Moment ein &lt;i&gt;Ätschi! Nur Spaß gemacht!&lt;/i&gt; aus meinem Mund. &lt;p&gt;Da ich das nicht bieten konnte, fügte ich rasch hinzu: „Man kann es ihr leider nicht beweisen. Wir waren bereits vor Gericht.“ &lt;p&gt;„Vor Gericht?“ Oliver erwartete offenbar das Schlimmste. &lt;p&gt;Ich zuckte entschuldigend mit den Schultern. „Ihr Bruder hatte zunächst alles gestanden, dann seine Aussage widerrufen. Der Tag, an dem ich mich wegen eines angeblichen Gynäkologentermins bei dir entschuldigt habe...“ &lt;p&gt;Er überlegte nicht lange. „Ich hab’ dich abends auf dem Sportplatz getroffen.“ &lt;p&gt;„Es tut mir leid...“ &lt;p&gt;„Hey!“ Oliver nahm mich in den Arm und ich begann zu schluchzen. Tröstend strich er mir übers Haar. „Du bist wirklich ein Herzchen“, flüstere er mir dann ins Ohr und nahm mein Gesicht erneut in seine Hände.  &lt;p&gt;Ich schniefte und blinzelte ein paar Tränen weg. Weshalb ich auch nicht bemerkte, wie Oliver den Kopf senkte und mich küsste. Ganz vorsichtig, um meine Nase nicht zu berühren. &lt;p&gt;„Den soll ich dir von Marie geben“, klärte er auf, bevor mich die Verwirrung von den Füßen reißen konnte und zeigte mir eine SMS. „Hat sie mich heute Morgen noch mal ausdrücklich drum gebeten.“ &lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-1949524498285325068?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/1949524498285325068/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=1949524498285325068&amp;isPopup=true' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/1949524498285325068'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/1949524498285325068'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-38.html' title='Herzblatt – Kapitel 38'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-491579731267157913</id><published>2011-06-07T05:34:00.000+02:00</published><updated>2011-06-07T05:34:00.077+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 37</title><content type='html'>&lt;p&gt;Und tatsächlich. Die Fledermaus im Hundefell lag mit ausgestrecktem Hinterlauf auf Sams Brust. Und der auf meinem Bett. Er schnarchte leise. &lt;p&gt;„Diesen Brocken bekommen wir da aber nicht runter“, kapitulierte Alex.  &lt;p&gt;Tyson fühlte sich sofort angesprochen und knurrte mit angelegten Ohren. &lt;p&gt;„Nee“, bemerkte mein Ex-Mann cremig. „Seine Schultern sind mindestens zwei Meter breit. Und dann diese Taille...“ &lt;p&gt;„Björn!“ &lt;p&gt;„Björn!“ &lt;p&gt;„Hm?“ &lt;p&gt;Ich schüttelte den Kopf, zog Sam Schuhe und Strümpfe aus und öffnete seine Jeans. &lt;p&gt;„Kannst du bitte aufhören, ihn so anzuglotzen?“, fragte Alex in einer Mischung aus Eifersucht und Mordlust. „Das gehört sich nicht!“ &lt;p&gt;„Hilft mir vielleicht mal jemand?“ &lt;p&gt;Björn packte beherzt zu und grinste. „Kommst du aus der Puste, Pummelfee?“ &lt;p&gt;Ich baute mich mit geballten Fäusten vor ihm auf. Mein Gesicht hatte bereits die Farbe eines Feuerwehrautos – inklusive der blauen Sirenen. Diese Gemeinheit hatte mich mitten in die Magengrube getroffen. Durch einen Tränenschleier blickte ich ihn an. „Du bist so... so...“ &lt;p&gt;„Komm’, Schatz!“ Alex zog mich tröstend in seine Arme. „Das musst du dir nicht antun. Schon gar nicht in deinem...“ &lt;p&gt;Mit einem vorgetäuschten Hustenanfall fiel ich ihm ins Wort.  &lt;p&gt;Alex schob mich nach draußen. „Der hat als Kind wohl nicht die beste Milch gehabt“, knurrte er und unterstrich diese Ansicht mit verständnislosem Kopfschütteln. „Ich mache dir jetzt erst mal einen warmen Kakao und dann schläfst du bei mir. Der“, sagte Alex und bedachte Björn mit einem verächtlichen Blick, „kann in der Badewanne schlafen. Ob mit oder ohne Föhn, ist mir egal.“ &lt;p&gt;Überrascht über den sonst so sanften Alex ließ ich mich widerstandslos in die Küche führen. &lt;p&gt;„Schon wieder so ein furchtbarer Tag“, stellte er richtig fest und nahm unter Seufzen neben mir Platz. „Wäre dein Leben ein Roman, würde ich kein Wort davon glauben.“ &lt;p&gt;Ich umklammerte meine heiße Tasse und schloss die Augen. Um wie viel einfacher war mein Leben doch, als ich im Verlag einfach nur meinen Tagträumen hinterher lief. Um wie viel schmerzfreier. In jedweder Hinsicht. Doch das Herz ist ein sehr elastischer Muskel. Und ein Leben, in dem es Sam nicht gab, konnte ich mir einfach nicht mehr vorstellen. &lt;p&gt;„Lulu?“ Alex holte mich sanft aus den Gedanken. Seine Augen wanderten liebevoll über meinen Bauch. „Wie weit bist du?“ &lt;p&gt;Ich nippte an meinem Kakao. „Achtzehnte Woche.“ Jetzt hatte mein Baby bereits einen eigenen Fingerabdruck, machte erste, kleine Greifbewegungen und lutschte vielleicht sogar schon am Daumen. Ein warmes Gefühl durchströmte meinen Körper und ich erwischte mich dabei, mir vorzustellen, wie mein Kind in Sams Armen lag. &lt;p&gt;„Bewegt es sich schon?“ Noch immer waren Alex’ Augen sehnsüchtig auf die kleine Kugel gerichtet, die sich unter meinem Pullover immer deutlicher abzeichnete.  &lt;p&gt;Ich schüttelte den Kopf und sah eine Spur Enttäuschung in seinem Gesicht. „Magst du fühlen?“ &lt;p&gt;Noch nicht ausgesprochen, sank Alex bereits auf die Knie, legt vorsichtig beide Hände um und ein Ohr auf meinen Bauch. „Das gluckert“, flüsterte er verzückt.  &lt;p&gt;„Ist nur mein Darm.“ &lt;p&gt;„Was, zum Teufel, tust du da?“ Björn stand unvermittelt in der Küche und wusste offenbar nicht, ob er primär bestürzt, verwirrt oder beschämt dreinblicken sollte. &lt;p&gt;Mit der Geschwindigkeit eines Valiumsüchtigen erhob sich Alex und sah ihn an. „Ich kümmere mich um Lulu, wie der beste Freund, der du sein wolltest, aber nicht bist“, spukte er ihm ins Gesicht. „Nach allem, was sie heute schon wieder durchmachen musste, hast du nichts Besseres zu tun, als ihren Freund anzubaggern.“ &lt;p&gt;„Er hat doch geschlafen“, versuchte Björn sich mit einer sehr, sehr schlechten Entschuldigung. &lt;p&gt;Alex tippte mit dem rechten Fuß auf die Küchenfliesen.  &lt;p&gt;„Und dann haben eure Handys ständig geklingelt.“ Wild fuchtelnd hielt er beide Mobilfunkgeräte in die Höhe. &lt;p&gt;„Hast du das aus Sams Hose?“  &lt;p&gt;„Ja...“ &lt;p&gt;Alex schäumte. Er baute sich vor mir auf, als wäre es Björn unter Strafe verboten, mich auch nur anzusehen.  &lt;p&gt;„Aber... aber die hatte er doch schon aus.“ &lt;p&gt;„Ich weiß. Und?“ &lt;p&gt;Der Mann der Sprache rang nach Worten. „Nichts. Nichts &lt;i&gt;und&lt;/i&gt;. Ich schwöre! Lulu? Alex? Es tut mir leid. Aber warum bist du denn auch so empfindlich?“ &lt;p&gt;Wen von uns beiden meinte er nun? Die beleidigte Ex-Frau oder den gehörnten Verlobten? &lt;p&gt;„Empfindlich? Sag’ mal, geht’s noch?“ Alex schwoll der Kamm. „Du geilst dich an einem Kerl auf, während ich, dein Verlobter, neben dir stehe. Herrgotthimmelnochmal, das ist Sam! Und Lulu nennst du fett. Fett! Sie ist schwanger!“ &lt;p&gt;„Ich hab’ nicht gesagt, dass Lulu fett...“ Ich konnte wahr und wahrhaftig hören, wie sein Gehirn einrastete und beobachtete zugegeben amüsiert, wie Björn nach und nach die Gesichtszüge entgleisten. „Sch-sch-schwanger?“ &lt;p&gt;„Hier!“ Alex hatte Kopfkissen und eine ausgewaschene Decke in Rekordgeschwindigkeit aus dem Schlafzimmer geholt und drückte Björn beides unwirsch in die Arme. Es stank dezent nach Mottenpulver „Du kannst auf dem Sofa schlafen. Und jetzt verschwinde!“ &lt;p&gt;„Äh...“ &lt;p&gt;„Hau’ ab!“ Alex war den Tränen nahe, als er sich von seinem Verlobten abwandte. &lt;p&gt;Mir fehlten die Worte. Nicht im Traum hätte ich gedacht, dass dieser Gutmensch zu etwas anderem als verständnisvollen und sanften Gefühlen fähig war.  &lt;p&gt;Björn öffnete den Mund und setzte zu einem erneuten Versuch an, doch ich unterbrach ihn, bevor er noch mehr verbalen Mist verzapfte. „Lass’ es für heute einfach gut sein, Björn.“ &lt;p&gt;„Aber du…“ &lt;p&gt;„Ich weiß. Ich bin nicht fett.“ &lt;p&gt;„Aber das…“ &lt;p&gt;„Können wir alles morgen besprechen.“ &lt;p&gt;„Aber ich…“ &lt;p&gt;„Ich geh’ jetzt nach oben. Und du ins Wohnzimmer.“ &lt;p&gt;Als ihm kein weiteres &lt;i&gt;Aber&lt;/i&gt; mehr einfiel, ließ Björn den Kopf hängen und trottete wie ein gekränkter Schuljunge aus der Küche. &lt;p&gt;„Du wirst nicht wirklich oben schlafen, Lulu?“ &lt;p&gt;Ich hatte mir beide Handys vom Tischende geangelt und überprüfte nun die Anrufliste. „Doch, Alex. Das werde ich. Ist schließlich &lt;i&gt;mein&lt;/i&gt; Bett.“ Zwölf Anrufe, neun allein von Oliver. „Und es ist ja nicht das erste Mal, das Sam drin liegt.“ Ein Anruf von meiner Mutter und zwei von Marc. Was wollte der denn? „Außerdem ist er rotzbesoffen, schläft und bekommt sowieso nichts mehr mit.“ Ich sah kurz auf die Uhr, viertel vor neun, und wählte Olivers Nummer. &lt;p&gt;„Lulu? Wie geht es dir? Bist du zu Hause? Wir haben uns Sorgen gemacht“, rief Marie atemlos in den Hörer. &lt;p&gt;&lt;i&gt;Ohweh!&lt;/i&gt;, hämmerte es an mein Hirn. Ich wollte Oliver gleich nach dem Besuch im Krankenhaus anrufen und hatte es dann über die Diskussion mit Sam hinweg vergessen. &lt;p&gt;„Sam ist auch verschwunden. Jacqueline ist schon hier aufgelaufen.“ &lt;p&gt;„Oh!“ Tatsächlich. Neunundzwanzig verpasste Anrufe auf Sams Handy. Neunundzwanzig! Die Barbie hatte wohl auch den Verstand eines Plastikpüppchens. „Marie, es tut mir leid. Mir geht es gut, die Nase ist nur geprellt. Sam hat mich zu meinen Eltern gefahren, ist von meiner Mutter abgefüllt worden und schläft nun seinen Rausch aus“, fasste ich rasch zusammen. „Alles Weitere erklärte ich Oliver dann bei der Frühschicht.“ &lt;p&gt;„Du willst nicht wirklich morgen zur Arbeit gehen?“ &lt;p&gt;„Doch.“ &lt;p&gt;Marie ließ ein Seufzen hören. Eines der Art wie nur Mütter es können, die wissen, dass das Kind unbelehrbar ist. „Nun gut, dann werde ich mal versuchen, Oliver zu erreichen.“ &lt;p&gt;„Wo ist er denn?“, fragte ich verwirrt. &lt;p&gt;„Er sucht Sam mit“, sie räusperte sich, „Allegra.“ &lt;p&gt;„Wer oder was ist Allegra?“ Auf meinem kopfinternen Einkaufszettel notierte ich Knoblauch.  &lt;p&gt;Stille. Dann erneut ein Seufzen. Allerdings nun eher der Kategorie &lt;i&gt;Es-tut-mir-leid&lt;/i&gt;. „Die Freundin von Jacqueline.“ &lt;p&gt;„Ah?“ &lt;p&gt;„Lulu, ich wollte nicht, dass er alleine loszieht“, erklärte sie mir. „Günni ist im Studio und mein Sohn in Hamburg. Allegra hat sich angeboten.“ &lt;p&gt;Beschämt senkte ich den Kopf. „Marie, du bist mir doch keine Rechenschaft schuldig. Außerdem war es ja mein Fehler, nicht gleich angerufen zu haben.“ Und das Handy noch immer auf &lt;i&gt;Lautlos&lt;/i&gt; stehen zu haben. &lt;p&gt;„Hör zu, Lulu. Es war ein langer, harter Tag für dich. Für euch alle drei. Ruh’ dich jetzt aus und überlege dir bitte, ob du wirklich morgen Früh ins Studio kommen willst.“ &lt;p&gt;Ich nickte brav. „Wird gemacht.“ &lt;p&gt;„Ach, und... falls Sam... ich meine... Oliver kommt sofort vorbei, ja?“ &lt;p&gt;Ich rang mir ein gequältes Lächeln ab. „Besser nicht. Und vielleicht auch ein Grund mehr, morgen in den Sender zu gehen.“ &lt;p&gt;Nach dem Telefonat verabschiedete ich mich von Alex, der zwar protestierte, dann aber selbst viel zu müde für weitere Diskussionen war, und stieg die Treppen nach oben in mein Zimmer.  &lt;p&gt;Sam lag unverändert auf dem Bett und ich überprüfte vorsichtig, ob er noch atmete. Sachte hielt ich das rechte Ohr an seinen Mund und lauschte. Nur Tyson lupfte einen Fledermausflügel und blinzelte mich an. Zu meiner Erleichterung vernahm ich ein leises Schnarchen.  &lt;p&gt;Auf Zehenspitzen schlich ich ins Bad, wusch und zog mich um, putzte die Zähne und schlüpfte dann vorsichtig unter die Decke. &lt;p&gt;Unglaublich, wie viel Hitze Sam ausstrahlte? Und das, wo er &lt;i&gt;auf&lt;/i&gt; der Decke lag? Oder wurde mir nur so heiß, weil er neben mir...? Ich unterdrückte das Verlangen, ihn zu berühren, und rollte mich zur Seite. Dann schlief ich ein.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-491579731267157913?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/491579731267157913/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=491579731267157913&amp;isPopup=true' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/491579731267157913'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/491579731267157913'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-37.html' title='Herzblatt – Kapitel 37'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-4321534844558026807</id><published>2011-06-06T05:34:00.000+02:00</published><updated>2011-06-06T05:34:00.239+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 36</title><content type='html'>&lt;p&gt;„Du solltest dir echt eine andere Sportart suchen, Papa. Häkeln zum Beispiel.“ &lt;p&gt;„Und du dir ein anderes Gesicht. Was ist mit deiner Nase? Kickst du wieder?“ Nein. Mein Vater war nicht hartherzig oder unsensibel. Nur viel von mir gewohnt.  &lt;p&gt;„Nein, Papa. Tue ich nicht.“ &lt;p&gt;Er küsste meine Stirn. „Nimm’s mir nicht übel, Ludowika Luise, aber das sieht man.“ &lt;p&gt;Sam räusperte sich. Ich hatte ihn gebeten, mich bei meinen Eltern abzusetzen und er bestand darauf, mit hinein zu kommen. Sehr zu meinem Missfallen. Noch immer war ich wütend auf ihn, weil er sich mit Oliver gestritten und derart vergessen hatte.  &lt;p&gt;„Wie fühlst du dich, Papa?“ Sams Gruß hatte ich damit übertönt. Mit Absicht. &lt;p&gt;Er winkte ab. „Wessen Idee war das nur? Deine Mutter schikaniert mich“, beschwerte er sich lautstark. „Sie backt Kuchen, bringt mir die Zeitung und kocht Kaffee mit Schaumkrönchen drauf. Dann massiert sie meinen Nacken und“, er deutete auf seine Füße, „jetzt hat sie mir noch gestrickte Eierwärmer über die großen Fußzehen gezogen, damit ich nicht friere!“ Tatsächlich.  &lt;p&gt;Ich musste lachen. Und aus Sams Richtung vernahm ich deutlich ein unterdrücktes Prusten. „Oh, Gott. Sie misshandelt dich. Wie furchtbar! Wo ist Mama denn?“, japste ich.  &lt;p&gt;„Franzbrandwein kaufen“, knurrte Papa. „Ich glaube, mit dem besaufe ich mich heute Abend. Wollt ihr mitmachen?“ &lt;p&gt;Unserer vehementen Ablehnung folgte klassische Ignoranz, in dem Moment, als meine Mutter auf der Bildfläche erschien und Sam in ihr Gesichtsfeld trat. „Sam! Wie schön, dich endlich mal wieder zu sehen“, strahlte sie wie zehn Zentner Plutonium. In Windeseile standen vier Gläser und zwei Flaschen Wein auf dem Tisch. Hatte sie das in ihren Rocktaschen versteckt? &lt;p&gt;„Nein, wirklich...“, startete Sam einen erneuten Versuch und warf mir einen fragend-besorgten Blick zu.  &lt;p&gt;„Nun kommt schon, Kinder“, wischte sie den Einwurf mit einer Handbewegung weg. „Jetzt, wo wir endlich mal alle so schön beisammen sitzen. Wie früher. Nicht wahr, Konstantin?“ &lt;p&gt;Mein Vater sah zu uns herüber. „Aha.“ &lt;p&gt;Ich verdrehte nur die Augen. Meine Mutter redete schon immer sehr viel. Mit ihr verhielt es sich wie mit einem Dampfkochtopf: wenn der Druck zu hoch wurde, musste es raus. Und da war enormer Druck! Chronisch. &lt;p&gt;Heute jedoch kam er mir zugute. Unbemerkt tauschte Sam unsere Gläser aus, während mein Vater immer wieder nachschenkte. So wäre mir nichts als der Geruch des köstlichen Bordeaux in der Nase geblieben – vorausgesetzt, ich hätte etwas riechen können – während Sams Alkoholpegel sicher schon an selbiger Position angekommen schien. &lt;p&gt;„Entschuldigung – hpp! – ich vertrage keinen Wein.“ Er unterdrückte einen Rülpser. &lt;p&gt;„Echt nicht?“, fragte ich. Schließlich sprachen Besoffene und kleine Kinder angeblich immer die Wahrheit. Heute war er beides. &lt;p&gt;Sam schüttelte verlegen den Kopf.  &lt;p&gt;Ich hielt die Hand auf. „Autoschlüssel.“ &lt;p&gt;„Meine?“ &lt;p&gt;„Nein, Sam. Der von meinem Porsche 911.“ &lt;p&gt;Er runzelte die Stirn. Meine Güte, war der Gute knülle. &lt;p&gt;„Ich bringe dich nach Hause.“ &lt;p&gt;„Nein!“ &lt;p&gt;„Bitte?“ &lt;p&gt;Sam rappelte sich vom Sofa hoch und sah aus wie eine Eiche. Achtung! Baum fällt! „Ich bin immer noch ein Mann“, beteuerte er. &lt;p&gt;„Das sieht man“, kicherte meine Mutter. Auch sie war schon ganz schön angeschickert.  &lt;p&gt;„Und das heißt, &lt;i&gt;ich&lt;/i&gt; bringe &lt;i&gt;dich&lt;/i&gt; nach Hause. Immerhin...“ &lt;p&gt;„Lässt du mich fahren!“, sagte ich rasch, bevor er sich in seinem Suff irgendwie verplappern konnte. „In Ordnung?“ &lt;p&gt;Mein Vater hörte kurzzeitig auf zu schnarchen und blinzelte Sam an. „Wenn du sie nicht fahren lässt, dann klaut sie dir die Autoschlüssel. Ich weiß, wovon ich rede.“ &lt;p&gt;„Papa, ich war fünfzehn!“ Warum mussten meine Eltern immer wieder meine Jugendsünden auf den Tisch bringen, wenn wir Besuch hatten? &lt;p&gt;„Fünfzehn“, murmelte er sich zurück in den Schlaf. „Genau fünfzehn Mal hast du mir den Schlüssel geklaut.“ &lt;p&gt;„Dreiundzwanzig Mal“, murmelte ich. „Tschüss jetzt!“ Mit aller Kraft schob ich Sam zur Ausgangstür. Dass er bedeutend schwerer war als sonst lag auch daran, dass meine Mutter an seinem Arm hing. „Jetzt hör’ schon auf, dich wie ein paarungswilliger Teenie zu benehmen. Ich schäme mich ja fremd!“ &lt;p&gt;„Ich find’s irgendwie süß“, merkte Sam grinsend an, während ich meine Mutter von seinem Ärmel zupfte.  &lt;p&gt;Wenigstens kam er ohne meine Unterstützung in den Wagen. Zu besseren Orientierung hatte ich die Beifahrertür weit geöffnet und winkte ihn ein. „Deine Adresse?“ &lt;p&gt;„Zu Hause?“ &lt;p&gt;„Deine Adress-seee!“, rammte ich den Schlüssel ins Zündschloss. „Sam?“ &lt;p&gt;„Warum denn so krötig?“ Er setzte sich auf und sah mich an. „Ich habe gesagt, ich bringe dich nach Hause. Und das tue ich auch.“ &lt;p&gt;Ich konnte jetzt so lange mit ihm weiter diskutieren, bis ich Fransen am Mund hatte, und wir kamen kein Stück voran. Oder ich fuhr mit ihm nach Hause und rief von dort aus ein Taxi, was wiederum zu Diskussionen mit Björn und Alex führen würde. Ich hatte also die Wahl zwischen Pest und Cholera.  &lt;p&gt;„Ich rufe dir jetzt ein Taxi“, kündigte ich an, sobald wir das Haus betreten hatten, und eilte zur Kommode, in der sich unser Telefonbuch befand.  &lt;p&gt;Tyson tat das seine, um Björn und Alex über unsere Anwesenheit zu informieren. Er kläffte sich regelrecht heiser.  &lt;p&gt;„Darf ich wenigstens noch deine Toilette benutzen?“ &lt;p&gt;Ich nickte. „Aber hinsetzen.“ &lt;p&gt;„Aber immer.“ Er hatte meinen hyperaktiven Chihuahua aufgefangen und trabte in aller Seelenruhe die Treppen hinauf.  &lt;p&gt;Emotionaler Stress macht Hunger. Und deshalb tat ich mich an der Pralinenschachtel gütlich, die einsam neben dem Telefon lag. &lt;p&gt;„Die waren eigentlich für deine Mutter“, hörte ich Alex’ Stimme. &lt;p&gt;„Braucht sie nicht. Ist dick genug“, gab ich knurrend zurück und schob ordentlich Schokolade in die Luke.  &lt;p&gt;„Du nicht?“ Björn sprach leise. Doch nicht leise genug.  &lt;p&gt;„Hör’ zu, du abgenutzte Evolutionsbremse!“ Oha! Die Hormone gingen mal wieder mit mir durch. „Ich hatte heute echt genug Scheiße an der Backe. Und ein Teil davon pisst wahrscheinlich jetzt gerade neben mein Klo. Also mach’ mich bloß nicht dumm von der Seite an, sondern frag’ lieber &lt;i&gt;Wie war dein Tag, Schatz?&lt;/i&gt;, sonst explodiere ich noch.“ &lt;p&gt;„Hmhm“, machte Björn und schaute zu allem Überfluss ganz provokativ auf meinen Bauch. &lt;p&gt;„Ach, du Schreck!“ Wenigstens Alex war meine lädierte Nase aufgefallen. „Wie war dein Tag, Schatz?“ &lt;p&gt;„Frag’ nicht.“ &lt;p&gt;Endlich besaß auch mein Ex-Mann die Güte, sich mit den niederen weiblichen Körperteilen zu befassen. Dem Gesicht. Meines hatte nicht nur mittig ein äußerst unvorteilhaftes Pflaster, es war rings herum geschwollen und blau.  &lt;p&gt;Es war nicht immer ein Vorteil, wenn über der Garderobe der obligatorische Spiegel hing. Wieder hatte ich ein Déjà-vu. Davon gab es in den letzten Monaten so viele, dass ich mich glatt erschrecken müsste, mal ohne Blessuren aufzuwachen. &lt;i&gt;Diese&lt;/i&gt; Einsicht erschreckte mich allerdings auch, genauso wie Tatsache, dass meine Mutter am Abend kein einziges Wort über meine Nase verloren hatte. &lt;p&gt;„Was ist denn nun schon wieder passiert?“, fragte Björn und schob mich wie einen ungezogenen Teenager in die Küche. „Kann man dich eigentlich keine Sekunde aus den Augen lassen?“ &lt;p&gt;„Ich kann nichts dafür, es war nämlich so…“, begann ich sogleich pflichtschuldigst und fasste die Ereignisse des Tages kurz und knapp zusammen. Zu meiner eigenen Überraschung bemüht, Sam in einem möglichst guten Licht dastehen zu lassen.  &lt;p&gt;„Apropos Sam: habe ich euch nicht gemeinsam kommen hören? Und wo ist Tyson?“ &lt;p&gt;„Oh!“ Mein Hirn kam in Schwung. „Hoffentlich hat er ihn nicht im Klo runter gespült? Oder sogar verschluckt? Er wollte zur Toilette, während ich ihm ein Taxi rufe.“  &lt;p&gt;Björn war bereits die Treppe hinaufgelaufen und sah nun grinsend zu uns herunter. „Ich glaube“, lachte er, „Tyson hat ihn niedergestreckt.“&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-4321534844558026807?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/4321534844558026807/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=4321534844558026807&amp;isPopup=true' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/4321534844558026807'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/4321534844558026807'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-36.html' title='Herzblatt – Kapitel 36'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-569662657752481863</id><published>2011-06-05T05:33:00.000+02:00</published><updated>2011-06-05T05:33:00.449+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 35</title><content type='html'>&lt;p&gt;Bereits an der Tür des Aufenthaltsraumes hörten wir das Gebrüll im gläsernen Kämmerchen. Oliver und Sam tobten wie zwei testosterongesteuerte Gorillas. Was sie sich verbal um die Ohren schlugen, konnte man allerdings nicht verstehen. War wohl auch besser so. &lt;p&gt;„Was ist denn hier los?“ Marc nahm mir die Worte aus dem Mund. &lt;p&gt;Arife packte mich am Arm. „Ich würde da jetzt nicht reingehen.“ &lt;p&gt;„Keine Sorge. Das werde ich ganz bestimmt nicht.“ Sicher würden gleich noch die Scheiben beschlagen. Dann fiel mein Blick auf Lottchen. Winselnd saß sie etwa zwei Meter vor der Tür. &lt;p&gt;Die prompt aufflog. „Diese Scheiße höre ich mir nicht länger an!“, brüllte Oliver mit hochrotem Kopf und rauschte an uns vorbei, die Treppen hinab zum Ausgang.  &lt;p&gt;Als Lotte Anstalten machte, auf das Kämmerchen zuzugehen, sprintete ich nach vorne. „Vorsicht, mein Mädchen!“ Gerade noch rechtzeitig, wenn auch etwas unsanft, konnte ich sie von der Tür wegschubsen, die sich erneut mit enormer Geschwindigkeit öffnete.  &lt;p&gt;Ein stechender Schmerz, der meine Augen brennen ließ, und die Wucht des Aufpralls riss mich von den Füßen. Kurzzeitig wurde mir schwarz vor Augen. Dann sah ich Sternchen.  &lt;p&gt;„Verdammte Scheiße!“ Da war es wieder. Das Déjà-vu. &lt;p&gt;„Kannst du eigentlich auch anders?“, schrie ich und wischte mir die Tränen vom Gesicht. Blut rann aus meiner Nase. „Au-uuu!“ &lt;p&gt;„Lulu?“ Sam war zitternd vor mir auf die Knie gegangen. „Lulu!“ &lt;p&gt;„Ja, das bin ich“, heulte ich und drosch auf seine Brust ein. „Und du bist ein Arschloch!“ &lt;p&gt;Er packte meine tobenden Handgelenke und zog mich auf die Beine. „Komm’, ich bring’ dich ins Krankenhaus!“ &lt;p&gt;Er presste mir das nasskalte Handtuch auf die Nase, das Arife gebracht hatte. &lt;p&gt;„Sicher“, knurrte ich. „Darin hast du ja inzwischen Übung.“ &lt;p&gt;Als wir aus dem Studio traten, stand Oliver an der alten Eiche und rauchte eine Zigarette. Die warf er angesichts meines Gesichts in hohem Bogen auf den Kies wütete Sam an: „Bist du nun völlig übergeschnappt? Krieg’ dein Leben endlich auf die Reihe!“ &lt;p&gt;„Nüsch so schlümm“, nuschelte ich und tätschelte beruhigend seine Brust.  &lt;p&gt;Sam, der seinen Arm um mich geschlungen hatte, vibrierte wie ein überladenes Handy. Er schwieg. &lt;p&gt;Oliver ignorierte ihn ohnehin. „Ich bringe dich ins Krankenhaus, Lulu.“ &lt;p&gt;„Das mache &lt;i&gt;ich&lt;/i&gt;.“ Sams Stimme klang so kalt, dass mir fröstelte.  &lt;p&gt;Die beiden Männer starrten sich sekundenlang an. Bis Sam die Schultern straffte.  &lt;p&gt;Ich unterbrach die Stille. Denn kalt war mein Handtuch inzwischen nicht mehr. Und es tropfte auf mein hellgraues Lieblingsshirt. „Wisst ihr was? Ich fahr’ alleine. Gibt mir einer von euch seinen Autoschlüssel?“ &lt;p&gt;Sam schloss seinen Arm fester um mich und warf Oliver noch einen bösen Blick zu, bevor er mich zu seinem Wagen manövrierte.  &lt;p&gt;Während der ganzen Fahrt sprachen wir kein Wort. Für Sam ja nichts Ungewöhnliches. Als wir bei der Anmeldung des Krankenhauses ankamen, mutierte er allerdings zum Rumpelstilzchen. Mit drohender Geste forderte er sofort den Chefarzt und wedelte mit seiner Privatversichertenkarte vor der Glasscheibe herum. Das Szenario dauerte geschlagene zehn Minuten. &lt;p&gt;„Sag’ mal“, versuchte ich letztlich, seine Bestechungsversuche zu unterbinden, „hast du deine Tabletten heute noch nicht genommen?“ &lt;p&gt;Sam sah zu mir hinab. Seine Augen waren rot, seine Haut fade und blass. Er sah ziemlich fertig aus.  &lt;p&gt;„Frau Herz?“ Eine speckige Hand mit unglaublich kurzen Fingern zupfte mir das Handtuch von der Nase. „Machen Sie so was absichtlich? Oder wollten Sie mich nur einfach wiedersehen? Hohoho!“ &lt;p&gt;Nein, der Nikolaus war er nicht. Auch wenn er eine enorme Ähnlichkeit mit Professor Dicklein hatte. Er trug bereits Feierabendkleidung und sah ziemlich müde aus. „Ich piepe gleich mal einen Kollegen an.“ &lt;p&gt;Sam holte tief Luft. Der Professor schaute kurz auf – sehr weit auf – und erklärte trocken: „Meinen Schwiegersohn, falls Sie das beruhigt.“ &lt;p&gt;Keine Minute später führte uns die Oberschwester zum Behandlungszimmer. Während Sam sich draußen nach bestem Wissen und Gewissen um die Papiere kümmerte, begrüßte mich der Dicklein’sche Schwiegersohn. Um das Verwandtschaftsverhältnis zu untermauern, hatte er sogar den gleichen Namen.  &lt;p&gt;„War das Absicht?“, witzelte Doktor Dicklein und ich fragte mich, wo er wohl die rote Clownsnase versteckt hatte? &lt;p&gt;„Nein, ich wollte nur Ihren Schwiegervater wiedersehen.“ &lt;p&gt;„Aha?“ Sein Humorbedürfnis schien gestillt. „Können Sie mir sagen, wann, wie und was passiert ist?“ Mit einer Taschenlampe leuchtete er meine Augen ab.  &lt;p&gt;„Vor knapp einer Stunde, zur falschen Zeit am falschen Ort, eine Tür gegen die Nase“, leierte ich herunter. &lt;p&gt;Sam betrat den Raum. Das spürte ich. Und ich sah es an Dickleins Gesichtsausdruck. Der wurde nämlich plötzlich ziemlich ernst. „Frau Herz?“, fragte er im Flüsterton und blickte über meine Schulter. „Sie sind also gegen eine Tür gelaufen? Das hören wir hier oft.“ &lt;p&gt;„Echt?“ &lt;p&gt;Dicklein räusperte sich. „Wir können Ihnen eine Beraterin zur Seite stellen. Für solche Fälle...“ &lt;p&gt;„Äh... Moment!“ Ich hob den Zeigefinger und blickte zu Sam. „Auch wenn er so aussieht...“ Und das tat er heute in der Tat: blass, unrasiert, mit seiner Größe und Muskelmasse fast den kompletten Türrahmen füllend. „Nein, wirklich nicht!“ &lt;p&gt;Er räusperte sich und sprach ganz langsam, als hätte er es mit einem Kleinkind zu tun. „Ich würde Ihnen doch nahe legen...“ &lt;p&gt;„Ich hab’ was mit der Nase“, unterbrach ich ihn barsch. „Nicht an den Ohren. Bei Ihnen bin ich mir da allerdings nicht so sicher.“ Da konnte ich nichts für. Die Hormone machten mich eben manchmal etwas garstig. &lt;p&gt;Dicklein seufzte resigniert und widmete seine Aufmerksam nun endlich meiner Nase. Die tat höllisch weh und fühlte sich an wie aufgeblasen.  &lt;p&gt;„Ich denke nicht“, diagnostizierte er nach einer Weile, „dass sie gebrochen ist. Zur Sicherheit jedoch sollten wir eine Röntgenaufnahme machen.“ Als ich ungelenk von der Pritsche rutschte, runzelte er die Stirn und widerrief seinen Vorschlag. „Ich denke, in Ihrem Zustand lassen wir das lieber.“ &lt;p&gt;Sam war neben mich getreten. „Wie bitte?“ &lt;p&gt;Ich knurrte. Was Dicklein entweder nicht zu deuten wusste oder schlicht ignorierte. „Wievielte Woche?“ &lt;p&gt;„Du bist schwanger?“, fragte Sam, bevor ich antworten konnte. &lt;p&gt;„Hm“, machte Dicklein. „Das sieht man doch!“ &lt;p&gt;„Klar. So wie Sie es auf Anhieb gesehen haben, was?“ Ich rollte mit den Augen. &lt;p&gt;„Du bist schwanger?“  &lt;p&gt;„Frau Herz, wir wollen doch gerne sachlich bleiben“, redete Dicklein auf mich ein wie auf ein krankes Pferd. „Also, bitte...“ &lt;p&gt;„Du bist schwanger?“ &lt;p&gt;„Herrgott, ja!“, keiften mein Arzt und ich unisono. &lt;p&gt;Sam hielt die Luft an. Für gefühlte zehn Minuten. Dann sagte er: „Du musst unbedingt in die Gynäkologie!“ &lt;p&gt;„Die wissen das schon“, knurrte ich.  &lt;p&gt;Er schüttelte den Kopf und wendete sich an Doktor Dicklein. „Sie ist gestürzt, als ich ihr die Tür gegen die Nase...“ &lt;p&gt;Seine Augenbrauen schnellten nach oben. „Also doch!“ &lt;p&gt;„Hä?“ &lt;p&gt;„Nein!“, fuhr ich dazwischen. „Also, ja. Ich bin auf meinem Hintern gelandet. Aber er wusste &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt;, dass ich hinter der Tür stand. Und wenn Sie jetzt die Freundlichkeit hätten, meine Nase zu behandeln, verspreche ich, sofort Frau Doktor Schnecke aufzusuchen. Bitte. Danke.“ &lt;p&gt;Als ich mit Sam und der Golden Gate Brigde auf der Nase – so sah dieses überdimensionale Pflaster aus – das Behandlungszimmer verließ, fragte er leise: „Deine Gynäkologin heißt wirklich Schnecke?“&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-569662657752481863?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/569662657752481863/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=569662657752481863&amp;isPopup=true' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/569662657752481863'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/569662657752481863'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-35.html' title='Herzblatt – Kapitel 35'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-4749757687835929064</id><published>2011-06-04T05:32:00.000+02:00</published><updated>2011-06-04T05:32:00.090+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 34</title><content type='html'>&lt;p&gt;„Ich frage mich, warum du mich hierher mitgeschleppt hast?“ &lt;p&gt;&lt;i&gt;Dann frage mal weiter, vielleicht gibst du dir ja auch Antwort&lt;/i&gt;, dachte ich und lächelte meine Mutter einnehmend an. „Mama, ich wollte einfach nicht alleine gehen. Und früher warst du doch auch immer gerne hier?“ &lt;p&gt;„Früher hast du ja auch selbst gespielt. Und… und war dein... Ach, lassen wir das!“ &lt;p&gt;Zufrieden lehnte ich mich über die Stange am Rand des Spielfeldes und zählte Grashalme. Nach den heutigen Ereignissen im Gericht suchte ich verzweifelt Ablenkung. Und die bot sich in Form eines Jubiläumsspiels der Altherrenmannschaft eines Bundesligisten gegen die Senioren des ortsansässigen Vereins. Mit stolzgeschwellter Brust und einem funkelniegelnagelneuen Fußball unter dem Arm kam mein Vater um die Ecke. Sein Gesichtsausdruck war eine Kampfansage. &lt;p&gt;„Hach“, seufzte Mama in der zweiunddreißigsten Spielminute. „Ich gebe es ja ungern zu, aber dein Vater ist immer noch unglaublich durchtrainiert. Und in seinem Trikot schaut er richtig sexy aus.“ &lt;p&gt;Beidem wollte ich jetzt nicht zustimmen. Obwohl man uneingeschränkt feststellen musste, dass sich unsere &lt;i&gt;Bambini Revivals&lt;/i&gt; herzlich wenig beeindruckt von der Profimannschaft zeigte. Die spielten, als hätten sie sich rohes Fleisch in die Kabine hängen lassen. &lt;p&gt;„Autsch, das tat sicher weh?“  &lt;p&gt;Mein Vater wurde recht unsanft von den Beinen gerissen. Der Aufprall war bis an den Spielfeldrand zu hören.  &lt;p&gt;„Verdammte Scheiße!“, schreckte ich hoch und wäre fast über die Absperrung gesprungen. „Seine Bandscheibe!“ &lt;p&gt;„Papa hat es an der Bandscheibe?“ Meine Mutter schien einen Wimpernschlag darüber nachzudenken, ob sie sich nun eine schnippische Bemerkung bezüglich Vaters doch wesentlich jüngerer Lebensgefährtin verkneifen sollte oder nicht. Aber spätestens dann, als die Sanitäter mit einer Trage auf das Spielfeld eilten, war ihre Entscheidung gefallen. „Konstantin!“, rief sie aufgebracht und hielt sich die Hände vor den Mund. „Oh, Gott! Mein Lieber...“ &lt;p&gt;Bevor ich auf diese unerwartete Reaktion auch nur irgendwie reagieren konnte, lief sie bereits den Herren mit dem roten Kreuz hinterher. Mehr noch, sie hielt Papas Hand! &lt;p&gt;„Na, Herzblatt? Mal wieder erfolgreich verkuppelt?“ &lt;p&gt;Ich drehte mich um. „Oliver? Was machst du denn hier? Und wieso ‚erfolgreich verkuppelt’?“ &lt;p&gt;„Ich wollte das Spiel sehen. Und deine Eltern sind doch geschieden, oder?“ &lt;p&gt;„Getrennt lebend“, korrigierte ich und beobachtete über Olivers Schulter hinweg, wie meine Mutter mit in den Notarztwagen stieg. &lt;p&gt;„Extreme Situation führen zu extremen Handlungen.“ &lt;p&gt;Ich schüttelte den Kopf. „Nicht immer.“ Dabei dachte ich an Sam. Und den Funken Hoffnung in mir, dieser Prozess hätte ihm die Augen geöffnet. Mit dem Eimer Eiswasser, der diesen Funken im Nu gelöscht hatte, hatte ich allerdings nicht gerechnet. &lt;p&gt;„War alles okay? Bei deinem Termin heute?“ &lt;p&gt;„Was?“ &lt;p&gt;„Gynäkologe?“ &lt;p&gt;„Äh... ja.“ Man sollte einfach nicht lügen, wenn man die Grundregeln nicht beherrscht. Jacqueline schien mir da eindeutig geübter.  &lt;p&gt;„Soll ich dich ins Krankenhaus fahren, damit du nach deinem Vater schauen kannst?“ &lt;p&gt;Ich rieb mir die Stirn. Dann sah ich zu Oliver auf. „Was würde ich nur ohne dich machen?“ &lt;p&gt;Er zuckte mit den Schultern. „Vielleicht hochbezahlt Bücher lesen anstatt für einen Hungerlohn Verkehrsnachrichten verlesen?“ &lt;p&gt;Ich musste lachen. Oliver nahm mich in den Arm und streichelte freundschaftlich meine Schulter. „Also, möchtest du?“  &lt;p&gt;„Nein“, lehnte ich mit einer dankbaren Geste ab. „Ich denke, er wird gerade ausreichend mit rosa Herzchen beworfen und Fürsorge überschüttet.“ &lt;p&gt;Auch Oliver lachte nun. Einnehmend. Wohltuend. &lt;p&gt;„Außerdem sollte ich heute mal früh schlafen gehen. In der letzten Zeit kam das leider ein wenig zu kurz.“ &lt;p&gt;„Ich fahr’ dich“, bot er kurzerhand an. &lt;p&gt;„Willst du nicht das Spiel sehen?“  &lt;p&gt;Oliver hielt mich im Arm um, als wir Richtung Ausgang liefen, und scherzte: „Du weißt doch, Herzblatt, dass ich für dich alles stehen und liegen lasse? Oh...“ Er sah kurz auf. „Hi, Sam!“ &lt;p&gt;Statt eines Grußes schenkte Sam uns nur eine hochgezogene Augenbraue, vergrub die Hände tiefer in den Taschen, nickte und eilte an uns vorbei. &lt;p&gt;„Einen Milchkaffee und einen Nougatdonut für meine Lieblingskollegin.“ &lt;p&gt;„Hmmm. Lecker. Danke. Scheißfreundlich.“ Es war kurz nach fünf und ich fühlte mich seit langer Zeit einmal wieder frisch und ausgeruht.  &lt;p&gt;Oliver schob mir beides über den Schreibtisch und streckte sich. „Hast du gut geschlafen?“ &lt;p&gt;„Ohhh, so gut wie schon ewig nicht mehr“, beteuerte ich. Tatsächlich war ich gestern bereits um halb acht schlafen gegangen. Dank Omas Heiße-Milch-mit-Honig-Rezept blieben Albträume und sogar nächtliche Toilettengänge aus. „Wie lange ist Marie denn noch weg?“ Wir hatten uns auf dem Heimweg darüber unterhalten, dass sie eine ehemalige Kollegin in Hamburg besucht. Dort hatte Marie einige Jahre im Kindergarten gearbeitet und konnte ihre alte Wirkungsstätte nie wirklich vergessen. &lt;p&gt;Bevor Oliver antworten konnte, knallte die Tür des gläsernen Kämmerchens zu. „Sam?“  &lt;p&gt;Lottchen hatte den nicht vorhandenen Schwanz eingezogen und presste sich verschreckt gegen meine Wade.  &lt;p&gt;„Ist dem die Suppe angebrannt?“ Oliver schüttelte verständnislos den Kopf.  &lt;p&gt;Ich hustete. „Machen wir uns an die Arbeit. Die Sendung fängt in einer halben Stunde an.“ &lt;p&gt;Es schien, als hätte Sam sein Kämmerchen die ganze Sendung über nicht verlassen. Höchstens mal zum pinkeln. Und selbst das mochte ich anzweifeln, so angepisst wie er drein schaute. Natürlich dürfte er nach den gestrigen Erkenntnissen ziemlich durch den Wind sein. Aber wie viel hatte er selbst überhaupt erkannt? &lt;p&gt;„Moin, Leute.“ Marc war so schnell an mir vorbeigeflitzt, dass ich nur noch den Fahrtwind spürte. Er selbst verkroch sich hinter seinem Bildschirm.  &lt;p&gt;Mit Befremden beobachtete ich, wie er sich sofort den eMails widmete und dann seine Moderation vorbereitete, statt wie üblich primär Pornoseiten auf neue Clips zu überprüfen. „Alles klar, Kollege?“ &lt;p&gt;„Hmhm.“  &lt;p&gt;Was? Heute kein unverschämter Spruch? Keine anzügliche Bemerkung? Da fiel mir ein: Ich wollte meine Mutter anrufen.  &lt;p&gt;„Schatz! Wie gut, dass du anrufst!“ Aha, Mama hatte also endlich meine Nummer gespeichert und war inzwischen sogar weitsichtig genug, einen Blick aufs Display zu werfen, um festzustellen, wer am anderen Ende der Leitung war. „Also, das geht so nicht. Es ist unglaublich, was für ein Drama sich gestern Nacht noch abgespielt hat.“ &lt;p&gt;„Was?“ Erschrocken presste ich das Handy fester an mein Ohr. „Musste Papa operiert werden?“ &lt;p&gt;„Iwo, Kind! Er bekam ein paar Spritzen und Infusionen und muss zur Krankengymnastik. Der alte Mann wird schon wieder.“ &lt;p&gt;„Nenn’ ihn nicht so!“ &lt;p&gt;„Warum denn nicht?“, näselte Mama. „Er ist nun mal ein alter Mann.“ &lt;p&gt;„Und du bist eine alte Frau.“ &lt;p&gt;„Das will ich überhört haben!“ &lt;p&gt;Ich atmete tief durch. Ich würde mal nicht so eine anstrengende Mutter werden. Ganz bestimmt nicht. Hoffte ich. „Also, was war jetzt mit Papa?“  &lt;p&gt;„Mit ihm nichts“, antwortete sie und verharmloste die Tatsache, dass mein Papa mit Nadeln traktiert wurde und ganz sicher richtig böse Schmerzen hatte. „Aber trotzdem...“ &lt;p&gt;„Mama“, drängelte ich. „Sag’ schon, was los ist. Ich bin noch im Studio.“ &lt;p&gt;Sie japste. „Sind wir auf Sendung? Live?“ &lt;p&gt;„Sag’ mal, hast du was eingeworfen?“  &lt;p&gt;„Du warst auch schon respektvoller.“ &lt;p&gt;&lt;i&gt;Und du weniger durchgeknallt&lt;/i&gt;, dachte ich. „Wie lange muss Papa im Krankenhaus bleiben?“  &lt;p&gt;„Das ist es ja.“ &lt;p&gt;„Was?“ Einen Augenblick lang dachte ich, die Leitung wäre tot. Doch dann hörte ich, wie Mama sich stöhnend in ihre Satinkissen fallen ließ. „Mama, ich rufe &lt;i&gt;während&lt;/i&gt; meiner Arbeitszeit an. Fasse dich bitte kurz. Ich bekomme sonst Ärger.“ &lt;p&gt;Marc warf mir einen skeptischen Blick zu. Ich winkte ab. &lt;p&gt;Mit der Präzision und Schnelligkeit einer Halbautomatik schilderte meine Mutter den gestrigen Abend nebst Nacht bis hin zum Frühstück, einschließlich Diagnose des behandelnden Arztes, aktueller Gesundheitslage und Beas Anruf. In exakt 97 Sekunden. „Und jetzt kommst du!“ &lt;p&gt;„Äh...“ Meine Ohren waren wund durch die Reibung ihrer Worte, die mit enormer Geschwindigkeit in meinen Gehörgang drangen. „Bea hat eine kleine Pension und stemmt fast alles selbst. Da kann sie eben nicht...“ &lt;p&gt;„Nicht einmal im Krankenhaus vorbei kommen?“  &lt;p&gt;„Die Pension ist Beas Existenz. Ihre Lebensgrundlage. Sie kann doch nicht einfach von jetzt auf gleich alles stehen und liegen lassen...“ &lt;p&gt;„Ach, was!“, keifte meine Mutter. „Erst hat sie bei ihm was stehen lassen und jetzt lässt sie ihn liegen. Den alten Mann!“ &lt;p&gt;Ich blies die Wangen auf. Hatte ich mich gerade verhört? Ganz sicher hatte ich das. Solche Wortspiele konnten nie und nimmer aus dem Mund meiner Mutter gekommen sein.  &lt;p&gt;„&lt;i&gt;Du&lt;/i&gt; musst dich jetzt kümmern!“ Das klang schon wieder eher nach ihr. „Schließlich ist er dein Vater.“ &lt;p&gt;„Und dein Mann.“ &lt;p&gt;„Aber...“ &lt;p&gt;„Na, gut“, gab ich mich gespielt hartherzig. „Da Bea sich nicht um Papa kümmern kann und ich ja auch nicht, muss eben eine Krankenschwester organisiert werden.“ &lt;p&gt;„Was? Noch eine Frau?“ Mutter schrie so laut, als wolle sie die Worte mit Anlauf durch den Hörer schleudern. „Kommt gar nicht infrage. Dann bringe ich ihn eben eine Weile bei mir unter.“ &lt;p&gt;„Nein, Mama. Das kann ich dir doch nicht zumuten…“, bedauerte ich scheinheilig. &lt;p&gt;„Aber selbstverständlich! Das geht schon irgendwie.“ &lt;p&gt;Ich klopfte mir gedanklich auf die Schultern. „Na, dann komme ich heute Mittag vorbei. Papa kann doch sicherlich heute nach Hause, oder?“ &lt;p&gt;„Ich werde ihn jetzt gleich mal abholen. Nicht, dass mir die Krankenschwestern dort noch mehr kaputt machen.“ &lt;p&gt;Bevor ich noch etwas sagen konnte, hatte sie das Gespräch bereits weggedrückt. Die hatte es ja ganz schön eilig. &lt;p&gt;„Nanu, Lulu? Du kannst ja lügen?“ Marc grinste breit. &lt;p&gt;Ich rollte mit dem Stuhl zurück und griff nach meiner Teetasse. „Das war nicht gelogen.“ &lt;p&gt;Er folgte mir in den Aufenthaltsraum. „Aber ziemlich gut geschauspielert.“ &lt;p&gt;„Das kann man sehen, wie man will. Aber sag’ mal“, ich beäugte ihn genauer. „Was ist denn mit dir los? Bist du aus dem Bett gefallen oder hat dein Sonnenstudio Stromausfall?“ &lt;p&gt;„Kann ich ja auch nix für“, antwortete Marc angefressen. Er trat von einem Fuß auf den anderen. &lt;p&gt;Ich beobachtete ihn eine Weile, bis mein Wasser kochte. „Marc? Willst du mir irgendetwas sagen?“ &lt;p&gt;Er zuckte plötzlich so heftig zusammen, als hätte ich ihm eine Elektrosäge in den Anus gerammt. Aber es war wohl nur sein Handy. Zitternd zog er es aus der Hosentasche. „Oh, nein...“ &lt;p&gt;„Was’n los?“, nuschelte ich und schob noch einen Cookie nach.  &lt;p&gt;Marc starrte fassungslos auf das Display seines Handys. „Woher hat die nur die Nummer?“, fragte er sich selbst, da von mir sowieso keine Antwort zu erwarten war, und sah dann auf. „Seit unserem Fest verfolgt diese Frau mich. Sie ruft an, schickt eMails, wartet vor dem Studio, sogar vor meiner Wohnung. Die lässt sich einfach nicht abwimmeln. Ich werde noch wahnsinnig!“ &lt;p&gt;„Werde?“, lästerte ich und griff nach dem Handy.  &lt;p&gt;„Hey!“ &lt;p&gt;Ich schob Marc unsanft zur Seite und nahm das Gespräch an. „Goldmann, hallo-hooo?“ &lt;p&gt;Eine ziemlich überraschte, junge Stimme stotterte in mein Ohr. Ich blieb scheißfreundlich. „Ach, Maaarc? Ja, selbstverständlich ist er da.“ &lt;p&gt;Marc fuchtelte so verzweifelt mit den Händen, dass er fast die Teetasse vom Tresen gefegt hätte.  &lt;p&gt;„Aber natürlich“, säuselte ich unbeirrt weiter. „Er steht bereits neben mir. Momentchen, bitte.“ Ich hielt das Handy unwesentlich von meinem Ohr weg. „Hasenpups, für dich. Nur rasch noch: Denkst du an den Champagner für heute Abend? Zwei Flaschen? Ja? Hach“, sprach ich wieder zur Anruferin, „entschuldigen Sie, aber wir haben heute dritten Hochzeitstag und den wollen wir wie jedes Jahr gebührend feiern. Sie verstehen? Champagner prickelt so schön im Bauchnabel.“ Das anschließende Kichern verschlug ihr endgültig die Sprache.  &lt;p&gt;Und Marc auch. Mit offenem Mund starrte er mich an. Das Handy erreichte sein Ohr nur in Zeitlupentempo. „Aufgelegt“, blieb festzustellen. &lt;p&gt;Ich zuckte mit den Schultern und grinste selbstzufrieden. „&lt;i&gt;Das&lt;/i&gt;, lieber Marc, war gelogen.“ &lt;p&gt;„Hasenpups?“, wiederholte er fassungslos und stützte sich am Tresen ab. „Ha-sen-pups? Kein Wunder, dass du Single bist.“ &lt;p&gt;Als Antwort ließ ich den heißen Teebeutel auf seine Hand fallen.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-4749757687835929064?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/4749757687835929064/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=4749757687835929064&amp;isPopup=true' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/4749757687835929064'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/4749757687835929064'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-34.html' title='Herzblatt – Kapitel 34'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-1456551065895322053</id><published>2011-06-03T05:31:00.000+02:00</published><updated>2011-06-03T05:31:00.581+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 33</title><content type='html'>&lt;p&gt;Aufgebraucht war auch meine Kraft.  &lt;p&gt;„Frau Herz? Lulu?“ Erst als Hauptkommissar Glück an meinem Arm rüttelte, sah ich auf. „Geht es Ihnen nicht gut?“ &lt;p&gt;Ich schlug die Hand vor den Mund und schüttelte den Kopf. „Mir ist schlecht.“ &lt;p&gt;„Herr Vorsitzender?“ Glück wandte sich an den Richter, der skeptisch eine Augenbraue nach oben zog.  &lt;p&gt;„Nun“, brummte er mit väterlicher Besorgnis, „Frau Glück? Sie sollten sich vielleicht nach draußen begleiten lassen. Sind etwas blass um die Nase? Brauchen wir einen Arzt?“ &lt;p&gt;„Wir nicht!“ Ich sprang, so schnell das mit einem versteckten Fünf-Monats-Bauch eben geht, auf und eilte zum Ausgang. Der Gerichtsdiener öffnete rasch die Tür und ich suchte gehetzten Blickes den Flur ab.  &lt;p&gt;„Klo iss sich um Ecke“, half mir eine Reinemachefrau geistesgegenwärtig auf die Sprünge. &lt;p&gt;„Danke“, keuchte ich und hatte bereits unverdauten Mageninhalt im Mund. Ich konnte nicht einmal mehr die Tür schließen, als ich mich auch schon – gerade noch rechtzeitig – mit dem Kopf voran über der Toilettenschüssel erleichterte. &lt;p&gt;„Lulu?“ Gretchen raste in den Waschraum und kam schliddernd zum Stehen. Ich glaubte sogar, ihre Sohlen qualmen zu sehen und musste unweigerlich lachen. „Warum...? Was...?“ &lt;p&gt;Ich konnte ihr nicht antworten, sondern lachte immer lauter, lauter und hysterischer, bis ich irgendwann von Weinkrämpfen geschüttelt wurde. &lt;p&gt;„Pschschsch, ist ja gut, meine Süße. Ist ja gut.“ Gretchen hatte ihre Arme um mich geschlungen und wiegte mich wie ein Kind, das sich beide Knie aufgeschlagen hatte.  &lt;p&gt;Gut zwanzig Minuten später hatte ich mich beruhigt und meinen Tränenfluss im Griff. Ich atmete noch einmal tief durch, bis ich – mit Gretchen dicht und sicher an meiner Seite und einem Atemfrisch im Mund – hinaus auf den Flur trat.  &lt;p&gt;Die Sitzung war inzwischen geschlossen und ich konnte nur hoffen, dass das Pickelgesicht und seine missratene Schwester ihre gerechte Strafe erhalten hatten. Diese Hoffnung wurde jedoch zerschlagen, als Sam mit der Mistkuh hinter der Sitzungssaaltür erschien. Zu meinem Entsetzen hatte sie, anders als ihr Bruder, keine Handschellen um die Gelenke. Stattdessen hing sie an Sams Arm und schluchzte wie in einem schlechten Schmierentheater.  &lt;p&gt;„Komm!“ Gretchen hakte sich bei mir ein und machte einen extragroßen Bogen um die beiden. Allerdings nicht ohne die Biestermann mit einem Blick zu bedenken, der mir das Blut in den Adern gefrieren ließ. „Da vorne sind Björn und Alex.“ &lt;p&gt;Ich spürte Sams Augen uns folgen und bekam Gänsehaut.  &lt;p&gt;„Schatz!“, stöhnte die Schwester des Auftragsvergewaltigers. „Mir wird so schwindelig.“ &lt;p&gt;„Allegra? Kümmerst du dich mal bitte um Jacqueline?“ &lt;p&gt;„Was?“ Das musste die o.b.-Spenderin sein.  &lt;p&gt;Sam klang entnervt. „Ja, geh’ halt mit ihr mal aufs Klo.“ &lt;p&gt;„Aufs Klo?“ &lt;p&gt;„Aufs Klo?“ Auch Jacqueline schien durchaus überrascht.  &lt;p&gt;„Da gibt es kaltes Wasser, das kann man sich ins Gesicht spritzen.“ &lt;p&gt;Ich drehte mich kurz um. Die beiden Weiber gafften Sam an als hätte er ihnen gerade die Relativitätstheorie mit Fußnoten erläutert – auf altgriechisch. &lt;p&gt;„Lulu?“, sagte er lautlos.  &lt;p&gt;Ich zögerte. Wollte ich &lt;i&gt;jetzt&lt;/i&gt; mit ihm reden? Gerade hatte er erfahren, dass ich beinahe vergewaltigt worden wäre. Gerade hatte er erfahren, dass seine Lebensgefährtin den Auftrag dafür erteilte. Was mochte in ihm vorgehen? Sofort überkam mich das Bedürfnis, ihn in die Arme zu nehmen und ihm zu versichern, dass alles wieder gut werden würde. &lt;p&gt;„Deine Tasche.“ Björn drückte mir selbige an die Brust, als ich auf Sam zugehen wollte. Das Unbehagen in unserer Runde war fast greifbar. Sam blieb unschlüssig auf halben Weg stehen.  &lt;p&gt;„Warum ist dieses Miststück nicht hinter Gittern?“, zischte Gretchen und sah Alex und Björn an, als hätten &lt;i&gt;sie&lt;/i&gt; diesen Freispruch für Jacqueline erwirkt. &lt;p&gt;„Die können nicht beweisen, dass sie ihm tatsächlich Geld dafür geboten hat“, flüsterte Björn hinter vorgehaltener Hand. „Angeblich hat sie sich an dem Abend nur bei ihm ausgeheult.“ &lt;p&gt;„Dieses... dieses... hat dem Gericht eine Story aufgetischt“, fügte Alex hinzu, ohne dabei auch nur im geringsten seine Stimme zu senken, „die hatte Logiklöcher so groß wie der Edersee. Geglaubt hat ihr der Richter nicht. Da bin ich sicher. Aber nachweisen kann man ihr eben nichts. Und wie heißt es doch? Im Zweifel für den Angeklagten. Ich könnte echt kotzen.“ &lt;p&gt;„Hab’ ich schon“, meldete ich mich ganz leise zu Wort. &lt;p&gt;„Und Sam?“, hakte Gretchen nach. „Was glaubst du, glaubt er?“ &lt;p&gt;Alex sah kurz zu ihm hinüber. „Ich glaube, der hat gerade seinen Glauben verloren.“ &lt;p&gt;„Lulu?“ Nur Sekunden später stand Sam vor mir.  &lt;p&gt;Ich schüttelte den Kopf. Kann er teleportieren? &lt;p&gt;„Lulu? Wie... wie geht es dir?“ Als ich nicht antwortete, sah er betroffen zu Boden. Oder auf meinen Bauch? Rasch schob ich die Tasche über meine kleine Kugel.  &lt;p&gt;„Lulu, wenn ich gewusst hätte... Jacquelines Bruder... er war schon immer... aber das...“ Er schluckte schwer. Sein Kehlkopf wanderte wie ein Lautstärkeregler auf und wieder hinab. &lt;p&gt;„Wie bitte?“, sagten Gretchen, Alex und ich unisono.  &lt;p&gt;Björn trat zu meiner Überraschung nach vorn. „Deine Schaggeliene“, er sprach den Namen aus als bekäme er Pocken davon, „hat zu einer Vergewaltigung angestiftet!“ &lt;p&gt;„Ich glaube... ich kann das nicht... Jacqueline ist dazu gar nicht fähig.“ &lt;p&gt;„Weil sie naturblond ist?“, giftete Gretchen. So böse hatte ich sie ja noch nie erlebt! &lt;p&gt;Sam holte tief Luft. Und die war im Moment ganz schön dünn. „Sie ist manchmal etwas eigen, ja. Aber so etwas würde ihr im Traum nicht einfallen. Nicht, nachdem was sie gerade durchmachen muss.“ &lt;p&gt;„Was sie gerade durchmachen muss!“ Björns Stimme war so hoch, dass ich Sorge um das gläserne Empfangshäuschen trug.  &lt;p&gt;„Wirklich, Lulu...“ Sam strich mir vorsichtig über die Hand.  &lt;p&gt;Ich spürte Björns Ellenbogen in meinen Rippen.  &lt;p&gt;„Jacqueline ist kein Unmensch. Sie ist einfach nur verzweifelt.“ &lt;p&gt;Wie blöd konnte Mann eigentlich sein? &lt;p&gt;„Sam?“ Ich packte ihn fest bei den Oberarmen und sah ihm tief in die Augen. Wo war das Glitzern? Der Glanz? „Einer von uns beiden hat massive Wahrnehmungsstörungen. Und ich sage dir: &lt;i&gt;ich&lt;/i&gt; bin es nicht.“  &lt;p&gt;Sam klemmte Daumen und Zeigefinger zusammen und rieb sich damit den Nasenrücken. Mir schien, das war eine Verlegenheitsgeste. Er tat es immer, wenn er verzweifelt nach den richtigen Worten suchte. Kein Wunder, so wenig wie sie üblicherweise in Gebrauch waren. „Was Enrico getan hat...“ &lt;p&gt;„...ist alleine auf dem Mist dieser elenden, verlogenen, intriganten und für die Menschheit riskanten Person gewachsen! Und du merkst das nicht? Atme mal tief ein und wieder aus, das aktiviert beide Gehirnhälften!“ Gretchen hatte sich vor ihm aufgebaut und die Hände in die Hüfte gestemmt. Das Bild glich &lt;i&gt;David gegen Goliath&lt;/i&gt;. Da Sam ihr nicht sofort Beachtung schenkte, boxte sie ihm noch gegen den Oberarm. &lt;p&gt;„Schatz!“ Das Geklappere von &lt;i&gt;Prada&lt;/i&gt; auf Marmorfliesen kam rasch näher. „Schaaa-hatz!“ &lt;p&gt;Kollektiv verdrehten wir die Augen. Sam jedoch erstarrte. In diesem Zustand hätte er sicher Kieselsteine gepinkelt. &lt;p&gt;„Hör’ mal“, drang unvermittelt Allegras Stimme in mein Ohr. „Das ist alles ein Missverständnis.“ &lt;p&gt;Ich ignorierte sie völlig und kramte in meiner Tasche nach den Autoschlüsseln, die ich überhaupt nicht besaß.  &lt;p&gt;„Ah!“, stieß Gretchen verächtlich aus. „Machen wir es doch einfach wie in CSI. Uns fehlen nur noch ein paar Teppichfasern und der Fall ist gelöst.“ &lt;p&gt;„Hä?“ Allegra starrte sie verwirrt an. Nachdenklich kratzte sie sich hinter dem Ohr, bevor sie sich erneut an mich wandte. „Jacqueline war die ganze Zeit mit mir zusammen. Also!“ &lt;p&gt;Allegra und ihr verbaler Auswurf waren mir so was von egal. Aber so viel Dreistigkeit ertrug ich jetzt einfach nicht. Ich wollte schon gehen, als ich mich noch einmal zu ihr umdrehte: „Jetzt hör’ mir mal zu: mich einmal anquatschen ist Blödheit. Aber zweimal grenzt schon an Größenwahn.“ &lt;p&gt;Sam hatte Allegra zur Seite gezogen und stand nun schützend vor ihr. Als ob Funken aus meinen Augen sprühen und sie in Flammen setzen könnten.  &lt;p&gt;Resigniert schüttelte ich den Kopf und verließ das Gebäude.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-1456551065895322053?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/1456551065895322053/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=1456551065895322053&amp;isPopup=true' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/1456551065895322053'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/1456551065895322053'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-33.html' title='Herzblatt – Kapitel 33'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-5870005387781598080</id><published>2011-06-02T05:30:00.000+02:00</published><updated>2011-06-02T05:30:01.114+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 32</title><content type='html'>&lt;p&gt;Für den Tag der Verhandlung, die für Donnerstag, elf Uhr, angesetzt war, nahm ich mir frei. Oliver erzählte ich, ich hätte einen Termin bei der Gynäkologin. Von dem Überfall wollte ich ihm nichts erzählen. Es wussten schon zu viele Leute davon. Das würde es mir ohnehin schwerer machen, die ganze Sache so schnell wie möglich zu vergessen. &lt;p&gt;Sowohl Alex und Björn als auch Gretchen warteten bereits im Zuschauerraum, als mein Name durch einen Lautsprecher aufgerufen wurde. Der Gerichtsdiener nickte mir zu, öffnete die Tür und ich trat mit zittrigen Beinen in den Gerichtssaal. Den Blick starr geradeaus gerichtet. Im Augenwinkel erkannte ich Björn, wie er die Hände zu Fäusten geballt vor seine Brust hielt.  &lt;p&gt;„Frau Herz“, sagte der Richter und machte sich eine Notiz. „Bitte nehmen Sie Platz.“ Er sah streng aus. Um seinen Kopf schlang sich ein spärlicher Kranz weißer Haare. Er hatte tiefe Furchen im Gesicht und eine Hakennase. Die silbrigen Augen beobachteten mich streng, als ich unbeholfen an dem kleinen Tisch vor ihm Platz nahm. &lt;p&gt;„Guten Tag“, sagte ich tonlos.  &lt;p&gt;„Wir nehmen zunächst Ihre Personalien auf“, fuhr er fort und blinzelte über den Rand seiner Lesebrille, als sich die Tür des Gerichtssaals erneut öffnete. „Sie heißen Ludowika Luise Herz?“  &lt;p&gt;Eine Augenbraue hob sich und es dauerte einen Augenblick, bis ich verstand, dass das eine Frage war. „J-j-ja“, antwortete ich stotternd.  &lt;p&gt;„Sie sind vierzig Jahre und wohnen Alpenweg sieben?“ &lt;p&gt;„Ja.“ &lt;p&gt;Er machte sich eine Notiz. „Was sind Sie von Beruf?“ &lt;p&gt;„M-m-moderatorin. Radiomoderatorin.“ &lt;p&gt;Der Richter runzelte die Stirn und schaute auf. „Radio &lt;i&gt;Sonnenschein&lt;/i&gt;?“ &lt;p&gt;„Ja.“  &lt;p&gt;Für einen klitzekleinen Moment meinte ich, ein Lächeln über sein Gesicht huschen zu sehen. Doch sofort schlug er wieder einen autoritären Ton an. „Sie wissen, nehme ich an, dass man bei Gericht die Wahrheit sagen muss. Wenn man das nicht tut, macht man sich strafbar. Auch als Geschädigte haben Sie das Recht, zu schweigen. Paragraf fünfundfünzig, man kann immer dann schweigen, wenn man sich selbst bei wahrheitsgemäßer Aussage einer Straftat bezichtigen müsste.“ &lt;p&gt;Ich nickte verständig. &lt;p&gt;„Möchten Sie aussagen?“ &lt;p&gt;„Ja.“ &lt;p&gt;„Mit dem Angeklagten sind Sie weder verwandt noch verschwägert?“ &lt;p&gt;„Ja. Also, nein.“ Erst jetzt glitt mein Blick zur Anklagebank. Dort saß ein pickeliges Milchbübchen, dem ich unter anderen Umständen diese Tat niemals zugetraut hätte.  &lt;p&gt;Der Richter lenkte meine Aufmerksamkeit wieder auf sich. „Sie haben noch in der Tatnacht Ihre Aussage zu Protokoll gegeben.“ Nun zog der die Augenbrauen zusammen. „Vom Angeklagten wurde das von Ihnen geschilderte Geschehen zunächst bestätigt, allerdings hat drei Wochen danach das Geständnis widerrufen und beschuldigt stattdessen Sie, ihn zu sexuellen Handlungen animiert, wenn nicht gar gedrängt zu haben. Was können Sie uns dazu sagen?“ &lt;p&gt;Dass der Kerl einen Hackenschuss hat? Ja, das würde ich gerne sagen. Aber das würde der strenge Richter sicherlich negativ bewerten. Also sagte ich nur: „Das ist gelogen.“ &lt;p&gt;„Womit begründen Sie das?“ &lt;p&gt;„Mit der Tatsache, dass weitaus weniger Männer Opfer von sexuellen Übergriffen durch Frauen werden als umgekehrt.“ &lt;p&gt;„Nun“, bemühte sich der Richter ganz eindeutig, ein Schmunzeln zu unterdrücken. „Das belegen die Statistiken. Der Angeklagte sagt jedoch etwas anderes.“ Er blätterte in seinen Unterlagen. „In der Tatnacht haben Sie die Karaokebar &lt;i&gt;Keller&lt;/i&gt; gegen dreiundzwanzig Uhr dreißig verlassen. Was geschah dann?“ &lt;p&gt;„Ich wollte nach Hause gehen. Immerhin habe ich einen Job und musste am nächsten Morgen um halb vier wieder aufstehen.“ &lt;p&gt;„Wenn Sie doch so pflichttreu sind“, meldete sich der Anwalt des Milchbubis zu Wort und bedachte mich mit einem abschätzenden Blick, „und zu einer Uhrzeit aufstehen, zu der beispielsweise ich noch in tiefen Träumen liege, wie kommt es, dass Sie sich bis in die Nacht in Bars vergnügen?“ &lt;p&gt;Das war eindeutig ein Angriff auf meine Person, meine Ehre. Ich sollte wie eine Schlampe dastehen. Und er wollte mich provozieren. Ich hatte zwar nicht viele, aber dennoch genug Folgen von&lt;i&gt; Richterin Salesch&lt;/i&gt; und Co gesehen, um zu wissen, wie das lief. &lt;p&gt;„Fast jeden Tag hole ich Menschen, wie beispielsweise &lt;i&gt;Sie&lt;/i&gt;, ganz sanft aus ihren wie auch immer gearteten Träumen. Das ist mein Job.“ Bevor der Anwalt mir noch mehr verbalen Dreck auf die Schuhe werfen konnte, fuhr ich fort: „Es ist mitunter anstrengend und viel Freizeit bleibt mir auch nicht. Wenn ich mich dann alle paar Monate mit meiner besten Freundin treffe, ist es sicher für alle verständlich, dass man über das Reden die Zeit vergisst.“  &lt;p&gt;Ich wusste, dass ich mir damit selbst ein Bein gestellt hatte, als der Anwalt zu grinsen begann.  &lt;p&gt;„Sie haben also wenig Freizeit, Frau Herz? Habe ich das richtig verstanden?“ Er ließ mir gar keine Möglichkeit, zu antworten. „Sie sind geschieden? Und Sie leben mit Ihrem Ex-Mann und dessen neuem Partner unter einem Dach? Ich würde sagen, das sind nicht wirklich gute Voraussetzungen, um selbst eine neue Beziehung aufzubauen. Oder wie sehen Sie das?“ &lt;p&gt;„Entspannt.“ &lt;p&gt;„Wie bitte?“ Er trat nun vor und kam auf mich zu. Sein herbes Aftershave stach mir in die Nase. &lt;p&gt;„Ich sagte, entspannt.“ &lt;p&gt;„Entspannt? Sie sagen also, dass Sie kein Problem damit haben, für einen &lt;i&gt;Mann&lt;/i&gt; abserviert worden zu sein?“ &lt;p&gt;Himmel, was für miese Ermittler hatte dieser Paragrafenhengst denn? &lt;p&gt;Ich straffte die Schultern. Der würde mich nicht einschüchtern, schon gar nicht klein kriegen. „Mein Ex-Mann und ich sind bereits seit fünf Jahren getrennt. Und ich werde im übrigen seine Trauzeugin sein. Also bemühen Sie sich erst gar nicht, mir irgendwelche Traumata oder Psychosen andichten zu wollen.“ &lt;p&gt;„Ich weiß nicht, Herr Kollege“, kam es nun von Seiten der Staatsanwaltschaft, „ob Sie Frau Herz mit Ihren unterschwelligen Bemerkungen unterstellen wollen, sie sei auf einem Rachefeldzug gegen alle Männer dieser Welt? Es ist doch eindeutig, dass Ihr Mandant sie heimtückisch angegriffen und in den Vorgarten des verlassenen Anwesens gezerrt hat, in der Absicht, sie zu vergewaltigen. Das hat der Angeklagte sogar bestätigt. Und mir persönlich ist es völlig unverständlich, warum er drei Wochen später seine Aussage widerrufen hat.“ &lt;p&gt;„Mein Mandant“, plusterte sich der Anwalt auf und schoss giftgetränkte Pfeile in Richtung Staatsanwalt, „wurde von Frau Herz aufs Brutalste misshandelt. Er hatte Schmerzen, er hatte Angst. Nur deshalb legte er ein falsches Geständnis ab.“ &lt;p&gt;„Misshandelt?“ Mir schwoll der Kamm. „Geht’s noch? Er hat mir ein Messer an die Kehle gesetzt, damit ich nicht schreie, und wollte, dass ich sein... sein... sein Geschlechtsteil anfasse.“ &lt;p&gt;„Und das haben Sie ja wohl auch getan?“ &lt;p&gt;Dieses schiefe, schmierige Grinsen löste in mir einen Würgereiz aus. „Ja, habe ich. Denn überall ist es schöner als in einer Holzkiste, ein paar Meter unter der Erde.“ &lt;p&gt;„Jetzt hör’ doch auf“, plärrte der Milchbubi. „Du hast doch gesagt, du stehst auf so was. Das macht dich geil!“ &lt;p&gt;„Natürlich. Ich stehe schließlich auch auf Rottweiler, die sich in meine Wade verbeißen, und auf Schmeißfliegen im Kaffee. &lt;i&gt;Das&lt;/i&gt; macht mich richtig geil.“ Das &lt;i&gt;Arschloch&lt;/i&gt; schluckte ich runter. &lt;p&gt;Der Richter schwenkte eine Tüte, in der sich das Messer befand. „Diese Waffe wurde am Tatort gefunden. Und, Frau Herz? Ich nehme mal an, das ist die Art Humor, mit der Sie unzählige Hörer morgens ans Radio holen und Ihre Aussage demnach nicht ganz ernst zu nehmen?“ &lt;p&gt;Er sah mich so durchdringend an, dass ich mich fühlte wie eine Internatsschülerin. „Natürlich, Herr Vorsitzender. Ich mag Rottweiler...“ &lt;p&gt;„Nur eben nicht in Ihrer Wade.“ Das Furchengesicht konnte richtig witzig sein. Zeitweise. „Dann fahren Sie bitte fort. Sie befanden sich also auf dem Nachhauseweg.“ &lt;p&gt;„Ja. Ich hatte Kopfhörer im Ohr und ziemlich laut Musik gehört. Deshalb habe ich ihn auch nicht kommen hören.“ &lt;p&gt;Noch einmal leierte ich die Minuten des Überfalls herunter.  &lt;p&gt;„Verdammt, Radiotussi! Du wolltest es doch! Miese Schlampe!“ Für diesen Zwischenruf bekam Enrico Biestermann ein Ordnungsgeld in Höhe von fünfzig Euro aufgebrummt. &lt;p&gt;Um seiner lodernden Wut noch ein bisschen Zunder zu geben, merkte ich an: „Klar. Und damit es schneller geht, habe ich mir auf dem Weg schon mal die Schuhe ausgezogen.“ &lt;p&gt;„Die Schuhe wurden in der Tat von den Hauptmeistern Glück und Miller im Rübenweg gefunden, als sie den Hilferufen der Geschädigten gefolgt sind. Wir werden Hauptmeister Glück gleich noch als Zeugen befragen“, klärte uns der Richter auf. „Gibt es noch irgendwelche Fragen an die Zeugin? Nein? Dann bleiben Sie unvereidigt und können hier vorne Platz nehmen.“ &lt;p&gt;Als ich mich umdrehte und auf die Bänke vor dem Zuschauerraum zusteuerte, sah ich Sam. Er saß in der hintersten linken Reihe, war jedoch so groß, dass er über alle Köpfe hinweg heraus ragte. Sein Gesicht war angespannt.  &lt;p&gt;Hauptmeister Glück lächelte mir im Vorbeigehen zu und nahm vor dem Richter Platz. Seine Aussage, die aufgrund seines beruflichen Status’ nicht unmaßgeblich gewichtig war, brachte den Anwalt in die Zwickmühle und Biestermann an den Rand der Verzweiflung. &lt;p&gt;„Nein! Ich geh’ nicht in den Knast“, kreischte der Bubi und sprang unvermittelt auf. „Nicht wegen dieser Scheiße!“ &lt;p&gt;„Setzen Sie sich!“, herrschte der Richter ihn an. „Das war eine versuchte Vergewaltigung und Sie werden sich dafür verantworten müssen.“ &lt;p&gt;„Darauf stehen vier Jahre Haft“, streute der Staatsanwalt nun ein wenig Salz in die offene Wunde. „Dazu kommt noch Freiheitsberaubung und versuchte Körperverletzung. Wir kriegen da ein ganz schönes Sümmchen zusammen.“ &lt;p&gt;Derweil sprach der Anwalt besänftigend auf Biestermann ein. Der war bereits knallrot im Gesicht, hatte Schweiß auf der Stirn und seine Augen füllten sich mit Tränen. „Wenn ich in den Knast gehe, gehst du mit!“ Sein Blick richtete sich auf den Bereich des Zuschauerraums. &lt;p&gt;„Herr Biestermann? Was soll das heißen?“ &lt;p&gt;Er sah den Richter an, die Lippen trotzig zusammengekniffen. Ein dicker Eiterpickel zierte seinen Mundwinkel.  &lt;p&gt;„Herr Biestermann, wenn Sie uns noch etwas zu sagen haben, dann mal raus mit der Sprache. Ein Geständnis könnte sich strafmildernd auswirken.“  &lt;p&gt;„Ich sollte der Radiotussi einen Denkzettel verpassen.“ Seine Stimme bebte. &lt;p&gt;Der Richter zog eine Augenbraue nach oben. „Wollten Sie oder sollten Sie?“ &lt;p&gt;Biestermann schaute erneut in den Zuschauerraum. „Fünfhundert Mäuse hat sie mir versprochen“, beantwortete er die Frage. „Sie hat mich gegen elf angerufen. Das können Sie auch auf meinem Handy nachgucken.“ &lt;p&gt;„Wer ist denn, bitteschön, &lt;i&gt;sie&lt;/i&gt;?“ Der Richter ließ ebenfalls seinen Blick über die Anwesenden gleiten. &lt;p&gt;„Meine Schwester.“ &lt;p&gt;Neugierig drehten sich Köpfe zu allen Seiten. Doch die Betroffene rührte sich nicht.  &lt;p&gt;„Ist Ihre Schwester hier im Sitzungssaal? Sagen Sie mir bitte den Namen.“ &lt;p&gt;Selbstgerecht nickte sein Kopf nach rechts. „Jacqueline Biestermann. Da hinten.“ &lt;p&gt;Nach mehrmaliger Aufforderung des Richters erhob sich eine Frau im Zuschauerraum und trat nach vorne. Mich traf fast der Schlag. Die Barbie! Hochmütig stakste sie an mir vorbei und nahm an dem kleinen Tisch Platz.  &lt;p&gt;Erneut zunächst das Prozedere bezüglich der Personalien – sie war erst vierundzwanzig! – und dann der Hinweis auf das Schweigerecht. Von dem machte sie dann auch Gebrauch. Nach all den Lügen hatte sie nun wahrscheinlich ihren Wortschatz aufgebraucht. Mistkuh.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-5870005387781598080?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/5870005387781598080/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=5870005387781598080&amp;isPopup=true' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/5870005387781598080'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/5870005387781598080'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-32.html' title='Herzblatt – Kapitel 32'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-2507202749600839842</id><published>2011-06-01T19:55:00.001+02:00</published><updated>2011-06-01T19:55:06.699+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lexikon'/><title type='text'>Einfach nur mal DANKE sagen…</title><content type='html'>&lt;p&gt;…für euer Interesse an meiner neuen Story&lt;br&gt;…für eure Kommentare, die mich so sehr berühren&lt;br&gt;…für Mitfühlen, Mitfiebern, Mitfreuen, Mittrauern&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Durch euch bekommt das HERZBLATT Leben! Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viel Freude ihr mir bereitet. Ihr seid einfach unbezahlbar!&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Und heute bekam ich von Friederike das neue Preview für das Wikio-Ranking und bin ganz happy. Bislang auf Platz 2.055 und nun… schaut selbst, welchen Platz die Pummelfee am 6. Juni besetzen darf *freu*&lt;/p&gt; &lt;p&gt;1 &lt;a href="http://blog.lovelybooks.de/team"&gt;LovelyBooks Blog&lt;/a&gt;&lt;br&gt;2 &lt;a href="http://wasmitbuechern.de"&gt;Ich mach was mit Büchern&lt;/a&gt;&lt;br&gt;3 &lt;a href="http://lesekreis.org"&gt;Lesekreis&lt;/a&gt;&lt;br&gt;4 &lt;a href="http://libromanie.de"&gt;libromanie&lt;/a&gt;&lt;br&gt;5 &lt;a href="http://die-edelstein-trilogie.blogspot.com/"&gt;Die Edelstein-Trilogie Fanseite&lt;/a&gt;&lt;br&gt;6 &lt;a href="http://der-buecherwahnsinn.blogspot.com"&gt;Der Bücherwahnsinn&lt;/a&gt;&lt;br&gt;7 &lt;a href="http://albannikolaiherbst.twoday.net"&gt;Die Dschungel. Anderswelt. (Alban Nikolai Herbst)&lt;/a&gt;&lt;br&gt;8 &lt;a href="http://www.bellaswonderworld.de"&gt;Bella`s Wonderworld&lt;/a&gt;&lt;br&gt;9 &lt;a href="http://blog.buecher.de"&gt;Der Bücher Blog - Bestseller, Kritiken, Aktuelles&lt;/a&gt;&lt;br&gt;10 &lt;a href="http://kleinbrina.wordpress.com"&gt;Kleinbrina's Bücherblog&lt;/a&gt;&lt;br&gt;11 &lt;a href="http://leselustleseliebe.wordpress.com"&gt;LeseLust &amp;amp; LeseLiebe&lt;/a&gt;&lt;br&gt;12 &lt;a href="http://blog.literaturwelt.de"&gt;Literaturwelt. Das Blog.&lt;/a&gt;&lt;br&gt;13 &lt;a href="http://buecher-von-ernst-probst.blogspot.com/"&gt;Bücher von Ernst Probst&lt;/a&gt;&lt;br&gt;14 &lt;a href="http://diepummelfee.blogspot.com/"&gt;Die Pummelfee&lt;/a&gt;&lt;br&gt;15 &lt;a href="http://www.aleatorik.eu"&gt;Aleatorik&lt;/a&gt;&lt;br&gt;16 &lt;a href="http://feenfeuer.wordpress.com/"&gt;Feenfeuer - Fantasy Blog&lt;/a&gt;&lt;br&gt;17 &lt;a href="http://bonaventura.musagetes.de"&gt;Bonaventura&lt;/a&gt;&lt;br&gt;18 &lt;a href="http://lesen-befluegelt.org"&gt;Lesen Beflügelt&lt;/a&gt;&lt;br&gt;19 &lt;a href="http://verschenkbuecher.wordpress.com"&gt;Alles voller Himmel&lt;/a&gt;&lt;br&gt;20 &lt;a href="http://www.zintzen.org"&gt;in|ad|ae|qu|at&lt;/a&gt;&lt;/p&gt; &lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;a href="http://www.wikio.de"&gt;Ranking erstellt von Wikio&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Ich herzedrück' euch wie verrückt,&lt;br&gt;eure&lt;br&gt;&lt;a href="http://lh5.ggpht.com/-x3QuvmGUAoA/TeZ88wtPQ7I/AAAAAAAAQnY/sco8eDmyUYA/s1600-h/__kirstin%25255B3%25255D.png"&gt;&lt;img title="__kirstin" style="border-right: 0px; border-top: 0px; display: inline; border-left: 0px; border-bottom: 0px" height="44" alt="__kirstin" src="http://lh6.ggpht.com/-8r8ipBCMvH0/TeZ8-XauelI/AAAAAAAAQnc/8ZkWRqt-zQ4/__kirstin_thumb%25255B1%25255D.png?imgmax=800" width="150" border="0"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-2507202749600839842?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/2507202749600839842/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=2507202749600839842&amp;isPopup=true' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/2507202749600839842'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/2507202749600839842'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/einfach-nur-mal-danke-sagen.html' title='Einfach nur mal DANKE sagen…'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://lh6.ggpht.com/-8r8ipBCMvH0/TeZ8-XauelI/AAAAAAAAQnc/8ZkWRqt-zQ4/s72-c/__kirstin_thumb%25255B1%25255D.png?imgmax=800' height='72' width='72'/><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-3309747641011954468</id><published>2011-06-01T05:24:00.000+02:00</published><updated>2011-06-01T05:24:00.582+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 31</title><content type='html'>&lt;p&gt;In jeder freien Minute, die wir entbehren konnten, zerbrachen Oliver und ich uns den Kopf. Doch eine Lösung wollte sich einfach nicht finden lassen. &lt;p&gt;„Marie schlug vor, Sam und Jacqueline zu uns nach Hause einzuladen. Zum Essen. Um Jacqueline ein wenig auszuhorchen. Du weißt ja, unter Frauen reden Frauen vielleicht...“ &lt;p&gt;„So dumm wird sie ja wohl nicht sein?“ &lt;p&gt;„Hast du eine Vorstellung“, knurrte er kaum hörbar. Lästern war Oliver eigentlich fremd. „Aber schließlich war sie ja auch klug genug, Sam und wohl leider auch uns etwas vorzuspielen“, musste er kleinlaut eingestehen. &lt;p&gt;Ich rieb mir die Stirn. Wäre das Leben ein Comic, würde mir wahrscheinlich schon Dampf aus den Ohren kommen, so angestrengt dachte ich seit mehr als zwei Wochen nach. &lt;p&gt;„Lulu? Es tut mir leid, aber...“ Er presste die Lippen aufeinander. „Ich habe Sam neulich auf den Mutterpass angesprochen.“ &lt;p&gt;Ich horchte auf. &lt;p&gt;„Er hatte auch schon daran gedacht. Gleich, am nächsten Tag. Oder“, Oliver neigte den Kopf zur Seite, „nachdem &lt;i&gt;du&lt;/i&gt; ihn darauf angesprochen hast.“ &lt;p&gt;„Zu dem Zeitpunkt war mir doch noch gar nicht bekannt, dass...“ Ich fühlte mich ertappt, ohne mir einer Schuld bewusst zu sein. „Es ist nur... Wenn du kein Kind hast, das du beerdigen kannst, dann bleibt dir wenigstens das, um Abschied zu nehmen, wenn du dich dazu bereit fühlst.“ &lt;p&gt;Oliver legte seine Arme um meine Schultern und meinen Kopf an seine Brust. Eine sehr vertraute tröstende Geste.  &lt;p&gt;„Störe ich?“ &lt;p&gt;„Sam?“ Überrascht sah ich zu ihm auf. &lt;p&gt;Hinter Sams Schädeldecke konnte man das Buchstabenwirrwarr regelrecht sehen.  &lt;p&gt;„Hör’ mal...“, versuchte Oliver zu erklären. Auch er hatte eine gewisse Vorstellung davon, welche Gedanken Sam womöglich im Kopf umher geistern könnten. &lt;p&gt;„Ich habe keine Zeit“, fuhr Sam ihm über den Mund. „Jacqueline ist für die nächsten drei Stunden beim Therapeuten. Ich will die Zeit nutzen, Arbeit zu erledigen, die liegen geblieben ist. Habt ihr denn schon Feierabend?“ &lt;p&gt;Die Schärfe in seiner Stimme erschreckte mich. Als dann mein Handy zu klingeln begann, hätte ich in einer einzigen hastigen Bewegung fast meinen Bildschirm vom Schreibtisch gefegt. „Ja?“ &lt;p&gt;„Lulu? Wo habe ich dich denn her geklingelt? Du klingst so gehetzt? Mäuschen, wie geht es dir?“ Gretchen plagten unbegründete Selbstvorwürfe, seit sie von dem Überfall erfahren hatte. Und das ließ sie sich auch nicht von mir ausreden. „Du hast doch jetzt Feierabend, oder?“ &lt;p&gt;Ich nickte. Dann schüttelte ich den Kopf. „Ja. Hab’ ich.“ &lt;p&gt;„Süße? Darf ich dich auf einen Kakao einladen? In der Stadt? Außerdem habe ich da ein Geschäft gefunden und dachte, wir könnten zusammen mal durch schlendern? Was sagst du?“ &lt;p&gt;Sam hatte sich bereits ins gläserne Kämmerchen zurückgezogen und würdigte mich keines Blickes mehr. Also sagte ich zu. „Nur raus hier“, gab ich Oliver zu verstehen, als ich eilig aufbrach. &lt;p&gt;Wir trafen uns mitten im Stadtzentrum. Der große Marktplatz war umsäumt von Geschäften. Eine richtige Shoppingmeile, nur eben in Kreisverkehr. &lt;p&gt;„Und jetzt denkt Sam wirklich, du und Oliver hättet etwas miteinander?“ Gretchen zog ihren Stuhl zurück und nahm an dem runden Bistrotisch Platz.  &lt;p&gt;Es war ein warmer Septembertag. Die Sonne spendete wohlige Wärme und der Wind trug uns den Duft von Herbst in die Nasen. &lt;p&gt;„Haben wir ja auch“, antworte ich unter einem Stoßseufzen. „Ein Geheimnis.“ &lt;p&gt;Wir bestellten zwei Latte Macchiato und Streuselkuchen.  &lt;p&gt;„Ich hab’ mir echt den Kopf zerbrochen, Lulu. Aber...“ &lt;p&gt;Ich winkte ab. „Jetzt sitzt er im Büro und wähnt seine Freundin während der nächsten drei Stunden beim Therapeuten.“ &lt;p&gt;„Na, &lt;i&gt;die&lt;/i&gt; Therapie würde ich gerne mal sehen.“ &lt;p&gt;Mein Blick fiel auf eine große, blonde Barbie. „Kannst du gerne“, flüsterte ich Gretchen zu. „Die Patientin kommt gerade auf uns zu.“ &lt;p&gt;Gretchen drehte sich hastig um. „Die?“ &lt;p&gt;Ich versteckte mein Gesicht hinter der Eiskarte, als Jacqueline sich näherte. Direkt neben meinem Stuhl begann ihre Handtasche zu singen. Sie blieb stehen und wühlte in ihrem riesigen, rosa &lt;i&gt;Louis Vuitton&lt;/i&gt;-Köfferchen. &lt;p&gt;Eine Weile beobachtete ich, wie sie fast darin verschwand. Das war kein Plagiat, das Designerteil war tatsächlich echt. War vielleicht Geld ein weiterer Grund für Sam? Von dem, was der Sender monatlich zahlte, konnte man sich so ein Stück nicht leisten. Auch sonst schien Jacqueline von Kopf bis zu den Stöckelschuhen in exklusive Markenware gehüllt. &lt;p&gt;Gretchen sah aus, als wolle sie der Barbie jeden Moment an die Gurgel springen. Ihre Augen glühten vor Zorn. Diese Solidarität rührte mich. &lt;p&gt;Ich schluckte trocken ab. „Die Tasche einer Frau, der Magen einer Sau, der Inhalt einer Wurscht, bleibt auf ewig unerfurscht“, zitierte ich einen Volksmund und blickte selbstsicher zu Jacqueline auf. &lt;p&gt;Sie hielt inzwischen ihr Handy in der Hand und starrte mich an. „Kennen wir uns?“, fragte sie schroff. &lt;p&gt;„Lieber nicht.“  &lt;p&gt;„Wie bitte?“ Das klang weniger nach einer Frage, mehr wie eine Drohung. &lt;p&gt;Ich wandte mich der Kellnerin zu, die unseren Kuchen und die Getränke brachte, und dankte ihr mit einem höflichen Lächeln.  &lt;p&gt;Nichtachtung schien Jacqueline offenbar die Höchststrafe zu sein. Sie beugte sich zu mir hinab und zischte: „Hör’ mal, Radiotussi. Tu’ dir selbst einen Gefallen und mache mich nie wieder blöd von der Seite an. Verstanden?“ &lt;p&gt;In meinem Kopf begann eine Alarmglocke zu schrillen. „Ich bin weder taub, noch begriffsstutzig.“ &lt;p&gt;„Dann hast du mich also verstanden?“, setzte Jacqueline nach. &lt;p&gt;Gretchen straffte die Schultern. „Hören Sie, wir sind hier wirklich nicht auf Konversation mit Ihnen aus. Und wenn ich mich nicht irre, wartet auch gerade jemand auf Ihren Rückruf. Also dann, einen schönen Tag noch.“  &lt;p&gt;Es war ein Wunder, dass sie nicht staubte, so viel Kreide schien Gretchen geschluckt zu haben.  &lt;p&gt;Nur mühsam hielt ich ein Prusten zurück, als ich Jacquelines Gesichtsausdruck sah, bevor sie hochnäsig davon stöckelte.  &lt;p&gt;„Ich frage mich wirklich“, knurrte Gretchen in ihr Glas, „wie die Sam rumgekriegt hat? So eine Tussi kann man sich ja nicht mal nett saufen?“ &lt;p&gt;„Männer denken bekanntlich nur dann geradeaus, wenn sie eine Erektion haben.“ Ich zog eine Grimasse. &lt;p&gt;Eine Weile sagten wir gar nichts, ließen die Situation einfach nur sacken. Ich pulte die Streusel von meinem Kuchen. Dann verstummte die Alarmglocke in meinem Kopf und setzte einen Gedanken frei. „Radiotussi.“ &lt;p&gt;„Ja, so hat sie dich genannt.“  &lt;p&gt;Hatte ich schon einmal erwähnt, dass Gretchen der wohl aufmerksamste Mensch der Welt ist? &lt;p&gt;„So hat mich auch dieser Kerl genannt.“ &lt;p&gt;„Als...? Wirklich?“ &lt;p&gt;Ich nickte. Ein Schauer lief mir über den Rücken. &lt;p&gt;„Lulu?“ Sie fasste nach meinem Arm. In ihren Augen lag Besorgnis. „Ich bin ziemlich, nein, ganz sicher, dass ich die Frau an diesem Abend im &lt;i&gt;Keller&lt;/i&gt; gesehen habe. Sie saß direkt hinter dir.“ &lt;p&gt;„Bist du dir wirklich sicher?“ &lt;p&gt;„So sicher wie ich mir auch bin, dass sie unser Gespräch belauscht hat.“ &lt;p&gt;Ich war gerade auf dem Nachhauseweg, als mich der Anruf von Hauptmeister Glück erreichte. &lt;p&gt;„Frau Herz? Es tut mir leid. Ich habe schlechte Nachrichten.“ &lt;p&gt;„Nur raus damit“, bat ich schwach. &lt;p&gt;Glück räusperte sich. „Biestermann hat überraschend sein Geständnis widerrufen. Ich fürchte, Sie werden im Prozess aussagen müssen.“ &lt;p&gt;Es gab Tage, die fingen schon scheiße an. Warum sollten sie denn dann gut enden? &lt;p&gt;„Ich wollte Ihnen das nur sagen, bevor das Schreiben vom Gericht in Ihrem Postkasten liegt.“ &lt;p&gt;„Danke, das ist wirklich...“ &lt;p&gt;„Schon gut.“ Er räusperte sich ein weiteres Mal. „Es wäre allerdings nett, wenn Sie das nicht erwähnen würden.“ &lt;p&gt;„Schon klar. Und noch mal danke.“ &lt;p&gt;„Es tut mir wirklich leid.“ &lt;p&gt;„Ich weiß.“ &lt;p&gt;&lt;b&gt;&lt;/b&gt; &lt;p&gt;Sam ging nicht nur mir, sondern auch Oliver beharrlich aus dem Weg. Schon seit Tagen hatte ich ihn nicht mehr zu Gesicht bekommen. &lt;p&gt;„Es ist einfach kein Rankommen an Sam“, sagte Oliver bedauernd. Zum wiederholten Mal. „Wenn ich nichts dienstliches mit ihm zu besprechen hätte, sollte ich ihn gefälligst auch nicht anrufen.“ &lt;p&gt;„Hat er gesagt?“ &lt;p&gt;„Hat er gesagt.“ &lt;p&gt;„Mistbock!“ &lt;p&gt;„Hast &lt;i&gt;du&lt;/i&gt; jetzt gesagt.“ &lt;p&gt;Während das Wasser für meinen Tee aufkochte, ging ich in den Waschraum. Dort zupfte ich meine Kleidung zurecht. Langsam wurde es immer mühsamer, den Bauch zu verstecken. Und wenn Sam sich weiterhin so rar machte, könnte ich ihm von der Schwangerschaft erst dann erzählen, wenn ihm bereits mein Fruchtwasser auf die Schuhe tropfte. Frustriert schlich ich in den Aufenthaltsraum zurück. &lt;p&gt;„Sam?“ &lt;p&gt;„Morgen“, knurrte er. &lt;p&gt;Ich holte tief Luft. „Sam? Ich muss mit dir reden.“ &lt;p&gt;„Geschäftlich?“ &lt;p&gt;„Nein. Privat.“ &lt;p&gt;„Ich habe keine Zeit dafür.“ Er machte seine Ablehnung umso deutlicher, indem er sich konzentriert mit dem Kaffeeautomaten beschäftigte und mir den Rücken zuwandte.  &lt;p&gt;„Sam!“ Ich trat näher und legte vorsichtig meine Hand auf seinen Bizeps. Der spannte sich sofort an und entzog sich meiner Berührung. „Ich mache mir Sorgen...“ &lt;p&gt;„Dann bespreche das mit Oliver“, herrschte er mich an.  &lt;p&gt;Einen Augenblick lang war ich froh, nicht sein Gesicht sehen zu müssen. &lt;p&gt;„Ihr steht euch doch so nahe.“ &lt;p&gt;Ich atmete tief ein und langsam wieder aus. Nur die Ruhe, Lulu! „Lass’ doch bitte diese Kinderkacke. Sam, Oliver ist ein Freund. &lt;i&gt;Nur&lt;/i&gt; ein Freund. Und denkst du, Marie...“ &lt;p&gt;Er drehte sich zu mir um und sein Mund verzog sich zu einem spöttischen Grinsen. „Der eigene Partner ist doch immer die Letzte, der es erfährt“, grollte er.  &lt;p&gt;Mein sonst so ruhiges Gemüt wurde auf eine harte Probe gestellt. Und bestand sie nicht. „Sicher. &lt;i&gt;Du&lt;/i&gt; musst es ja schließlich wissen“, zischte ich. &lt;p&gt;Sam zog eine Augenbraue nach oben und sagte nichts. Stattdessen drehte er sich um und machte Anstalten, den Raum zu verlassen. &lt;p&gt;„Sam! Sie spielt dir doch nur etwas vor!“, schoss es mir aus dem Mund, bevor ich die Worte hätte aufhalten können.  &lt;p&gt;Er hielt abrupt inne, drehte sich zu mir um und war mit einem Schritt wieder zurück. „Was hast du gesagt?“ &lt;p&gt;„Sie war gar nicht...“ &lt;p&gt;Mit lautem Scheppern stellte Sam die Kaffeetasse auf dem Tresen ab und packte mich bei den Oberarmen. „Das ist echt unterste Schublade, Lulu! Jacqueline hat gerade ihr Kind verloren und dreht fast durch vor Schmerz. Sie hat sogar den Mutterpass verbrannt. Ich kann sie nicht mehr alleine lassen. Sie liegt nur noch im Bett und weint sich die Augen aus dem Kopf. Der Verlust zerreißt sie fast. Sie braucht mich. Gerade &lt;i&gt;du&lt;/i&gt; solltest das wissen, Lulu.“ &lt;p&gt;„Ja. Gerade ich“, presste ich hinter zusammengebissenen Zähnen hervor. &lt;p&gt;Als ich nach Hause kam, saßen Björn und Alex mit betretenen Mienen am Küchentisch. Neben dem Topf mit dampfenden Nudeln lag ein grauer Umschlag.  &lt;p&gt;„Vom Gericht“, beantwortete Björn meine unausgesprochene Frage. &lt;p&gt;Ich öffnete den Brief mit der Vorladung zum Prozess. Bereits nächste Woche. Erschöpft sank ich auf den nächstbesten Stuhl.  &lt;p&gt;„Ich nehme mir frei“, erklärte Alex. &lt;p&gt;„Und ich werde meine Termine verschieben“, solidarisierte sich Björn. „Gemeinsam schaffen wir das, Lulu.“ &lt;p&gt;Ich schüttelte den Kopf. „Das hier ist noch das geringste Übel. Richtig übel war der Streit, den ich eben mit Sam hatte.“ &lt;p&gt;„Sam? Du hast ihn gesehen?“ &lt;p&gt;„Hätte ich mich sonst mit ihm streiten können?“ &lt;p&gt;Alex hatte die Hand vor dem Mund und nuschelte: „Dann wäre es besser gewesen, du hättest ihn nicht gesehen.“ &lt;p&gt;„Am besten niemals.“ Der Klos in meinem Hals schwoll zu einem pochenden, schmerzenden Fußball an. „Überhaupt niemals!“ &lt;p&gt;Tyson stellte sich auf meinem Schoß auf, stützte sich mit seinen unproportional großen Pfoten an meiner Brust ab und leckte mir die Tränen von den Wangen.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-3309747641011954468?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/3309747641011954468/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=3309747641011954468&amp;isPopup=true' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/3309747641011954468'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/3309747641011954468'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/06/herzblatt-kapitel-31.html' title='Herzblatt – Kapitel 31'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-2029614345650604432</id><published>2011-05-31T05:23:00.000+02:00</published><updated>2011-05-31T05:23:00.244+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 30</title><content type='html'>&lt;p&gt;„Lulu. Du willst doch jetzt nicht noch wirklich zur Arbeit gehen?“ Alex sah mich aus kleinen Augen an. Auf seiner rechten Wange drückten sich die Falten vom Sofakissen noch deutlich ab.  &lt;p&gt;„Doch.“ Ich war frisch geduscht und umgezogen. Zwanzig Minuten lang hatte ich mich immer wieder eingeseift und das warme Wasser über meinen Körper laufen lassen, die Hände gut ein Dutzend Mal geschrubbt.  &lt;p&gt;Er rieb sich die Stirn, während Björn seufzend einen Kakao aufbrühte. „Lulu. Bleibe doch bitte wenigstens heute zu Hause und schlafe dich erst einmal richtig aus.“ &lt;p&gt;„Wozu? Damit ich Albträume bekomme?“ Ich schüttelte vehement den Kopf. „Nein. Je eher ich zur Normalität zurückkehre, desto schneller habe ich diese ganze Sache vergessen.“ &lt;p&gt;„Denkst du?“ &lt;p&gt;Björn reichte mir den Kakao. „Ja, denke ich. Dieser Polizist, Glück, hat gesagt, der Kerl hat ein Geständnis abgelegt. Außerdem haben sie ihn ja auch gewissermaßen erwischt. Und deshalb“, ich nahm einen großen Schluck und verbrannte mir die Zunge, „...autsch! Deswegen werde ich auch nicht vor Gericht aussagen müssen oder so.“ &lt;p&gt;„Oder so.“ Alex stützte den Kopf in seine Hände. „Aber Lulu, dieser... der Kerl wollte dich vergewaltigen! Was, wenn...“ &lt;p&gt;Wenn er mich trösten oder mir beistehen wollte, war das wohl die schlechteste aller möglichen Varianten. „Er sitzt hinter Gittern. Er kann mir nichts mehr tun.“ Ich wandte mich an Björn. „Aber darf ich vielleicht heute dein Auto haben?“ &lt;p&gt;„Alles. Alles, mein Schatz!“ Mein Ex-Mann rannte in den Flur, um die Schlüssel zu holen.  &lt;p&gt;„Mein Gott, Lulu. &lt;i&gt;Mich&lt;/i&gt; macht die Sache ja schon ganz fertig. Wie kannst du da so ruhig bleiben?“ &lt;p&gt;Ich grinste. „Geheult ist schon genug. Und &lt;i&gt;ich&lt;/i&gt; habe die Kraft der zwei Herzen.“ &lt;p&gt;Verständnislos sah er mich an. Dann zuckte er mit dem Kopf, als wolle er einen Gedanken weg schütteln. „Äh... Weißt du, wer der Kerl ist?“ &lt;p&gt;„Kenne ich nicht. Enrico irgendwas... Enrico Biestermann“, fiel es mir wieder ein. „Genau. So heißt er. Und der ist sicher nicht mal zwanzig, war noch ganz pickelig im Gesicht.“ &lt;i&gt;Und er hatte einen vorzeitigen Samenerguss&lt;/i&gt;, fiel mir wieder ein. Sofort ging ich zur Spüle, um die Hände zu waschen. Und noch etwas flammte in meinem Hirn auf. „Radiotussi“, murmelte ich. „Er hat mich &lt;i&gt;Radiotussi&lt;/i&gt; genannt.“ &lt;p&gt;„Dann kennt er dich?“ Björn wurde kreidebleich. „Aus dem Radio oder... Lulu!“ &lt;p&gt;Abwehrend hob ich die Hände. „Jetzt hört endlich auf mit der Panikmache, ja? Und bitte, bitte, bitte zu niemandem ein Wort, verstanden?“ &lt;p&gt;„Auch nicht zu Sam?“, wagte Alex zu fragen. &lt;p&gt;„Erst recht nicht zu Sam!“ &lt;p&gt;Die Sendung verlief wie immer. Oliver und ich plänkelten ausgiebig, und für ein paar Stunden konnte ich den nächtlichen Vorfall sogar vergessen. Als ich um zehn in den Aufenthaltsraum ging, um mir einen Tee aufzubrühen, lief mir Sam über den Weg.  &lt;p&gt;„Guten Morgen, Sam“, sagte ich beklommen. „Ich... ich habe gehört... es tut mir leid.“ &lt;p&gt;Er nickte und strich mir über den Arm. „Danke.“ &lt;p&gt;Ich war bereits auf dem Weg zu meinem Schreibtisch, als er mir nachging. „Lulu? Du hattest mich angerufen? Es tut mir leid, ich habe...“ &lt;p&gt;„Ich weiß schon.“ &lt;p&gt;„Was ist passiert?“ &lt;p&gt;Sollte ich ihn mit meiner persönlichen Tragödie auch noch belasten? Nein. Außerdem war es keine Tragödie. Rund fünfzehn Frauen wurden täglich in Deutschland vergewaltigt. Und diesem Schicksal war ich schließlich entgangen. &lt;p&gt;„Nichts. Ich war versehentlich auf die Kurzwahltaste gekommen. Tut mir leid.“ &lt;p&gt;„Aha.“ &lt;p&gt;Ich setzte mich und er nahm auf der Kante meines Schreibtischs Platz.  &lt;p&gt;„Möchtest du reden, Sam?“ &lt;p&gt;Er lächelte gequält. „Hey, du sagst doch selbst immer, dass ich nun wirklich keine kommunikative Lichtgestalt bin. Außerdem denke ich, wärst du...“ &lt;p&gt;Meine Stirn legte sich in Falten und ich zwickte die Augen zusammen. &lt;p&gt;„Lulu, du hast das selbst mitmachen müssen. Es würde alles wieder aufwühlen. Und... du bist die Frau, die ich...“ Er zwickte sich in den Nasenrücken und sagte dann fest: „Nein. Ich möchte &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; darüber reden.“ &lt;p&gt;„Gut“, erwiderte ich leise. „Nur ein Rat: Hebt den Mutterpass gut auf. Er ist irgendwann wertvoller für euch als ihr denkt.“ &lt;p&gt;Sam runzelte die Stirn und fixierte einen Punkt im Nirgendwo. Untrügliches Zeichen dafür, dass er scharf nachdachte.  &lt;p&gt;Eine Weile beobachtete ich ihn, bevor ich mich meiner Arbeit zuwandte. Es tat mir weh, zu sehen, wie zerrissen er gerade zu sein schien.  &lt;p&gt;Plötzlich sprang Sam auf. „Lotte, wir müssen nach Hause.“ Der Hund horchte aufs Wort und folgte ihm nach draußen.  &lt;p&gt;Ich starrte ihm ungläubig nach. Nach Hause? Lotte? &lt;p&gt;„Alles okay?“ Oliver nahm auf der Tischkante Platz, wo eine Minute zuvor noch Sam saß. „Bist du in Ordnung?“ &lt;p&gt;„Freunde zumindest behaupten das“, nuschelte ich geistesabwesend. Dann sah ich ihn an. „Lotte. Sie gehört Sam?“ &lt;p&gt;Als hätte ich ihn gefragt, ob die Erde rund sei, schaute Oliver mich an. „Ja. Klar. Wieso?“ &lt;p&gt;Mein Hirn ratterte. Ich steckte die Finger in die Ohren, als könne ich die Gedanken dadurch klarer hören. „Damals“, rekonstruierte ich, „an meinem ersten Tag... die Frau, die Lotte gebracht hat... Ist das Sams Freundin?“ &lt;p&gt;Er räusperte sich. „Das war Jacqueline, ja.“ &lt;p&gt;Bilder huschten durch meinen Kopf. Stimmen. Da war die anonyme Anruferin bei meiner &lt;i&gt;Herzblatt&lt;/i&gt; Sendung. Könnte &lt;i&gt;sie&lt;/i&gt; das gewesen sein? Ich überlegte. Sicher war ich mir, dass ich Jacqueline gerade neulich erst gesehen hatte. Doch wo? Mit den Handballen schlug ich gegen meine Schläfen und rückte die Erinnerung zurecht. „Auf dem Damenklo! Bei unserem Sommerfest!“, rief ich plötzlich aus. &lt;p&gt;Oliver verzog irritiert das Gesicht. „Was?“ &lt;p&gt;Ich wirbelte herum und krallte meine Finger in seine Oberschenkel. „Auf dem Damenklo, Oliver! Auf dem Damenklo! Jacqueline! Sie brauchte ein o.b., weil ihre Periode früher eingesetzt hatte.“ &lt;p&gt;„&lt;i&gt;Was&lt;/i&gt; sagst du da?“ &lt;p&gt;„Ich hab’s gehört, Oliver! Ich war auch im Waschraum.“ Ich hoffte, er würde mir glauben. „Sie hat noch geflucht, dass es ja gerade für den Arsch sei, dass sie die Pille schluckt, wenn dann die Periode doch kommt, wie sie will.“ &lt;p&gt;Oliver blies hörbar Luft aus. „Und du bist dir sicher?“ &lt;p&gt;„Dass sie das gesagt hat? Oder dass es Jacqueline ist?“ &lt;p&gt;„Beides. Denn das...“ Er schluckte fest, sodass sein Adamsapfel deutlich hervortrat. „Das ist... Sie hat ihn beschissen. Nach Strich und Faden.“ Oliver erhob sich und schüttelte fassungslos den Kopf. „Die gleiche Scheiße hab’ ich damals... Verdammt!“ &lt;p&gt;Auch mir wurde die Tragweite meiner Erkenntnis langsam bewusst.  &lt;p&gt;„Das muss er wissen, Lulu.“ &lt;p&gt;Sofort schüttelte ich abwehrend den Kopf. „&lt;i&gt;Ich&lt;/i&gt; werde es ihm ganz bestimmt nicht sagen!“ &lt;p&gt;Er lief im Kreis wie ein Tiger im Hamsterkäfig. „Jacqueline hat ihn nach Hause zitiert, also gar nicht erst ins Krankenhaus, wo sie normalerweise über Nacht hätte bleiben müssen. Muss man doch, oder?“, rückversicherte er sich bei mir. &lt;p&gt;„Normalerweise.“ &lt;p&gt;„Es wäre ja auch sonst alles aufgeflogen. Sam hätte sicher einen Arzt befragt, oder?“ &lt;p&gt;„Sicher.“ &lt;p&gt;„Und jetzt“, er beugte sich zu mir hinab und sah mir tief in die Augen, „macht sie zu Hause einen auf hysterisch und wegen der Fehlgeburt psychisch labil. Damit hat sie ihn an der Angel.“ &lt;p&gt;„Möglich.“ &lt;p&gt;„Viel länger hätte Jacqueline ihm keine Schwangerschaft vorgaukeln können. Ich meine, schau’ &lt;i&gt;dich&lt;/i&gt; doch mal an. Wie blöd ist er nur, dass ihn das nicht schon vor ein paar Wochen stutzig gemacht hat?“ &lt;p&gt;„Hallo?“, protestierte ich. „So dick bin ich nun...“ Ich hielt mitten im Satz inne. Das war nicht das Thema. Hier ging es um viel gewichtigere Dinge. &lt;p&gt;Oliver verschränkte die Arme vor der Brust und sann über eine Lösung nach. Dann schüttelte er resigniert den Kopf. „Jacqueline wird natürlich alles abstreiten. Und ich fürchte, Sam wird ihr auch noch glauben. Schließlich spielt sie ihm ja schon lange und gut genug etwas vor.“ &lt;p&gt;„Das Gefühl habe ich auch.“ &lt;p&gt;Er holte tief Luft. „Sam und ich kennen uns schon sehr lange. Doch diese Anschuldigungen, so wahr sie sind, würden unsere Freundschaft auf eine ganz harte Probe stellen. Versteh’ mich bitte nicht falsch, Lulu. Aber ich meine, wir müssen das vorsichtig angehen. Nicht offensiv.“  &lt;p&gt;Ich nickte zustimmend. &lt;p&gt;Oliver rieb sich den Nacken. Dann nahm er mein Kinn in seine Hand. „Ich denke darüber nach. Versprochen.“&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-2029614345650604432?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/2029614345650604432/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=2029614345650604432&amp;isPopup=true' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/2029614345650604432'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/2029614345650604432'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/05/herzblatt-kapitel-30.html' title='Herzblatt – Kapitel 30'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-753351822843927198</id><published>2011-05-30T05:22:00.000+02:00</published><updated>2011-05-30T05:22:00.148+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 29</title><content type='html'>&lt;p&gt;Hätte ich mir nicht die Kopfhörer meines iPods in die Ohren gestöpselt und den Lautstärkeregler auf Maximum geschoben, wären mir sicher die Schritte aufgefallen, welche mir seit Verlassen des &lt;i&gt;Kellers&lt;/i&gt; folgten.  &lt;p&gt;Als ich an einer der wenigen verlassenen Straßen vorbei schlenderte, packte mich plötzlich eine Hand so fest und gewichtig an der Schulter, dass ich fast in die Knie gegangen wäre. Die andere presste sich brutal auf meinen Mund. Ich schrak zusammen und versuchte, mich dem Griff zu entwinden. Dabei fielen die Kopfhörer aus meinen Ohren und ich hörte eine Stimme zischen: „Keinen Mucks, du Schlampe!“ Sie sollte tiefer klingen als sie war. Der Kerl trug seine Strickmütze tief ins Gesicht gezogen und hatte einen Schal der &lt;i&gt;Herta BSC&lt;/i&gt; über Mund und Nase. Und er war riesig, größer noch als Sam. Dafür allerdings nicht mal halb so breit. Doch mit einem Ruck hatte er mich von den Füßen gerissen und schleifte mich in den Vorgarten eines leerstehenden Hauses. &lt;p&gt;Ich verlor meine Schuhe, kratzte und trat nach ihm. Seine Hand lag so fest auf meinem Mund, dass ich bereits das Blut von meinen aufgesprungenen Lippen schmeckte. Panik überkam mich mit der Wucht eines Bebens der Stärke sieben. Mein Körper zitterte unkontrolliert, als er mich zu Boden warf. Mein rechter Arm war hinter meinem Rücken verschränkt und er saß rittlings auf mir, sodass ich nicht nach ihm schlagen konnte. Der Kerl presste meinen Kopf in den unkrautüberwucherten Rasen, graue Augen starrten mich an. Boshaftigkeit und Dummheit lagen in seinem Blick. Aber das hier sollte sicher kein intellektuelles Rededuell werden, das hier war bitterernst. Der Kerl wollte mich vergewaltigen. So viel war klar.  &lt;p&gt;Als er die Hand von meinem Mund nahm, um seine Hose zu öffnen, schrie ich wie am Spieß. Laut und mit aller Kraft stieß ich einen Hilfeschrei aus, erinnerte mich an diverse Notfallsendungen, schrie dann ‚Feuer!’, und versuchte letztlich, meinen Arm unter meinem eigenen und seinem Gewicht hervor zu ziehen. &lt;p&gt;„Das würde ich lassen, verfickte Hure!“  &lt;p&gt;Ich spürte kaltes Metall an meiner Kehle, genau dort, wo eben noch ein weiterer Schrei nach oben drang.  &lt;p&gt;Der Kerl kam ganz dicht an mein Ohr. Er roch nach altem Fett, Zigaretten und Bier. Und einem billigen Aftershave. „Du hältst still. Ist dass klar? Sonst...“ Die Klinge eines Jagdmessers, für das man sicherlich einen Waffenbesitzschein braucht, blitzte auf. Völlig planlos schnitt er an meiner Hose und meiner Tunika herum. Unkoordiniert und ungeschickt, sodass ich ein paar wenige Kratzer einstecken musste. &lt;p&gt;Ich nickte eingeschüchtert. &lt;i&gt;Mein Baby! Oh Gott, mein Baby!&lt;/i&gt;, war alles, was ich in diesem Moment dachte und was die Löwin in mir aus der Reserve lockte. &lt;p&gt;„Hol’ ihn raus, du Flittchen!“, keuchte er und rieb sich an meinem Schenkel. Seine Erektion war gewaltig und die Vorderseite seiner Feinrippunterhose bereits feucht. Wusste dieser Kerl überhaupt, was er da tat? &lt;p&gt;„Wenn ich mit dir fertig bin, Radiotussi, wirst du keinen anderen Kerl mehr anfassen! Das schwör’ ich dir! Und jetzt fass’ ihn an! Hol’ ihn raus!“  &lt;p&gt;Sein Atem ging fester und er begann zu zittern, als meine Hand seinen Bauch streifte und zu seiner Erektion glitt. &lt;p&gt;„Haaa“, jaulte er und angesichts der Tragödie, die sich gerade abspielte, klang es grotesk. &lt;p&gt;Ich schob seinen Slip weiter nach unten. Angewidert griff ich hinein, direkt an seine Weichteile. Ein weiteres „Haaa“ und ein folgendes „Huuu“, als meine Fingerspitzen seine Hoden streiften, ließen einen Hoffnungsschimmer zu. Er war unaufmerksam. Und ich verzweifelt. So verzweifelt, dass ich mir nicht anders zu helfen wusste. &lt;p&gt;Ich bog meine linke Hand so weit nach rechts, dass die Innenfläche nach oben zeigte. Die beiden Kugeln im Hautsack lagen nun in der Kuhle meiner zittrigen Finger. Dann packte ich mit aller Kraft zu und drehte die Hand mit solcher Gewalt und Schnelligkeit, dass mir das Gelenk schmerzte.  &lt;p&gt;Noch mehr Schmerzen empfand jedoch mein Peiniger. Er schrie so laut auf, dass seine Stimme schrill in der Nacht wiederhallte. Tränen schossen ihm aus den Augen, als er aufsprang, beide Hände in den Schoß warf und dann in die Knie ging. Ich trat zu. Meine Fußsohle traf sein Gesicht und er kippte zur Seite. &lt;p&gt;Im Augenwinkel erkannte ich zwei Männer, die auf mich zu rannten, noch bevor auch nur der Hauch eines Fluchtreflexes bei mir einsetzte. Schwer atmend kamen sie vor uns zum Stehen. Einer der beiden hielt meine Schuhe. &lt;p&gt;„Polizei. Ist Ihnen etwas passiert?“  &lt;p&gt;„Beinahe“, krächzte ich heiser. &lt;p&gt;Er legte mir seine Jacke um, während sein Kollege das wimmernde Häufchen Elend mit geübtem Griff tiefer ins Gras drückte und seine Hände mit dessen Schal auf dem Rücken fixierte.  &lt;p&gt;„Hauptmeister Glück und Miller“, stellte er sich und seinen Kollegen vor. „Gerade im Feierabend, aber...“ &lt;p&gt;„Dein Freund und Helfer. Immer und überall im Einsatz.“ Der Humor war mir also noch nicht abhanden gekommen, wenn auch momentan verhältnismäßig deplaziert.  &lt;p&gt;„Dem haben Sie ja ganz schön zugesetzt“, eruierte Miller und riss den Täter unsanft auf die Füße.  &lt;p&gt;Jetzt sah ich sein Gesicht. &lt;i&gt;Ein Kind&lt;/i&gt;, schoss es mir durch den Kopf. &lt;i&gt;Das ist ja noch ein Kind!&lt;/i&gt; &lt;p&gt;Glück berührte sachte meine Schulter. „Sehen Sie sich in der Lage, jetzt gleich eine Aussage zu machen?“  &lt;p&gt;Plötzlich wurde mir schwindelig. Das war alles so unwirklich. Die letzten zehn Minuten kamen mir vor, wie aus einer französisch-italienischen Spielfilmproduktion. Übel. Ganz übel. &lt;p&gt;„Wir würden Sie gerne direkt aufs Revier bringen.“ &lt;p&gt;Ich sah ihn an und flehte lautlos, er würde mich gleich ‚Ma’m’ nennen. Dann hätte ich zumindest die Gewissheit, alles nur zu träumen. &lt;p&gt;„Hallo? Hören Sie mich? Geht es Ihnen gut?“ &lt;p&gt;Scheiße! Das war kein Traum.  &lt;p&gt;„Gut ist anders“, murmelte ich geistesabwesend. Mir war kalt. Meine Zähne klapperten. „Ich... ich komme gleich mit.“ &lt;p&gt;Glück nickte und fasste mich unter dem Arm.  &lt;p&gt;Ich räusperte mich. „Hauptmeister Glück? Ich bin zwar ein paar Jährchen älter als Sie, aber laufen kann ich noch alleine.“ &lt;p&gt;Ein Lachen entfuhr leise seiner Kehle. Dann wandte er sich an seinen Kollegen. „Die Streife kommt gerade. Bringst du bitte Luisa nach Hause?“ &lt;p&gt;Miller nickte und richtete seinen Blick dann auf den herannahenden Einsatzwagen. &lt;p&gt;Gut eine Stunde später reichte mir Hauptmeister Glück eine heiße Tasse Kaffee und einen Donut.  &lt;p&gt;„Ich dachte, das gibt’s nur im Film?“ &lt;p&gt;„Nee“, lachte er. „Die gibt’s hier auch. Das zeigen die im &lt;i&gt;Tatort&lt;/i&gt; nur nie.“ &lt;p&gt;Nachdem er mich noch gefühlte fünfzehn Mal gefragt hatte, ob ich einen Arzt benötigte, hatte Hauptkommissar Glück meine Personalien und meine Aussage bis ins letzte Detail aufgenommen, ebenso die Anzeigeerstattung. Nun druckte er beide Formulare aus und legte sie auf den Tisch. In der Schublade suchte er nach einem Kugelschreiber. „Das war’s dann auch schon, Frau Herz. Möchten Sie jemanden anrufen, der Sie abholt? Ansonsten fahre ich Sie natürlich nach Hause.“ &lt;p&gt;„Nein, nein. Schon gut. Danke.“ Ich nestelte an der Tasche meiner Baggyhose, die schon leicht in Fetzen hing, und zog das Handy heraus. Intuitiv wählte ich Sams Nummer. Das Tuten der Warteschleife dröhnte in meinem Ohr und es schien eine Ewigkeit zu dauern, bis der Anruf angenommen wurde. &lt;p&gt;„Hallo? Lulu?“ &lt;p&gt;„Äh...“ Ich stockte. Das war doch nicht Sam? &lt;p&gt;„Hallo?“ &lt;p&gt;„Arife?“ &lt;p&gt;„Ja. Lulu?“ &lt;p&gt;„Ja.“ Irritiert sah ich aufs Display. Da stand &lt;i&gt;Sam&lt;/i&gt;. S. A. M. Die Nummer stimmte. „Warum...? Was machst du an Sams Handy?“ &lt;p&gt;Arife seufzte laut auf. „Er hat es hier im Büro liegen lassen. War ziemlich aufgeregt vorhin, und völlig durch den Wind, nachdem seine Freundin angerufen hat. Sie hätte ihr Baby verloren und Sam sollte sofort nach Hause kommen.“ &lt;p&gt;„Sie hat ihr Baby verloren?“ Was auch immer ich dieser egoistischen Neurotikerin an den Hals wünschte. &lt;i&gt;Das&lt;/i&gt; war es ganz bestimmt nicht. „Wie furchtbar.“ &lt;p&gt;„Furchtbar wird es wohl jetzt erst“, flüsterte sie nun. „Die hat so laut gezetert, dass man es im ganzen Studio hören konnte. Sam hat jetzt bestimmt Tinitus oder so.“ &lt;p&gt;„Arife!“, wies ich sie zurecht. „Das sagt man nicht. Nicht in dieser Situation.“ &lt;p&gt;„Phhh“, war alles, was Arife an Mitgefühl aufbringen konnte. „Aber sag’ mal: Soll ich Sam etwas von dir ausrichten?“ &lt;p&gt;Diese tragische Neuigkeit nahm mich ehrlich mit. „Nein. Danke. Hat sich erledigt“, antwortete ich knapp und verabschiedete mich. Dann wählte ich Björns Nummer. &lt;p&gt;Erst als ich neben Björn im Wagen saß und noch einmal schilderte, was ich bereits bei der Polizei zu Protokoll gegeben hatte, schob sich die furchtbare Realität in mein Bewusstsein. Und erst jetzt begann ich zu weinen.  &lt;p&gt;„Nein, nein“, schluchzte ich, als Björn erwog, am Straßenrand zu halten. „Bitte bring’ mich doch ins Krankenhaus. Ich... ich will nur sicher sein, dass alles okay ist.“ &lt;p&gt;„Natürlich.“ Björn wendete und fuhr in die entgegengesetzte Richtung zum Mathildenhospital. &lt;p&gt;Dort angekommen, hastete ich – vorbei an einem schlafenden Pförtner – die Treppen nach oben zur Gynäkologie.  &lt;p&gt;„Lulu?“, keuchte Björn und griff sich an die Brust. „Der... der Kerl... er hat dich nicht vergewaltigt? Er kam nicht dazu? Oder... oder doch?“ &lt;p&gt;Ich atmete tief durch. „Nein, hat er nicht. Aber... bitte warte hier. Ja?“ &lt;p&gt;„Lulu...“ &lt;p&gt;„Warte hier!“ Ohne mich umzudrehen, eilte ich den Gang entlang.  &lt;p&gt;Im Schwesternzimmer traf ich zu meiner Erleichterung auf die diensthabende Gynäkologin. Sie blickte erstaunt von ihrer Kaffeetasse auf. „Frau Herz? Wie geht es Ihnen?“ &lt;p&gt;„Ich... ich bin heute Abend überfallen worden. Ein Kerl wollte mich vergewaltigen“, presste ich heraus. „Und jetzt...“ &lt;p&gt;Ein rascher Blick auf die Armbanduhr, dann sprang Frau Doktor Schnecke von ihrem Stuhl und legte ihre Hand auf meinen Rücken. „Da liegt eine Frau in den Wehen, aber das kann sich noch ein paar Stunden hinziehen. Waren Sie schon bei der Polizei?“ &lt;p&gt;Ich nickte hastig.  &lt;p&gt;„Kommen Sie. Wir gehen nach nebenan.“ &lt;p&gt;Nebenan war der Untersuchungsraum. Als ich auf den gynäkologischen Stuhl stieg, gaben meine Beine nach und ein unkontrolliertes Zittern überfiel meinen ganzen Körper.  &lt;p&gt;„Ganz ruhig, Lulu“, beruhigte mich die Ärztin. „Ich untersuche Sie jetzt gründlich und bin gewiss, Sie können ganz beruhigt sein.“ &lt;p&gt;Ihr Wort in Gottes Ohr. Tatsächlich. Gut fünfzehn Minuten später erfüllte mich ihr vielsagendes Lächeln mit der ersehnten Erleichterung.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-753351822843927198?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/753351822843927198/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=753351822843927198&amp;isPopup=true' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/753351822843927198'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/753351822843927198'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/05/herzblatt-kapitel-29.html' title='Herzblatt – Kapitel 29'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-7023721548798107647</id><published>2011-05-29T05:21:00.000+02:00</published><updated>2011-05-29T05:21:00.245+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 28</title><content type='html'>&lt;p&gt;„Kindchen, es ist ja nicht so, dass ich es dir nicht gönnen würde“, sagte meine Mutter eine Woche später und beobachtete argwöhnisch, wie ich mir die dritte Portion falschen Hasen mit einem weiteren Schlag Kartoffelbrei auf den Teller lud und in Soße ertränkte. „Aber denkst du wirklich, du könntest mit Essen deinen Kummer kompensieren?“ &lt;p&gt;„Waff?“ Der Bissen blieb mir beinahe im Hals stecken. Seit wann benutzte meine Mutter ein Fremdwort? Und das auch noch richtig? &lt;p&gt;Sie legte eine Hand auf meinen Arm. „Schätzchen, du kannst doch mit mir reden.“ &lt;p&gt;Jetzt? Mit vollem Mund? Und warum sah sich mich mit dieser mütterlichen Besorgnis an? Diesen Ausdruck hatte ich zuletzt bei ihr gesehen, als der Rektor meiner Schule uns zu Hause aufgesucht hatte und meiner Mutter mitgeteilte, dass ich zwei Schüler nackt aus dem Fenster geworfen und über den Schulhof gejagt hätte. Wir alle wissen ja, dass es ganz anders war. &lt;p&gt;„Wenn du Kummer hast, Kind, dann sag’ es mir. Ich bin doch immer für dich da.“ &lt;p&gt;Ich schluckte und kratzte mit der Gabel auf meinem Teller Platz, um Gemüse nach zu laden. „Wie kommst du darauf, dass ich Sorgen hätte?“ &lt;p&gt;Sie seufzte und drückte meinen Arm fester. „Schatz, das sehe ich doch.“ &lt;p&gt;Pah! Sie hatte noch nicht mal gesehen, dass ich seit Mai meine Haare abgeschnitten und inzwischen blond, statt wie früher brünett war. &lt;p&gt;„Mama, ich habe keine Sorgen“, beteuerte ich zwischen zwei Bissen. „Ich bin gesund, ich habe einen Job, der mir Spaß macht, ich habe ein Dach über dem Kopf und ich habe...“ Ja, was hatte ich sonst noch? „Hunger.“ &lt;p&gt;„Kummerspeck.“ &lt;p&gt;„Was?“ &lt;p&gt;„Kummerspeck hast du vergessen.“ Meine Mutter zwickte mir grob in die Hüfte. „Kummerspeck hast du.“ &lt;p&gt;„Na, hör’ mal!“, entrüstete ich mich. „Ich habe... im Moment nicht viel Zeit für Sport und...“ &lt;p&gt;Jetzt tätschelte sie mich. „Schon gut, Kindchen. In deinem Alter bekommt man das Gewicht eben auch nicht mehr so leicht runter.“ &lt;p&gt;&lt;i&gt;Hast du eine Ahnung!&lt;/i&gt;, dachte ich und schnitt mir noch ein Stück Fleisch ab. &lt;p&gt;„Wie geht es eigentlich Sam? So hieß er doch, oder? Ein ganz charmanter junger Mann. Ihr arbeitet zusammen, nicht wahr? Er hat Björn doch die Reise nach Venedig geschenkt? Das finde ich sehr großzügig. Ist er ein Freund von den beiden? Du erzählst mir ja nichts. Dabei würde ich gerne mehr über ihn erfahren. Ich war richtig begeistert von ihm.“ Ihre Augen funkelten. &lt;p&gt;„Das habe ich gemerkt“, knurrte ich. &lt;p&gt;„Was?“ &lt;p&gt;„Es war Paris, nicht Venedig.“ &lt;p&gt;„Na, sei’s drum.“ Sie schenkte mir Wasser nach und schickte sich an, den Tisch abzuräumen. „Ich wollte ihn ursprünglich auch zum Essen einladen.“ &lt;p&gt;Schützend klammerte ich mich an den Kartoffelbrei. „Wieso das denn?“ &lt;p&gt;Eine zarte Röte legte sich auf Mutters Wangen. Ich traute meinen Augen kaum. &lt;p&gt;„Naja, er ist gutaussehend, charmant, und die Konstitution mit ihm...“ Ein Seufzer entrann ihrer Kehle. &lt;p&gt;„Mama, es heißt Konversation. Und das ist nun wirklich nicht seine Stärke.“ &lt;p&gt;Konsterniert zog sie eine Augenbraue nach oben. &lt;p&gt;„Außerdem“, es tat mir schon ein bisschen weh, die Nadel zu sein, die ihren Traum zum zerplatzen bringen würde, „hat er eine Freundin, die schwanger von ihm ist.“ &lt;i&gt;Gewissermaßen sogar zwei&lt;/i&gt;, fügte ich gedanklich hinzu. &lt;p&gt;„Oh.“ &lt;p&gt;Ich übernahm den Abwasch und servierte meiner Mutter und mir anschließend eine riesige Trostportion Vanilleeis mit Schlagsahne und warmer Schokosoße. &lt;p&gt;„Du wirst es nicht glauben, aber meine Mutter steht auf Sam.“ Am Abend saß ich mit Alex auf dem Sofa und hielt mir noch immer den Bauch. &lt;p&gt;„Und? Du doch auch?“  &lt;p&gt;Ich runzelte die Stirn. „Ja, aber ich mag mir echt nicht vorstellen, dass die beiden...“ &lt;p&gt;„Na, so weit wird’s wohl nicht kommen. Apropos &lt;i&gt;kommen&lt;/i&gt;: Wie sieht es eigentlich zwischen dir und Sam aus? Immer noch &lt;i&gt;Sex to go&lt;/i&gt;?“ &lt;p&gt;Eine Antwort auf diese unverschämte Frage blieb mir glücklicherweise erspart, weil mein Handy klingelte. „Gretchen? Mensch, ist das schön, von dir zu hören.“ &lt;p&gt;„Ja, klar“, antwortete meine ehemalige Kollegin. „Weil wir auch gestern nicht erst eine Stunde miteinander telefoniert haben.“ Sie lachte. „Hast du Zeit? Heute Abend?“ &lt;p&gt;Ich blies die Wangen auf.  &lt;p&gt;„Nicht lange. Auf ein Stündchen in den &lt;i&gt;Keller&lt;/i&gt;. Ich weiß ja, dass du morgen wieder ganz früh raus musst. Aber ich bin in der Nähe und dachte, wir könnten uns dort treffen?“ &lt;p&gt;Der &lt;i&gt;Keller&lt;/i&gt; war die wohl angesagteste Kneipe im Umkreis, mit Karaokebar und dem wohl besten Jägerschnitzel der Welt. Und nur zehn Minuten Fußweg entfernt.  &lt;p&gt;„Klar, doch! Bin in einer halben Stunde dort. Bis gleich!“ Ich streckte Alex die Zunge heraus, bevor ich mich vom Sofa hievte und rasch frische Klamotten anzog.  &lt;p&gt;Die Eingangstür des &lt;i&gt;Kellers&lt;/i&gt; sah aus, als stamme sie aus dem Mittelalter. Man stieg ein paar Stufen hinab und gelangte direkt in ein Gewölbe. Sowohl Tische und Bänke als auch die Theke waren aus massivem Holz und zeigten schon etliche Gebrauchspuren auf. Lediglich die Bildschirme für die Karaoke in jeder Ecke des Raumes wiesen darauf hin, dass man hier bereits mit Messer und Gabel zu essen pflegte. Ich mochte diese Kneipe mit dem urigen Flair und hätte liebend gerne dort gekellnert. Doch der &lt;i&gt;Keller&lt;/i&gt; war ein Familienbetrieb. Swantje, die Besitzerin, stand nicht nur selbst hinter dem Tresen, sie scheute auch das Putzwasser nicht. Lange Zeit war Tine, eine gute Freundin von Swantje, der Publikumsmagnet in der Karaokebar. Ihre Stimme war atemberaubend. Doch auch wenn Tine kaum noch stimmlich im Einsatz war, war an diesem Sonntagabend der &lt;i&gt;Keller&lt;/i&gt; wieder brechend voll. &lt;p&gt;„Erde an Lulu. Angekommen?“ Gretchen zupfte an meiner Tunika und strahlte. „Was ging dir denn gerade durch den Kopf?“ &lt;p&gt;Ich schüttelte selbigen und streckte meine Arme aus. „Komm’ her, Süße. Ist das schön, dich endlich mal wieder zu sehen.“ &lt;p&gt;Gretchen stand von ihrem Stuhl auf und drückte mich fest an sich. „Du fehlst mir wirklich.“ Sie nahm meinen Kopf in ihre Hände und gab mir ein Küsschen auf die Wange.  &lt;p&gt;„Du mir auch“, erwiderte ich wahrheitsgemäß. Gretchen war mir in den Jahren, in denen wir im Verlag zusammen gearbeitet hatten, sehr ans Herz gewachsen und wie eine Freundin geworden. Wie &lt;i&gt;genau&lt;/i&gt; sich das anfühlte, konnte ich beurteilen. Ich hatte nie eine beste Freundin gehabt. Nicht einmal im Kindergarten. Alex war es, der schwule Verlobte meines Ex-Mannes, von dem ich mir die Haare machen und die Fußnägel lackieren ließ. Wir gingen sogar gemeinsam pinkeln. Eigentlich traurig, oder? &lt;p&gt;Obgleich Gretchen und ich jeden Monat telefonierten und fast täglich Kurznachrichten schickten, ging uns der Gesprächsstoff nie aus.  &lt;p&gt;„Bist du mit dem Auto hier?“, fragte Gretchen, nachdem Swantje unsere Bestellung, einen Weißweiß für sie und ein stilles Wasser für mich, aufgenommen hatte.  &lt;p&gt;„Mit welchem Auto?“ Ich prustete. „Dafür fehlt mir die Kohle. Der Sender zahlt nicht schlecht, aber ich möchte irgendwann auch mal aus dem Haus meines Ex ausziehen.“ &lt;p&gt;Gretchen spielte nachdenklich mit ein paar Bierdeckeln. „Ich denke“, begann sie vorsichtig und suchte dann den Augenkontakt mit mir, „du würdest es mir sicher schon gesagt haben, wenn du das wolltest. Aber...“ &lt;p&gt;Swantje stellte zwei Gläser auf unseren Tisch. Dabei verschüttete sie etwas Wasser, weil sie von einer großen Blondine angerempelt wurde, die es nicht einmal für nötig hielt, sich zu entschuldigen. „Ich bringe dir gleich ein neues“, versprach sie und sah grimmig an mir vorbei. „Arrogante Zicken.“ Ihrem Gesicht nach meinte sie eindeutig nicht uns. &lt;p&gt;„Lass’ nur gut sein, Swantje. Ich kann den Rest ja vom Tisch lecken.“ &lt;p&gt;Sie lächelte und tätschelte mir die Schulter. „Wie gut, dass es auf dieser Welt auch noch Menschen wie dich gibt, Lulu.“ &lt;p&gt;„Mir scheint“, fuhr Gretchen fort, als Swantje sich umdrehte, um die Bestellung der Zicken aufzunehmen, „als wärst du noch viel zu gut für diese Welt.“ &lt;p&gt;„Wiefo?“ Ich schaufelte eine Handvoll Erdnüsse in meinen Mund.  &lt;p&gt;Sie beobachtete mich eine Weile. „Wie schon gesagt, Lulu. Du verzichtest schon wieder, um einer egoistischen Kuh ihren Willen zu lassen.“ &lt;p&gt;„Hey“, unterbrach ich sie. „&lt;i&gt;Er&lt;/i&gt; ist es, der darauf verzichtet. Er hat diese Entscheidung getroffen, aus Verantwortungsgefühl und... und weil er es für das Richtige hält. Ich akzeptiere das.“ &lt;p&gt;„Er bleibt bei ihr, weil sie schwanger ist. Aus sonst keinem anderen Grund. Meinetwegen. Aber was ist, wenn er erfährt, dass du auch...“ &lt;p&gt;Ich verschluckte eine Erdnuss und hustete sie unter größter Anstrengung wieder aus. Mein Kopf war bereits puterrot.  &lt;p&gt;„Aha“, seufzte Gretchen. „Es stimmt also. Dachte vorhin schon, dass das unmöglich Kummerspeck sein kann.“ &lt;p&gt;Ich wischte mir den Schweiß von der Stirn und schwieg.  &lt;p&gt;„Und ich liege auch richtig damit, dass du es mir sicher schon gesagt hättest, wenn du das wolltest, oder?“ &lt;p&gt;Ich griff nach ihrer Hand und drückte sie. „Das ist keine Frage des Wollens, Gretchen. Außer Oliver weiß es niemand.“ &lt;p&gt;Sie schien irritiert. „Wieso Oliver? Sam ist doch der Vater?“ &lt;p&gt;„Ja, aber Oliver war dabei, als die Schwester mir den Mutterpass brachte. Er hat mir versprechen müssen, es niemandem zu sagen. Und das wird er auch nicht.“ &lt;p&gt;„Sam muss es doch erfahren, Lulu“, intervenierte Gretchen. „Du kannst ihm sein Kind nicht vorenthalten. Und was würdest ihm auch sagen wollen, wenn dein Bauch immer dicker und dicker wird? Ihr arbeitet tagtäglich miteinander. Lulu...“ &lt;p&gt;„Weiß ich doch auch“, jammerte ich und rieb mir die Stirn. „Aber dann komme ich mir genauso schäbig vor wie diese... diese...“ &lt;p&gt;„Dieses egoistische Miststück.“ &lt;p&gt;„Genau.“ &lt;p&gt;„Und was willst du tun? Ihm erzählen, du würdest für Björn und Alex ein Kind austragen?“ &lt;p&gt;Meine Augenbrauen schnellten nach oben. „Da bringst du mich auf eine Idee.“ &lt;p&gt;„Hör’ auf!“ Gretchen schlug mit der flachen Hand auf den Tisch. „Du sagst es ihm. Und er kann sich dann entscheiden. So einfach ist das.“ &lt;p&gt;Ich schüttelte den Kopf. „Gar nichts ist einfach, Gretchen. Ich geh’ doch nicht zu ihm und sage &lt;i&gt;Ätschibätschi, was die kann, kann ich auch. Du hast die Wahl!&lt;/i&gt; Hast du eine Vorstellung, was ich ihm damit antue?“ &lt;p&gt;Wir diskutierten noch eine Weile. Am Ende schüttelte Gretchen nur den Kopf. „Sag’ ich doch: Du bist zu gut für diese Welt.“ &lt;p&gt;Ich hätte gerne gelacht oder wenigstens gelächelt, wenn mir nicht der Ellenbogen einer der Zicken schmerzhaft gegen den Hinterkopf gestoßen worden wäre, als sie wieder an ihrem Tisch hinter uns Platz nahm. &lt;p&gt;„Komm’, ich fahre dich nach Hause.“ Gretchen winkte mit dem Autoschlüssel. Es war bereits halb zwölf, eine laue Spätsommernacht.  &lt;p&gt;Ich lehnte dankend ab. „Ist lieb von dir. Aber das kurze Stück kann ich gehen.“ &lt;p&gt;„Es ist stockduster“, mahnte sie und blickte gen Himmel. „Komm’ schon.“ &lt;p&gt;„Hey, ich bin ein großes Mädchen. Und die frische Luft tut mir gut.“ &lt;p&gt;Gretchen nahm mich in die Arme. „Na, gut. Aber nur damit du es weißt: Das passt mir gar nicht.“ &lt;p&gt;„Mir passt bald auch nichts mehr“, feixte ich. &lt;p&gt;Sie rang sich mühsam ein Lächeln ab. „Okay, du Dickkopf. Dann komm’ gut nach Hause. Und schlaf’ schön. Ich höre dich morgen Früh im Radio.“ &lt;p&gt;Ich winkte und sah Gretchen nach, bis ihr Auto im Dunkel der Nacht verschwunden war. &lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-7023721548798107647?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/7023721548798107647/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=7023721548798107647&amp;isPopup=true' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/7023721548798107647'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/7023721548798107647'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/05/herzblatt-kapitel-28.html' title='Herzblatt – Kapitel 28'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-3046070556686217548</id><published>2011-05-28T05:19:00.000+02:00</published><updated>2011-05-28T05:19:00.469+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 27</title><content type='html'>&lt;p&gt;Es war der wohl heißeste Tag im August und die Sonne brannte wie durch Glas auf eine Horde Ameisen, als sich der Platz vor dem Radiosender mit Besuchern des Sommerfestes füllte.  &lt;p&gt;Ich trug eine ärmellose Tunika, den Gürtel locker und tief auf der Hüfte sitzend. Inzwischen zeichnete sich der kleine Bauch deutlich ab und ich hoffte, die Offensichtlichkeit meiner Schwangerschaft so lange wie möglich hinauszögern zu können.  &lt;p&gt;Aber Marc glotzte ohnehin nur auf meine Brüste.  &lt;p&gt;„Die reden nicht mit dir, auch wenn du sie noch so lange anstarrst, Marc.“ &lt;p&gt;„Sag’ mal“, stierte er ungeniert weiter in meinen Ausschnitt, „hast du da was machen lassen? Die sind plötzlich so... so groß?“ &lt;p&gt;Ich schnaufte. „Da die Penispumpe bei dir ja keine Wirkung erzielt hat, habe ich sie mal an meinen Brüsten ausprobiert. Und siehe da: Funktioniert einwandfrei.“ &lt;p&gt;„Witzig“, knurrte Marc. &lt;p&gt;„Hmhm, finde ich auch.“ &lt;p&gt;Meine Sensoren sprangen an und ich folgte dem Duft leckerer Waffeln. Wann bloß würde dieser Heißhunger endlich aufhören? Nachdem ich gleich vier, zwei davon mit Vanillesoße, in mich hinein gestopft und dafür einen tadelnden Blick von Björn geerntet hatte, trottete ich zum Klo.  &lt;p&gt;Seit der Schwangerschaft hatte ich das Gefühl, meine Blase würde täglich schrumpfen. Jedenfalls musste ich häufiger pinkeln als sonst. Aber wenigstens ging es immer schell. Am Waschbecken ließ ich kaltes Wasser über meine Handgelenke laufen und spritzte mir ein wenig auf das Dekolleté. &lt;p&gt;„Verdammte Scheiße!“, hörte ich jemanden in der Nachbartoilette fluchen und horchte auf. In jedem von uns steckt doch ein Neugiergen.  &lt;p&gt;„Was’n los?“ Das kam aus der zweiten Toilettekabine.  &lt;p&gt;„Das kann doch wohl nicht wahr sein! Für was schlucke ich denn den Scheiß?“ &lt;p&gt;„Brauchst’n o.b.?“ &lt;p&gt;„Hab’ ich selbst.“ &lt;p&gt;Die beiden Damen kannten sich offensichtlich und ich sah keinen Anlass, mich einzumischen. Ganz abgesehen davon, dass ich in der glücklichen Lage war, wenigstens für ein paar Monate von diesem Übel befreit zu sein. &lt;p&gt;Die zweite Kabinentür flog auf. „Hast du dich eingesaut?“ &lt;p&gt;„Was denkst du denn?“ Die Frau kam heraus und hielt ihr Höschen in der Hand. Achtlos ließ sie es in den Mülleimer gleiten. Ihgitt! &lt;p&gt;„Es kotzt mich echt an“, fluchte sie weiter und schien nicht im geringsten daran Anstoß zu nehmen, dass ich zuhörte. „Normalerweise wären die erst morgen fällig.“  &lt;p&gt;„Dann lass’ dir eine andere Pille verschreiben“, schlug ihre Freundin vor und kramte in ihrer Tasche nach dem Schminketui.  &lt;p&gt;„Mach’ ich auch. Gleich Montag.“ Die Frau, die von ihrer einsetzenden Periode überrascht wurde, sah mich abschätzend an.  &lt;p&gt;Irgendwoher kannte ich sie. Dennoch drehte ich den Wasserhahn ab und verließ den Waschraum. Ein Tuscheln folgte mir nach draußen. „Kennst du die?“ &lt;p&gt;„Keine Ahnung!“ Naja, ich war schließlich nur Moderatorin eines kleinen Radiosenders und nicht von N24. &lt;p&gt;Der Abend brachte nur wenig Abkühlung. Doch angesichts der bevorstehenden Karaoke brach mir auch so schon der Schweiß aus. „Ich komm’ nicht dran! Ich komm’ nicht dran!“, sagte ich mir wie ein Mantra immer wieder vor. &lt;p&gt;„Na, das passt ja wie die Faust aufs Auge“, säuselte unser Wetterintendant ins Mikrofon. „Lulu, unser ehemaliges &lt;i&gt;Herzblatt&lt;/i&gt; und jetzt Frühstücksmoderatorin, ist die Stimme von &lt;i&gt;Pink&lt;/i&gt;. Lulu?“ &lt;p&gt;„Oh, Gott. Nein!“ Ich ächzte verzweifelt auf.  &lt;p&gt;Eine Hand legte sich auf meinen Rücken und der Duft von frisch geduscht umhüllte mich. „Nun mach’ schon, Lulu. Du kannst das.“ &lt;p&gt;Ich sah kurz zu Sam auf, der mir zunickte, und ging dann auf die Bühne. Meine Beine waren schwer wie Blei, meine Kehle trocken. Ich räusperte mich. &lt;p&gt;„Ready?“, fragte Lukas und zwinkerte mir zu. &lt;p&gt;„Go.“  &lt;p&gt;Die Musik setzte ein. Ich sah Sam, der sich nur wenige Meter vor dem Mikrofon aufgestellt und die Arme vor der Brust verschränkt hatte. Er lächelte verhalten und gab mir das Gefühl, dieses Lied für ihn, für uns, zu singen. &lt;p&gt;„No, I don’t believe you, when you say, don’t come around here no more. I won’t remind you, you said, we wouldn’t be apart. No, I don’t believe you, when you say, you don’t need me anymore. So don’t pretend, to not love me at all…“ &lt;p&gt;Der Song drückte aus, was ich dachte, fühlte. Vielleicht war Hoffnung Vater des Gedankens. Doch ich war überzeugt, wir würden niemals die Finger voneinander lassen können, egal was auch geschehen war oder noch geschehen würde. Wir waren allein nur ein Teil, zusammen waren wir ein Ganzes. Das wussten wir beide, ganz sicher. Doch vielleicht waren es auch nur die Hormone, die mir hier einen bitterbösen Streich spielten... &lt;p&gt;„Und?“ Lobheischend griente Oliver mich an, während er Pommes aus meiner Tüte fischte. Die dritte Portion übrigens.  &lt;p&gt;„Ja...“, erwiderte ich gedehnt. „Ganz nett, das Event. Das Beste sind die Buden hier. Der absolute Knaller. Siehst du, wie die Leute sich davor drängeln?“ &lt;p&gt;Er nickte und schob Pommes nach. „Sicher. Die beschweren sich gerade, weil eine Moderatorin alle Vorräte weggefuttert hat.“ Als ich beleidigt den Mund verzog, fügte er rasch hinzu: „Sorry, Lulu. War nicht gentlemenlike. Aber Sam hat mich darauf angesprochen.“ &lt;p&gt;„Was gehen denn Sam meine Essgewohnheiten an?“ &lt;p&gt;Oliver rieb sich seufzend den Nacken. „Wann...?“ &lt;p&gt;„Gar nicht!“, unterbrach ich ihn rasch.  &lt;p&gt;„Ähm...“ Erneut griff er in die Tüte, fütterte jedoch mich mit den Pommes. „Nun gut. Wenn du es ihm nicht sagen willst, esse einfach so weiter. Vielleicht hält er deine Schwangerschaft dann tatsächlich nur für Fettleibigkeit.“ Kopfschüttelnd wandte er sich zum Gehen. &lt;p&gt;„Oliver...“ Ich hätte mich und meine Entscheidung gerne erklärt, doch hier war definitiv nicht der richtige Ort. Außerdem flog Arife mit wedelnden Händen geradewegs auf mich zu.  &lt;p&gt;„Nein, nein, nein“, keuchte sie und schien einer gesundheitsgefährdenden Panikattacke bedrohlich nahe. „Nein, nein. Ich kann das nicht! Ich kann das nicht!“ &lt;p&gt;„Nur mal ruhig, Arife“, tätschelte ich ihr den Rücken. „Pommes?“ &lt;p&gt;Sie schnappte nach Luft. „Ich kotze gleich! Ich kotze gleich!“ &lt;p&gt;„Ganz ruhig“, trat ich einen Schritt aus ihrem oralen Schussfeld. „Was ist denn los?“ &lt;p&gt;Arife war kreidebleich. „Ich soll da hoch! Ich soll da hoch!“ &lt;p&gt;„Aha.“ &lt;p&gt;„Und ich kann das nicht! Kann das nicht!“ Ihr Finger krallten sich in meinen Oberarm. „Das ist zuviel für mich! Zuviel für mich!“ &lt;p&gt;Ich zwinkerte die aufkeimende Belustigung weg. „Definitiv sind das schon mal zu viele Sätze, Süße. Aber...“ &lt;p&gt;„Ich brech’ zusammen! Brech’ zusammen!“ &lt;p&gt;„Hey, Arife.“ Oliver war herbeigeeilt und hatte ein Wasser dabei. Oder was immer sich in dem Glas befinden mochte. „Schon gut.“ Sanft rieb er ihr über den Rücken und redete beruhigend auf sie ein. Sofort hörten ihre Schultern auf zu vibrieren. „Würdest du dann bitte...? Lulu?“ &lt;p&gt;„Hmpf?“, war der einzige Laut, der meinem Mund zwischen Zähnen und Cheeseburger entwich. &lt;p&gt;Tatsächlich war die Moderatorenkaraoke das uneingeschränkte Highlight der Veranstaltung. Alle – na ja, fast – Mitglieder des Radios &lt;i&gt;Sonnenschein&lt;/i&gt; boten ihre Gesangskünste mehr oder weniger erfolgreich dar. Als Günni Shakiras &lt;i&gt;Waka Waka &lt;/i&gt;zusätzlich choreografisch untermalte, brüllte das Publikum vor Begeisterung. Es tobte und kreischte, als Oliver &lt;i&gt;Dynamite&lt;/i&gt; von Taio Cruz performte und mit &lt;i&gt;Raise your glass&lt;/i&gt; von – dreimal dürft ihr raten – Pink hielt ich die Stimmung weiter oben.  &lt;p&gt;Marc hingegen überraschte mit der perfekten Performance von Lenny Kraviz’ &lt;i&gt;I’ll be waiting&lt;/i&gt;. Mit ungewöhnlich charmantem Lächeln übergab er mir das Mikro und ließ seine Hand sachte über meinen Rücken gleiten, als ich ihm anerkennend zunickte. Vielleicht war er doch nicht die emotionale Amöbe, für die ich ihn hielt? Zeit, darüber nachzudenken, hatte ich nicht. Der Zufallsgenerator hatte mir &lt;i&gt;Heavy Cross&lt;/i&gt; von Gossip aufs Auge gedrückt. Ich hatte zunächst große Mühe, die Tonlage zu treffen und spürte, wie mir der Schweiß aus allen Poren drang. Unser Publikum bekam davon nichts mit, denn die Stimmung hatte inzwischen ihren Höhepunkt erreicht und war am Kochen. Und das lag offensichtlich nicht nur an den sommerlichen Temperaturen. &lt;p&gt;Entsprechend erleichtert und ein Mü stolz auf mich, stieg ich von der Bühne.  &lt;p&gt;„Klasse Auftritt!“ Eine der jungen Frauen, die ich vor wenigen Stunden auf der Toilette getroffen hatte, hielt anerkennend den Daumen nach oben. Die brünette mit dem o.b.-Angebot. Die andere, blond und gerade menstruierend, hatte mir mit vor der Brust verschränkten Armen den Rücken zugewandt. Jetzt warf sie mit einem missbilligenden „Pöh!“ ihren Kopf in den Nacken.  &lt;p&gt;„Findest du nicht?“ &lt;p&gt;Ich verlangsamte meinen Schritt. Schließlich war ich an der Meinung des Publikums interessiert. Und so ein bisschen Politur fürs Ego war auch nie verkehrt. &lt;p&gt;„Naja“, schnarrte das Gegenüber. „Von der Optik hat’s gepasst. Fett und schräg.“ &lt;p&gt;Betroffen ließ ich den Kopf hängen und ging rasch weiter. Die hatte gut reden! Sie war einsachtzig groß, hatte Beine bis zum Kinn und ein Taille... Ich stutzte. Ich kannte sie! Grübelnd hockte ich mich auf eine etwas abgelegene freie Parkbank. &lt;p&gt;„Hey, Lulu!“ Marc kam auf mich zu. Er sah aus, als wäre er auf der Flucht. Schnaufend ließ er sich neben mir nieder. „Das war wirklich ein klasse Auftritt.“ &lt;p&gt;„Danke, lieb von dir“, erwiderte ich ehrlich und blieb auch gleich dabei: „Ich war von deiner Kravitz-Einlage ganz schön überrascht. Und beeindruckt! Das klang besser als das Original.“ &lt;p&gt;„Oh!“ &lt;p&gt;Na, was war denn das? Der frauenverachtende Gefühlsanalphabet bekam tatsächlich rote Ohren? &lt;p&gt;„Das war ein Kompliment, falls es irgendwie nicht bei dir angekommen ist“, unterbrach ich das plötzlich entstandene Schweigen. &lt;p&gt;Wieder nickte Marc nur. &lt;p&gt;&lt;i&gt;So lately, been wondering, &lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;who will be there to take my place. &lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;When I'm gone, you'll need love &lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;to light the shadows on your face…&lt;/i&gt; &lt;p&gt;&lt;i&gt;&lt;/i&gt; &lt;p&gt;Sams Bariton drang durch die Menge und brachte sofort jede einzelne Faser meines Körpers zum vibrieren. Marc tat gut daran, sich weiterhin in Schweigen zu hüllen. Ich hatte nicht gedacht, dass Sam auf die Bühne gehen würde. Umso mehr genoss ich jetzt. Ich schloss die Augen. &lt;p&gt;&lt;i&gt;My life and love might still go on. &lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;In your heart, in your mind, &lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;I'll stay with you for all of time. &lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;If I could, then I would,&lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;I'll go wherever you will go…&lt;/i&gt; &lt;p&gt;&lt;i&gt;&lt;/i&gt; &lt;p&gt;Ein Räuspern holte mich aus der geistigen Sphäre, in der nur Sam und ich uns befanden.  &lt;p&gt;„Kann ich dir etwas zu Trinken mitbringen?“ Marc war aufgestanden und sah etwas betreten zu mir hinab. „Oder zu Essen?“ &lt;p&gt;Ich brauchte einen kurzen Moment, noch immer klang Sams Stimme in meinen Ohren. Dann schüttelte ich den Kopf. „Sag’ mal, Marc. Bin ich eigentlich fett?“ &lt;p&gt;„Fett?“ Verwundert zog er die Augenbrauen nach oben. „Quatsch. Nö, eigentlich nicht.“ &lt;p&gt;„Eigentlich?“ Mein Magen schnürte sich zusammen. „Eigentlich?“ &lt;p&gt;Marc trat verlegen von einem Fuß auf den anderen. Dann räusperte er sich erneut, grinste dreckig und war wieder ganz der Urzeitmacho, den ich kannte. „Nein, nicht eigentlich. Lulu, du bist nicht fett. Definitiv nicht. Das scheint nur so, weil deine Hupen plötzlich so riesig sind.“ &lt;p&gt;„Ach“, meinte ich und winkte lässig ab. „Und ich dachte immer, mein Bauch ist nur so schwer, weil die Beine so weit hinten stehen. Hau ab!“&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-3046070556686217548?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/3046070556686217548/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=3046070556686217548&amp;isPopup=true' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/3046070556686217548'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/3046070556686217548'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/05/herzblatt-kapitel-27.html' title='Herzblatt – Kapitel 27'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-6548522634646453795</id><published>2011-05-27T05:18:00.000+02:00</published><updated>2011-05-27T05:18:01.071+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 26</title><content type='html'>&lt;p&gt;Als ich mich im Morgengrauen erschöpft in mein Kissen sinken ließ, summte es in meinen Ohren. Ich spürte, schmeckte Sam noch immer an und in mir und strich ihm sanft über den Oberschenkel, als ich aufschrak. Verdammt! Hektisch begann ich, nach meinem Handy zu suchen, bis mir einfiel, dass es noch immer im Wohnzimmer lag. Ich zog mir rasch mein Sleepshirt über und hastete die Treppen nach unten. Auf dem Tisch blinkte und zappelte und kreischte es und ich fragte mich, ob mein Mobilfunkgerät in der Lage wäre, irgendwann nur noch zu krächzen? Rasch stellte ich den Weckruf ab. Halb vier. Ich stöhnte. &lt;p&gt;„Na?“ Sam stand unvermittelt hinter mir. Nackt. Und seine Freude, mich zu sehen, konnte ich deutlich an meinem Steiß spüren. &lt;p&gt;„Ich muss zur Arbeit“, sagte ich mit größtem Bedauern in der Stimme.  &lt;p&gt;„Sofort?“ Er klang heiser. &lt;p&gt;„Um fünf.“ &lt;p&gt;„Soso.“ &lt;p&gt;Ich brachte kaum zustande, mich von ihm zu lösen. Doch ich konnte unmöglich gleich zu meiner ersten Sendung zu spät kommen. &lt;p&gt;„Aber es reicht doch noch für eine Dusche und eine Tasse Kaffee, oder?“  &lt;p&gt;Geduscht hatten wir. Unter anderem. Für den Kaffee blieb danach allerdings keine Zeit mehr. &lt;p&gt;„Scheiße!“, fuhr ich aus, als ich nach Björns Autoschlüssel griff. „Tyson!“ &lt;p&gt;Bislang war immer jemand da, der nach ihm sah. Doch jetzt war Björn gut fünfhundert Kilometer entfernt – und Tyson noch nie alleine zu Hause.  &lt;p&gt;„Nimm’ ihn mit“, schlug Sam vor und nahm das aufgeregte Bündel hoch. &lt;p&gt;„In den Sender?“ &lt;p&gt;Er nickte wie selbstverständlich. „Lotte wird ihm nichts tun. Das weiß ich sicher.“ &lt;p&gt;„Und umgedreht?“ &lt;p&gt;Er lachte und schob mich aus der Tür.  &lt;p&gt;Am Wagen verabschiedete er sich mit einem innigen Kuss. „Wir sehen uns gleich. Ich muss nur noch schnell in meiner Wohnung vorbei.“ &lt;p&gt;Sam tauchte erst fünf Stunden später im Sender auf. Oliver und ich hatten das Frühstücksprogramm gerade beendet und ich war auf dem Weg in den Aufenthaltsraum, um uns zwei Kaffee zu holen, damit wir nacharbeiten und die morgige Sendung vorbereiten konnten.  &lt;p&gt;Ich sah ihn am Treppenaufgang stehen. Steif und blass. Nur Lotte fegte an ihm vorbei durch das Großraumbüro, die Nase am Boden klebend, bis sie Tyson entdeckte und ihn erstaunt begaffte. &lt;p&gt;„Sam?“, fragte ich und konnte die Angst in meiner Stimme nicht verbergen. „Ist mit deiner Mum alles okay?“ Das war mein erster Gedanke. Der zweite Gedanke und mein Gefühl sagten mir jedoch, dass er Sorgen der ganz anderen Art hatte.  &lt;p&gt;Sam nickte schwach, sein Gesichtsausdruck starr. Ich erkannte die Ader an seinem Hals und konnte sehen, wie sie pochte. &lt;p&gt;„Hey!“ Oliver ging wie zufällig an Sam vorbei und klopfte ihm auf die Schulter. „Alles klar?“ &lt;p&gt;Er schien alle seine emotionalen Kräfte zu mobilisieren, bemüht, sich zu entspannen. Es gelang ihm nicht wirklich gut. „Klar“, kam es trocken aus seiner Kehle. Er räusperte sich und kam auf mich zu. „Tut mir leid“, sagte er leise, „dass ich deine erste Sendung verpasst habe.“ &lt;p&gt;„Das ist aber nicht dein Problem“, erwiderte ich, ebenfalls fast lautlos. &lt;p&gt;Sam schüttelte den Kopf und blickte über meine Schulter. „Hast du einen Moment für mich?“ &lt;p&gt;&lt;i&gt;Für dich habe ich ein ganzes Leben&lt;/i&gt;, dachte ich und wusste doch, dass er es nicht in Anspruch nehmen würde. Wir gingen in den Aufenthaltsraum und Sam schloss die Tür.  &lt;p&gt;„Lulu...“ Er hob die Hand, um meine Wange zu berühren, zog sie jedoch in letzter Sekunde zurück, als könnte sie ihn verbrennen. „Ich weiß nicht, wie...“ &lt;p&gt;„Vielleicht versuchst du es stattdessen mit dem &lt;i&gt;Was&lt;/i&gt;?“, schlug ich vor, als er stockte und offenbar tatsächlich nicht mehr weiter wusste. &lt;p&gt;Sam kniff sich in den Nasenrücken, trat einen Schritt vor und dann wieder zurück.  &lt;p&gt;Ich wartete, ob noch etwas kam. Dann entschied ich, es ihm leichter zu machen. „Du hast eine Freundin, Sam. Ich weiß. Und sie bekommt ein Kind von dir.“ &lt;p&gt;Er zuckte zusammen, als hätte ich ihm Nadeln unter die Fingernägel gerammt. Ein sonderbar fremdes Bild bei einem gestanden Kerl wie ihm. &lt;p&gt;„Du wirst bei ihr bleiben.“ &lt;p&gt;„Ich wollte nie...“ &lt;p&gt;„Dass es soweit kommt? Wie weit, Sam? Nein“, ich hob abwehrend die Hände. „Ich will es gar nicht wissen. Denn es ist egal.“ &lt;p&gt;„Lulu...“ Nun legte er doch seine Hand auf meine Wange.  &lt;p&gt;Ich umfasste sein Handgelenk. „Sam, ich habe nie, wirklich nie erwartet, dass du sie für mich verlässt. Ich erwarte es auch jetzt nicht.“ &lt;p&gt;Er zog skeptisch die Augenbrauen zusammen.  &lt;p&gt;„Gehofft. Ja. Aber nicht erwartet. Und alles, was ich mir von dir wünsche“, fuhr ich fort und schluckte den Klos in meinem Hals hinunter, „ist einfach nur in deiner Nähe sein zu können.“ &lt;p&gt;Er wandte den Kopf ab. Seine Brust hob und senkte sich stoßweise und es sah aus, als hätte er am liebsten geweint. Aber große Jungs weinen nicht. „Meine Mutter hat alles aufgegeben“, begann Sam und fixierte einen leeren Punkt im Raum. „Damals. Ihre Freunde, ihr Zuhause, und ging mit ihm nach Amerika. Ich war nicht mal drei Wochen alt, als er sie verlassen hat.“ Er sah mir nun fest in die Augen. „Sie hat mir alles gegeben, was sie konnte. Mir hat es an nichts gefehlt. Nur eben an einem Vater.“ &lt;p&gt;„Sam?“ Vorsichtig schlang ich meine Arme um ihn und legte den Kopf auf seine Brust. „Du musst mir nichts erklären.“ &lt;p&gt;Ich spürte seine Hände auf meinem Rücken, das Pochen seines Herzens unter meinem Ohr – und dann nur noch Stille. &lt;p&gt;Als wir nach einer gefühlten Ewigkeit aus dem Aufenthaltsraum traten, hatte sich ein Pulk gebildet, dessen Gesichter wie gebannt auf eine Ecke des Großraums starrten.  &lt;p&gt;„Was ist denn hier los?“, fragte ich und versuchte, einen Blick auf das allgemeine Amüsement zu werfen.  &lt;p&gt;Sam atmete auf, wohl, weil etwas anderes als unser gemeinsamer Aufenthalt hinter geschlossener Tür die Aufmerksamkeit der Kollegen erregt hatte. &lt;p&gt;„Love is in the air, everywhere I look around.“ Till forderte mich zum Tanz auf, indem er ungefragt nach meiner Hand griff und mich durch das Büro wirbelte. &lt;p&gt;„Du solltest schleunigst seine Triebe unter Kontrolle bringen, Lulu“, schlug Marc vor und grinste blöde.  &lt;p&gt;Ich spürte Hitze aufsteigen, die mir wie eine Stichflamme in den Kopf schoss, als er Sam auf die Schulter klopfte. „Nicht wahr?“ &lt;p&gt;Sam kickte mit einer einzigen, ruppigen Bewegung die Hand von seiner Schulter und trat auf die Menschentraube zu. „Ach?“ &lt;p&gt;Till ließ mich los, nachdem ich drohte, ihm auf die Schuhe zu kotzen. Ich quetschte mich an Micha und Milena vorbei und stöhnte. „Tyson!“ &lt;p&gt;Mein Chihuahua hatte die Ohren nach hinten gelegt, sein Gesicht war in einer von Lottes tiefen Speckfalten vergraben. Er sah nur kurz auf und mühte sich dann weiter redlich ab, Lotte zu beglücken.  &lt;p&gt;„Naja“, meinte Sam und wandte sich ab. „Darüber, dass sie sich nicht verstehen könnten, brauchst du dir nun keine Gedanken mehr zu machen.“ &lt;p&gt;Ich antwortete nur: „Hmhm“ und ging an meinen Schreibtisch. Arbeit war die beste Ablenkung. Aber die brauchte ich sicher nicht nur, weil mein Neunhundertgrammrüde eine Neunkilohündin begattete. &lt;p&gt;In den nächsten Tagen verkroch Sam sich im gläsernen Kämmerchen, sobald er das Studio betrat. Er ging mir zwar nicht direkt aus dem Weg und war stets bemüht freundlich, doch ich spürte den gleichen Schmerz wie er, sobald wir uns begegneten. &lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-6548522634646453795?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/6548522634646453795/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=6548522634646453795&amp;isPopup=true' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/6548522634646453795'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/6548522634646453795'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/05/herzblatt-kapitel-26.html' title='Herzblatt – Kapitel 26'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-7185525341659677634</id><published>2011-05-26T05:17:00.000+02:00</published><updated>2011-05-26T05:17:00.333+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 25</title><content type='html'>&lt;p&gt;Ich warf meinen Schlüssel auf die Kommode im Flur, nahm Tyson auf den Arm und trottete ins angrenzende Wohnzimmer. Es lag im schwachen Schein einer Kerze. „Na, ihr Turteltäubchen?“, begrüßte ich Björn und Alex. „Seid ja noch wach?“ &lt;p&gt;Björn gähnte. „Selbstverständlich. Schließlich wissen wir nicht, ob wir dich morgen früh noch sehen.“ &lt;p&gt;„Warum? Ziehe ich aus?“ &lt;p&gt;Alex rollte mit den Augen. „Pari-hiiis!“ &lt;p&gt;„Nach Paris?“ Ich nahm eines der Weingläser, die auf den Tisch standen und setzte es an die Lippen. „Ich ziehe nach Paris?“ &lt;p&gt;„Nein. &lt;i&gt;Wir&lt;/i&gt; fahren morgen nach Paris. Verlängertes Wochenende? Geschenk von Sam? Zu unserer Verlobung? Na?“ Björn redete auf mich ein, als sei ich eine Patientin. &lt;p&gt;„Ach, so. Stimmt ja.“ Mein Hirn funktionierte noch. Zwar nicht mehr einwandfrei, aber das Notwendigste fiel mir noch ein. Deshalb stellte ich auch sofort das Glas ab, nahm mir eine Flasche Wasser und ließ mich neben Alex auf das Sofa fallen. „Morgen schon?“ &lt;p&gt;„Hat sich leider nicht anders einrichten lassen“, antwortete Björn zerknirscht. „Eigentlich wäre ich Donnerstag auch lieber bei dir.“ &lt;p&gt;„Warum?“ Hinter vorgehaltener Hand rülpste ich die Kohlensäure aus.  &lt;p&gt;Zwei Augenpaare hefteten sich ungläubig auf mich.  &lt;p&gt;„Auch &lt;i&gt;deine&lt;/i&gt; biologische Uhr tickt, mein Schatz.“ &lt;p&gt;„Was?“ Sofort schoss mir Hitze ins Gesicht. Glücklicherweise war es im Raum so dämmrig, dass Björn es nicht bemerkte.  &lt;p&gt;Er schüttelte den Kopf. „Du wirst auch älter, Liebchen. Vierzig Lenzen, um genau zu sein.“ &lt;p&gt;Und da fiel es mir wieder ein. Ich ließ den Kopf auf die Sofalehne sinken und stöhnte. „Ach, stimmt ja. Auch schon wieder.“ &lt;p&gt;Alex lehnte sich zu mir hinüber. „Du hast doch nicht wirklich deinen eigenen Geburtstag vergessen, Lulu? Obwohl... Frauen tun das ja bekanntlich gerne. Vor allem im fortgeschrittenen...“ &lt;p&gt;„Willst du morgen nach Paris? Oder lieber ins Hospital?“ &lt;p&gt;Als ich am Morgen in die Küche kam, stand auf dem Tisch eine riesige Marzipantorte. Davor lag eine Karte. &lt;i&gt;Da man vorträglich nicht gratulieren darf, darf auch das Geschenk erst heute Nacht geöffnet werden. In Liebe, Björn &amp;amp; Alex&lt;/i&gt;. Gerührt strichen meine Finger über die samtene Schleife des kleinen Päckchens, das sich unter der Karte befand. Ich schaltete den Kaffeeautomaten ein, fischte eine Gabel aus der Schublade und machte mich dann über den Kuchen her. &lt;p&gt;„Umpf!“, war alles, was ich nach zwanzig Minuten noch herausbrachte. Wenn dieser Heißhunger und die Fressattacken noch weiter anhalten würden, gäbe ich bestimmt ein erfolgreiches Model für die Vorher-Präsentation von &lt;i&gt;Weight Watchers&lt;/i&gt; ab. &lt;p&gt;Ich würde erst morgen wieder im Studio sein müssen und so nahm ich mir vor, diesen Tag ganz entspannt anzugehen. Eigentlich könnte ich ja auch so lange vor mich hinfaulen, bis ich stank? Tyson machte mir einen Strich durch die Rechnung. Er stand an der Wohnungstür und trommelte mit den Füßen.  &lt;p&gt;Während unseres ausgedehnten Spaziergangs dachte ich über Sam nach. Und über unser Baby, welches in mir wuchs. Über die Schwangerschaft würde ich ihn aufklären, so viel war klar. Ich war schließlich keine Mistkuh – und hatte auch nicht vor, eine zu werden. Doch wann? Und wie? Und welche Reaktion hatte ich von ihm zu erwarten? Ich versuchte, mir alle möglichen Szenarien auszumalen. Doch ein Gefühl der Besorgnis stellte sich nicht ein. Mein Vertrauen in Sam war ungebrochen, ungeachtet allem, was bisher geschehen war.  &lt;p&gt;„Verdammt, hau ab! Und lass’ mich in Ruhe. Ein für alle mal!“ Das Kreischen drang aus der Küche des gepflegten Reihenhäuschens, an dem Tyson und ich gerade vorbei kamen. Porzellan klirrte und ein Baby begann zu schreien. „Pack’ deine Koffer und geh!“ &lt;p&gt;Der Mann, der nun schemenhaft im Fenster zu erkennen war, streckte beruhigend die Hände aus und redete auf die Frau ein. Doch sie wehrte ihn ab. „Verschwinde! Du hast mich betrogen. Hast du auch nur einmal an unser Kind gedacht?“ &lt;p&gt;In meinem Hals bildete sich ein Klos und ich trieb Tyson rasch zum Weitergehen an. Ich hatte nicht länger Lust, Zeugin dieses Unglücks zu sein. &lt;p&gt;Zuhause ließ ich mich nachdenklich auf das Sofa fallen. Ein unerwarteter Gedanke drängte sich mir auf. Was würde ich Sam mit der Wahrheit eigentlich antun? Auch seine Freundin erwartete ein Kind von ihm, der Grund, weshalb er bei ihr blieb. Der wahrscheinlich &lt;i&gt;einzige&lt;/i&gt; Grund. Und der Grund für unsere ganze verfahrene Situation. Ich stützte den Kopf in die Hand und versuchte, mich in ihn hinzuversetzen. Verdammt! Ich würde glatt durchdrehen an seiner Stelle. &lt;p&gt;Obwohl ich am nächsten Morgen bereits um fünf Uhr im Studio sein musste, beschloss ich, bis Mitternacht wach zu bleiben. An Schlaf war ohnehin nicht zu denken. Meine Überlegungen trieben mich um. Und ich fand zu keiner Lösung. &lt;p&gt;„Morgen auf Tara will darüber nachdenken.“ Ich sprach die letzte Textpassage von Scarlett O’Hara in &lt;i&gt;Vom Winde verweht &lt;/i&gt;laut mit. Den Film kannte ich auswendig. Und ich liebte ihn innig. „Dann werde ich es ertragen. Morgen wird mir schon einfallen, wie ich ihn mir wieder erobere. Schließlich, morgen ist auch ein Tag.“ Nach dem Abspann schaltete ich die DVD aus und warf einen Blick auf mein Handy. Vier, drei, zwei, eins. „Happy Birthday, altes Mädchen.“ Seufzend stand ich auf und schlurfte Richtung Küche. Jetzt durfte ich endlich das Geschenk von Björn und Alex aufpacken. Jippieh! &lt;p&gt;Als ich auf halben Weg war, klingelte es. Zeitgleich kündigte mein Handy eine eingehende SMS an. Unschlüssig, wem oder was ich meine Aufmerksamkeit zuerst widmen sollte, öffnete ich die Tür.  &lt;p&gt;„Hi, Lulu.“ &lt;p&gt;„Sam?“ Wieder einmal war ich beeindruckt von seiner Größe, die fast den ganzen Türrahmen ausfüllte. „Was machst &lt;i&gt;du&lt;/i&gt; hier?“ &lt;p&gt;„Björn und Alex haben mich gebeten, nach dir zu sehen“, antwortete er ein wenig steif. „Außerdem dachte ich, könnte ich dir auch gleich zum Geburtstag gratulieren.“ &lt;p&gt;„Jetzt?“ &lt;p&gt;„Ja.“ Er zuckte entschuldigend die Schultern.  &lt;p&gt;„Mitten in der Nacht? An einem Wochentag?“ &lt;p&gt;„Dafür bin ich nicht verantwortlich. Das hätte deine Mutter mit der Hebamme klären müssen.“ &lt;p&gt;„Hä?“ Mein Gott, ich sah ihn an, spürte die Wärme, die sein Körper ausstrahlte, sog den Duft ein – und war schon wieder voll auf Droge. „Und... und... und wenn ich schon geschlafen hätte?“ &lt;p&gt;„Es brennt Licht, der Fernseher läuft“, stellte er sachlich fest. „Ich durfte davon ausgehen, dass du noch wach bist, oder?“ &lt;p&gt;Bevor ich mich oder gar ihn fragen konnte, was er überhaupt um diese Uhrzeit vor meinem Haus tat, spürte ich die Kälte in seiner Stimme. „Ich kann sofort wieder gehen.“ &lt;p&gt;„Nein, nein! Komm’ rein.“ Ich packte ihn rasch am Ärmel und zog ihn in den Flur. Er folgte mir in die Küche.  &lt;p&gt;„Kaffee?“ &lt;p&gt;„Was sonst?“ Lässig ließ er seine Motorradjacke über die Stuhllehne gleiten und nahm Tyson auf den Arm.  &lt;p&gt;Ich seufzte. Bei niemandem, den ich kannte, löste sich Anspannung so schnell auf wie zwischen Sam und mir. Erleichtert füllte ich den Tank der Kaffeemaschine mit Wasser auf und schaltete sie ein.  &lt;p&gt;Als ich mich streckte, um eine Tasse aus dem oberen Regal zu holen, spürte ich Sams Atem in meinem Nacken. „Alles Gute zum Geburtstag, Lulu.“ &lt;p&gt;Aus dem Wohnzimmer drang gedämpft Musik in die Küche. Alex Max Band.  &lt;p&gt;&lt;i&gt;Tonight, I got you where I want you, &lt;/i&gt; &lt;p&gt;&lt;i&gt;closer I can tell you anything… &lt;/i&gt; &lt;p&gt;&lt;i&gt;&lt;/i&gt; &lt;p&gt;Ich stellte das Geschirr ab, drehte mich jedoch nicht um. Er strahlte eine unglaubliche Hitze aus und mein Rücken fühlte sich wohlig warm an. &lt;p&gt;Sam hatte den Kopf geneigt, sein Mund berührte mein Ohr. Der tiefe Bariton seiner Stimme vibrierte auf meiner Haut.  &lt;p&gt;„Sam?“ &lt;p&gt;„Hmmm?“ &lt;p&gt;„Tu nichts, was du nachher bereust.“ Obwohl ich flüsterte, zitterte meine Stimme. &lt;p&gt;„Versprochen“, hauchte er mir ins Ohr, bevor seine Lippen zärtlich meinen Hals berührten. &lt;p&gt;Als Sam sanft mit dem Finger über meinen Nacken strich und mich unter dem Ohrläppchen küsste, genau an der Stelle, die in meinem Körper eine Woge des Verlangens auslöste, verwarf ich jeden Gedanken an Unrecht, Betrug, Enttäuschung und Benutztwerden. Ich wollte ihn anfassen, jeden Zentimeter seines Körpers mit meinen Händen berühren. Ich drehte mich um und legte den Kopf in den Nacken. &lt;p&gt;Sam packte meine Hüfte und hob mich auf den Tresen. Doch immer noch musste ich zu ihm aufsehen. Er war unglaublich groß. Unglaublich groß war auch die Sehnsucht, die in seinen blauen Augen lag.  &lt;p&gt;Ich schlang meine Beine um seine Taille und zog ihn an mich. Während mein Handy aus dem Wohnzimmer drei weitere Kurznachrichten ankündigte, genoss ich Sams Lippen auf meinen und das Spiel unserer Zungen. Wie zwei Verhungernde nährten wir uns von gegenseitigem Verlangen. &lt;p&gt;Während einer atemlosen Pause zwischen wilden Küssen öffnete ich den Kopf seiner Jeans. Noch bevor ich den Reißverschluss aufzurren konnte, griff Sam unter meinen Po und hob mich an. Ich schlang meine Beine fester um ihn und verschränkte die Arme hinter seinem Nacken, als er mich die Treppe hinauf in mein Zimmer trug.  &lt;p&gt;Wieder einmal hatte sich mein Radiowecker verselbständigt. Die Black Eyed Peas empfingen uns so passend wie nur gerade jetzt möglich.  &lt;p&gt;&lt;i&gt;I gotta feeling, that tonight's gonna be a good night,&lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;that tonight's gonna be a good, good night...&lt;/i&gt; &lt;p&gt;Wie recht sie hatten, zeigte mir Sam über Stunden hinweg und mit unzähligen Orgasmen.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-7185525341659677634?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/7185525341659677634/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=7185525341659677634&amp;isPopup=true' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/7185525341659677634'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/7185525341659677634'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/05/herzblatt-kapitel-25.html' title='Herzblatt – Kapitel 25'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-8167970047621472469</id><published>2011-05-25T05:16:00.000+02:00</published><updated>2011-05-25T05:16:00.483+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 24</title><content type='html'>&lt;p&gt;Oliver stand gegen halb vier in der Tür zu meinem Zimmer, um mich abzuholen. &lt;p&gt;„Na, das nenne ich Service“, sagte ich überrascht und faltete Sams Jacke auf meinem Kopfkissen. Tyson schien nur darauf gewartet zu haben, denn nun schnüffelte er schwanzwedelnd am Stoff und rollte sich dann in dessen Mitte ein. „Ich wollte gerade los.“ &lt;p&gt;„Genau deshalb bin ich hier.“ Oliver schüttelte den Kopf und trat ein. „Glaubst du, ich würde dich mit der Bahn fahren lassen?“ &lt;p&gt;„Glaubst du, ich bin die ganze Zeit in den Sender geflogen? Oder teleportiert?“, erwiderte ich. &lt;p&gt;Er seufzte.  &lt;p&gt;„Hey“, klopfte ich ihm auf die Schulter. „Der &lt;i&gt;Prinzessinnentag&lt;/i&gt; ist vorbei. Ich bin jetzt wieder eine Bürgerliche.“ &lt;p&gt;„Hm“, machte Oliver und murmelte etwas, das sich anhörte wie: „Für jemanden bist du eine Königin.“ Es konnte aber auch heißen: „Wie kann man nur so blöd sein?“ &lt;p&gt;Ich überhörte jedweden Kommentar. Ich fühlte mich gut wie schon lange nicht mehr. Noch immer Sams Geruch in der Nase, war ich wie berauscht. Er war meine Droge. Selbst wenn er nicht bei mir, nicht &lt;i&gt;mein&lt;/i&gt; war, drehte sich jeder Gedanke nur um ihn. Ich nährte mich von der Erinnerung, seinem Duft, seinem Bild in meinem Kopf – und blendete die nackte Wahrheit einfach aus. &lt;p&gt;„Geht’s dir gut?“ Oliver sah stirnrunzelnd zu mir hinüber.  &lt;p&gt;„Ja“, antwortete ich und nahm die Hand von meinem Bauch. „Warum?“ &lt;p&gt;Er zog den Schlüssel aus dem Zündschloss. Erst jetzt registrierte ich, dass wir bereits auf dem Parkplatz des Sendestudios standen und er den Motor abgeschaltet hatte. „Oh!“, machte ich und stieg rasch aus. &lt;p&gt;Gemächlich gingen wir auf den Eingang zu. „Ist...? Wer hat denn heute alles Schicht?“ &lt;p&gt;Oliver strich mir wie beiläufig über den Rücken. „Ich weiß nicht, ob Sam da ist.“ Seine Stimme war ruhig und leise und ich spürte seinen besorgten Blick. &lt;p&gt;Ich reckte das Kinn. „Danach habe ich nicht gefragt.“ &lt;p&gt;„Ja, nee. Iss klar.“ &lt;p&gt;Ich boxte ihm spielerisch gegen die Schulter. &lt;p&gt;Als Lotte meine Stimme im Eingang hörte, begann sie am Treppenaufgang wie wild zu bellen und zu jaulen. Sie wackelte so wild mit dem Kopf, dass ihre Schnauze aussah wie eine Ziehharmonika beim Polkaspielen. &lt;p&gt;„Vielleicht sollte ich dir lieber nicht verraten“, feixte Oliver, „dass sie dir gestern Abend mit ihrer Zunge einen Vollwaschgang verpasst hat?“ &lt;p&gt;„Ach?“, machte ich mit übertriebener Erleichterung. „Ich dachte schon, ich hätte mich selbst besabbert.“ &lt;p&gt;Die Kolleginnen und Kollegen der Schicht begrüßten mich freudig, aber besorgt, und ich räumte mit einem festen „War echt nur der Kreislauf!“ alle Spekulationen im Vorfeld aus.  &lt;p&gt;„Lulu!“ Arifes Umarmung war ehrlich herzlich. „Du hast uns allen einen ganz schönen Schrecken eingejagt. Aber...“ Sie hielt inne, als mein Blick zum letzten Schreibtisch vor dem Sendestudio wanderte. &lt;p&gt;Günni stand auf. Er kam mit einem strahlenden Lächeln und ausgestreckten Armen auf Oliver und mich zu. „Lulu!“ &lt;p&gt;„Soso!“ Der Laut, der meiner Kehle entfuhr, klang drohend. Kein Kunststück, wenn man, wie ich, von Natur aus eine rauchige Stimme hatte. „Da ist er ja.“ &lt;p&gt;Günni hielt irritiert mitten in der Bewegung inne.  &lt;p&gt;Ich verschränkte die Arme vor der Brust und setzte mein bösestes Gesicht auf. Nicht einfach, denn diesbezüglich war mein Repertoire sehr beschränkt. Ich bin im Allgemeinen der eher freundliche Typ. „Was“, begann ich langsam, „bildest du dir eigentlich ein?“ &lt;p&gt;Günni runzelte die Stirn. Verunsichert sah er zu Oliver hinüber. Doch der senkte wortlos den Kopf. &lt;p&gt;„Da fällt man mal einen Tag aus und schon nistest du dich hier ein, spannst mir mein &lt;i&gt;Herzblatt&lt;/i&gt; aus und erwartest wohl, dass ich dich mit offenen Armen begrüße? Du hast doch nur darauf gewartet, wie die Katze vor dem Mauseloch. Denkst du wirklich, du könntest mich ersetzen?“ &lt;p&gt;„Äh...“ &lt;p&gt;„Äh?“, zischte ich spöttisch. „Willst du damit unseren Hörern seelischen Beistand leisten? Wer denkst du eigentlich, dass du bist?“ &lt;p&gt;Er räusperte sich. „Ich weiß, wer &lt;i&gt;du&lt;/i&gt; bist.“ &lt;p&gt;Ich zog überrascht eine Augenbraue nach oben. „So? Wer denn?“ &lt;p&gt;Günni straffte den Rücken und sah mir aus dicht bewimperten Augen unter sauber geschwungenen Brauen selbstbewusst ins Gesicht. „Die schlechteste Lügnerin auf Gottes schöner Erde.“ &lt;p&gt;„Verdammt“, fluchte ich und konnte mir das Grinsen nun endgültig nicht mehr verkneifen. „Da hast du so was von Recht.“ &lt;p&gt;Nun hob auch Oliver den Kopf. Die ganze Zeit schon hatte sein Rücken gebebt. Jetzt stieß er ein lautes Lachen aus. „Tut mir echt leid, Lulu“, japste er. „Aber lügen kannst du wirklich nicht.“ &lt;p&gt;Ich zuckte mit den Schultern und wenig später saßen Günni und ich am Schreibtisch wie zwei lange getrennte Freunde, die sich nun unglaublich viel zu erzählen hatten. &lt;p&gt;„Weißt du eigentlich“, merkte Günni an und reichte mir eine Tasse frisch aufgebrühten Tee, „dass ich in der neunten Klasse tierisch verknallt in dich war?“ &lt;p&gt;„Ouh.“ Mein eben noch strahlendes Gemüt sank in sich zusammen. „Echt?“ &lt;p&gt;Seine Augenbrauen schoben sich misstrauisch zusammen. „Begeisterung sieht anders aus.“ &lt;p&gt;„Ähm... also... nicht, dass mich das nicht ehren würde. Aber...“ Ich schnaubte ein verächtliches Lachen durch die Nase. „Du bist schwul. Mein Ex-Mann ist schwul. Wehe dem Mann, der sich als nächstes in mich verliebt.“ &lt;p&gt;„Och“, meinte Günni, verschränkte die Hände im Nacken und lehnte sich entspannt zurück. „Ich denke, da brauchst du dir keine Sorgen zu machen.“ Sein Blick fiel über meine Schulter.  &lt;p&gt;Langsam drehte ich mich mit meinem Stuhl um. Lotte hob den Kopf, gähnte schmatzend und trottete schlaftrunken auf Sam zu. &lt;p&gt;Sam verharrte am Treppenaufgang und ging in die Hocke, um die träge Bulldogge ausgiebig zu begrüßen. Ganz offensichtlich bemüht, mich nicht anzuschauen. Und er sah elend aus. Unrasiert und blass. Es zog mir das Herz zusammen. &lt;p&gt;„Es geht mich ja nichts an...“ &lt;p&gt;„Genau“, fuhr ich Günni über den Mund und setzte einen geschäftlichen Ton auf. „Jetzt wird nicht mehr gequatscht. Wir haben schließlich eine Sendung vorzubereiten.“ &lt;p&gt;Beinahe unbemerkt verschwand Sam im gläsernen Kämmerchen. &lt;p&gt;Mit Günni zusammen zu arbeiten, war eine Bereicherung. Er sprühte geradezu vor Ideen. Gut eine Stunde vor Sendebeginn stand unser Konzept. In allen, jeder erdenklichen Situation angepassten Varianten.  &lt;p&gt;„Ich schau’ noch meine eMails durch“, entschuldigte ich mich zufrieden, rollte mit dem Stuhl zum nächsten freien PC und loggte mich ein. Das Passwort für meinen &lt;i&gt;Herzblatt&lt;/i&gt;-Account schrieb ich auf einen Zettel, den ich Günni reichte. &lt;p&gt;Durch die Lautsprecher, die in allen Ecken des Großraumbüros angebracht waren, konnte man hintergründig alle Sendungen verfolgen.  &lt;p&gt;„Let me hold you for the last time, it's the last chance to feel again“, summte ich leise den laufenden Song von James Morrison mit. „But you broke me, now I can't feel anything...“ Ich wippte mit dem Fuß im Takt, während meine Finger über die Tastatur klapperten und eMails beantworteten. Frauen waren eben tatsächlich multitaskingfähig.  &lt;p&gt;„You can't play on broken strings. You can't feel anything that your heart don't want to feel. I can't tell you something that ain't real.“  &lt;p&gt;Es fiel mir gar nicht auf, wie ich immer klarer und somit auch lauter sang, bis Günni sich plötzlich einklinkte. „Oh what are we doing? We are turning into dust…“ Mit seiner hellen, leicht quäkenden Stimme gab er eine ausgezeichnete Nelly Furtado. &lt;p&gt;Die Kollegen sahen von ihren Bildschirmen auf und verfolgten unsere spontane Karaoke mit teils belustigten, teils beeindruckten Mienen.  &lt;p&gt;„Let me hold you for the last time, it's the last chance to feel again.“ Unisono beendeten wir unsere Vorstellung und wurden mit Applaus belohnt. &lt;p&gt;Günni drückte mir einen Kuss auf die Wange, bevor ich mich mit glühendem Gesicht weg duckte und in den Aufenthaltsraum eilte. Er genoss die Aufmerksamkeit. Ich sang gerne, oft und laut. Jedoch immer nur unter der Dusche, am Bügelbrett oder im Auto. Mir war das peinlich. &lt;p&gt;„Lulu?“ &lt;p&gt;Ich schreckte so sehr zusammen, dass mein Teebeutel bis zur Fensterbank flog. „Mein Gott, Arife! Tu das nie wieder!“, keuchte ich und presste meine Hand auf die Brust.  &lt;p&gt;Sie kicherte. „Gibst du Flugstunden?“ &lt;p&gt;Kopfschüttelnd fischte ich den Beutel aus dem Ficus und ließ ihn in meine Tasse gleiten. &lt;p&gt;„Entschuldigung.“ Sie rieb mir über den Rücken. „Wie geht’s dir?“ &lt;p&gt;Ich goss kochendes Wasser nach und drehte mich zu ihr um. „Gut.“ Mein Herzschlag hatte sich wieder verlangsamt und ich schlug einen freundlichen Ton an. Ich mochte Arife. „Wirklich. Ich habe dir auch noch gar nicht gedankt. Für gestern Abend.“ &lt;p&gt;„Hey“, hob sie abwehrend die Hände. „Ich habe nichts gemacht. Außer blöd dagestanden.“ Arife blickte beschämt zu Boden. „Ich wusste gar nicht, was ich tun sollte. Wenn nicht...“ Ein tiefes Seufzen entfuhr ihrer Kehle. Dann sah sie mir in die Augen. „Ich hab’... ich hab’ aufgeschrieen, weil ich mich so erschrocken hatte. Und da kamen Sam und Oliver. Oliver hat sofort den Notarzt gerufen und Sam hat dich gehalten.“ &lt;p&gt;„Gehalten?“ Ich mochte mir gar nicht vorstellen, wie derangiert ich in dieser Situation mal wieder ausgesehen haben musste. Und war aufs Neue peinlich berührt.  &lt;p&gt;„Ja“, antwortete sie zerknirscht. „Es tut mir echt leid.“ &lt;p&gt;„Hey.“ Beruhigend legte ich meine Hand auf ihre Wange. „Ist doch okay.“ &lt;p&gt;„Lulu? Noch fünf Minuten!“ Günni schielte zur Tür hinein und nickte auffordernd mit dem Kopf.  &lt;p&gt;Als ich mit meiner Tasse nach draußen eilen wollte, flüsterte Arife: „So fertig habe ich ihn noch nie gesehen, Lulu. Ich meine... Sam...“ Sie fuchtelte mit den Armen wie ein Pantomime und wollte mir damit wohl visualisieren, dass er ein großer, sehr großer, starker Mann war, den sonst nie etwas aus der Bahn brachte. „Er war fast irre vor Sorge.“ &lt;p&gt;Ich warf ihr einen dankbaren Blick zu, räusperte mich und schlüpfte hinter Günni ins Sendestudio. &lt;p&gt;„Es ist fünf vor eins und ich übergebe das Ruder nun endgültig an ein ganz besonderes Herzblatt.“ Mir wurde ein wenig wehmütig ums Herz, doch ich zwinkerte Günni glücklich zu. „Euch danke ich für die vielen Gespräche, die mich alle ein bisschen reicher gemacht haben und entlasse euch zum letzten Mal in die Nacht mit einem meiner persönlichen Lieblingssongs. Schlaft gut.“ Ich ließ meinen Zeigefinger langsam über den Regler gleiten und atmete tief aus, als Stanfour mit ihrem Hit &lt;i&gt;In your arms&lt;/i&gt; das Sendestudio füllte. &lt;p&gt;„Eine wirklich hervorragende Sendung.“ Oliver saß in meinem Stuhl am Schreibtisch und streckte sich ausgiebig, als Günni und ich aus dem Sendestudio traten. &lt;p&gt;„Was machst du denn hier?“  &lt;p&gt;„Entschuldigung, ich arbeite hier.“ &lt;p&gt;Ich sah demonstrativ zur großen Bahnhofsuhr an der Wand. „Aber doch nicht um diese Zeit?“ &lt;p&gt;Oliver stand auf, kam auf mich zu und strich mir über die Wange. „Lulu, ich glaube, ich habe in diesem Sender schon mehr Zeit verbracht als zu Hause.“ &lt;p&gt;„Na, dann begib dich mal schleunigst dorthin.“ &lt;p&gt;Er lachte leise. „Das hab’ ich vor. Gleich, nachdem ich dich nach Hause gebracht habe.“ &lt;p&gt;„Oliver“, seufzte ich. „Deine Fürsorge ist wirklich rührend. Aber ich bin nicht krank und ich bin auch kein kleines Mädchen mehr.“ &lt;p&gt;„Ich weiß. Und jetzt komm’.“ Seine Hand schloss sich sanft um meinen Arm, duldete aber keinen Widerstand. „Günni?“ &lt;p&gt;Das neue &lt;i&gt;Herzblatt&lt;/i&gt; nickte, packte seine und meine Tasche und folgte uns zum Auto.  &lt;p&gt;„Wisst ihr“, sagte Oliver und scherte aus der Parklücke. „Eure kleine Showeinlage vor der Sendung war richtig gut.“ &lt;p&gt;Ich prustete. „Sicher, sicher.“ &lt;p&gt;„Ich meine das wirklich ernst“, tadelte er mich und fuhr nachdenklich fort. „Und es hat mich auf eine Idee gebracht. Unser Sommerfest in zehn Tagen... Du weißt davon?“ &lt;p&gt;„Äh...“ Natürlich war mir die Umtriebigkeit für das bevorstehende Event nicht entgangen. Wie ich erfahren hatte, war alljährlich eine interne Arbeitsgruppe mit der Organisation be- und vertraut. Und sie organisierten seit Wochen mit Hingabe und Leidenschaft. Meine Unterstützung war daher nicht vonnöten gewesen. „Ja, und?“ &lt;p&gt;„Ich habe bereits mit Micha und den anderen gesprochen“, fuhr Oliver fort. „Wir werden dieses Jahr ein kleines Highlight einschieben. Eine Moka.“ &lt;p&gt;„Eine was?“ Günnis Gesicht schob sich zwischen die Kopfstützen der Vordersitze. &lt;p&gt;Eine Moderatorenkaraoke“, klärte Oliver uns auf. „Songs und Sänger werden per Zufallsgenerator ausgelost.“ Begeisterung klang in seiner Stimme. &lt;p&gt;Die konnte ich &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; teilen. „Ist nicht dein Ernst? Wer will das denn hören?“ &lt;p&gt;„Na, unsere Fans!“ Günni strahlte. &lt;p&gt;„Bist du jetzt größenwahnsinnig? Fans! Phhh!“, stieß ich verächtlich aus.  &lt;p&gt;Er stupste mich sachte mit der Stirn an. „Jetzt sei mal nicht so ‚ne Spaßbremse, Lulu! Immerhin bist du es, die eine Stimme hat...“ &lt;p&gt;„Wie die Frau von der Sexhotline“, knurrte ich. &lt;p&gt;Günni stöhnte. „Haaach! Wie &lt;i&gt;Pink&lt;/i&gt;, wollte ich sagen.“ &lt;p&gt;„Danke. Du gehörst eindeutig zu der höflichen Fraktion.“ &lt;p&gt;Oliver grinste ganz zufrieden in sich hinein und lenkte den Wagen in meine Einfahrt. Wir verabschiedeten uns mit Wangenküsschen voneinander. &lt;p&gt;„Ach, Lulu?“, rief Günni, als ich gerade die Autotür schließen wollte. „Danke für die tolle Sendung. Und wenn irgendwas ist: Ruf! Mich! An!“ &lt;p&gt;„Knalltüte“, lachte ich und hörte bereits Tyson im Haus freudig aufjaulen.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-8167970047621472469?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/8167970047621472469/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=8167970047621472469&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/8167970047621472469'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/8167970047621472469'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/05/herzblatt-kapitel-24.html' title='Herzblatt – Kapitel 24'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-8428623159663820689</id><published>2011-05-24T05:15:00.000+02:00</published><updated>2011-05-24T05:15:00.375+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 23</title><content type='html'>&lt;p&gt;Bemüht emotionslos ließ ich am darauf folgenden Morgen die Untersuchung der Gynäkologin über mich ergehen. Ich hatte nicht sonderlich gut geschlafen, allerdings sehr tief, und öffnete erst nach mehrmaliger Aufforderung der Stationsschwester die Augen. &lt;p&gt;„Frau Herz? Hallo? Frau Herz? Hören Sie mich?“ &lt;p&gt;Natürlich hörte ich sie. Sie war ja laut genug. „Grm“, machte ich deshalb. &lt;p&gt;„Frau Herz? Sind Sie wach?“ &lt;p&gt;Wie blöd war diese Frage? „Jetzt ja“, knurrte ich als eingefleischter Morgenmuffel. &lt;p&gt;„Gut.“ Schwester Annegret, wie ich der Stickerei auf ihrem Kittel entnehmen konnte, strahlte. „Ich habe gleich den ersten Termin bei Frau Doktor Schnecke für Sie reservieren können.“ &lt;p&gt;Schnecke? Meine Gynäkologin hieß tatsächlich &lt;i&gt;Schnecke&lt;/i&gt;?  &lt;p&gt;„Ich würde gerne vorher… naja… duschen oder so?“, fragte ich ein wenig beklommen. &lt;p&gt;Schwester Annegret besaß wahrlich ein sonniges Gemüt. Immer noch strahlend hielt sie eine kleine Tasche nach oben. „Das hat heute Früh Ihr Mann noch vorbei gebracht.“ &lt;p&gt;Ich nahm sie ihr ab und fischte mein Zahnpflegeset, Duschgel, Shampoo, Bürste, zwei Handtücher, mein Yogaoutfit sowie frische Unterwäsche aus der Tasche. „Hervorragend!“ Schwule Männer denken einfach mit. Rasch eilte ich ins Badezimmer. &lt;p&gt;„Frau Herz?“ Die Schwester klopfte vorsichtig an die Tür. „Sie müssten sich aber schon ein wenig beeilen.“ &lt;p&gt;Das tat ich. Allerdings nur, um die Untersuchung so schnell wie möglich hinter mich zu bringen. Denn Geschehenes konnte man vergessen, ausblenden. Eine wichtige Essenz im Rezept des Allheilmittels &lt;i&gt;Ignoranz&lt;/i&gt;. &lt;p&gt;„Diese Schwangerschaft war also nicht geplant“, konstatierte Frau Doktor Schnecke dann auch kaum eine Stunde später.  &lt;p&gt;Ich hing in meiner Lethargie und ließ die Untersuchungen wie ein klagloses Opfer über mich ergehen. Dieser kalte Pseudodildo, den sie nun zwischen meine Beine schob, war mir zuwider.  &lt;p&gt;„Es ist sicher nicht für jede Frau die angenehmste Art des Ultraschalls“, sagte Frau Doktor Schnecke. Gab es denn tatsächlich Frauen, die dabei geil wurden? „Aber er stellt in diesem Stadium die Schwangerschaft am besten dar.“ &lt;p&gt;„Hmhm“, knurrte ich und schloss die Augen. &lt;p&gt;„Schauen Sie“, die Ärztin legte ihre Hand auf meinen Arm und drückte leicht. „Hier.“ &lt;p&gt;Unweigerlich zuckte ich zusammen und sah direkt auf den farbigen Monitor.  &lt;p&gt;Doktor Schnecke maß mit ein paar Mausklicks fünfeinhalb Zentimeter Leben auf dem Ultraschall aus. „Das ist Ihr Baby, Frau Herz. Und hier…“ &lt;p&gt;Ich sah das Herz meines ungeborenen Kindes schlagen – und liebte es. Dieses Gefühl überrannte mich wie ein Sturmtrupp und war stärker als jede Furcht, jede Sorge, jede Angst. Ganz plötzlich. &lt;p&gt;Wie bekifft von einer emotionalen Droge, die so unerwartet durch meine Adern pulsierte, schwebte ich in mein Zimmer zurück und blieb unvermittelt stehen.  &lt;p&gt;Oliver saß auf der Kante meines Bettes und wartete. &lt;p&gt;„Was tust du hier?“ &lt;p&gt;Er lächelte schwach. „Dir auch einen schönen, guten Morgen.“ &lt;p&gt;„Morgen. Was tust du hier?“, wiederholte ich. &lt;p&gt;Schwester Annegret kam herein und winkte mit dem Mutterpass. „Frau Herz, den haben Sie drüben vergessen.“ &lt;p&gt;Ich schluckte trocken und hoffte, Oliver hätte nicht bemerkt, um welches Dokument es sich hier handelt. Allerdings war er vor gar nicht so langer Zeit selbst Vater geworden. Die Augenbraue, die sich nun nach oben schob, als er mich ansah, sagte alles. &lt;p&gt;„Oliver…“, krächzte ich. &lt;p&gt;Er hob abwehrend beide Hände. „Hey, &lt;i&gt;das&lt;/i&gt; geht mich nichts an. Ich bin hier, um dich nach Hause zu bringen und mit dir zu reden.“ &lt;p&gt;„Wieso?“ &lt;p&gt;Oliver erklärte mir, dass Björn einen vollen Terminkalender und Alex einen vollen Salon habe und er, nach dem gestrigen Telefonat mit meinem Ex-Mann, ohnehin die Absicht, mit mir zu reden. „Hör’ zu, Lulu. Ich möchte, dass du gemeinsam mit mir die Morgensendung moderierst.“ &lt;p&gt;„Die Morgensendung?“ Ungläubig sah ich ihn an.  &lt;p&gt;Diese Sendung zu moderieren, während der besten Radiozeit des Tages, war ein Privileg, das nur den besten Moderatoren zustand. Oliver leitete – unter anderem – &lt;i&gt;diese&lt;/i&gt; Sendung seit Jahren und sonnte sich zu Recht in ihrem Glanz. Und nun wollte er dies mit mir teilen? Warum? Doch nicht nur diese Frage beschäftigte mich. &lt;p&gt;Als könne er Gedanken lesen, antwortete Oliver: „Genau. Die Morgensendung. Du bist also nicht alleine. Jedenfalls nicht zu Anfang. Ich dachte, wir können uns den Job teilen und ich somit ein bisschen mehr Zeit für meine Familie haben. Wegen deinem &lt;i&gt;Herzblatt&lt;/i&gt; brauchst du dir keine Gedanken zu machen. Ich habe bereits einen adäquaten Nachfolger gefunden. Günni.“ &lt;p&gt;„Günni?“ Ich musste nur den Bruchteil einer Sekunde nachdenken. „Der schwule Visagist und Mitbewohner von dir?“ &lt;p&gt;Oliver hatte während des &lt;i&gt;Prinzessinentages&lt;/i&gt; beiläufig erwähnt, dass er und Marie sowohl mit seiner Schwester als auch mit Günni das alte Prinzengut, einem ausgedienten und umgebauten Bauernhof, bewohnte. &lt;p&gt;Er zog zufrieden die Augenbrauen nach oben. „Wer versteht wohl mehr von zwischenmenschlichen Beziehungen als Günni? Mal abgesehen von dir, natürlich.“ &lt;p&gt;„Natürlich“, schmollte ich, musste jedoch zugeben, dass Oliver wirklich eine ausgezeichnete Wahl getroffen hatte. &lt;p&gt;Er kratzte sich am Kopf und begann mit Erklärungsversuchen. „Lulu, es ist… der gestrige Vorfall, dein Zusammenbruch… Ich möchte einfach nicht mehr, dass du nachts arbeitest. Und jetzt…“ &lt;p&gt;„Was ‚und jetzt’?“ Mir war klar, auf was er anspielte.  &lt;p&gt;Oliver jedoch räusperte sich nur, reckte die Schultern und baute sich vor mir auf. „Hey, ich möchte schlichtweg vermeiden, dass du mir den Rang als beliebtester Moderator abläufst. Da hab’ ich dich doch lieber in meiner Nähe und unter Kontrolle.“ &lt;p&gt;Auch ich trat einen Schritt nach vorne und streckte mich, sodass wir Nase an Nase voreinander standen. „Hast du auch nur die leiseste Ahnung, auf was du dich da einlässt?“, warnte ich ihn. &lt;p&gt;„Oh“, hustete Oliver. „Dein Ex-Mann hat mal beiläufig erwähnt, dass du ein garstiger, unleidlicher, mordlüsterner und überaus geräuschempfindlicher Morgenmuffel bist.“ &lt;p&gt;Ich schnurrte wie eine Katze. „Das hat er aber liebevoll umschrieben.“ &lt;p&gt;„Ich gehe das Risiko ein.“ Lachend legte er seinen Arm um meine Schulter. „Okay?“ &lt;p&gt;Es fiel mir nicht leicht, mich von meiner ersten, eigenen Sendung zu trennen. Dennoch freute ich mich auf die Co-Moderation mit Oliver, als hätte man mir dreihundertfünfundsechzig Feiertage am Stück angeboten. „Unter einer Bedingung.“ &lt;p&gt;„Und die wäre?“ &lt;p&gt;Seufzend ließ ich mich auf den Bettrand sinken. „Ich möchte mich gerne noch verabschieden, weißt du? Einfach…“ &lt;p&gt;Oliver lächelte verständnisvoll und nickte. „Klar. Wie wäre es mit einer gemeinsamen Sendung? Du und Günni?“ &lt;p&gt;„Super“, rief ich begeistert. „Ich pack’ schnell meinen Kram zusammen. In dieser Zeit kannst du Günni anrufen. Wenn du mich dann gleich nach Hause fährst, bin ich um vier im Studio.“ Sofort begann ich, meine wenigen Habseligkeiten in die Tasche zu stopfen und drängte Oliver zur Eile. &lt;p&gt;„Halt, halt! Du willst doch nicht wirklich heute schon wieder…?“ &lt;p&gt;Mein Blick hatte eine enorme Aussagekraft. Er schüttelte den Kopf, seufzte und informierte nach einem gemurmelten „Dickkopf“ meinen Nachfolger Günni. &lt;p&gt;Als wir endlich die Station verlassen konnten, hörte ich Schwester Annegret hinter mir keuchen. „Frau… Herz… Sie… haben…“ Sie japste noch immer schwer nach Luft, als sie mir den Bündel Stoff reichte. „Hatte ich fast vergessen. Bitte entschuldigen Sie. Aber die Sweatjacke war auch noch bei Ihnen, als der Notarzt Sie hier eingeliefert hat“, erklärte Annegret.  &lt;p&gt;Zunächst hielt ich es für einen Irrtum, denn ich kannte das Kleidungsstück nicht. Doch dann stieg mir der unverkennbare Duft von Sam in die Nase. „Danke“, sagte ich zu ihr und presste die Jacke fest an meine Brust. &lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-8428623159663820689?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/8428623159663820689/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=8428623159663820689&amp;isPopup=true' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/8428623159663820689'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/8428623159663820689'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/05/herzblatt-kapitel-23.html' title='Herzblatt – Kapitel 23'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-5953370483709832321</id><published>2011-05-23T05:14:00.000+02:00</published><updated>2011-05-23T05:14:00.414+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 22</title><content type='html'>&lt;p&gt;Am nächsten Morgen fuhr ich gegen halb sieben aus dem Schlaf und erbrach. Mein Körper wurde von Magenkrämpfen geschüttelt. Ich saß eine halbe Stunde vor der offenen Toilette und heulte mir die Augen aus dem Kopf. Danach schlich ich in den Garten und begann mit den Aufräumarbeiten. Zwischen jedem Geschirrtablett, das ich in die Küche brachte und in der Spülmaschine verstaute, vergoss ich einen weiteren Schwall Tränen. Inzwischen sah ich aus wie ein wilder Stier mit Bindehautentzündung. &lt;p&gt;„Er ist noch hi-ier!“, konnte ich Alex flöten hören, der gegen elf aus dem Schlafzimmer kam. &lt;p&gt;Björn stand bereits in der Küche, sah mich an und stöhnte. „Oh, nein!“  &lt;p&gt;Ungerührt räumte ich weiter die Spülmaschine aus und füllte sie neu mit dem Rest schmutzigen Geschirrs. „Ich will &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; darüber reden. Verstanden?“ &lt;p&gt;Minuten später stürmte Emilia in die Küche. „Sams Motorrad steht noch...“  &lt;p&gt;„Pscht!“, fauchten Alex und Björn unisono und sie legte erschrocken ihre Hand auf den Mund. &lt;p&gt;Trotz guten Zuredens ging ich am Montag wie gewohnt zur Arbeit. Sam hatte irgendwann am Sonntagabend sein Motorrad abgeholt, ohne ins Haus zu kommen. Mir wurde flau im Magen und erneut kroch Übelkeit in mir hoch, mit jedem Schritt, den ich auf der Treppe nach oben nahm. Lotte stand am Aufgang und forderte hechelnd und schwanzwedelnd ihr Leckerchen ein. Einen Moment konnte sie mir mit ihrem Gehabe ein Lächeln entlocken.  &lt;p&gt;„Hallo, Lulu!“, begrüßte mich Arife und blieb stehen. „Bist du krank? Oder allergisch?“ &lt;p&gt;„Allergisch?“ &lt;p&gt;„Na...“ Sie drehte mit dem Zeigefinger kleine Kreise vor meinem Gesicht. „Deine Augen?“ &lt;p&gt;Ich rieb mir die Schläfe. „Ach, so. Allergisch. Ja, das ist es wohl.“ &lt;p&gt;Sie legte den Kopf schief und bedachte mich mit einem kritischen Blick. „Glaube ich nicht. Du bist furchtbar blass. Geht’s dir nicht gut?“ &lt;p&gt;Diese mütterliche Fürsorge konnte ich jetzt gar nicht brauchen. Ich schob mich an ihr vorbei zu meinem Schreibtisch.  &lt;p&gt;„Lulu!“ Arife legte ihre Hand auf meine Stirn. „Du bist krank.“ &lt;p&gt;„Nein“, wehrte ich ab. „Es ist nur... die Verlobungsfeier meines Ex-Mannes am Wochenende...“ Ich schluckte. „Hab’ die Paella nicht vertragen.“ &lt;p&gt;Arife runzelte erneut skeptisch die Stirn. „Muss ja ein höllisches Zeug gewesen sein.“ &lt;p&gt;„Dein Telefon“, machte ich sie auf das Dauerklingeln aufmerksam und war froh, nun meine Ruhe zu haben. &lt;p&gt;„Lulu?“ Oliver setzte sich auf die Tischkante. &lt;p&gt;Ich stöhnte und er verstand. Mit einem Seufzen stand er auf, strich mir über die Schulter und verschwand wieder im Sendestudio. &lt;p&gt;Ich vergrub mich völlig in der Arbeit und ignorierte alles und jeden um mich herum. Auch Sam, der mehrmals stumm an meinem Schreibtisch vorbei ging. Kurz vor der Sendung schnappte ich meine Kaffeetasse und ging in den Aufenthaltsraum. Der Duft frisch gemahlener Bohnen stieg mir angenehm in die Nase. Doch bereits nach dem zweiten Schluck überfielen mich erneut Übelkeit und Magenkrämpfe. Ich hastete zur Toilette.  &lt;p&gt;Erschöpft stützte ich mich am Waschbecken und ließ kaltes Wasser über meinen Puls laufen. Aus dem Spiegel blickten mich zwei hohle Augen aus einem kalkweißen Gesicht an.  &lt;p&gt;„Oh, Mann...“, ächzte ich gequält und hielt mir den Bauch. &lt;p&gt;Die Tür ging auf und Arife legte besorgt ihre Hand auf meinen Rücken. „Mensch, Lulu. Dich hat’s ja ganz schön übel erwischt.“ Sie legte eine Schachtel Tabletten auf den Waschbeckenrand. „Hier. Nimm mal zwei von denen. Die sind gut bei solchen Beschwerden.“ &lt;p&gt;Ich unterdrückte ein Rülpsen, das furchtbar nach unverdautem Mageninhalt schmeckte.  &lt;p&gt;Arife tippte auf die Packung. „Die kannst du ohne Bedenken schlucken, Lulu. Sie helfen dir auf jeden Fall. Die nehme ich sogar bei starken Menstruationsbeschwerden.“ &lt;p&gt;Ich blickte auf. In meinem Schädel begann es zu rattern. Dann rastete die Erkenntnis mit einem stählernen &lt;i&gt;Klick&lt;/i&gt; ein.  &lt;p&gt;Bevor ich den nächsten Gedanken zu Ende führen konnte, wurde mir schwarz vor Augen und ich verlor das Bewusstsein. &lt;p&gt;Als ich wieder zu mir kam, stach mir der Geruch von Krankenhaus in die Nase. Mein Schädel fühlte sich an wie ein Fesselballon. Selbstverständlich war ich nicht umgekippt, ohne mit dem Kopf gegen das Waschbecken zu donnern. Ich hatte wohl einen angeborenen Hang zur Selbstverletzung. Oder ich war schlichtweg ein Trottel. Letzteres traf es wohl eher. &lt;p&gt;Meine Lider flatterten und ich nahm verschwommen drei Personen wahr. &lt;p&gt;„Sie kommt wieder zu sich!“, rief Alex und Björn stürzte herbei. &lt;p&gt;„Lulu-Schatz? Wie geht es dir?“ &lt;p&gt;Mein Mund war ganz trocken. „Wie nach der Abi-Abschlussfeier“, krächzte ich. &lt;p&gt;„Und was heißt das im Klartext?“ &lt;p&gt;Björn antwortete verhalten amüsiert: „Zugedröhnt und rotzbesoffen. Am nächsten Tag hing sie mit einem Eisbeutel auf dem Kopf über der Kloschüssel und wollte sterben.“ &lt;p&gt;„Na, so schlimm wird’s dieses Mal wohl nicht sein.“ Ein rundlicher Arztkittel, kaum größer als eine Parkuhr, trat in mein Gesichtsfeld. Er legte seine Hand auf meine Stirn, zog mit dem Daumen meine Lider nach oben und leuchte in meine Augen. „Ich bin Professor Dicklein, Ihr Oberarzt.“ Gott lob die private Krankenversicherung! „Folgen Sie bitte meinem Finger, Frau Herz. Und Sie“, wandte er sich an Alex und Björn, „verlassen bitte für einen Moment das Zimmer.“ &lt;p&gt;Nur widerwillig folgten sie seiner Anweisung. &lt;p&gt;„Wie Sie sich im Augenblick fühlen, wurde ja bereits eindrucksvoll geschildert. Aus medizinischer Sicht hatten Sie lediglich einen Kreislaufzusammenbruch mit längerer Bewusstlosigkeit. Die Beule an ihrer Stirn sieht nicht hübsch aus, wird aber in ein paar Tagen verschwunden sein. Der Blutdruck ist soweit wieder stabil. Commotio cerebri können wir ausschließen.“ &lt;p&gt;„Hä?“ &lt;p&gt;„Das heißt Gehirnerschütterung. Treten hier gehäuft Probleme auf?“ &lt;p&gt;„Mit Gehirnerschütterung?“ &lt;p&gt;„Mit dem Kreislauf.“ &lt;p&gt;„Nee. Nie“, antwortete ich wahrheitsgemäß. &lt;p&gt;„Gut.“ Er rieb sich das Kinn. „Sie klagten über Magenbeschwerden und Übelkeit?“ &lt;p&gt;Ich nickte und bereute es sofort. Es fühlte sich an, als hätte jemand ein Messer in meinem Hinterkopf platziert. &lt;p&gt;„Eine Vergiftung schließen wir nach unseren Laborergebnissen jedenfalls aus“, tätschelte er meinen Arm. „Der HCG-Wert liegt allerdings bei über Zweihunderttausend.“ &lt;p&gt;„Und?“, fragte ich, als jemand von innen sachte an meine Schädeldecke klopfte. „Ich...?“ &lt;p&gt;Professor Dicklein bedachte mich mit einem vielsagenden Lächeln. „Sobald Sie in der Lage sind aufzustehen, finden Sie sich bitte morgen in der Gynäkologie ein. Klingeln Sie der Schwester. Meinen Glückwunsch, Frau Herz. Einer der beiden Herren wird sich freuen können.“  &lt;p&gt;Ich hustete trocken. „&lt;i&gt;Keiner&lt;/i&gt; der beiden Herren.“ Denn der betreffende Herr hatte gerade mit einer ganz anderen Schwangerschaft zu tun. &lt;p&gt;„Nun gut“, murmelte der Professor und öffnete die Tür. „Wie dem auch sei. Wir behalten Sie heute Nacht zur Beobachtung hier. Morgen dürfen Sie wieder nach Hause, wenn die Gynäkologie ihr Okay gegeben hat.“ Er nickte Alex und Björn zu, die sogleich ins Zimmer drängten. „Aber, Frau Herz“, hob er mahnend den Zeigefinger. „Sie sollten sich wirklich schonen und… jeden unnötigen Stress ab sofort vermeiden.“ &lt;p&gt;„Gynäkologie?“, spitzte Björn die Ohren. „Was ist da los?“ &lt;p&gt;Nein. Ich wollte niemandem etwas von der Schwangerschaft erzählen. Ich begriff es ja selbst noch nicht. „Das ist eine Routineuntersuchung.“ &lt;p&gt;„So?“, horchte nun auch Alex auf. &lt;p&gt;Ich machte eine Fratze. „Frauen in meinem Alter… Da spielen die Hormone schon mal verrückt und verursachen Kreislaufbeschwerden.“ &lt;p&gt;Gut geflunkert. Denn beide gaben sich mit dieser Erklärung zufrieden.  &lt;p&gt;Ich bat Björn, im Studio anzurufen und mitzuteilen, dass ich morgen wieder wie gewohnt zur Arbeit erscheinen würde.  &lt;p&gt;„Du hast sie ja wohl nicht mehr alle“, tippte er sich missbilligend gegen die Stirn.  &lt;p&gt;Ich hob mahnend den Zeigefinger. „Du, mein Freund, holst mich morgen um elf ab. Ist das klar? Ich bin nicht krank, ich hatte nur einen kleinen Aussetzer. Und ich bleibe hier keine Minute länger als nötig.“  &lt;p&gt;„Aber du könntest zu Hause…“ &lt;p&gt;„Vor mich hinsauern? Nichts tun? Warum?“ &lt;p&gt;Alex griff nach Björns Arm, um ihn daran zu hindern, noch weiter mit mir zu diskutieren. Mein Ex-Mann zeigte sich einsichtig. „Na, gut. Dann bis morgen. Schlaf’ schön, Lulu.“ Beide hauchten mir einen vorsichtigen Kuss auf die Stirn und verließen dann endlich das Krankenhaus. &lt;p&gt;Mit der Nacht, der Stille und dem Alleinsein festigte sich die Gewissheit, formte sich das ganze Ausmaß in meinem Kopf und förderte eine längst vergessene Erinnerung wieder ans Tageslicht. Die blinzelte – hatte ich sie doch so lange im Dunkeln gehalten – und schob ganz trotzig ihre Verbündete, die Angst, vor. Das Miststück hatte auch ihre Kolleginnen, Sorge und Panik, im Gepäck. Mit vereinten Kräften schlugen und traten sie auf mich ein. Ich kämpfte mit den Tränen und tat das, worin ich über die Jahre hinweg Übung bekommen hatte und was ich inzwischen wohl am besten konnte: Ich ignorierte.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-5953370483709832321?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/5953370483709832321/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=5953370483709832321&amp;isPopup=true' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/5953370483709832321'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/5953370483709832321'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/05/herzblatt-kapitel-22.html' title='Herzblatt – Kapitel 22'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-8827465778785086546</id><published>2011-05-22T05:13:00.000+02:00</published><updated>2011-05-22T09:18:24.549+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 21</title><content type='html'>&lt;p&gt;Als ich um halb zehn in die Küche schlurfte, saßen Alex und Björn bereits am Tisch und warteten mit Sektfrühstück auf mich. Mit ihnen eine große Brünette, die Alex verblüffend ähnlich sah. Sie stand sofort auf und begrüßte mich mit Wangenküsschen.  &lt;p&gt;„Guten Morgen, Lulu. Darf ich vorstellen? Das ist meine Schwester Emilia“, klärte Alex mich stolz wie ein Italiener auf. „Sie ist eigens aus Sizilien angereist und wird bis Montag bei uns bleiben.“  &lt;p&gt;„Das ist schön“, freute ich mich ehrlich. Emilia machte einen sehr sympathischen Eindruck.  &lt;p&gt;Da Björn und Alex sich ausdrücklich ein Verlobungsgeschenk verbaten, hatte ich jeweils eine Karikatur der beiden im Profil auf Leinwand gezeichnet und übergab es nun feierlich.  &lt;p&gt;„Luuuluuu!“, rief Emilia gedehnt aus. Es klang lustig. „Du bist ja eine wahre Künstlerin!“  &lt;p&gt;„Nein, Emilia. Danke, aber das bin ich nicht. Denn &lt;i&gt;das&lt;/i&gt; ist das einzige, was ich zustande bringe.“  &lt;p&gt;Sie kam zungenschnalzend auf mich zu und legte ihren schlanken Arm um meine Taille. „Das glaube ich nicht. Ich denke schon, dass du eine sehr vielseitige Frau bist.“  &lt;p&gt;Emilias Charme war umwerfend – und das großzügige Austeilen von Komplimenten offenbar allen Italienern angeboren.  &lt;p&gt;Alex und sie teilten sich irgendetwas in ihrer Muttersprache mit. Sie redeten so schnell, dass ich nicht einmal etwas verstanden hätte, wäre ich in Italien aufgewachsen.  &lt;p&gt;„Wollen wir nicht anstoßen?“  &lt;p&gt;Natürlich wollten wir! Ein Gläschen und noch eins und dann wurde mir schon ein wenig wummerig im Kopf.  &lt;p&gt;„Wenn wir so weitermachen, liegen wir besoffen in der Ecke, bevor die Gäste eintreffen“, merkte Björn irgendwann an.  &lt;p&gt;Ich sah das ähnlich und scheuchte sowohl das dauerturtelnde Verlobungspaar als auch Emilia von den Stühlen. Voller Energie und Tatendrang machten wir uns an die Vorbereitungen für das abendliche Fest. Es wurde gekocht, geputzt, geschmückt und dekoriert. Kurz nach sechs stand ich erschöpft, aber zufrieden unter die Dusche.  &lt;p&gt;Bis neun war die Bude brechend voll. Ich lotste die Gäste in den Garten, wo nochmals feierlich mit Sekt auf das Verlobungspaar angestoßen wurde. Annähernd fünfzig Gäste tummelten sich, Björn hatte in weiser Voraussicht unsere unmittelbaren Nachbarn eingeladen. Es wurde getanzt, geschwatzt, geschlemmt, gelacht. Die ausgelassene und fröhliche Stimmung sprang auch auf mich über und ich konnte für kurze Zeit meine Gedanken an Sam in den hinteren Teil des Gedächtnisses verbannen.  &lt;p&gt;Meine Mutter war schwer beeindruckt von Alex. „Also“, japste sie – das tat sie übrigens immer, wenn sie schon einen in der Krone hatte –, „bei so einem charmanten Mann kann ich Björn ja wirklich verstehen.“ Sie schielte zu mir herüber und korrigierte sich dann hastig. „Ähm... lieber doch nicht. Denn schließlich ist meine Lulu das Beste, was einem Mann passieren kann.“  &lt;p&gt;„Natürlich, Frau Pech“, stimmte Alex ihr zu. „So sehen wir das auch.“  &lt;p&gt;Meine Mutter wurde blass um die Nase. Ich wollte gar nicht wissen, was ihr gerade im Kopf herum ging.  &lt;p&gt;Im übrigen wollte ich momentan sowieso lieber nichts wissen, denn mir war speiübel, nachdem ich eine halbe Stunde zuvor zwei Teller Paella hinunter geschlungen hatte. Das allerdings wollte ich in Emilias Hörweite nicht zugeben. Ich hielt mich also tapfer an meinem Glas Wasser und einem Stück Weißbrot fest.  &lt;p&gt;Emilia kam tänzelnd auf mich zu und nahm neben mir Platz. „Was ist eigentlich mit dem großartigen Mann, den du liebst?“  &lt;p&gt;Aha! Darüber hatten sie Alex sich wohl heute Morgen unterhalten?  &lt;p&gt;„Was?“ Zwei Stunden hatte ich es erfolgreich weggeblinzelt. Jetzt war Sams Bild wieder klar und deutlich vor meinen Augen.  &lt;p&gt;„Alex hat ihn heute Morgen erwähnt. Wo ist er?“  &lt;p&gt;Ich zuckte mit den Schultern und seufzte. „Weiß nicht. Im Studio? Oder bei seiner schwangeren Freundin?“  &lt;p&gt;„Oh.“  &lt;p&gt;„Weißt du“, sagte ich und legte meinen Kopf in den Nacken. „Mein erster Freund hat mich mit meiner damaligen besten Freundin betrogen. Ihren Mann hätte ich vor wenigen Wochen flach legen können und hab’s versemmelt. Mein zweiter Freund hatte eine Affäre mit einer Fünfzigjährigen. Mein Ehemann verlobt sich heute mit deinem schwulen Bruder und... Ich glaube langsam wirklich, ich sollte die Fronten wechseln.“  &lt;p&gt;Sie schüttelte den Kopf. „Weißt du, im Gegensatz zu den meisten anderen Menschen liegt uns Italienern Amore im Blut“, erklärte sie. „Wir haben ein sehr, sehr großes Herz und können somit auch sehr, sehr viel Liebe geben. Ich selbst habe derzeit drei Liebhaber. Und jedem von ihm gehört ein Stück meines Herzens.“  &lt;p&gt;Ich zog beeindruckt die Augenbrauen nach oben.  &lt;p&gt;„Ihr verschenkt immer gleich euer ganzes Herz und ich denke...“ Bevor Emilia weitersprechen konnte, wurde sie von einem Nachbarn zum Tanzen aufgefordert. Sie wehrte ab.  &lt;p&gt;„Lass’ nur“, klopfte ich ihr auf den Schenkel. „Ich muss mir ohnehin noch etwas zu trinken holen.“  &lt;p&gt;Als ich in der Küche war, klingelte es an der Haustür. Mit der Flasche in der Hand öffnete ich und erstarrte. „Sam?“  &lt;p&gt;„Hi.“ Er sah betreten zu Boden.  &lt;p&gt;„Was... was willst du hier?“ Offensichtlich konnte ich außerhalb der Arbeitszeit nicht mehr mit seiner Anwesenheit umgehen. Oder warum klang meine Stimme so gereizt?  &lt;p&gt;Sam hob eine Karte hoch. Ich erkannte sie. „Ich bin eingeladen. Aber keine Sorge, Lulu. Ich werde dich nicht belästigen. Ich möchte dem Verlobungspaar nur gratulieren und bin dann sofort wieder weg.“  &lt;p&gt;Als ich nichts erwiderte, schob er sich an mir vorbei und ging – der Lautstärke nach – durch die Küche in den Garten. Mit offenem Mund starrte ich ihm nach.  &lt;p&gt;„Ist er das?“ Ich spürte Emilias Wangen an meinem Ohr. Wie lange stand ich eigentlich schon an der noch immer geöffneten Tür?  &lt;p&gt;„Komm’ wieder mit in den Garten.“ Sie nahm meine Hand und zog mich hinter sich her.  &lt;p&gt;Alex und Björn brachen in Jubel aus, als Sam ihnen eine Miniatur des Eiffelturms überreichte. Na, gut. Sie fanden ja alles toll, was mit Sam zu tun hatte, dachte ich mürrisch.  &lt;p&gt;„Hach – hick – Lulu-Kindchen“, stolperte meine Mutter auf mich zu. „Hast du schon mal so einen Mann gesehen? So groß und...“ Sie steckte fast ihre Zunge in mein Ohr. Ihgitt! „Denkst du, an ihm ist alles...?“  &lt;p&gt;„Ja, Mama. Ist es.“ Genervt suchte ich mir ein stilles Plätzchen im Garten. Gar nicht so einfach, doch ich wurde fündig. Tyson war inzwischen völlig durchgeknallt und nun erschöpft. Er kuschelte sich auf meinen Schoß und so nahmen wir beide als Zuschauer an der Party teil.  &lt;p&gt;Sams Absicht, sofort wieder zu gehen, wurde sowohl von Alex und Björn als auch – zu meinem Entsetzen – von meiner Mutter abgewendet. Schockiert beobachte ich ihre Flirtversuche und war nahe dran, ihr entweder gleich an die Gurgel zu springen oder wenigstens das pubertäre Gehabe zu unterbinden. Genauso gerne hätte ich Sams Alkoholkonsum eingeschränkt. Er war groß und konnte sicherlich einiges vertragen. Aber selbst von Weitem konnte ich den glasigen Schimmer in seinen blauen Augen erkennen.  &lt;p&gt;„Bellissima Lulu!“ Emilia kam gut zwei Meter vor mir ins Straucheln und ich fing sie in letzter Sekunde auf. Sie war stark angeheitert. „Ich habe dich schon überall gesucht.“  &lt;p&gt;Tyson hatte sich, verärgert über die Störung, auf meinem Platz eingerollt. Ich hielt Emilia immer noch fest.  &lt;p&gt;„Lass uns tanzen, la mia bellezza.“  &lt;p&gt;Ich löste mich aus ihrer Umklammerung. „Nein, wirklich nicht, Emilia. Ich...“  &lt;p&gt;„Ah. Verstehe.“ Sie sah zu Sam hinüber und legte ihren Arm entspannt um meine Hüfte. „Scheint so, als sucht er deine Nähe?“  &lt;p&gt;„Es scheint eher“, erwiderte ich missfällig, „als würde er abgefüllt.“  &lt;p&gt;Unauffällig schob Emilia sich mit mir zu dem Tisch, an dem Sam mit Björn und Alex stand. Meine Mutter musste sich inzwischen setzen. Sie sah auch gar nicht gut aus. Etwa fünf Meter vor ihrem angesteuerten Ziel bremste ich sie aus. „Nein, Emilia!“  &lt;p&gt;„Na, gut“, gab sie klein bei. „Dann lass’ uns tanzen.“  &lt;p&gt;„Auch das nicht!“ Ich wurde immer gereizter.  &lt;p&gt;Emilia reagierte, indem sie mir tröstend über die Wange strich. „Er glaubt also tatsächlich, drei Menschen unglücklich machen zu müssen, obwohl zwei glücklich miteinander sein könnten? Sieh nur“, sie schaute zu Sam hinüber und er erwiderte ihren Blick. „Er kann die Stimme seines Herzens nicht ignorieren.“  &lt;p&gt;Was dann geschah, ging mir eindeutig zu schnell. Emilia nahm mein Gesicht in ihre Hände, legte ihre Lippen auf meine und schob mir fast die Zunge in den Mund.  &lt;p&gt;Ich riss meine Augen erschrocken auf und sah dabei im Augenwinkel, wie Sam sich unvermittelt verabschiedete. Sofort ließ Emilia von mir ab. „Geh’ ihm nach!“  &lt;p&gt;Gute Idee. Doch ich blieb wie angewurzelt stehen. Primär wusste ich nicht, was mich mehr aus der Fassung brachte: Emilias Kuss oder Sams überstürzter Aufbruch? Sekundär war mir schon wieder so übel, dass ich fürchtete, auf der Stelle zu erbrechen.  &lt;p&gt;„Nun mach’ schon!“ Alex gab mir einen recht unsanften Schubs und ich setzte mich langsam in Bewegung.  &lt;p&gt;„Schneller, Lulu. Scheller!“ Björn warf einen besorgten Blick zur Terrassentür.  &lt;p&gt;Ich erreichte Sam in der Küche. Er ließ gerade sein Handy in die Hosentasche gleiten und war bereits an der Tür.  &lt;p&gt;„Sam!“  &lt;p&gt;Die Hand an der Klinke hielt er inne.  &lt;p&gt;„Sam... du... du kannst jetzt nicht nach Hause fahren.“  &lt;p&gt;Er drehte sich langsam um. „Warum nicht?“  &lt;p&gt;„D-d-du hast getrunken!“  &lt;p&gt;„Ich habe mir ein Taxi gerufen“, sagte er aufgeräumt, öffnete die Tür und trat hinaus.  &lt;p&gt;Ich ging ihm nach und blieb stumm neben ihm stehen.  &lt;p&gt;„Was?“  &lt;p&gt;„Nichts.“  &lt;p&gt;Sam legte die Hand in den Nacken und holte tief Luft. „Ich habe dich nicht belästigt.“  &lt;p&gt;„Das habe ich doch auch gar nicht gesagt. Ich habe mir nur...“  &lt;p&gt;„Sorgen um mich gemacht?“ Er zog die rechte Augenbraue nach oben und sah auf mich herab. Als ich nicht antwortete, drehte er sich zu mir um. „Ich darf mir noch nicht mal um deinen Zahn Sorgen machen und du...“  &lt;p&gt;„Lass’ es, Sam! Lass’ es einfach.“  &lt;p&gt;Der Wind trug einen Song von Pink zu uns herüber:  &lt;p&gt;&lt;i&gt;Please don’t leave me, oh please don’t leave me. &lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;I always say how I don’t need you. &lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;But it’s always gone come right back to this. &lt;br&gt;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;Please don’t leave me. &lt;/i&gt; &lt;p&gt;Sam trat näher an mich heran. Wenige Millimeter trennten uns voneinander. Ich hob den Kopf, um zu ihm aufzusehen.  &lt;p&gt;„Ach, Lulu“, seufzte er und legte die rechte Hand hinter mein Ohr. Sein Daumen strich über meine Wange.  &lt;p&gt;Die Übelkeit wich einem Prickeln, das sich in meinem Bauch ausbreitete, als Sam mich berührte, ich seinen warmen Atem in meinem Gesicht spürte. Sanft strich seine Zunge über meine Unterlippe. Ich schob meine Hände in seinen Nacken, öffnete den Mund und gab mich seinem Kuss hin. Um uns herum versank die Welt im Dunkel der Nacht. Der Mond spendete zartes Licht und die Sterne leuchteten einen Augenblick heller. Für einen schier unendlichen Moment gab es nur Sam und mich.  &lt;p&gt;Es war, als riss man mich abrupt und schmerzhaft aus einem wundervollen Traum, als er einen Schritt zurück tat, mich mit traurigen Augen ansah und atemlos flüsterte: „Es tut mir leid, Lulu.“  &lt;p&gt;Zeitgleich hielt das Taxi vor unserer Einfahrt. Sam strich mir noch einmal sanft über die Wange und eilte zum Wagen.  &lt;p&gt;In meinem Kopf herrschte mit einem Mal völlige Leere. Lediglich überlebensnotwendige Funktionen wie Schlucken, Atmen und Blinzeln schienen noch einwandfrei zu funktionieren. Nur so kann ich mir erklären, dass ich mich irgendwann umdrehte, die Tür schloss und auf mein Zimmer ging.&lt;/p&gt;  &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4961591524906773839-8827465778785086546?l=diepummelfee.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://diepummelfee.blogspot.com/feeds/8827465778785086546/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4961591524906773839&amp;postID=8827465778785086546&amp;isPopup=true' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/8827465778785086546'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4961591524906773839/posts/default/8827465778785086546'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://diepummelfee.blogspot.com/2011/05/herzblatt-kapitel-21.html' title='Herzblatt – Kapitel 21'/><author><name>Die Krümelmonster AG {Kirstin}</name><uri>http://www.blogger.com/profile/07034648297580178228</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_JlwAI0VwhKs/S2nROfY8WXI/AAAAAAAAHT4/aHRBgkw2oes/S220/Profilbild.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4961591524906773839.post-3734867913149108500</id><published>2011-05-21T05:09:00.000+02:00</published><updated>2011-05-21T05:09:00.734+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Herzblatt'/><title type='text'>Herzblatt – Kapitel 20</title><content type='html'>&lt;p&gt;„Wie geht es deinem Zahn?“  &lt;p&gt;Als ich zu Sam hinauf sah, verrenkte ich mir fast den Nacken. Er schien sich seit Tagen nicht mehr rasiert zu haben. „Geht so.“  &lt;p&gt;„Du könntest dich krank schreiben lassen.“  &lt;p&gt;Seine Stimme war so kalt, dass mich fror. Deshalb fiel meine Antwort wohl auch patziger aus als beabsichtigt: „Du könntest zur Abwechslung auch mal Feierabend machen, wie jeder andere auch. Dann müsstest du meinen Anblick nicht so lange ertragen.“  &lt;p&gt;„Darum geht es nicht, Lulu.“ Er räusperte sich. „Ich mache mir einfach Sorgen um dich.“  &lt;p&gt;„Oh? Nicht nötig. Schließlich gehöre ich ja nicht mehr zu deinem Leben.“  &lt;p&gt;Angespanntes Schnauben. „Aber du bist eine Mitarbeiterin. Da ist es meine Pflicht...“  &lt;p&gt;„Deine Pflicht? Pah!“, fiel ich ihm ins Wort. „Was Pflichten angeht, hast du wohl selbst alle Hände voll zu tun. Also kümmere dich nicht um meinen Zahn, verstanden?“  &lt;p&gt;Sam sah mich bedenklich an. Was sollte auch dieser Gefühlsausbruch? Ich verstand mich selbst nicht mehr und starrte beschämt auf meinen Schreibtisch.  &lt;p&gt;„Nun gut“, sagte er schließlich. „Dann werde ich dich künftig nicht mehr belästigen.“  &lt;p&gt;&lt;i&gt;Doch! Bitte! Bitte belästige mich!&lt;/i&gt;, schrie es tief in mir und ich kämpfte mit den Tränen.  &lt;p&gt;Sam drehte sich wortlos um, pfiff nach Lotte und ging mit ihr nach draußen.  &lt;p&gt;Minuten später schob sich eine Jumbotasse mit heißem Kakao über meinen Tisch und Oliver legte eine Hand auf meine Schulter. „Lulu, ich würde dir gerne...“  &lt;p&gt;„Nein!“, fiel ich ihm hastig ins Wort. „Ich will nicht hören, dass er gerade eine schwere Zeit durchmacht oder so was ähnliches. Also, lass’ es bitte. Weißt du, ich fühle mich nämlich auch nicht gerade rosig dabei.“  &lt;p&gt;„Genau darüber wollte ich mit dir sprechen.“  &lt;p&gt;Das Wetter wurde angesagt. Ich sah demonstrativ zum Sendestudio. „Du musst wieder rein. Aber danke.“ Dann stürzte ich mich in die Vorbereitungen für meine heutige Moderation.  &lt;p&gt;Ich gähnte und streckte mich ausgiebig, als gegen Mitternacht der nächste Anruf ins Studio kam. „Hier ist Radio Sonnenschein. Guten Abend bei &lt;i&gt;Herzblatt&lt;/i&gt;. Meine Name ist Lulu Herz, und wen habe ich in der Leitung?“  &lt;p&gt;„Mein Name tut nichts zur Sache.“  &lt;p&gt;Ich legte die Stirn in Falten. Was sollte &lt;i&gt;das&lt;/i&gt; denn? „Nun gut. Kein Problem. Was kann ich also für dich tun?“  &lt;p&gt;Die Stimme am anderen Ende der Leitung war gereizt. „Mir wäre es außerdem lieber, wenn wir beim Sie bleiben könnten.“  &lt;p&gt;„Gerne auch das. Also? Weshalb rufen Sie an?“ Noch mehr von dieser Sorte und ich würde den Job an den Nagel hängen.  &lt;p&gt;Die Unbekannte begann nach kurzem Zögern: „Ich glaube... nein, ich bin mir sicher, dass mein Freund eine andere liebt.“  &lt;p&gt;„Und was macht Sie so sicher? Gab es einen konkreten Anlass?“  &lt;p&gt;„Es ist ein Gefühl.“  &lt;p&gt;Ich nippte rasch an meinem Kaffee. „Im Grunde ist es, vor allem bei uns Frauen, oftmals das einzig Richtige, auf unser Gefühl zu hören. Dennoch sollte ein Gespräch nicht unterschätzt werden, um Klarheit zu schaffen.“  &lt;p&gt;„Ein Gespräch.“ Ihre Stimme troff nur so vor Ironie. „Das gab es nicht einmal, als ich mich von ihm getrennt hatte.“  &lt;p&gt;„Dann liegt die verbale Unzulänglichkeit aber auch nicht ausschließlich bei ihm. Oder verstehe ich da etwas falsch?“  &lt;p&gt;Sie knurrte. Sie knurrte mich tatsächlich an!  &lt;p&gt;„Warum haben Sie sich überhaupt von ihm getrennt?“  &lt;p&gt;„Das tut hier nichts zur Sache.“  &lt;p&gt;„Ich denke schon. Immerhin wollten Sie ja mit mir kommunizieren.“ Ich spürte eine leichte Gereiztheit aufsteigen.  &lt;p&gt;Sie schnappte hörbar nach Luft. „Ich wusste damals noch nicht, dass ich schwanger bin. Und jetzt soll er, verdammt noch mal, bei mir bleiben.“  &lt;p&gt;„Hat Ihr Freund denn vor, Sie zu verlassen?“  &lt;p&gt;„Nein.“  &lt;p&gt;Das hing mir jetzt alles ein kleines bisschen zu hoch und ich konnte mich des Gefühls nicht erwehren, dass sie nicht in allen Punkten die Wahrheit sagte. Außerdem plädierte ich dafür, dass alle Anrufe vor der Liveschaltung gefiltert werden sollten. „Sie sagten, Sie haben ihren Freund verlassen. Den Grund verraten Sie mir ja leider nicht. Soll ich jetzt davon ausgehen, dass Sie ihn immer noch oder wieder lieben? Und liebt er Sie?“  &lt;p&gt;„Hören Sie nicht zu?“ Das Klicken eines Feuerzeugs war zu hören und die Anruferin blies Rauch aus. „Er liebt eine andere. Darum geht es und nur darüber möchte ich mit Ihnen sprechen.“  &lt;p&gt;Langsam wurde es mir echt zu blöd. Ich rieb meine Stirn und erinnerte mich an das Gespräch heute Vormittag mit Alex.  
